03. Mai 2011 Lesezeit: ~ 4 Minuten

Jeder kann fotografieren.

Meiner Meinung nach kann jeder fotografieren. Der folgende Kommentar handelt von Hoffnung, Hochmut und Hildegard.

Jeder kann fotografieren. Das digitale Zeitalter hat es möglich gemacht. Jedes mobile Telefongerät hat eine Kamera, Kompaktapparate sind so günstig wie noch nie. Und. Der. Markt. Boomt.

Das bietet die Gelegenheit, dass jeder fotografieren kann. Auch ohne Fachkenntnisse. Gucken, abdrücken, fertig. Fotos machen ist – provokant ausgedrückt – keine Kunst.

Ich kann.

Das gefällt mir.

Ich weiss aber auch, dass es Leute gibt, die das gar nicht gut finden. Diejenigen nämlich, die meinen mit dem Erwerb ihrer Profikamera den Profifotografen* mit Löffeln gefressen zu haben und es nicht ertragen können, dass *pfeif* *tüdelü* *holterdiepolter* jeder Hansguckindieluft Bilder machen kann. Ohne zu fragen! Wie unverschämt! Ungeheuerlich!

Sorry Guys. Das geht nicht wieder weg.

Ich werde aber den Finger noch etwas weiter in die Wunder drücken – auch auf die Gefahr hin, alleine mit meiner Meinung dazustehen. Mein Anliegen ist zwar nicht, jemanden zu dizzen, wenngleich ich das unter Umständen tue. Aber eigentlich möchte ich denen Hoffnung zusprechen, die (sie) längst aufgegeben haben.

Ich denke, dass jeder fotografieren KANN. Damit meine ich, dass jeder ein gutes Foto machen kann, mit dem er oder sie vollkommen zufrieden ist. Und das ist – in einem Satz – auch das, worauf es meiner bescheidenen Meinung nach ankommt.

Ich glaube nicht, dass es eine Trennung geben sollte zwischen (Schein-)profis und den anderen. Dass es diese Trennung in vielen Köpfen gibt, haben mich die letzten Jahre gelehrt. Aber: Es macht keinen Sinn darüber nachzudenken, wer der bessere und wer der schlechtere Fotograf ist. Weil das stinkt.

Ooops! Das Wort “Fotograf” habe ich einfach mal so salopp benutzt! Ja kann man das denn einfach so? Muss man denn nicht HOBBYFotograf sagen? Oder gar ANFÄNGER, AMATEUR?

Who.

F******.

Cares.

Wer Fotograf ist, und wer nicht, das ist sowas von unerheblich. Denn wer davon leben kann, der schert sich nur in Einzelfällen beruflicher Natur darum, ob er exakt so genannt wird. Er schert sich eher um Fotos, die seine Kunden glücklich machen und sich selbst vielleicht auch. Etikette brauchen andere.

Und wer einfach aus Spaß an der Freude Familienfotos von Spielplatzbesuchen oder Geburtstagsparties mit Kindern macht, schert sich ebensowenig darum. Er schert sich um Fotos, die seine Familie glücklich machen. Und sich selbst natürlich auch. Titel? Wayne.

Manche Menschen haben noch nicht einmal im Leben über das Wort Hobbyfotografie, respektive Fotograf nachgedacht und haben mehr damit zu tun, als solche, denen es allererste Prioriät zu sein scheint, auch “Herr/Frau Fotograf” zu sein.

Was soll also der Driss um “die Guten” und “die weniger Guten”? Ich habe – auch hier – schon abfällige Bemerkungen über die gehört, die nur Blumen oder ihre Grillparty oder gar nur Familienausflüge fotografieren. Oder, schlimmschlimm, nur im Urlaub schnappschiessen.

Ja und?

Was ist daran so eigenartig? Ist es nicht viel eher eigenartig, wenn sogenannte Könner jovial “die weiter Unten” diffammieren, welche nur ihren Alltag dokumentieren? Die Spaß daran haben, mit ihrem Handy ihre Liebsten zu fotografieren? Oder sonst irgendwas fotografieren, das nicht ins kleinkarierte Weltbild der Elite passt?

Solange es einem selbst gefällt, ist das doch prima! Es ist anmaßend, darüber zu entscheiden, was fotografischer Bullshit ist und was nicht? Hochmut kommt vor dem Fall. Und danach auch. Das muss natürlich nicht heißen, dass jedem jedes Foto gefallen muss, versteht sich von selbst.

Wenn Herbert Blümchen(-bokeh) mag und sich xMal am Tag selbst portraitiert, why not? Wenn Hildegard ihre Kinderlein, Hasen, Tütüs oder wasauchimmer mit einer Kamera der Marke [bitte einfügen] fotografieren mag: Das Leben ist bildhübsch!

Sowieso und überhaupt: Dokumentation ist ein wichtiger Teil der Fotografie. Wer sagt denn, dass alle Fotos makellos geplant, komponiert und verphotoshoppt sein müssen? Hä? Wer? Achso. Na dann.

Jeder kann fotografieren.

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138 Kommentare

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  1. Ich danke Dir, Martin, für diesen lange überfälligen Beitrag; Du sprichst mir aus der Seele! Ich lebe von und mit der Fotografie und bin und bleibe doch an erster Stelle noch immer das, was mich ausmacht: Ein Mensch.

  2. Prinzipiell guter Gedankengang, würde ich zustimmen. Ein Problem sehe ich nur für die Berufsfotografen. Wenn jeder fotografieren kann, wieviel ist ein Foto dann noch wert? Wie wird es in Zukunft möglich sein, mit seinen Bilder überhaupt noch Geld zu verdienen, wenn jeder fotografieren kann?

    Ich würde differenzieren: Jeder kann fotografieren, aber nicht jeder gleich gut. Und das unterscheidet den Profi vom Amateur: Der eine wird bezahlt und liefert dementsprechende Qualität. Der andere nicht.

    Wenn das alles keinen Unterschied mehr machen würde, dann gäbe es in Zukunft überhaupt keine Existenzberechtigung für Berufsfotografen mehr. Warum nicht einfach alle Fotos kostenlos machen lassen bzw. so lange suchen bis es jemand kostenlos macht?

    Ich glaube, fotografische Qualität sieht man an den Fotos. Und diese sollte gewürdigt und meiner Meinung nach auch bezahlt werden.

    • Hallo Sam – dem stimme ich voll und ganz zu. Wie oben beschrieben, kümmert sich der Berufsfotograf um seinen Kunden – und der bewertet auch, ob ihm die Fotos gefallen, oder nicht. Für den muss die Qualität stimmen, sicher. Sonst gibt’s keine Kohle ;) Dass es die Fragen, die Du oben aufführst gibt, kann ich nur unterstreichen.

  3. Du weichst während deines Artikels ein wenig ab. Im groß und ganzen ist es klar. Verständlich. Nur denke ich das die Themen “Gute-schlechte Bilder” und “Titel: Fotograf” zwei verschiedene sind, die hier in ihrer Erklärung auseinander laufen.

    Aber im groß und ganzen denke ich auch das “Der Fotograf” wie es ihn heute gibt, sehr umstritten ist. In allem was ihn ausmacht.

  4. Hallo Martin

    damit hast Du recht, die Gründe warum es ab und zu so ist
    vielleicht Angst weil der wo das nur zum Hobby macht (wie ich auch) besser sein könnte oder dem Profi dis Show stehlen kann.

    Ich weiss es nicht und ich sehe keinen als Konkurenten, nein ich bin froh das es die “anderen” auch gibt, es zeigt einem auch neue Wege auf.

    Einzigst was ich nicht leiden kann, und da ist es gleich ob Profi oder Hobby oder …. manche haben ein respektloses Verhalten gegen über andern
    als Beispiel hatte ich erlebt wie ein junges Mädchen auf einem Pferdeturnier das erste mal unter den ersten war, die Oma voll glücklich zückt ihre Digicam und der Turnierfotograf stellt sich vor sie, als Antwort ob er auf die Seite gehen könnte, kam einfach nichts, er blieb stehen
    umgekehrt hatte ich das auch schon erlebt, daher ist es nicht eine Gruppe.

