28. Mai 2011 Lesezeit: ~3 Minuten

Mit Lightroom entwickeln von David DuChemin

Für lange Zeit war meine Softwarekombination Adobe Bridge und Photoshop. Bridge zu verwalten der Daten, Photoshop zum bearbeiten. Soweit so gut. Aperture war interessant, aber irgendwie wurde ich nie warm mit der Oberfläche. Irgendwann im letzten Jahr kam ich dann zu Lightroom, was für mich die momentan beste Lösung darstellt schnell Bilder zu verwalten, zu bearbeiten und gleichzeitig keine Abstriche zu machen. Und obwohl die Oberfläche in meine Augen sehr einfach ist, schaut man ja immer gern auch mal, wie andere so damit umgehen und lernt davon.

Wenn man sich das Schaffen von David DuChemin, dem Autor von Mit Lightroom entwickeln anschaut, wird vor allem deutlich, dass er schreiben kann. Sein ersten Buch „Within the Frame“ war eines der meistverkauften Fotobücher des letzten Jahres, sein Blog begeistert tausende Fotobegeisterte mit interessanten Gedankengängen und seine ebooks, die er über seine Seite Craft & Vision verkauft, erfreuen sich auch großer Beliebtheit.

Daneben noch Workshops, allein zwei weitere Bücher im letzten Jahr bei Peachpit Press, da könnte man meinen irgendwann, nutzt es sich doch ab, wenn jemand so umtriebig ist (Anfang des Jahres ist David übrigens mit einem Jeep auf eine Reise aufgebrochen, die ihn für den Rest des Jahres durch Amerika  führen sollte, bis zu einem Unfall, der ihn grad ans Bett fesselt).

David DuChemin

Sein letztes Buch nun beschäftigt sich mit Lightroom. „Ah, nicht noch eins“, werden jetzt sicher einige stöhnen. Aber es wäre kein Buch von David, wenn es nicht einen besonderen Twist hätte. In der englischen Originalfassung heißt es dann auch „Vision & Voice – Refining tour Vision with Adobe Photoshop Lightroom“, was in meinen Augen der passendere Titel ist.

Denn worum es in dem Buch vor allem geht, ist die Frage nach dem „Was willst du ausdrücken mit deinen Bildern?“ anstelle von einer einfachen Erklärung der Funktionen von Lightroom. So stellt David bei jeder Erklärung der Werkzeuge immer die Verbindung her zu dem aktuellen Nutzen für das Erzählen dessen, was du ausdrücken willst mit deinem Bild.

Die Geschichte bestimmt die Ästhetik, nicht umgekehrt. Hier lässt sich deutlich Davids Hintergrund aus der Dokumentar- und Reisefotografie erkennen.

Im letzten und in meinen Augen interessantesten Kapitel, stellt David 20 seiner eigenen Bilder vor und erklärt in einzelnen Schritten, wie er diese bearbeitet hat und welche Intentionen er damit verfolgt. Dabei sind vor allem die Gedankengänge interessant, die zu der jeweiligen Bearbeitung führten.

Für mich ist das Buch* eine klare Empfehlung, da es nicht nur ein trockene Beschreibung eines Werkzeugs wie Lightroom ist, sondern vielmehr die Gedanken, warum ich etwas wie bearbeite, in den Vordergrund stellt. Und somit den Leser lehrt, bewusst die Mittel die man hat in Lightroom für die Umsetzung oder Verfeinerung der Geschichte des Bildes zu nutzen. Ein Ansatz, der in meinen Augen in viel zu wenigen Lehrbüchern verfolgt wird.

*Das ist ein Affiliate Link. Wenn ihr darüber bei Amazon etwas bestellt, bekommen wir eine kleine Provision – ihr aber bezahlt keinen Cent mehr.

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26 Kommentare

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  1. Ich habe das Buch auch und kann es nur empfehlen. Jedoch sollte man die Werkzeuge schon in Lightroom kennen, bzw. nicht erwarten, dass in diesem Buch noch jeder einzelne Regler erklärt wird (dafür gibt es andere LIghtroom-Bücher). Mit seinem „Workflow à la Vision“ beschreibt er wirklich gut, wie es zur entprechenden Bildästhetik kommt. Sehr informativ.
    Rheinl. Grüße,

    Marcel

  2. Das Buch hört sich wahnsinnig interessant an.
    Aber ich hab schon ein Lightroombuch von Scott Kelby gelesen und einige Lightroom DVDs gesehen. Z.B die vom Blog von Martin Gommel.

    Würde ich den Kauf des Buches da dann bereuen?

  3. Danke für die Rezension!
    Wenn jemand keine Probleme mit Englisch hat, empfehle ich die Originalversion. Bei Amazon ist diese noch dazu _wesentich_ billiger, als die deutsche Übersetzung.
    Vision and Voice: Refining Your Vision in Adobe Photoshop Lightroom

  4. Ich habe mir das Buch kurz nach Erscheinen auch gekauft und kann die Empfehlung uneingeschränkt unterstreichen. Es ist wirklich ein „anderes“ Lightroom-Buch.

