02. Mai 2011 Lesezeit: ~5 Minuten

Die Redaktion stellt sich vor: Holger Lückerath

Vorwort: Martin Gommel

Holger und kwerfeldein.de haben eine ganz eigene Geschichte, die mit der engen Freundschaft zwischen ihm und mir verwoben ist. Nachdem wir uns besser kennen, lieben (und auf die Nerven gehen *lach*) gelernt hatten, war Holger – wie viele wissen – auch Teil des damaligen KWERFELDEIN- Teams. Und weil ihm das Magazin so wichtig war, kam der nächste logische Schritt: dass er Teil der Redaktion wird.

Holger ist für mich ein sehr wichtiger Bestandteil der Redaktion, da er ein ausgeprägtes Gespür für das Magazin und in vielen Dingen einen guten Riecher hat – besonders, weil er kwerfeldein.de auch vor seiner Zeit bei uns schon lange mitverfolgt hat und sich hier supergut auskennt und weiß, wie hier die Mühlen mahlen. Doch jetzt gebe ich das Wort ab an Holger.

Wir in der Redaktion haben beschlossen uns hier mal vorzustellen. Es fällt mir immer ein wenig schwer, etwas über mich selbst zu schreiben. Deswegen habe ich die Form eines Interviews gewählt. Man möge es mir verzeihen ;)

Wann hast Du angefangen zu fotografieren?

Da muss ich weit vorne anfangen, denn eigentlich habe ich schon recht früh angefangen, meiner Kreativität Ausdruck zu verschaffen. Angefangen hat es mit Malerei als Vollbluthippie in meiner Teenager-Zeit. Mein großes Vorbild damals war Salvador Dali. Dann hat mich irgendwann um 1999 auch das digitale Zeitalter erreicht, und ich habe angefangen, mit Photoshop rumzuspielen.

Danach habe ich 3D-Artworks mit 3Dstudio Max entdeckt, und mich da ein wenig ausgetobt. Zu der Zeit hatte ich durch meine Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten im Fach Audiovisuelle Gestaltung meine erste Bekanntschaft mit einer SLR gemacht.

Ja, analog. Ich fand das alles unheimlich interessant, wie das Zusammenspiel von Film, Blende und Belichtungszeit unterschiedliche Bilder erzeugt. Ich würde sagen, seit dem bin ich infiziert.

Wie hast du das Fotografieren gelernt?

Ich bin ein großer Fan von Learning By Doing!

Wie bereitest Du Dich auf deine Fotos vor?

Die meisten meiner Fotos sind bewusst improvisiert. Fotografie ist Jazz!


Wann fotografierst Du am liebsten?

Wenn ich allein bin. Bei einem Spaziergang, während ich meine Lieblingsmusik höre.

Was versuchst Du mit deinen Fotos mitzuteilen?

Schönheit liegt im Detail. Alles hat seine Schönheit. Es kommt nur darauf an, von welchem Standpunkt aus man die Dinge betrachtet.

Welche Künstler faszinieren oder inspirieren dich?

Viele. Hier ein Auszug: Salvador Dali, Herman Leonard, Anton Corbijn, Capsar-David Friedrich und Van Morrison.

Wie und warum hat sich dein Output verändert, seit du angefangen hast?

Ständig. Weil ich mich als Mensch verändere.

Analog oder Digital?

Jaja… Ich finde ja analog auch total toll. Hab mir auch eine recht vernünftige Minolta aus den 70ern zugelegt. Ja, es macht Spaß damit zu fotografieren. Und gerade ich als ein Mensch, der eigentlich lieber 1950 geboren wäre, sollte mit einem analogen Schlitten viel mehr Freude haben. Wie gesagt, es macht auch Spaß. Und es fühlt sich auch besser an. Alles aus Metall, und schön schwer und besser verarbeitet.