    Wie im Fussball oft der Slogan steht “Fairplay” dies sollten man einhalten :-)

    Schönen Gruss aus Österreich
    marco

  5. Dem kann man wohl nur zustimmen. Wenn ich so im Internet Fotos angucke, denk ich mir bei gewollten und total durchgeplanten Bildern manchmal auch immer “Man ist das nen geiles Bild, sowas möchte ich auch mal können”. Aber wenn ich dann mit Freunden unterwegs bin und einfach nur meine Kamera dabei habe und paar Schnappschüsse vom Tag mache und Abends inner Kneipe nochmal und mir am nächsten Tag die Bilder angucke, mich dann an den Tag zuvor genau erinnern kann und nochmal darüber nachdenken kann wie viel Spass man eig. hatte, ist es mir fast schon lieber nur diese “Schnappschüsse” zu machen.

    Denn damit verbinde ich dann für mich persönlich oft mehr, als wenn ich irgendwelche tollen durchgeplanten Bilder versuche oder für irgendwen, den ich gar nicht wirklich kenne Fotos mache. Klar machen auch solche Fotos irgendwie Spass, weil man ja doch gerne fotografiert, aber dennoch sind es diese persönlichen Bilder mit Freunden, im Urlaub oder sonstwo, mit denen man etwas verbindet und auch Jahre später noch glücklich auf die Zeit zurückblicken kann!

    Daher kann ich deiner Meinung, dass jeder Fotos machen kann nur zustimmen und finde es auch gu so, irgendwie steckt nämlich immer etwas tolles, gerade in diesen mal eben schnell gemachten Schnappschüssen auf Familienfeiern oder sonstigen Aktivitäten mit Freunden und Familie!

  6. Ich glaube das Problem ist der menschliche Stolz und der ständige Wettkampf der den Menschen noch von der Urzeit anhaftet.
    Gefallen wollen und Abgrenzung von Anderen sind Kernprobleme.
    Der Artikel gefällt mir…

  7. Der Unterschied zwischen Profi und Amateur ist: der Amateur kann fotografieren, der Profi muss! Und sicherlich spielt noch die Routine eine Rolle.
    Im Übrigen ist die Diskussion so alt, wie die Fotografie selbst. Mit jedem Evolutionsschub hat sie stattgefunden: von der Platte zum Rollfilm, von Mittel- zur Kleinbild, von analog zu digital. So what?

    • Dem kann ich mich nur anschließen.
      Ich denke auch, dass die ganze unterscheiderei nur Kopfsache ist. Aber t jeder von und hat einen Kopf. Und somit wird immer irgendwie irgenwas unterschieden werden. Ob das jeder sinnvoll findet? Natürlich nicht. Wie gesagt, hat jeder seinen eigenen Kopf. Das wird hoffentlich auch immer so bleiben.

  8. Applaus … vollkommen aus der Seele gesprochen! Fotografie ist für mich (Vorsicht, ab hier folgt meine persönliche Meinung) Kunst, eine Art sich auszudrücken! Gutes oder schlechtes Foto? Fotograf oder Knipser, Amateur oder Vollprofi, Fotos zu Doku- und Reportagezwecken oder Beauty-Fotos, völlig egal. Es gibt die, die ihr täglich Brot damit verdienen und es gibt die, die es zur Entspannung tun, als Zeitvertreib oder warum auch immer. Eines sollte alle dabei sein: glücklich!

    Objektiv gesehen gibt es sicherlich gute und schlechte Fotos, genauer gesagt Fotos, die vom Aufbau her bestimmten Gestaltungsregeln á la Goldener Schnitt, Fibonacci etc. folgen oder eben nicht. Es gibt technisch gesehen gute und schlechte Fotos, scharf oder unscharf, falsch oder richtig belichtet etc. Aber subjektiv gesehen ist es doch genau dann ein gutes Foto, wenn es jemandem oder einigen gefällt, mindestens aber doch dem, der es ‚verbrochen’ oder ‚geschaffen’ hat. Dabei kann ebenso besagte Hildegard ein gutes Foto von ihren Kindern hervorbringen als auch der studierte und preisgekrönte Fotograf des Jahres, erlaubt ist was gefällt, Hauptsache es gefällt (mindestens irgendjemandem) und erfüllt mindesten einen Zweck. Es ist auch völlig gleich ob die Kamera nur einen läppischen 1 Megapixelsensor oder gleich die 24fache Menge an Sensorpunkten vorweisen kann, ob die Linse in einem 0815-Mobiltelefon montiert ist oder in einem Magnesium-Titan-Mega-Super-Duper-Space-Gehäuse thront, ob analog oder digital, egal, wichtig ist was am Ende dabei raus kommt und dass es mindestens einen Menschen gibt, den es glücklich macht und dem es gefällt.

  9. Meiner Meinung nach ist das grundsätzliche Problem, dass es viele gibt, die viel Zeit und Mühe in ihre Bilder investieren und es nicht wahrhaben wollen, wenn andere, die sich nicht so viel Zeit dafür nehmen, auch gute Bilder machen können (auch wenn das vl. nur Glücksfälle sind).

    Für mich ist dann die Bezeichnung “Fotograf” auch eher treffend, wenn derjenige sich intensiv damit befasst, egal ob beruflich oder hobbymäßig. Z.b. würde ich auch niemanden als Maurer bezeichnen, der ein- zweimal in seinem Leben eine Mauer gebaut hat. Jemand, der aber das vielleicht jeden Monat oder sogar jede Woche macht schon eher. Aber ganz egal wäre auch für mich, ob er jetzt runde oder eckige Mauern baut (Blümchen oder Portraits fotografiert).

  10. Sehr guter Artikel und super auf den Punkt gebracht. Leider ist es aber so, dass sich der “Profi(t)fotograf” dann doch das Recht rausnimmt, diesen Titel zu tragen! Und er trägt ihn mit Stolz und Arroganz.

    Der Hobbyknippser, der auf jegliche Richtlinien pfeift und nur das knippst, was ihm gefällt, bekommt oftmals diese Arroganz zu spüren und muss sich dem -teilweise- ungerechtfertigten Urteil des “Profis” stellen! Wenn er sich denn mal zum einem Urteil herab lässt…

  11. Danke für Deine Zeilen…und, damit Du es weißt… Du hast mir gerade imaginär in den Allerwertesten getreten. Warum? Weil ich ständig sage, dass ich es nicht kann… viell. könnte ich aber, wenn ich nicht so viel Energie dafür aufbringen würde zu sagen das ich es nicht kann :D. Naja, wie dem auch sei… Deine Ausdrucksweise ist erfrischend. Gefällt mir.

  12. Hey Martin,

    schön (und sehr emotional) geschrieben.
    Meiner Meinung nach sind diejenigen, die Wert auf die differenzierung zwischen Hobbyfotografen, Freizeitfotografen, Profifotografen & Co Wert legen schon einen für mich wesentlichen Aspekt der Fotografie vergessen – den Spaß am Teilen.
    Einen Grund dafür sehe ich in dem Drang danach sich zu profilieren, aber nicht im Sinne von, “lasst mich euch zeigen wie ich die Welt sehe” sondern im Sinne von “ich lasse die Welt sehen, dass ich Fotograf bin”. Und das finde ich sehr Schade, den die Fotografie ist ein so vielschichtiges Werkzeug und Medium das so vielen Menschen die möglichkeit gibt (inklusive mir) sich auszudrücken, und etwas von dem was in uns ist – seien es nun Gefühle, Ansichten oder Alltagserlebnisse – mit anderen zu Teilen. Das ist das was ich an der Fotografie so liebe, die Möglichkeit etwas mit anderen zu Teilen, sie teilhaben zu lassen an unserem Leben.

    Lg Lucas

  13. SEMIPROFI… hätte noch gefehlt! ;-)

    *hehe*… klasse Artikel, ich musste echt oft schmunzeln. Genau – so – ist es!
    Übrigens sind die Kommentare auch klasse. Schön das mal (wieder) drüber geschrieben wurde.

    Cheers!

  14. Hallo Martin,

    ich glaube soo.. einfach ist das nicht.
    Meiner Meinung nach hat das rein gar nichts mit der Ausrüstung oder gar dem Berufsstand zu tun.