  5. Super Buch! Ich möchte noch ergänzen dass er die 20 Bilder (im RAW Format) zum herunterladen anbietet – zumindest bei der englischen Version, die ich habe. So kann man während er die einzelnen Bearbeitungsschritte erklärt die gleichen Schritte in Lightroom durchführen.

  6. Ein tolles Buch. Ich hab es, hab es gelesen und mag es sehr. Es bereitet einem einen Weg zu Lightroom, der (fast) alle Regeln und Zwänge abstreift und das Bild und die eigenen Ideen ins Zentrum rückt.

    Nachdem ich es durch hatte, war dieses Bild ( http://stefansenf.de/?p=278 ) mein erstes Arbeitsergebnis. Ich gebe wirklich gern zu, dass ich das ohne dieses Buch wohl nicht hinbekommen hätte!

  7. Hey,
    Danke für die Rezension, das Buch klingt wirklich Klasse, werde es mir wohl bestellen… Aber habe mal eine Frage:
    Neben der Sprache und dem Preis gibt es ja noch einen Unterschied zwischen original und Übersetzung, nämlich der Bund. In deutsch gibt es das Buch nur als gebundene Ausgabe (das bedeutet doch mit hardcover, oder?), im original ist es ein Taschenbuch. Macht sich das irgendwie negativ bemerkbar? I.d.R. ist ein Taschenbuch ja kleiner als ein gebundenes; für die Tasche eben. Kommen da die Fotos denn nicht etwas zu kurz?
    Vielleicht können sich ja ein paar der Buchbesitzer dazu äußern.

    Danke und Gruß
    Jan

    • Man muss das Buch nicht besitzen, sondern nur wissen, wo man nachgucken muss:

      Taschenbuch (englisch): 23 x 20,2 x 2,2 cm
      gebunden (deutsch): 25,2 x 20,4 x 2,8 cm

      Die zwei Zentimeter Höhe würden mich nicht davon abhalten, den Vorteil eines Taschenbuchs zu nutzen.

      PS: Die meisten meiner Taschenbücher sind viel größer als die gebundenen. Der deutsche Ausdruck ist irreführend. Das englische „paperback“ ist da viel passender.

    • Also, die deutsche Fassung ist als Hardcover natürlich sehr robust (robuster als ein Paperback) und die deutsche Übersetzung ist auch in Ordnung (habe da weiß Gott schon schlechteres gelesen, gerade im Fotobereich). Die Bilddaten sind auch auf einem Silberling dabei und wer eine deutsche Programmversion hat (was wohl die Mehrheit sein dürfte), muss auch verbal nicht umdenken.

  8. Schöne Vorstellung des Buches und seines Autors. David duChemins Philosphie wird neben seinen gedruckten Büchern und den netten kleinen E-Books für Zwischendurch vor allem auch in seinem Blog http://www.pixelatedimage.com/blog/ deutlich: weg von der Technik-Verliebtheit, hin zur Vision. Ich hoffe, er kommt nach seinem schlimmen Unfall bald wieder auf die Beine. Bei Vorbereitungen zu einem Photo-Workshop ist er vor ’nem Monat in der Toskana von einer Brücke 10 Meter gestürzt und hat nur knapp überlebt.

  9. hallo zusammen,

    von David kriegt mit mittlerweile fast alles als E-Book für 5 Euro (oder US-Dollar ?) direkt zu kaufen.

    Man kann sich da dann mal fragen warum man 39.80 euro für ein buch ausgeben soll ?

    Wohl übersehen bei der Rezension ?

    Oder gab’s ein Rezensionsexemplar gratis und hier wird bloß „redaktionelle Werbung“ gemacht ?

    Thomas

  10. David DuChemin schreibt ganz wunderbar. Ich habe „Within the Frame: The Journey of Photographic Vision“ gelesen und hatte viel Freude an diesem Buch. David distanziert sich sehr deutlich von der ganzen Technik-Schlacht und schreibt über das Essentielle beim Fotografieren – Fotos sollen Geschichten erzählen oder eine Vision transportieren. Dabei ist es völlig egal, ob das Foto nun mit einer Handy-Kamera oder einer Hasselblad gemacht wird (oder mit welcher Software das Postprocessing vorgenommen wurde). Irgendwie hat dieses Buch mir viel „Erwartungsdruck“ genommen und mich angeregt, viel mehr „back to the roots“ zu gehen – mehr nachzudenken anstatt zu knipsen.

    „Nebenbei“ gibts in dem Buch ganz wunderbare Fotos anzusehen (und die guck ich mir auch lieber auf Papier als auf einem 5$-Ebook an.)

    David DuChemin hatte vor einigen Wochen einen schweren Unfall in der Toskana und liegt seit dem im Krankenhaus. Alles Gute!

  11. Huhu, ihr Lieben

    noch ein Lightroom-Buch … hmm… irgendwann werden es mir zu viele und ich brauch ein neuen Schrank *lach*

    Kurze Anmerkung, ist das nicht eher redaktionelle Werbung / Werbung?

    Liebe Grüße,
    Kevin.