20. Juni 2011 Lesezeit: ~2 Minuten

100.000 potentielle Fotos

Eines vorab: Wer hier einen Artikel über pure Fotografie erwartet, bitte bis morgen warten. Im Folgenden handelt es sich um ein Video, das unter anderem die Thematik Fotografie eröffnet und viele Assoziationen ermöglicht.

Ich gebe zu, mit dem Titel hab‘ ich dick aufgetragen. Sehr dick sogar. Doch wenn ihr das folgende Video gesehen habt, wisst ihr auch, warum. Nicht vergessen: Köpfhörer auf und in Fullscreen ansehen. Es ist ein audiovisuelles Erlebnis.

Das Video ist eine Slowmotion-Aufnahme, die für nowness.com produziert wurde. Wir sehen eine Frau, die sich im Kreise dreht und deren Haare fluffig flauschig „vom Winde verweht“ werden. Wie so oft habe ich mir das Video gleich mehrere Mal angesehen und den Versuch gemacht, es an beliebigen Stellen anzuhalten. Da das Video an sich für mich wie ein „bewegtes Foto“ funktioniert, war das überhaupt kein Problem und hat sogar viel Spaß gemacht.

Beim Anschauen des Videos fiel mir auf, dass es zigtausende Momente gibt, auf die wir Fotografen warten und es gilt, zum richtigen Zeitpunkt am Auslöser zu sein. Was richtig ist, entscheiden wir – oder unser Kunde. Natürlich haben wir bei einem normalen Shooting nicht die Möglichkeiten wie bei diesem Slowmotion-Video.

Was das Video (mir) aber zeigt, ist: Die Chancen, ein gutes Foto zu machen, sind unendlich.

Wir Fotografen haben die Chance, die Gelegenheit, ja, vielleicht auch das Glück, einen der vielen Momente einzufangen. Festzuhalten. Und dann der großen weiten Welt zu zeigen. Großartig, nicht war?

Natürlich braucht es ein wenig Übung, um im alltäglichen oder beruflichen Fotoprozess genau den Moment zu treffen, den wir haben wollen. Und – Gott sei Dank – müssen wir nicht nur flauschige Haare von Modellen fotografieren.

Doch wann immer wir Menschen fotografieren, ist dieser eine Moment entscheidend. Man denke da nur an Sport-, Hochzeits-, Straßen- oder die Modefotografie. Ein Landschaftsfotograf muss auch zur rechten Zeit am rechten Ort sein, aber er ist lange nicht der Wechselhaftigkeit von kurzen Momenten ausgesetzt wie ein Hochzeitsfotograf. Wer bei der Ringübergabe patzt, kann das nicht mehr nachholen. :-)

So wünsche ich uns Fotomenschen diese Woche viele dieser Momente, in denen wir zur richtigen Zeit am Auslöser sind – und dadurch Großartiges als Foto festhalten.

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