    Sieh dich nur in Fotocommunitys um.
    Da herrscht ein regelrechter Kleinkrieg zwischen schwarz/weiß Fotografen, Tierfotografen, Sportfotografen, Porträtfotografen….usw.

    Da kann ein Foto noch so gut sein…
    “schwarz/weiß” gefällt mir nicht, also ist das Foto mies…
    schon wieder ein Hund/Katze, so ein Mist…
    der hundertste Eisvogel, muß ja zwangsläufig schlecht sein….
    Fotos mit viel EBV und Montage werden in den Himmel gelobt….
    Fotos ohne EBV wird Montage unterstellt….
    usw….

    Es wird einfach über alles gewettert, was nicht in die eigene selbstkonstruierte Welt passt.
    Und zwar in alle Richtungen, von oben nach unten, von unten nach oben, nach rechts und links……

    Gruß
    taylor

  15. *schmunzel* Schreib das mal in der FC unter ein Foto. Ich wette, die anschliessende Diskussion sprengt alles bisher dagewesene. Ich finde deinen Artikel klasse und stimme dir zu. Allerdings weiss ich jetzt immer noch nicht, was ich nun bin… ein Hobbyfotograf, Künstler, Fotograf oder Knipsmaschinen-Bediener? Aber ich glaube, das ist vollkommen sch…. egal, Hauptsache mir macht es Spass und ich kann den einen oder anderen mit meinen Fotos glücklich machen. Oder? LG Frau Zausel

      • Ich persönlich find’ sowas wie “Hobby-Knipsmaschinen-Bedienkünstler im Amateurstatus mit Spaß” gut… Da kann mir keiner vorwerfen, dass ich mich zu ernst nehme! *gg*
        @Martin: Sehr, sehr geiler Artikel, hat Spaß gemacht zu lesen und lässt einige solche Situationen aus der Vergangenheit vor dem geistigen Auge aufblitzen, über die man sich schonmal seine Gedanken gemacht hat oder immer noch macht!

  16. Knipsbilder noch dazu mit den klassischen Motivem Kinder, Haustier, Urlaub, haben natürlich ihre Berechtigung. Viele von uns werden derlei Fotos ebenfalls machen und sie sich gerne als Erinnerung ansehen.

    Dennoch kann und sollte man nicht so tun, als gäbe es keine Qualitätsunterschiede. Diese sind nicht selten handwerklicher Art und damit in Grenzen objektivierbar. Warum sollte ich diese als fremder Betrachter nicht benennen dürfen? Nur so hat der Fotograf eine Chance, seine Fotokunst zu verbessern, wenn er will (und wenn nicht, ist es auch ok).

    Sich mit dem Gedanken einzurichten, meine Bilder sind alle voll ok, kann im Stillstand enden. Jedenfalls wenn man nur etwas fotografische Ambitionen hat, kommt man mit dieser Sichtweise nicht weit. Häufig genügt schon eine kleine Veränderung wie ein Schritt nach links oder rechts oder ein Herumgehen um das Motiv, aus der gleichen Situatiojn ein anderes und besseres Bild zu machen. Dieser Möglichkeit muss ich mir nur bewußt sein. Dazu gehört für mich auf jeden Fall, dass man nicht in Selbstlobhudelei verfällt, sondern offen für Verbesserungsvorschläge ist und im Gegenzug Fotos anderer Fotografen betrachtet und ggf. kommentiert..

    Fotografie ist (auch) Entwicklung. Es macht mir Spaß, gelegentlich ältere Bilder von mir oder Anderen zu betrachten und Veränderungen in (hoffentlich) positiver Richtung festzustellen. Motive, Perspektiven, die technischen Kenntnisse verändern sich und entwickeln sich fort.

    Wenn sich diese Entwicklung nicht nur auf “künstlerische” Fotos beschränkt, und das tut sie nicht, dann haben am Ende auch die Knipsbilder und deren familiären Betrachter etwas davon :-)

  17. Aber wenn jeder fotografieren kann, wo liegt dann der Unterschied zwischen “knipsen” und “fotografieren” ? :-)

    Meiner Meinung nach gibt es auch einen Unterschied in der Qualität der Bilder. Aber ich gebe dir vollkommen Recht, dass es anmaßend ist, über andere Bilder zu urteilen.
    Das Wichtigste ist der Spaß an der ganzen Sache. Und wenn einem das Bild hinterher gefällt, umso besser.

    Rheinländische Grüße,
    Marcel

  18. Wie Stefan schon geschrieben hat, ist die Diskussion so alt wie die Fotografie selbst. Aus diesem Grund Frage ich mich ernsthaft, welche Absichten du mit diesem Beitrag verfolgst? Zudem schreibst du, dass du mit diesem Beitrag dejenigen “Hoffnung” geben willst, die sie verloren haben. Hoffnung für wen, oder für was geht leider nicht hervor….

    Übrigens bin ich der Meinung, dass nicht jeder Fotografieren kann, aber jeder kann es lernen!

  19. Klar. Es kann auch jeder kochen. Oder malen. Gedichte schreiben. Musik komponieren und spielen. Sich ein Haus bauen. Naja gut, es regnet immer durch und zweimal am Tag muss ich es wieder aufstellen. Aber ist doch schön bunt, sagen meine kleine Tochter und ihr Freund.

    Wenn Können bedeutet, den Auslöser zu finden, dann kann wohl (fast) jeder. Ob das Bild “gut” ist, ist eine Frage des Kontextes und daher auch nur unter Berücksichtigung dessen zu bewerten.
    Das ist jedoch m.E. kein Grund, Können derart zu nivellieren. Können hat gewiss nichts mit Status wie Profi oder Amateur zu tun, aber vielleicht mit Zugriff auf das Resultat.

    Die eigentlichen Aufhänger dieses Artikels dürften wohl eher der ordinäre Schwanzvergleich und Futterneid sein. Wer sich damit aufhält, kommt zu spät zum Shooting. ;-)

  20. In einem meiner Fotobücher aus den 80igern steht, dass Fotografie das meistverbreitete Hobby ist … wenn es vor 30 Jahren noch nicht so war, dann ist es das heute definitiv …

    … und das macht es schwierig für all Jene, die damit Geld verdienen wollen. Die Konkurrenz ist unglaublich groß und bei MyHammer kann man sich einen Hochzeitsfotograf zum Dumping Preis buchen … 150€, 4 Stunden vor Ort, inkl. An- und Abfahrt, 100 Abzügen in 9x13cm und einem Fotobuch … was, wieviel??? Da kann kein Profi mithalten und ehrlich, ich will es auch gar nicht. Ich habe meinen Preis und wer den nicht bezahlen will, der ist bei mir falsch, bzw. für den bin ich die Falsche.

    Fotograf darf ich mich dennoch nicht nennen. Wir sind in Deutschland, dem “Abmahnland” (direkt nach Amerika), also: Ich bin Dipl. Kommunikationsdesignerin mit Schwerpunkt Fotografie (gar nicht kompliziert, nicht wahr) ;-) *Hey, nicht lachen, dass kann ich hören.

    … aber ja, ich stimme zu: Der beste Fotograf ist der, der am meisten Spass hat und wenn es nicht soviel Spass machen würde, hätte ich es schon längst aufgegeben, denn reich werde ich damit sicherlich nicht.

  21. Jeder kann malen!

    Man braucht nur einen Pinsel, Farben, …

    Spaß beiseite: Jeder kann knipsen, aber nicht jeder “kann” fotografieren! Dafür braucht es zwar keine spezielle Kamera, aber ein gutes Auge, eine Idee und etwas Sachverstand oder Intuition.

