Der Weg
12. April 2011 Lesezeit: ~4 Minuten

6 Jahre KWERFELDEIN

Der Weg

„hallodas ist nun mein erster blog.bin gespannt, was hier gehen wird…“

So und nicht anders klingt der Pilot von kwerfeldein.de, der vor exakt 6 Jahren ins Netz ging. Nicht gerade stilvoll, aber immerhin. Einzeiler zum Auftakt.

Heute verzeichnet kwerfeldein.de 1,573 Artikel, 45,151 Kommentare & 7,500.000+ Seitenaufrufe. Dazwischen muss also einiges passiert sein.

Aber: Ich möchte vorsichtig damit sein, hier das Gefühl einer laufenden Erfolgsstory entstehen zu lassen. Das kann und will ich nicht beurteilen. Doch ein Gefühl will ich ganz bewusst erzeugen:

Das ich verdammt stolz bin auf kwerfeldein.de.

Mit all den Hochs und Tiefs, den Veränderungen, verrückten Aktionen und neuen Erkenntnissen, mit jedem Artikel ist mir die Sache sehr ans Herz gewachsen.

Manchmal zu sehr – so verlor ich über die Jahre hinweg des Öfteren die Distanz, die – Herzblut in Ehren – ebenso notwendig ist. Doch ich habe dazugelernt und möchte diesen Ort, den ich gestaltet und geprägt habe, nicht mehr missen.

Das merke ich vor allem dann, wenn ich wie am Sonntag ein Interview lese, das ich weder geplant, noch geführt habe. In dem es gar nicht um mich, sondern um eine wunderbare Fotografin geht. Dann, wenn ich mir das Archiv ansehe und weiß, dass seit dem ersten Tag einiges passiert ist. Dann, wenn wir hier irgendwas gemacht haben, das irgendjemand irgendwie weiterbringt. Inspiriert. Ermutigt. Herausfordert.

In der Zwischenzeit habe ich gemerkt, dass ich so, wie ich bis Mitte 2010 den Karren gefahren habe, das Ding zielsicher an die Wand befördere. So wurden neue Reifen angelegt und das Konzept des Magazins eingeführt. Dass dieser Prozess schmerzhaft wird, war mir von Anfang an klar. Veränderung klingt ja eigentlich prima, tut aber meist weh, denn sie ist unbequem und bringt uns dazu umzudenken.

Veränderungen: Yes, we change.

Und ihr seht, ich spreche seit letztem Jahr nicht mehr von mir, sondern von uns. Das tue ich ganz bewusst – auch, wenn es mir schon immer klar war, dass das hier keine One Man Show wird. Als eigentlich introvertierter Mensch liegt mir das eh nicht und ich liebe die Kollaboration mit anderen.

So schreibe ich nicht mehr alleine, sondern habe eine kleine Redaktion aufgebaut, die mein persönliches Herzblut nun noch stärker pumpen lässt. Die Jungs und Ladies hinter den Kulissen sind der Knaller. Und was deren Persönlichkeit betrifft, werdet ihr in den nächsten Wochen noch einiges erfahren.

Weiter gibt es eine Moderation, die sich separat um die Verwaltung der Kommentare kümmert und ohne einen Mucks täglich „nach dem Rechten“ sieht. Auch das ist eine wertvolle Veränderung, die ich heute nicht mehr missen möchte.

Und weil Stillstand eh doof ist, haben wir seit letzter Woche ein wachsendes Team für unseren Twitterkanal. Und das rockt. Vielleicht noch ein wenig holprig, aber es rockt.

~

Ihr seht, hier ist Leben drin. Hier wird experimentiert, rumgetobt, aber so mancher Groschen 10 Mal umgedreht (wovon ihr dann nichts mitbekommt). Und eins ist mein persönliches Anliegen:

Auf kwerfeldein.de künstlerische, emotionale & tiefe Seite der Fotografie in den Vordergrund stellen.

Kwerfeldein.de ist kwer und nicht gerade. Oft haben wir gestört und ich weiß, dass wir es heute immer noch tun. Aber eins wollen und können wir nicht: Es jedem recht machen. An diesem Versuch würden wir kläglich scheitern – auch wenn wir es uns immer wieder zur Aufgabe machen, uns in die Schuhe der Leser zu versetzen. Ohne Empathie gibt es kein gutes Magazin. Aber ein bisschen herausfordern, das wollen wir auch.

Ich jedenfalls freue mich jetzt schon auf die nächsten Jahre kwerfeldein.de. Und wie beim letzten Mal sage ich auch heute:

Ideen hab‘ ich schon. Packen wir’s an.

P.S. *konfettiwerf*! ;)

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