05. Oktober 2011 Lesezeit: ~5 Minuten

Der Weg durch den Photoshop-Dschungel Teil 3

Dies ist Etappe Nummer drei auf dem Weg durch den Dschungel aus Ebenen, Kanälen, Masken, Werkzeugen und Tastenkombinationen. Nach Teil 1 und Teil 2 gibt es heute Tipps zu Volltonebenen, Vignetten und perfekten Lippenstiftkonturen.

Tipp 10: Farben verändern mit Volltonebenen und verschiedenen Blend Modes

Möchte man die Farbstimmung eines Fotos verändern, kann man dies zum Beispiel mit Volltonebenen erreichen. Dazu klickt man auf das kleine, schwarz-weiße Kreissymbol ganz unten im Ebenenfenster und wählt im Klappmenü ‚Volltonfarbe‘.

Im Dialogfenster wählt man eine Farbe, in diesem Fall beispielsweise graublau, aus und bestätigt mit OK.

Anschließend wird der Blend Mode auf ‚farbig abwedeln‘ gesetzt und die Deckkraft verringert.

Besonders die dunklen Bereiche wirken jetzt kühler. Wie oben beschrieben wählt man nun eine andere Volltonfarbe (hier lila), setzt den Blend Mode auf ’negativ multiplizieren‘ und verringert wieder die Deckkraft. Der Kontrast wird so abgemildert und über das komplette Foto legt sich ein zarter Flieder-Farbstich.

Als dritte Volltonebene wird ein sattes Gelb gewählt und mit ‚weichem Licht‘ in das Bild geblendet, ebenfalls mit verringerter Deckkraft.

Wie der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt, entsteht ein Bild mit völlig anderer, viel zarterer Farbstimmung.

Die gezeigte Kombination aus Volltonebenen und Blend Modes ist allerdings nur eine von nahezu unendlich vielen Möglichkeiten. Es lohnt sich, viel mit verschiedenfarbigen Volltonebenen zu experimentieren und verschiedene Blend Modes auszuprobieren.

Besonders ‚aufhellen‘, ’negativ multiplizieren‘ und ‚linear abwedeln‘ benutze ich häufig, um Fotos zartere Farben zu geben, auch ‚weiches Licht‘ und ‚Ausschluss‘ probiere ich oft mit verschiedenen Volltonebenen durch. Wichtig ist, mit der Deckkraft zu spielen, denn bei hoher Deckkraft über 50% wirkt der Effekt oft zu stark.

Tipp 11: perfekte Lippen

Wer kennt das nicht: Das Model kann noch so perfekt geschminkt sein, an der Lippenline gibt es aber, wenn ein knalliger Lippenstift benutzt wird, doch fast immer ein paar Kleinigkeiten auszusetzen. Der Rand der Lippen kann jedoch mit Hilfe des Stempel-Werkzeugs und den Modi ‚aufhellen‘ und ‚abdunkeln‘ schnell korrigiert werden.

Um eine perfekte Lippenlinie zu erstellen, wird das Stempelwerkzeug gewählt und zunächst der Modus ‚abdunkeln‘ eingestellt. Die Deckkraft sollte relativ hoch sein.

Jetzt nimmt man mit gedrückter Alt-Taste einen Quellbereich auf und zwar von einer Stelle auf den Lippen. Zu beachten ist, dass der Stempel einen nicht zu großen Radius und eine nicht zu weiche Kante haben sollte. Genaue Werte anzugeben macht an dieser Stelle jedoch keinen Sinn, da korrekte Einstellungen von der Schärfe des zu bearbeitenden Bildbereichs sowie von der Größe der Lippen auf dem Foto abhängen.

Hat man einen Quellbereich aufgenommen, setzt man an der Kante der Lippen (bzw. etwas innerhalb der Lippen) an und beginnt, in kleinen Stücken die Linie zu ziehen. Dabei zeigt ein kleines Kreuz zur besseren Kontrolle an, wo sich der Quellbereich befindet, da sich dieser mitbewegt, wenn man malt.

Hat man die Lippenstiftkontur gemalt, geht es daran, zu weit nach außen über den Rand der Lippen aufgetragenen Lippenstift zu entfernen. Dazu wird der Modus auf ‚aufhellen‘ gestellt, die Deckkraft sollte wieder relativ hoch sein. Wieder ist es nicht sinnvoll, Werte für Hauptdurchmesser und Härte des Stempels zu geben, da dies von Foto zu Foto variiert.

Hat man einen Quellbereich aufgenommen, setzt man leicht außerhalb der Lippen an, um den zu weit gemalten Lippenstift mir heller Haut zu überdecken.

Als Ergebnis erhält man eine klar definierte Lippenlinie:

Diese Vorgehensweise ist übrigens auch in anderen Bereichen nützlich, beispielsweise bei nicht ganz gleichmäßigen Nagellackrändern und so weiter.

Tipp 12: Vignette erstellen

Um eine Vignette zu erstellen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Ich nutze gerne folgende Variante: Mit

Strg+J (PC) bzw. Command+J (Mac)

wird die Hintergrundebene dupliziert, deren Blend Mode wird dann auf ‚multiplizieren‘ gesetzt.

Durch den Blend Mode ‚multiplizieren‘ wird das Bild nun viel dunkler, der Effekt soll sich jedoch nur auf den äußeren Bereich des Fotos auswirken. Deswegen wird eine Maske erstellt, indem man auf das kleine Symbol unten im Ebenenfenster klickt.

Die erstellte Ebenenmaske ist weiß, das heißt, dass die komplette Ebene sichtbar ist. Nun malt man mit dem Pinsel und schwarzer Farbe auf der Maske, um den Abdunklungseffekt in der Mitte des Bildes auszublenden. Der Pinsel sollte dazu groß sein und eine weiche Kante haben. Das Bild unten zeigt die fertige Maske:

Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt die abgedunkelten Bildränder:

Viel Spaß beim Ausprobieren, bald geht es auf die nächste Etappe!

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12 Kommentare

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  1. Das sind drei echt klasse Tipps!
    Schön ausgeführt und leicht verständlich…

    Mit der Vignette in Photoshop hab ich mich Anfangs echt schwer getan… oft habe ich diese früher von Hand mit nem Pinsel eingemalt. Aberich bin dann irgendwann auch auf den Trichter gekommen! ;)

  2. Vielen Dank für den Beitrag! Ich wusste bisher nicht mal was Vignetten sind und hab deshalb zweierlei dazu gelernt, was das ist und vor allem wie das geht. Werde diesen Effekt beim ein oder anderen Bild sicherlich auch bald mal ausprobieren.

    VG Christina

  3. Ich könnte mir vorstellen, dass auch andere Lese solche Tutorial gerne mit einer oflline (pdf) Version nacharbeiten und nachvollziehen möchten. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit in Zukunft solche Tutorials auch als Download anzubieten.

  4. Blogartikel dazu: Der Weg durch den Photoshop-Dschungel Teil 4 | KWERFELDEIN | Fotografie Magazin

  5. Blogartikel dazu: Bildvorstellung: “A beautiful death” | KWERFELDEIN | Fotografie Magazin

  6. Blogartikel dazu: This week in photography 03/2012 | Just some word's and pictures...