    • »Auf die Technik kommt es an, nicht die Länge« – »Aha, wieder einer mit ‘nem Kurzen« Die Diskussion über die befriedigende Beackerung einer Furche gibt es schon genauso lang wie Furchen beackert werden – ganz gleich auf welchem Kontinent. Ein großer Mann (von beträchtlicher Länge und außerordentlichem Umfang, weniger Intellektuell) äußerte sich einmal wie folgt: »Wichtig ist, was hinten raus kommt.« Der Betrachter definiert »Schnappschuss« (Jeff Wall, The Story Teller) oder Profiaufnahme (Richard Avedon, Beekeeper). Da man aber automatisch selbst Betrachter seiner Bilder ist, findet hier schon die erste (unbewusste?) Definition statt. Für tieferes Eindringen in die (philosophische) Materie empfehle ich Walter Benjamin (Das Kunstwerk im blablabla) oder Susan Sontag (Über Fotografie). Wers konkret mag, der schaut sich die Bilder vom New Yorker Kindermädchen an, die jemand glücklicherweise in einem Karton versteckt in einem alten (ersteigerten) Schrank fand (Vivian Maier heißt sie). Nicht nur die Speicherung des Schnittes einer Ebene mit einem Photonenstrahl entscheidet über die Qualität, auch der Kontext in seiner Gesamtheit (Präsentation, Zeitgeist, Publikum) ist untrennbar damit verbunden. Eine exakte Nachfertigung von Ansel Adams’ Düne ist kein gutes Foto mehr, sondern nur eine gute Kopie. Hätte man allerdings Adams’ Foto erst Jahre später gefunden, während ein anderer damit schon berühmt geworden wäre, sähe die Lage ganz anders aus.

  22. Diese Diskussionen sind nicht neu. Seinerzeit als ich noch Musiker war ging das auch immer so. Die Band ist scheiße, der Musiker singt nicht gut, abc ist viel besser wie cde oder mit dieser Gitarre könnte ich auch gut spielen. Heute bin ich froh keine Musik mehr zu machen, ich erfreue mich daran. Und es gibt so wahnsinnig viel Musik die mir gefällt, die mein Leben bereichert und es gibt ebenso wahnsinnig viele Fotografen die mein Leben ebenso berreichern. Ob die gut sind, oder Profis oder gar nur Hobbyknibser ist mir dabei wurscht. Zuviel an eigens gelebten Momenten und Emotionen sind damit verbunden die mich zuhören und zusehen lassen oder aber auch wegsehen oder weghören lassen. Und das ist gut!!!!!

  23. Ich glaube, dass viele Berufsfotografen so reagieren, weil sie frustriert sind, über die Entwicklung der digitalen Fotografie. So ist nun mal der Lauf der Dinge und damit muss man sich abfinden und einen anderen Weg suchen um das Problem zu umgehen.
    Ich bin gelernte Mediendesignerin und ich begegne immer wieder Leuten, die keine Ahnung von Typografie haben, oder nicht wissen, was ein CMYK Farbraum ist und sich trotzdem als professionelle Mediendesigner ausgeben und Dienstleistungen unter Wert verkaufen. Ich ärgere mich gar nicht darüber, denn die Probleme hat dann der Kunde. Mittlerweile sollte man schon wissen, dass Qualität einfach Geld kostet.

    Aber es gibt auch viele Ausnahmen, die im Selbststudium, viel Praxis und Theorie durch Bücher und private Aufträge erwerben und diese Leute machen das aus vollster Überzeugung und Leidenschaft, daher verachte ich niemanden, der versucht seinen Traum zu verwirklichen. Wer nicht gut genug ist, wird sowieso keinen Erfolg haben.

    Was mich aber sehr wohl ärgert, sind die sogenannten Profis, die ein perfektes technisches Wissen haben, jedoch kein Herz einfließen lassen.
    Im Bereich der Fotografie trifft man leider sehr oft auf solche Leute. Sie kennen Ihre Ausrüstung in- und auswendig und haben immer die besten Tipps parat, was Schärfe, Blende, etc angeht, aber die Fotos haben meist keinen Inhalt, sondern nur eine langweilige und traurige Perfektion. Alles was nicht perfekt scharf ist oder überbelichtet ist, wird gleich als schlecht abgestempelt. Also das ist richtig dumm. Und meistens teilen solche Leute nur ungern ihr Wissen.

    Martin ich verstehe deine Einstellung sehr gut ;)

  24. Verstehe den Text nicht. Das ist doch eine Phantomdebatte. Wer hat denn wem das Recht abgesprochen nach Lust und Laune zu fotografieren? Ich kenne keinen (Profi-)Fotografen der so denkt und berufsbedingt kenne ich einige.

    “Jeder kann fotografieren” ist als Statement aus meiner Sicht daher genauso banal wie “Jeder kann kochen/malen/Blumen züchten/…”.

    Und natürlich gibt es Profis und Amateure, wie in JEDER Branche. Sonst könnte kein Fotograf mehr überleben und das Studium schaffen wir dann am besten auch gleich ab, denn irgendwie können wir das ja eh alle… SO wird die Fotografie am Ende nur entwertet.

  25. Danke!
    Hab mir selbst noch nie so Gedanken darüber gemacht bzw. noch nicht in die Situation gekommen.
    Was ich aber die letzten Monate aus der Verwandschaft immer wieder höre sind klagen über Preise von Hochzeitsfotografen. Da wird dann diskutiert warum und wieso. Ich sag meist nur das es eben ihre Arbeit ist und die meisten das, meiner bescheidenen Amateurmeinung nach, auch verdienen.

    Aber was schön,toll oder schlecht und hässlich ist, ist ja Gott sei Dank Geschmacksache.

    • Naja, man muss den Leuten einfach klar machen, sich mal den Stundenlohn und die Materialkosten hochzurechnen. Wenn ich 6 Stunden eine Hochzeit fotografiere + x Stunden Nachbearbeitung, Ausbelichtung, evtl. ein Fotobuch zusammenstellen, was alleine schon ewig dauert und dann kommen ja noch die Kosten für den Druck. Schon privat kostet mich mein Jahresfotobuch rein vom Anbieter mind. 49 Euro. Würde ich meine Arbeitskosten mit reinrechnen, käme ich auf weit über 100 Euro, auch wenn ich nur 5 Euro Stundenlohn annehmen würde. Und die Fotos dafür müssen auch geknipst werden, sowie bearbeitet. Wenn ich Hochzeitsfotos direkt aus der Digiknipse haben will, dann bleiben immer noch die Materialkosten und die 6 Stunden Arbeitslohn + Anfahrt. Aber die meisten Leute wissen halt nicht, wieviel Zeit die Nachbearbeitung heutzutage kostet.
      Ich musste schon mal mit einer KiGa-Mutter diskutieren, warum ich 1 Euro pro Bild verlange, wo man doch schon Abzüge für 9 Cent pro Bild bekommt. Ich hatte damals netterweise Gruppenfotos von den Gruppen gemacht, weil mein Kind selbst dabei war und ich wollte einfach nur ein wenig von den Materialkosten und dem Zeitaufwand zurückbekommen. Ausserdem hatte ich allen Erzieherinnen auch noch einen Abzug geschenkt, was vorher so abgemacht war. Heute würde ich das nicht mehr für 1 Euro machen. Ich bin auch teurer geworden! ;-) LG Frau Zausel

  26. hehe, das gefällt mir.

    es kann übrigens auch jeder malen. der stift machts möglich! seit es stifte, bleistifte, buntstifte, farben, papier, wände usw gibt kann jeder hanswurst einfach so malen. unfassbar.

    es kann auch jeder gedichte schreiben, dafür braucht man nicht mal nen profistift. manchmal tuts sogar ne serviette, einige schwören auch auf körperflüssigkeiten. je nachdem wie es ihm beliebt und der kunstwind gerade weht.

    ja, drauf geschissen auf den ganzen profi kamera müll. aber schön wenn man sich das leisten kann.

  27. Ich möchte euch noch eine wundervolle Künstlerin vorstellen, dessen Fotos ein Berufsfotograf zu 100% als schlecht eingestuft hätte.
    Nan Goldin machte Schnappschüsse von Ihren Freunden und erzählte damit ihre Geschichte. Heute ist sie eine der bedeutendsten zeitgenössischen Fotografinnen.

    Was ist ist die Moral aus der Geschicht? Lasst euch nicht unterkriegen und steht zu euren Arbeiten.
    Fotografie ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil in der Werbeindustrie, sondern dient vor allem zur Dokumentation und zum Ausdruck von Gefühlen und Gedanken.