Aber ich muss gestehen, dass ich doch einiges vermisse. Ich will meine Fotos bearbeiten können, wenn ich nach einer Fototour nach Hause komme. Sofort. Und diese Filmwechselei. Und dieses ständige aufs nicht vorhandene-Display-schauen. Aber letztlich ist es ja auch vollkommen egal, womit man fotografiert, gell? Vielleicht kommt aber meiner analoge Phase auch erst noch.

Apple oder Mac?

Exakt!

Was machst Du sonst so in deinem Privatleben?

Ich wohne im schönen Rodenkirchen im kölner Süden, bin 35 Jahre alt, der stolzeste Vater einer hinreißenden 4-jährigen Tochter, höre fast nur alte Musik (Blues, Jazz und staubigen, unkitschigen Country & Western), philosophiere gern vor mich hin, vorzugsweise mit guten Freunden, und jammere dabei auch schon mal ganz gern „auf hohem Niveau“, koche und esse gern rustikales, italienisches Essen, liebe Schottischen Single Malt und mein Glas ist halbvoll…meistens.

Was machst Du hier auf kwerfeldein.de?

Ich versuche mit meinen Artikeln dem Ganzen hier einen Schuss Emotionalität, fern von Technik mitzugeben. Mit Martin zusammen haben wir das mal Fotosophie genannt. Ich hoffe, das gelingt mir.

Was bedeutet das Internet für dich?

Viel. Diese ganze Social Media Geschichte steckt ja eigentlich noch in den Kinderschuhen. Wenn nicht der Fehler begangen wird, dass es vollständig zu Marketingzwecken missbraucht wird, ist es meiner Meinung nach eine Chance für echte Demokratie. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Möchtest Du sonst noch etwas loswerden?

EXIF my Ass!

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8 Kommentare

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  1. So isser, der Holger – und ich freue mich schon sehr drauf, Dich einmal zu treffen – mit halbvollen Gläsern, dem Foto-Jazz im Gepäck und ner Menge Jammerei auf irgendwelchen Niveaus ;o) Fotografie IST Jazz – so schaut’s mal aus. Der Interviewstil ist verziehen.

  2. Hi Holger, danke für die Vorstellung. Ich lese hier schon seeehr lange mit und ich mag deine Beiträge, die einen eigenen Touch haben, wusste aber bisher rein gar nichts von dir. Wie du, mag ich Anton Corbijn sehr….. Aber Jazz mag ich leider gar nicht, daher finde ich eher, dass Fotografie Freestyle Rock ´n´ Roll ist ;-) Let´s rock…..

    Übrigens geht es mir mit der analogen Fotografie wie dir: Keine Geduld…… Meine analoge Zeit kommt vielleicht/bestimmt auch noch irgendwann, aber dann will ich auch selbst entwickeln können, denn den Einfluss, den ich digital darauf habe, möchte ich nicht abgeben. Die Bildbearbeitung gehört für mich zum Bild dazu.

  3. Ich mag das Grasbild. Klasse.
    Und Deinen Blick auf Dich selbst.
    Von Mittag bis Mitternacht „nur“ drei Kommentare.
    Interessant, da gibt es wohl nichts hinzuzufügen, alles steht für sich selbst…

  4. Das Grasbild ist Hammer. Das Bild von Deiner Tochter auch. (gehe davon aus, dass sie es ist) Bin inzwischen Fan von Deinen Bildern. Die Bearbeitung bringt immer das Thema Sehnsucht für mich ins Spiel. Da möchte man sofort losziehen und schauen, was man unterwegs an Bildern findet. Großes Kino. Jetzt noch der Mensch dahinter, das macht es rund. Danke dafür… Das macht Mut. Und am liebsten mag ich den Satz wo learning by doing drin vorkommt. Obwohl ich in mancher Beziehung immer wieder schwer hadere damit.
    Die Art und Weise wie Ihr hier schreibt, macht Kwerfeldein so sympathisch. Hat echten Suchtfaktor. Es fehlt das ganze Überlegenheitsherumgepose, rüberkommt echte Leidenschaft. Liebe Grüße in den Süden Kölns
    Lis