06. August 2011 Lesezeit: ~3 Minuten

Inspirationsquelle Wald

Ich habe das Glück in einer Großstadt wohnen zu können, aber auch gleichzeitig sehr nahe am Wald. Nur 30 Minuten entfernt mit dem Fahrrad sind bereits ein paar meiner Lieblingsstellen, die zum Spazierengehen einladen.

In letzter Zeit habe ich den Wald aber auch mehr und mehr fotografisch entdeckt. Alle paar Meter verändert er sein Gesicht. Es gibt Stellen, da herrschen riesige Wurzelwerke, es gibt herrliche Lichtungen mit wildem Gras und dann wieder unglaublich dichtes Nadelgehölz. Am Wegrand stehen auf einmal riesige Farnblätter, größer als ich selbst und ein wenig weiter liegt etwas versteckt ein kleines Birkenwäldchen.

Durch seine Vielfältigkeit bietet der Wald mir unzählige Fotoideen. Nachdem ich angefangen hatte dort Fotos zu machen, sah ich auf einmal überall Bilder. Jetzt in den Ferien fahre ich fast täglich mit einem großen Rucksack voller Kleider und meiner Kamera hinein und entdecke jedes Mal etwas Neues.

Zudem ist der Wald sehr angenehm. Man atmet frische Luft und es ist ein wenig stiller als in der Stadt. So still, wie es eben in einem deutschen Wald sein kann. Entfernt hört man leider immer Flugzeuge oder andere Wanderer.

Auch an Abenteuern mangelt es nicht. Vor Kurzem stand auf einmal ein Wildschwein vor mir. Ich hatte gelesen, dass das sehr scheue Tiere sind, die man selten zu Gesicht bekommt, weil sie schnell Reißaus nehmen. Aber dieses Tier schien sichtlich unbeeindruckt von mir. Ich stieg auf mein Fahrrad und fuhr langsam an ihm vorbei. Es sah mir nach und verschwand dann wieder im Dickicht.

Bisher habe ich fast ausschließlich Selbstportraits gemacht. Ich genieße die Ruhe um mich herum, vermeide den Blick auf die Uhr und fotografiere einfach. Wenn ich eine schöne Stelle entdecke, dann setze ich mich kurz, betrachte sie eine Weile und überlege, wie ich mich darin darstellen könnte.

Dann suche ich mir passende Kleidung, stelle das Stativ auf, nehme den Selbstauslöser in die Hand und mache ein paar Aufnahmen, bis mir die Pose und der Blick gefallen. Oft entwickelt sich das Bild während des Ausprobierens. Immer wieder sehe ich auf das Display und korrigiere den Ausschnitt, die Kleidung oder die Pose.

Dieses Arbeiten ist unglaublich entspannend. Bin ich im Wald, ist mir die Zeit egal. Ich suche mir auch immer Tage, an denen es nicht wichtig ist, wann ich wieder nach Hause komme. Meist vergeht die Zeit auch angenehm langsam. Es ist wie ein Zauber.

Mehr Waldbilder gibt es hier und es werden sicher noch einige folgen.

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