  28. Sehr schöner Artikel!
    Jeder sollte so und das fotografieren, wie und was er möchte. Es soll in erster Linie einem selbst gefallen, ansonsten verliert man den Spaß.
    Zu dem Punkt auch wieder einmal: Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Nicht jedes Bild muss akribisch analysiert werden. Es muss gefallen. Punkt. Und das ist extrem subjektiv.
    Nicht jeder mit einer großen Kamera macht automatisch gute Fotos und andersherum. Aber lassen wir doch jedem seine Chance und seinen Spaß am Fotografieren in dem Rahmen, in dem er es gerne betreiben möchte.

  29. Ist doch scheiss egal was andere machen. Man muss sein Ding durchziehen und gut ist. Immer dieses was andere hier und da machen ob Hobby Beruf oder sonst was. Selbst wenn einer nur fotografiert um sich Fotograf zu nennen, wen juckts? Ist ja sein Ding, wenn es ihn so erfüllt, gut ist.
    Fotografie ist sowieso völlig überbewertet. Bilder später verkaufen ist unterbewertet.

  30. mmmh. Ich hatte erst neulich mit jemandem über das Thema diskutiert. Klar kann jeder ein Photo machen, egal ob mit Handy, DigiCam oder Profigerät, da geb ich Dir recht. Wer was, wen, wie und warum fotografiert ist erstmal egal, Hauptsache Spaß dabei, soweit so gut.

    Ich denk aber, um das Thema Photografie zu verstehen, ein Bild zu komponieren, durch den Dreck zu krabbeln auf der Suche nach neuen Perspektiven und Winkeln, ein millionenfach gesehenes Objekt neu zu erfinden, ein Bild sehen und umsetzen zu können, Bildwirkungen zu beeinflussen, sachlich zu bleiben bei der Reportagefotografie auch bei Themen wie Krebs, Krieg und Hunger, professionell zu arbeiten!… dazu gehört meines Erachtens das Wissen um die menschliche Wahrnehmung von Bildinhalten, das Beherrschen der Kameratechnik als solche (Blenden, Brennweiten, Iso, Rauschen, richtig Belichten und Blitzen), die bewusste digitale Bildbearbeitung (Raw- und Nachberabeitung) mit dem KnowHow, was man warum tut und WAS man da eigentlich pixel- und wirkungsweise tut! … und DAS unterscheidet sehr wohl einen Knipser, einen ambitionierten Hobby- und einen professionellen Photografen, dazu gehört bewusstes und jahrelanges LERNEN! Ich wage zu behaupten, dass ich nicht schlecht fotografiere, aber vom professionellen Einsatz meines sauteuren (Profi-) Equipments und vom schießen professioneller Bilder noch meilenweit entfernt bin.

    Trotzdem soll jeder Spaß dabei haben. Ich beglückwünsche jeden, dem es gelingt ein tolles Bild aufzunehmen und ziehe den Hut vor denen, die das ganz bewusst getan haben. Wer professionell arbeitet braucht nicht herab zu schauen, er darf aber durchaus nach nebenan in die Knipserei gucken, selbst dort kann man sich oft nen Verbesserungsvorschlag abholen.

    *BÄMM!*

      • Ich kenne es als “Photographie” aus zwei Gründen:

        1. Wenn ich nicht falsch liege, ist “Photo” der Ursprung und “Foto” kam später…

        2. “Ein Photo ist kein Graf, ein Oszillograf ist auch kein Graf – oder sieht das wer anders?” sagte unser Physiklehrer immer – und was soll ich sagen? Ich kenne kein adliges Photo weder ein adliges Elektrogerät =) Daher Photograph / Photographie … ein Photo eben =)

        *flüster* Außerdem hat das Wort mehr Stil als das mit “F” *flüster*

      • keine Ahnung, von Photo+ Grafik vielleicht…oder war das doch Graphik? ne, das sieht komisch aus.. word sagt alles geht, der online-pons kennts nicht, dafür “photografisch”…mmh..

        gibts Linguisten hier?

      • Alte Rechtschreibung: Photographie
        Neue Rechtschreibung: Fotografie

        Manche sind halt nostalgisch und wollen sich ein bisschen beibehalten ;)

  31. Danke für diesen Artikel! Hat mir nicht nur wieder Mut gemacht, sondern mich auch in meiner Meinung bestätigt. Wenn ich mich so in meinem (Facebook-)Freundeskreis umsehe, gibt es da einen Haufen toller Bilder und das sind alles miteinander keine PROFIFOTOGRAFEN.

  32. Ja, “wahre” Fotografen die Fotografien deren schöpfer kein Profi ist nicht würdigen können sind schon nervig, aber genau so schlimm empfinde ich jene Leute die meinen sie könnten nicht Fotografieren aufgrunf ihrer “minderwertigen” Ausrüstung.

    Ein Freund von mir fotografiert seit er das iPhone hat ausschließlich damit, ist glücklich und präsentiert seine Arbeit voller Stolz. Und dazu hat er auch jeden Grund, seine Fotografien braucht er nicht verstecken. Er slebst würde sich zwar nie und nimmer Fotograf (im Sinne von einer der Fotografien erstellt, nicht Berufsbezeichung) nennen, aber das brucht er auch nicht. Er macht das gerne und gut, und das ist alles was zählt.

    Ich denke das einzige was Profis wirklich von “den anderen” Unterscheidet ist das Sie Leistung bringen müssen wenn es darauf ankommt, aber Fotograf ist doch irgendwie jeder mit einer Kamera in der Hand, und sei es nur die vom Mobiltelefon.

  33. Diesen Artikel würd ich tatsächlich einfach mal genau so stehen lassen ;).

    Ich bin ja überzeugt davon, dass man mit Gelassenheit länger lebt. Aber man kann sich natürlich auch über alles und jeden aufregen. Leben und leben lassen, soll jeder knipsen und fotografieren was und wie er mag. Und soll sich jeder bezeichnen wie er mag. Heute bin ich Koch, morgen Fotograf, manchmal Heilpraktiker. Uijuijui – ich fühl mich geil :D

  34. Hallo Martin!

    Danke fùr den Artikel. Ich hatte gleich nach dem Lesen ein schlechtes Gewissen, weil ich gerade heute noch über Leute mit Smarphones und Kompaktkameras gelästert habe. Ich selber habe eine von den “Profikameras” und meinte wohl deshalb ihnen überlegen zu sein.

    Danke, dass Du mir die Augen geöffnet hast.

  35. Hallo,
    jeder kann fotografieren, du meinst wohl eher jeder kann schlecht fotografieren.
    Es gibt wirklich Menschen die haben überhaupt gar kein Auge für das Motiv, für den Augenblick den sie festhalten möchten. Was bei diesen Talenten herausspringt ist für den Betrachter mehr als eine Zumutung, es ist eine Qual, ein visuelles Verbrechen. Nicht umsonst heißt es wer fotografieren lernen möchte muß erst einmal lernen zu sehen.
    Mit solchen Aussagen wie sie hier zu lesen sind können wir uns über eine noch größere Flut an Bilder für die Tonne erfreuen, großartig.

  36. Schöner Artikel. “jeder kann fotografieren”. Das stimmt. Ich mag die Bilder, die mein Sohn (5 Jahre) macht. Es sind zum einen die Motive, welche er wählt (ein Blick in die Kloschüssel, sein Lieblingsspielzeug, eine Regenpfütze…) und zum anderen sein niedriger Fotografierstandpunkt.

    Dadurch, dass er digitale Bilder produziert, muss ich ihn nicht bremsen. Und mein Lieblingsbild des anderen Sohnes ist das, welches der Bruder von ihm geschossen hat. Es zeigt irgendwie eine Interaktion zwischen den beiden, die ich nicht beschreiben kann.

  37. hmm…..schwierige materie. ich denke, ich verstehe die aussage deines artikels, martin. und im kern stimme ich diesem auch zu. allerdings ist die sache subtiler, als es auf den ersten blick den anschein hat. natürlich kann jeder ein foto machen. ob er aber auch fotografieren kann, ist nicht selbstverständlich. der knackpunkt: solange ich mich nicht selber reflektiere, kann ich jedes foto gut finden. alleine der VERGLEICH mit anderen, relativiert seine meinung. und das ist in allen bereichen des lebens so. und das ist auch gut so. wenn ich in einen audi tt steige, so ist das zweifelsfrei ein tolles auto. steige ich in einen maserati (die auswahl der persönlichen favoriten sei beliebig), relativiert sich das fahrgefühl des audis.

    alles, was wir machen, erzeugen und auch denken, ist immer relativ und niemals absolut. ausser man wäre ganz alleine auf der welt.

    dennoch gefällt mir deine aussage, dass jemand mit einer profi-cam es oftmals nicht versteht, damit auch adäquat umzugehen. ich kenne persönlich da einige unheilbare fälle.

