06. Juli 2011 Lesezeit: ~2 Minuten

Wechselbild

Als ich mein Projekt „Wechselbild“ startete, ahnte ich noch lange nicht, wohin mich das Ganze führen würde. Angefangen hat es mit einem Blick auf mich selbst, denn ich mochte es nie wirklich, mich von anderen fotografieren zu lassen, stand lieber selbst hinter der Kamera.

Die einzigen Bilder, auf denen ich mich schön fand, machte ich selbst, schließlich zeigen sie mich nur so, wie ich mich sehen möchte. Trotzdem fragte ich mich, wie ich auf andere wirke, wie Fremde beispielsweise mein Gesicht oder auch mein Verhalten wahrnehmen.


Foto mit und von: Wolfgang Heyder

Aus diesem Gedanken heraus beschloss ich, mich fotografieren zu lassen. Doch es reichte mir nicht, mich nur abbilden zu lassen, sondern ich wollte auch meinen Gegenüber festhalten. Was würde das wohl für eine Situation sein, neben einem völlig Fremden zu sitzen und sich gegenseitig zu fotografieren?

Es ist wie ein Blind Date mit einem anderen Fotografen und man weiß nie, was für eine Atmosphäre und Spannung einen wohl umgeben wird. Doch man hält genau diesen Augenblick fest. Den Augenblick, wie man eine bislang unbekannte Person plötzlich ein wenig kennenlernt. Man öffnet sich für einen kurzen Moment seinem Gegenüber und der Fotograf hält ihn für immer fest.


Foto mit und von: Thomas Bregulla

Bisher habe ich tolle Fotografen kennen lernen dürfen und mit mir als einzige Konstante stellen sich Fragen, die wohl jeder nur für sich selbst beantworten kann. Vielleicht erkennt man, dass ich entspannter vor der Kamera geworden bin. Vielleicht erkannt man auch, in was für einem Verhältnis wir zueinander standen. Gibt es ängstliche oder auch vertraute Blicke? Gibt es Gemeinsamkeiten oder auch Unterschiede in den Bildern?


Foto mit und von: Wolejko Wolejszo

Mit Blick auf meinen ersten Satz, muss ich sagen, auch nach meinen bisherigen Wechselbildern weiß ich noch immer nicht, wohin mich das Ganze führt, doch es ist erst der Anfang und ich möchte das Projekt weiter verfolgen, um zu sehen, was noch alles passieren kann. Es macht unglaublich viel Spaß.

Wenn der Text gerade jemanden neugierig gemacht hat, schreibt mir oder probiert es doch selbst einmal mit anderen Fotografen aus.


Foto mit und von: Alexander Goretzky

Ähnliche Artikel