09. Juni 2011 Lesezeit: ~ 3 Minuten

Kunst entspringt der Tiefe des Herzens


Schneetanz – Fotograf: Butow Maler

„Der Augenblick ist jenes Zweideutige, darin Zeit und Ewigkeit einander berühren.”

Søren Kierkegaard

Kunst entspringt der Tiefe des Herzens und spricht von Seele zu Seele – vielleicht wird einem Menschen dieses Gefühl, Kreativität ausleben zu wollen, in die Wiege gelegt. Schon als junges Mädchen malte ich gerne und früh bekam ich eine erste Kamera geschenkt. Ich begeisterte mich dafür, die Welt um mich herum in Bildern festzuhalten und Augenblicke einzufangen.

Doch erst viele Jahre später entdeckte ich die Welt vor der Kamera und dabei auch nach und nach mich selbst und meine eigenen Facetten. Die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen (ich möchte an dieser Stelle nicht von Fotografen/-innen sprechen, da sie mir weitaus mehr bedeuten) bereicherten mein Leben, meine Wahrnehmung und mein Empfinden.


Das Lied in mir – Fotograf: Ka Wai Ho

Wie bin ich, was macht mich aus, wonach sehne ich mich?

Jedem Menschen sind diese Fragen bekannt. Teile einer Antwort habe ich, nicht zuletzt dank des Dialoges mit den Menschen hinter der Kamera, gefunden: Ich bin durch und durch ein Seelenmensch, Kreativ-Kind, Träumerin und Grüblerin zugleich, stets leidenschaftliche Kämpferin … mir so nah und manchmal auch sehr fern, stets auf der Suche nach den zarten Stimmungen kostbarer Augenblicke, die das Leben einmalig machen.

Fotografie symbolisiert für mich immer einen Dialog – eine Interaktion. Unwillkürlich tauscht man Emotionen aus, findet in der Tiefe der non-verbalen Kommunikation eine Verbindung zueinander … dann … und nur dann entstehen Bilder, die den Betrachter berühren, ihn innehalten und eintauchen lassen. Das entstandene Bild wird zur Projektionsfläche für Gefühle und Gedanken.


Gib der Sehnsucht Flügel – Fotograf: Vernon Trent

Am Anfang steht oftmals eine Idee, die ich irgendwann einmal in ein kleines Büchlein eingetragen habe, das ich immer bei mir habe. Die Anregungen sind vielfältig: Zeilen auf einem Werbeplakat auf meinem Weg zur Arbeit, Gesprächsfetzen von Menschen in der U-Bahn, Buchtitel, Filmzitate, Kapitel eines Buches, Gedichte, Begegnungen mit Menschen, Schicksalsschläge, Liebe, so vieles mehr. Aus diesen Ideen reifen Szenarien.

Behutsam nähert man sich gemeinsam mit dem Menschen hinter der Kamera der Idee und visualisiert all das, was in den Tiefen des Herzens ruht. Viele meiner Bilder sind Aktbilder, da ich der Überzeugung bin, dass Nacktheit keine Möglichkeit des Versteckspiels bietet. So bleiben einem „nur“ Mimik, Gestik und Körpersprache zur Visualisierung der Emotionen.


Mondkuss – Fotograf: Monika Eichert

Alle meine Bilder erzählen Geschichten und schaffen Stimmungen, lassen leise Melodien erklingen, provozieren, locken, reizen, schweigen und hinterlassen Spuren.

Manches Mal trete ich in den stillen und einsamen Dialog mit mir selbst. Dies sind die Augenblicke der Selbstfindung, meine eigene Seelenreise.


Selbstportrait

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4 Kommentare

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  1. Man kann auch mit Nacktheit etwas verstecken: schmutzige/ unpassende/ gewagte Kleidung. Charakterliches Versteckspiel – so der ein oder andere daran denken mag obschon Körper im Vordergrund stehen – ist mit jeder Aufnahme möglich, sieht man doch nicht, womit der Fotograf das Modell verführte und welchen Verlockungen es darüber hinaus erlag (Stichwort: berühmte Bauchnabel/ Beine/ Brüste).

  2. Wie angenehm, wie schön, diesen Artikel hier zu finden!

    Ich muß zugeben, Lie ist seit Jahren eines meiner liebsten Modelle. Vor nunmehr langer Zeit haben wir uns über ein sehr verrücktes Projekt kennen gelernt … Experiment und Wagnis zugleich. Genau das ist es auch, was mich an der Arbeit mit Lie immer wieder reizt. Im Dialog vor der Arbeit (oft eine recht lange Phase) und in direkter Kommunikation bei der Arbeit, entstehen Einmaligkeiten und bildgewordene Träume. Dies kann man nicht mit jedem Menschen vor der Kamera umsetzen, dazu müssen beide Menschen (also vor und hinter der Kamera) das gleiche Gefühl für die eine Idee bekommen. Mit Lie gelang es mir bisher immer.

    Deshalb hier von mir einen ganz herzlichen Gruß, Michael

  3. Schöner Artikel. Da ich die Arbeit von Lie schon geraume Zeit verfolge und bewundere ist es schön den zumindest teilweisen Ursprung der Bilder, die Gedanken und Gefühle, auch im Text wieder (bestätigt) zu finden. Diese Nacktheit ist anders als die der meisten Fotos. Ich die Wirkung auf mich nur schwer beschreiben…glaube aber, es hat viel mit Gefühl und Seelenzustand zu tun und weniger mit Nacktheit. Nackt kann jeder.