  38. Soll die Menschen es nennen wie sie es wollen, kämpfen wer nun besserer Fotograf ist oder Photograph oder Knipser oder eine Amateur ohne Ahnung etc….
    Wenn dafür gerne Energie verschwenden bitte sehr, ich brauch meine um zu knipsen, um spass zu haben und mich entspannen…fertig….

  39. Ein paar Gedanken:

    Als Berufsfotograf mittelmässig zu sein ist sicher die Hölle. Da kriegt man die Kunden nur noch durch Kontakte, quasi als alt eingesessener Dorffotograf.

    Den Berufsfotografen unterscheidet vom Amateurfotografen sicher die auch die Zeit, die er reinsteckt und die Referenzen, die er anhäufen kann.

    Ein Hochzeitsfotograf sollte auf keinen Fall weniger als 300 Euro nehmen. “Was nichts kostet ist nichts wert.”

    Es gibt viele ambitionierte Hobbyfotografen mit toller Ausrüstung, die weniger Spass und höhere Frustration beim Fotografieren empfinden als die Knipser.

  40. Na Ihr. Ich drifte mal etwas ab:

    Erfolgreich zu sein, entscheidet der, der Erfolg hat. Das Umfeld/Gesellschaft hat da kein Mitspracherecht. Und dennoch stellen wir uns als breite trotzende Front vor den Einzelnen und hämmern mit Werbung und infizierten Gedanken auf den ein, der für sich gerade erst sein erfolg erlebt.

    Die anderen sagen Dir, wie dein Erfolg auszusehen hat und vor allem wann du erfolgreich bist. So läuft das. Wer dieses Schwamm-Denken unterstützen möchte, bitte schön.

    Wer sich von der Gesellschaft tragen lässt, verzichtet auf Erfolge! Wer das denken anderen überlässt, hat verloren. Wer das Gefühl nicht kennt, nach einem selbst gesteckten Ziel, erfolgreich zu sein, lebt nicht wirklich.

    Wer seine Gedanken mit leidenschaftlichen Emotionen auf die Welle der Taten trägt, wird Erfolg erleben. Wer Erfolg hat, ist ein Könner!
    Und das definiert jeder für sich.

    Wer sich also also das Ziel steckt, ein Foto zu knipsen und sich an den Ergbissen erfreuen kann, hat soeben Erfolg erfahren und kann somit fotografieren.

    Martin, danke für dein Artikel!

    Lieben Gruß,
    Jonathan

  41. Klar doch…the seventies are back: alles kann, jeder kann, yes we can….

    Jeder mag fotografieren was er will, so lange ich mir nicht alles anschauen muss. Ich genieße immer wieder, wenn ich gute Bilder von guten Fotografen sehe (ob sie es ‘gelernt’ haben oder nicht ist dabei egal). Ich will nur sagen: Der Unterschied ist da, egal wie man es nennt oder wie man es definiert.

    Aber lieber Martin, mit deinem Fotoanarchismus schießt du ein wenig über das Ziel hinaus. Denk noch mal nach:
    – jeder der ein Pinsel festhalten kann, kann malen wie Picasso;
    – jeder der sich Fußballschuhe anzieht kann spielen wie Lionel Messi;
    – jeder der ein Führerschein hat macht Sebastian Vettel mal eben Konkurrenz;
    – jeder der einen Auslöser drücken kann, ist ein Cartier-Bresson.

    Stimmt doch alles eher nicht, oder? Das Knipsen des Alltags ist völlig okay, aber niemand sollte meinen, damit der Welt etwas Großartiges schenken zu müssen.
    Anderseits hast du recht: Die Welt der Fotografie ist voller fette Egos, Möchtegerns und (vor allem) Männer, die ihr Status an der Ausrüstung abmessen müssen. Insofern: Schau aufs Bild, nicht auf die Kamera…

    Die Wahrheit liegt wie immer in der goldenen Mitte. Fotografieren kann man mit alles, was es heute so gibt, aber nur Wenige haben wirklich das Zeug auch mit den einfachsten Mitteln, richtig gute Bilder zu machen. Und ich bin froh, dass man diesen Unterschied noch (aus)machen kann!

    Fazit: nur bedingt mit deinem Statement einverstanden und ein bisschen enttäuscht, dass jemand, der sich so der (guten) Fotografie verschrieben hat, die Grenze zwischen Kunst und Kitsch (wo immer die liegt) in Frage stellt.

    Gruß,

    Kees

    • Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

      “- jeder der sich Fußballschuhe anzieht kann spielen wie Lionel Messi;
      – jeder der ein Führerschein hat macht Sebastian Vettel mal eben Konkurrenz;”

      oder wird Fotografie nach Schnelligkeit bzw. meistgemachten Fotos entschieden? Wer zuerst abdrückt hat gewonnen und ist der beste Fotograf ;-)

  42. Hallo Martin,

    ich muss dir voll und ganz recht geben.

    Eigentlich muss nur einer Person die Bilder gefallen und zwar mir als Fotograf, naja und wenn es Personenbilder sind, sollte es natürlich auch der dargestellten Person gefallen. (Dies ist für mich allerdings zweitrangig … psst nicht verraten, sonst kriege ich noch Ärger mit meinen Modellen.)

    Dies ist aber ein Prozess den ich auch erst lernen musste. Am Anfang wollte ich mit meinen Fotos einfach allen gefallen, so gab es immer wieder Ratschläge und Hinweise wie man es besser machen könnte oder warum ich nicht mal dies und das fotografiere.

    Eigentlich soltle die Anwort darauf heissen, ich fotografie wo, wie und was mir gefällt.

    Im Augenblick bin ich total hin und her gerissen, wie sich meine Fotografie weiter entwickeln soll. Zum einen liebe ich meine aufwendigen Nachbearbeitunge in Photoshop und dann habe ich auch wieder Lust auf ganz natürliche Bilder mit harten Kontrasten, am besten so direkt aus der Kamera raus.

    LG Marco

  43. ” MUMPITZ “,… fotografieren kann eben nicht jeder.
    Sicherlich kann fast jeder den Auslöser einer Kamera bedienen und sicherlich fängt er hier und da ein tolles Bild ein.

    Und ja, ich nehme mir das Recht heraus zu sagen, dieses oder jenes Bilder gefällt mir nicht. Und dieses weil es ohne jeden Verstand, ohne Verständniss und ohne handwerkliches Können gemacht wurden.

    Klar kann Wilma, mit ihrem tollen Handy mit elfundneunzigmillionen Pixel ein Bild vom kleinen Hans auf dem Spielplatz machen.
    Und alle die den kleinen Hans kennen sagen “ohhhhh, wie süß”, andere vielleicht auch.
    ABER, wenn und Anne-Katrin die Freundin von Wilma nun sagt,… nun mach doch auch mal soooo tolle Bilder von meinem kleinen Kunibert. Und alle anderen Freundinen einstimmen,… meine Susi, meinen wie auch immer, ….auch. Tja, dann kommt meist das große Erwachen. Nicht das die Freundinen sagen,… das war wohl nix, nein, man erkennt es meist nur an dem leicht säuerlichen Blick und an der Tatsache das sie sich nicht mehr melden.

    Spaß beiseite, der gute Profi kann Bilder produzieren in einer Qualität wie es seine Auftraggeber sich wünschen. Und dieses oft bei unterschiedlichen Bedingungen.
    Und dabei geht es eben nicht um den persönlichen Geschmack, nicht um Kunst, also den Ausdruck seiner selbst. Sondern um das Anfertigen von Bildern nach Vorgaben.

    Eines sei hier auch gesagt, das “Können” ist unabhängig von irgendeiner Kamera. “Profikameras” machen keine besseren Bilder. Aber sie erleichteren dem Fotografen seine tägliche Arbeit, funktionieren unter zum Teil wiederlichen Bedingungen und stellen Bilder von einer Qualität her, das man die Ergebnisse auch weiterverarbeiten kann.

