24. September 2011 Lesezeit: ~2 Minuten

Portraits von Birgit Kleber

In einem Fotobuch ist das Portrait des Fotografen selbst immer sehr klein in irgendeiner Ecke auf der ersten oder letzten Seite abgebildet. Wenn überhaupt. Ich muss gestehen, wie Peter Lindbergh, James Nachtwey oder Nan Goldin aussehen, war mir bisher nicht bekannt.

Bis ich auf den Bildband Photographers von Birgit Kleber stieß. Birgit Kleber portraitiert seit Jahren Fotografen, immer sehr nah, immer schwarzweiß. Dabei ist es nicht nur faszinierend, wie die Fotografen vor der Kamera wirken, sondern die Aufnahmen an sich sind sehr gut. Ganz davon abgesehen, wer da zu sehen ist.

Wie Birgit Kleber bei ihrer Arbeit vorgeht, zeigt das Video „Profis im Auge – Wenn Fotografen Fotografen fotografieren“ der Deutschen Welle. Dabei wirkt sie so wunderbar ehrlich und sympatisch.

Meine Lieblingsstelle ist, wie sie den kürzlich verstorbenen Arno Fischer fotografiert. Sein Unbehagen, auf einmal selbst vor der Kamera zu stehen. Dabei setzt sie sich auch ständiger Beobachtung und Beurteilung der Fotografen aus. „Ich fühle mich meistens sehr nackt dabei“, sagt sie und man hat den Eindruck, dem Gegenüber geht es ähnlich. Aber genau das macht diese Bilderserie so spannend.

Birgit Kleber wurde 1956 in Hannover geboren und lebt als Fotografin und Künstlerin in Berlin. Seit 1984 arbeitet sie als freie Fotografin. In ihrem Bildband Photographers sind auf 96 Seiten circa 55 Portraits zu sehen. Das Buch ist im JOVIS Verlag erschienen und kann eben dort oder unter anderem über Amazon* für 28 Euro erworben werden.

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3 Kommentare

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  1. Der Artikel zeigt auf unglaubliche Weise das (mein) Hauptproblem beim Fotografieren von anderen Menschen – man ist sofort der Bewertung des anderen ausgesetzt, der Leistungsdruck steigt. Dass hierbei andere Fotografen vor der Kamera stehen treibt das Problem noch auf die Spitze. Dabei ist die Ehrlichkeit der Fotografin geradezu wohltuend, weiß man doch, es geht nicht nur mir selbst so.
    Die Bilder sind „ganz nebenbei“ von aller erster Güte! Man muss einfach einmal festhalten: Die Redakteure von Kwerfeldein haben nicht nur eine grandiosen Geschmack, sondern auch selbst ein hervorragendes Fotografisches Auge! Respekt und Dankeschön!!