30. Mai 2011 Lesezeit: ~5 Minuten

Die Redaktion stellt sich vor: Katja Kemnitz

Vorwort: Martin Gommel

Als ich Katja morgens um 9.30 Uhr anrief, um sie in die Redaktion einzuladen, war sie gerade auf dem Weg zur Uni. Daher verlief das Telefonat recht kurz, aber sie freute sich riesig über mein Nachfragen. Es war Winter 2010 und somit die Zeit, in der ich Tür und Tor öffnete, um aus KWERFELDEIN ein Magazin zu machen. Ich war selbst noch einwenig aufgeregt, wie das alles so werden würde.

Heute ist Katja ein sehr, sehr wichtiger Bestandteil unserer Redaktion geworden. Katja ist direkt, offen und ehrlich. Und das macht die Zusammenarbeit mit ihr so angenehm, denn Missverständnisse werden eigentlich schon ausgeräumt, bevor sie überhaupt auftauchen.

Ihren großen Wissensdurst und ihre Neugierde stillt sie mit Interviews und den Kontakten zu potentiellen Autoren für Artikel. Katja schreckt auch nicht davor zurück, unkonventionelle Fotografen vorzustellen und gerade deshalb passt sie so gut zu KWERFELDEIN.

Ein großer Vorteil ist, dass Katja nicht nur vorzügliche Arbeit hinter der Kamera leistet, sondern sich auch in Models hineinversetzen kann, weil sie selbst eines ist. Diese Fähigkeit, beide Seiten einer Medaille sehen zu können, ist in meinen Augen besonders wertvoll.

Und nun gebe ich das Wort an Katja, die sich Euch in den folgenden Zeilen vorstellen wird.


Foto: Aileen Wessely

Ich hatte bereits zwei Gastartikel geschrieben, als mich Martin ansprach, ob ich nicht Lust hätte, in der Redaktion mitzuarbeiten. Lange überlegen musste ich nicht.

Das Schreiben macht mir unglaublich viel Spaß. Ich schrieb schon als Kind kleine Märchen und las sie jedem, der sie hören (oder auch nicht hören) wollte vor. Mit der Zeit verlor sich allerdings diese Leidenschaft und die Fotografie kam in mein Leben. Umso glücklicher bin ich nun über die Fotografie wieder zum Schreiben zu kommen, beziehungsweise über die Fotografie zu schreiben.

Was mir dabei schwer fällt, ist über mich selbst zu sprechen, weshalb dieser Artikel eine große Herausforderung ist. Viel eher interessieren mich die Anderen. Kwerfeldein ermöglicht es mir, meine Neugierde auszuleben. Sobald ich ein interessantes Bild sehe, eine neue Idee, schreibe ich den Fotografen an und löchere ihn mit Fragen. Wer hinter den Bildern steht und warum er so arbeitet, möchte ich wissen. Ich führe deshalb sehr gerne Interviews oder animiere Menschen dazu, selbst Beiträge zu schreiben.


Model: Raika

Am Anfang hatte ich ein wenig Sorgen, dass ich nicht genug Themen finde. Was soll man denn ständig über Fotografie schreiben, ohne zu langweilen? Mittlerweile sehe ich, wie unüberschaubar groß das Feld der Fotografie eigentlich ist. Wie viele verschiedene Sichtweisen, Ideen und Menschen, die sich damit beschäftigen, es gibt. Wieviele Themen die auf den zweiten Blick so eng mit der Fotografie zusammenhängen. Es macht einfach Spaß für Kwerfeldein zu arbeiten und ich bin sehr dankbar für diese Chance.

Neben Kwerfeldein studiere ich in Bonn Germanistik mit dem Profil Kulturanthropologie/Volkskunde und Deutsch als Fremdsprache und habe eine wunderbare kleine Familie. Und ich fotografiere natürlich.


Model: Elina

Oft höre ich von Fotografen, was sie alles geplant haben, was ihre nächsten Ziele sind. Das beeindruckt mich, aber ich selbst habe selten so ein festes Ziel vor Augen. Das Fotografieren macht Spaß und so soll es bleiben. Ich denke nicht an Buchveröffentlichungen oder Ausstellungen. Wenn es sich ergibt, warum nicht. Daraus resultieren Erfahrungen. Aber ich suche nicht danach.

Meiner Meinung nach entwickelt sich vieles zum Positiven, solange man Freude daran hat und aufrichtig bleibt. Das klingt vielleicht blauäugig, aber das ist Okay. Dieses Denken spiegelt sich, glaube ich, auch in meinen Bildern wieder. Ich experimentiere gerne und nutze surreale und märchenhafte Elemente, meist ohne großes Konzept.


Model: Daniela Parisi

Die Bilder entstehen oft durch einen Auslöser zunächst in meinem Kopf. Sei es der Schatten, der durch die Bäume fällt, oder eine alte Badewanne am Wegesrand. Und dann wollen sie schnell umgesetzt werden, klopfen heimlich, halten mich wach und nehmen langsam Gestalt an bis ich irgendwann ein Foto in den Händen (oder auf dem Monitor) halte.

Ähnlich geht es mir auch oft mit Artikeln für Kwerfeldein. Da schreibe ich dann einige Tage mit Künstlern hin und her und begleite einen Artikel beim wachsen, mache mir Gedanken, tausche doch nochmal ein Bild ganz zum Schluss aus und warte gespannt auf die Veröffentlichung. Und dann ist es schön die Kommentare zu lesen, oft geben sie nochmal eine ganz neue Perspektive zum Thema. Oft sind sie auch sehr motivierend. An dieser Stelle ein kleines Danke an euch.

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