  44. @ Martin

    Wieder ein toller Artikel….eben ein “echter Martin”.
    Schon nach dem lesen der Überschrift hab ich mir gedacht, DASS könnte doch wieder ein Artikel von dir sein ;-).

  45. Jeder kann fotografieren…

    Hmm… da gebe ich dir recht. Jeder KANN – denn mittlerweile sind Digitale Kameras ja wirklich allgegewärtig. Jedes Mobiltelefon besitzt schon eine. Dennoch bin ich froh, dass die verwendeten technischen Mittel (sprich DSLR, gute Objektive, ..) die Qualität und vorallem die Umsetzung der Bilder nach wie vor separieren.
    Ich fand den Kommentar von Yosh gar nicht so schlecht, als er meinte “Können” sei nicht abhängig von der verwendeten Technik aber es erleichtert es dem Fotografen.
    Mal ehrlich, ein Chirurk könnte auch mit einem Buttermesser operieren, aber wäre er (und vor allem der Patient) mit seinem Ergebnis nicht zufriedener wenn er ein Skalpell benutzen würde?

    Mir ist die Flut an Bildern die es mittlerweile im Netz zu sehen gibt, sei es nun auf diversen Fotosharing Plattformen oder sonstigen Social Websites, sowas von zu viel, das ich wirklich sagen muss, du hast da echt in eine Wunde bei mir gedrückt mit dem Titel “Jeder KANN fotografieren” … jein, leider.

  46. Jeder, der mit der Fotografie sein Geld verdient, ist der Definition nach ein Profi. Jeder übrige eben nicht.

    Über gute und schlechte Bilder zu reden, ist so sinnlos wie über die Vor- und Nachteile verschiedener Musikrichtungen. Aber das haben viele wohl immer noch nicht begriffen. Insofern muss ich einem meiner Vorredner (Yosh um 9:40 Uhr) absolut zustimmen: gute Fotografen liefern ab, und zwar in der Regel wie vom Kunden gewünscht.

    Für mich klingt dieser Artikel eher nach Selbstzweifeln mit einem Schuss Frustration. Dabei sollten alle einfach mal weniger auf das hören, was andere ihnen sagen und schlicht ihr Ding durchziehen. So schwer ist das nicht.
    Und wenn man dann noch von den eigenen Fotos leben kann – wunderbar!

  47. hmm… auch wenn ich mich im ersten überblick der vielen kommentare hier auf die andere seite (und ins abseits) stelle…

    der artikel ist zwar auf der einen seite gut, auf der anderen fehlt mir aber ein gewisser aspekt.

    es ist schon ein unterschied, ob ich für mich selber, familie, freunde, verein etc. erinnerungsfotos schieße,

    oder ob ich – als hobbyfotograph – das ziel habe, bilder zu schießen, die mir gefallen, aber eben auch ein publikum ausserhalb des persönlichen bekanntenkreises finden! bilder, die einen alleinstehenden wert haben abseits persönlicher erinnerungen.

  48. Bei Konzerten, Sehe ich viele Kompaktkameras im Fotograben und ich weiß auch, dass sie Die Bilder an den Mann bringen. Teilweise auch kostenlos, Hauptsache dabei. Das Problem dabei sind die Zeitschriften und Bands, die mit dieser Qualität zufrieden sind.
    Auch ist bei Flickr das Iphone die meist genutzte Kamera. Natürlich kann man damit auch gute Bilder machen aber im Allgemeinen ist es schwer in der Flut noch gute Bilder zu finden.
    Der große Unterschied zu einen Knipser und einen Profifotografen ist: der Knipser kann, und der Profi muss gute Bilder machen

  49. Danke für den zeitlosen Artikel!

    Muss jetzt als Semiamateur der Fotografie (mit F natürlich: effizienter, weil weniger Buchstaben) und Profi der Internetprogrammierung auch noch meinen Senf zum Thema “Amateur vs Profi” abgeben:

    Ich bin froh darüber die Fotografie als Hobby zu betreiben – auch wenn das Hobby langsam Züge der Bessenheit annimmt – so hat man die völlige Freiheit über Wahl des Motivs,
    die vewendete Technik und des Aufwands, den man in die Postproduktion reinsteckt, also komplette Freiheit über das Bild und das gefällt mir.

    In meinem Beruf kommt es zu einem ähnlichen Problem (Monika hatte es als Mediendesignerin auch schon weiter oben angesprochen),
    dass mit fertigen 1und1-Website-Baukastenkits und Büchern wie “Webprogrammierung für Dummies” eine Millionenschaft an selbsternannten “Homepagemachern” den Markt überschwemmt.
    Natürlich kann ich darüber meine studierte Nase rümpfen und immer noch locker aus der Hüfte heraus bei den Kunden argumentieren, dass Client-Server-Programmierung eine hochkomplexe Angelegenheit ist und
    sie den Motor ihres BMWs ja auch nicht von dahergelaufenen Hobbymechanikern zusammenschrauben lassen.

    Aber tatsächlich sieht es auch hier so aus, – und das gilt wahrscheinlich für alle Berufe, für die man selbst verantworlich ist – dass man ständig am Ball bleiben muss,
    da Trends und Technologien in der heutigen Informationsgesellschaft stetig im Wandel und schon nach kürzester Zeit überholt sind.
    Kleine picklige Teenagernerds lassen mich mit ihrem Hackerspezialwissen oder mit ihrer Flashanimationsästhetik alt aussehen,
    aber die kennen zum Glück meine Kunden nicht und haben eigentlich und im Grunde andere Sorgen (z.B. Nachbars Uschi).
    Mit der Kenntnis von HTML-Programmierung, mit der ich vor 12Jahren noch ein großer Held war, locke ich heute keinen Opa mehr vom Schaukelstuhl.

    Berufsfotografen haben auf jeden Fall eine optimale Ausgangslage um bessere Fotos zu machen, aber auch sie sollten sich meiner Meinung nach
    nicht auf den vor 10 oder 20 Jahren erworbenen Lorbeeren ausruhen, sondern ihren Kenntnisvorsprung kontinuierlich aufrecht erhalten.

    Falls ich jemals heiraten sollte, dann würde heutzutage ich meine Hochzeit lieber von einem verrückten Fotografen machen lassen,
    der die Location mit 75 synchronen Iphones im hipstamatic-Modus ablichtet und nicht auf einem Niveaustand von “Meine neue Spiegelreflexkamera” und “Beleuchtung für Anfänger”,
    den kann sich heutzutage jeder zwischen den Mahlzeiten beim Malle-Urlaub aneignen, tut mir leid, ist aber so.

    Auch die Oma mal wild in ein hautenges Fetischoutfit gesteckt, da wäre ein erstauntes Raunen bei der Präsentation auf dem 80sten Geburtstag gewiss!
    Nur zu! Dranbleiben, besser machen, echter Profi sein!
    Wir lassen uns sehr gerne zeigen, wie das echte Könner machen, aber bitte bitte spielt etwas Aktuelles, lasst uns Staunen und Bewundern!

  50. Ich denke, jeder kann einen Auslöser drücken, aber fotografieren…da sieht es dann doch meiner Meinung nach anders aus. Wobei es aber darum auch nicht immer gehen muss. Viele Leute machen Bilder aus Spaß an der Freud, ohne sich zu intensiv damit auseinander setzen zu wollen und das ist doch völlig ok. Und Profi oder Amateur…es gibt Leute die nennen sich Profis und machen schlechte Bilder und so mancher Amateur liefert emotional, ausdrucksstarke Fotos, die in Erinnerung bleiben… Wie oft erlebe ich es, dass Leute sich eine teure SLR Ausrüstung kaufen, in der Annahme dann automatisch bessere Bilder zu machen, weil es ja mit der so tollen Technik einfacher ist und dann…die Bilder haben eine höhere Auflösung, aber die Bilde werden nicht besser. Warum denn nur, weil das ja alles so einfach ist? Jeder kann knipsen ja. Aber Fotos…aussdrucksstarke Bilder mit hoher technischer ja aber vor allem ästhetischer Qualität…da braucht es viel viel viel Übung und vor allem Leidenschaft…unabhängig von Stil, jeweiliger Bildsprache und Vorlieben.

  51. Hey Hallo,

    ich danke für diesen Artikel, der einfach mal die “Meinung geigt” und ausspricht, was gesagt werden darf. Er war erfrischend zu lesen!

    Ich denke (gelernte) Fotografen pochen mitunter gerne auf den Namen als Alleinstellungsmerkmal, weil die ganzen Amateur-Fotodesigner ihnen das Leben schwer machen: im privaten Studio entstehen mit unter gleichgute oder gar bessere Bilder als beim “professionellen” Studio um die Ecke.
    Daher kommt auch überhaupt mal die Notwendigkeit den Namen zu verteidigen: es nennt sich selten einer Maurer ohne diese Ausbildung zu haben, nur weil er gerne als Hobby Steine schichtet und vermörtelt. Fotograf kann sich aber quasi jeder nennen, der wenige Euros in eine wie auch immer geartete Kamera investiert und den Auslöscher quetscht…

    Aber wie gesagt wurde: eines sollte eines gemein sein. Jeder sollte sich, die Welt oder das Motiv glücklich machen wollen oder ein Zeitdokument anlegen, dass später Erinnerungen verdichten kann. Ob das die Erinnerung an Schlachten im Weltkrieg, den Hochzeitstag in schwarz-weiß oder an den netten Nachmittag mit dem Baby im Garten sind ist nicht egal, aber zweitrangig. Die Intension ist die gleiche. Egal wer es tut…

    Gruß,
    Sebastian

  52. Schön, wenn – und dass – jeder Bilder machen kann.

    Das Problem ist dabei jedoch nicht, dass die Leute mit den Fotos zufrieden sind, sondern andere damit nerven. Sei es auf Diaabenden oder in Fotocommunities, in denen 5 % der Bilder Katzen zeigen.

    Das ist nervig.

  53. beim lesen der beiträge bin ich in eine tiefe sinn-krise geraten

    ich bin hobby-fotograf
    ich bin hobby-maler
    ich bin hobby-gärtner
    ich bin hobby-koch
    ich bin hobby-handwerker

    und meinen einmal gelernten beruf übe ich auch nicht aus

    -ich bin ein SEMI-

    macht weiter so und alles wird gut

  54. Ein kontroverser Beitrag ist’s geworden und ich habe mich lange gefragt, ob ich mich in die Reihe der Kommentatoren einreihen möchte oder nicht.

    Ich halte die aufgestellte Behauptung in einem “Fotografie Magazin” für unseriös. Die Behauptung stärkt bestimmt das Gefühl der gemeinschaftlichen Muggelichkeit von “Tschaka, ich kann es.”, doch wenn wir bereit sind, Schnappschussknipserei und Fotografie zu trennen – und wir sollten bereit sein, es zu tun – dann ist die aufgestellte und hier im Rattenschanz der Anmerkungen diskutierte Behauptung doch sehr fragwürdig.

    Martin – Du kannst dich übrigens von mir unbehelligt wieder auf dem Markt um eine SX-70 bemühen, wenn es dir noch nicht gelungen sein sollte ;-) -, Du bist Dir deines Einflusses auf viele Freunde der Lichtfängerei bewusst, Du zitierst gerne die Granden der Fotografie und wirfst dann mit diesem Beitrag alles über Bord, wischt es vom Tisch, wenn Du behauptest, dass jeder, der mechanisch in der Lage ist, auszulösen, fotografieren kann.

    Soll ein Bild nicht berühren, soll es den Betrachter nicht länger als die viel zitierte Sekunde fesseln? Ist das alles Humbug – Hauptsache, es gefällt dem “Auslöser”?

    Fotografie ist Handwerk und Kunst, sollte dann die Fertigkeit sein, ein Bild im Kopf umzusetzen, etwas zu reproduzieren. Glückstreffer können immer sein, aber Können und Verstehen sind doch die wichtigsten Grundpfeiler. Ich selbst lerne seit wenigen Jahren Technik und Verstehen, doch all das wird nicht reichen, wenn man nicht auch in der Lage ist, ein Bild aus der Belanglosigkeit zu reissen.

    Knipsen kann jeder.

  55. jäh… geiler Beitrag.
    So deutlich ausgesprochen, hilft es hoffentlich ein wenig, das Gebaren einiger Leute zu entlarven, die unter dem Zwang stehen, sich permanent aufwerten zu müssen. Wer es nötig hat, sich über andere zu erheben, weil er etwas besser kann, kämpft vielleicht in Wirklichkeit gegen innere Kritiker, die einen sehr hohen Anspruch verfolgen. Viele Profis stehen m.E. unter einem extremen Rechtfertigungsdruck, weil viele “Hobby”fotografen, die aus großer Leidenschaft fotografieren oft viel mehr drauf haben. Ich mag das Wort Hobbyfotograf absolut nicht.
    Mut macht der Beitrag bestimmt.
    Ich liebe das Wort schnappschießen… bestimmt verwandt mit schnappatmen….Unglaublich.

  56. Analogien sind in der Rechtsprechung wohl verboten, aber da ich ja mit meinem Beitrag per se Unrecht spreche:

    Es macht keinen Sinn darüber nachzudenken, wer der bessere und wer der schlechtere Sänger ist. Weil das stinkt.
    Jeder kann singen. Sowieso und überhaupt: Töne sind ein wichtiger Teil der Musik.

  57. Benennen wir den Artikel doch einfach um – “Jeder hat die Möglichkeit zu fotografieren”… ich wär’ sofort dabei.
    Aber von Können kann ja wohl keine Rede sein.
    Jeder hat die Möglichkeit, Bilder zu machen und jeder darf toll finden, was er will. Hervorragend.
    Aber wirklich fotografieren – kann längst nicht jeder.
    (Und wer sagt, dass Profis auch nix anderes können als Photoshop, macht mir bis morgen bitte eine druckfähige Repro eines Ölgemäldes. Und wem dann immer noch langweilig ist, der versucht sich mal an gestochen scharfen Bildern von Düsenjets. Und dann reden wir mal weiter.
    Danke.)

  58. (und natürlich war der Düsenjet ein doofes Beispiel :-P )

    Um Missverständnissen vorzubeugen: Jeder kann für ihn (und andere) wertvolle Bilder machen. Emotionen einfangen, Momente, Erinnerungen… aber wirklich fotografieren – das _können_ nur Profis. (ob mit oder ohne staatlich anerkannte Ausbildung sei hier mal dahin gestellt, anderes Thema).

    Eine Formulierungsfrage, möchte ich meinen. ;)

  59. Für mich als meisterhaften Leica-Menschen ist dieser Artikel nicht hinzunehmen, und ich erwarte, dass das 5-Megapixel-Volk in meinen hinterlassenen Filmdosen kriecht, um wenigstens einen Funken von fotografischem Verstand zu erhaschen! ( man stelle sich das in einem versnobbten Ton vor ;) )

    Nein mal im Ernst, schöner Artikel ( auch wenn ich ihn erst sehr spät entdecke, und trotzdem hoffe noch Beachtung zu finden; wozu sonst sollte man denn auch so viel Geld für eine Kamera ausgeben, wohl nur um beachtet zu werden! /irony ).

    Nein, vllt kommt dieser ewigwährende Hass auf 5-Megapixel-Menschen daher, dass man als “erfahrerener” Knipser meint einen Anspruch auf Kunst zu haben. Ein Guter Freund von mir wollte vor kurzem spontan was für sich selbst festhalten, holt sein handy raus, und klatscht es so nah dran, dass nicht einmal dieser minichip das gut drauf bekommen hat. Meinte dann, dass man es ja kaum erkennen könne und wollte ihm mal Naheinstellgrenze erklären, was sagt er: Mir doch Lachs, für mich reicht das!

    Vllt sollte man in Fotocommunities wieder mal von der 5D weg und hin zur VGA-Handykamera, oder von der Leica ( wie in meinem Fall) oder Hasselblad etc zurück zur Holga! genau das mach ich nämlich gerade, und es macht Spaß!

    Liebe Grüße,
    Niklas