kwerfeldein
11. Februar 2011 Lesezeit: ~2 Minuten

Nicht vorher so viel reden.

Frau im Nebel

Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir Web(-hobby)(-amateur)(-wasauchimmer)-fotografen viel zu gerne über unsere geplanten Projekte im Vorhinein reden. Liegt vielleicht am menschlichen Geltungsbedürfnis. Whatever.

Jeder kann ein Weblog aufziehen und seine Fotos zeigen. Jeder kann den Mund weit aufmachen und sagen: Ich werde dies und das tun. Jeder kann das.

Aber die wenigsten machen einfach. Ohne sich zu rechtfertigen. Just do the work.

Es ist etwas ganz anderes, retrospektiv über ein abgeschlossenes Projekt zu sprechen als im Vorhinein große Versprechungen zu machen.

Und die dann im schlimmsten Fall nicht zu halten. Da kommt dann so ein komischer Zwang auf, der niemandem was nützt.

Hey, bloggen und twittern und facebooken ist cool. Aber sich für jeden Scheiß zu rechtfertigen macht einen selbst kaputt. Und unglaubwürdig.

So hat man das Projekt totgelabert, bevor man überhaupt das erste ernstgemeinte Bild gemacht hat. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Ja, auch ich habe viele Ideen. Bin auch so’n Sponk, der manchmal tagelang irgendwelche Sachen im Kopf hat. „Idee!“ „Das könnte man machen“ – „Und… und das auch!“ Aber muss ich jedem davon erzählen? Nö.

Wayne. Wayne interessiert’s. Ich würde sagen: Niemanden. Aber was die Leute interessiert, sind Stories zu Fotos, DIE GEMACHT WURDEN.

Hinterher kann man drüber reden. Von mir aus auch schön breit und ausführlich. Eventuell auch hier, wenn die Fotos cool sind und der Text inhaltlich was hergibt.

Kamera umgehängt und los geht’s. Machen. Ausprobieren.

Nicht immer vorher so viel reden.

P.S. Übrigens gilt die Message auch mir selbst.

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43 Kommentare

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  1. So seh ich das auch , nicht so viel drüber reden. Meistens kommt eh viel mehr bei rum, als wenn man sich da krampfhaft versucht irgendwas vorszustellen was man jetzt genau so machen möchte.

    Klar manchmal ist Planung nicht verkehrt und für einige Sachen sicherlich notwendig, aber einfach mal so rauszugehen und seine Fotos zu machen, ohne großes Konzept und da stundenlang drüber nachgegrübelt zu haben und drüber diskutiert zu haben mit anderen Leuten ist doch auch ganz schön. Dann lässt man sich einfach von den Eindrücken inspirieren und bekommt unter Umständen viel bessere Ergebnisse!

  2. Wahre Worte.
    Ertappe mich öfter dabei, schon lange eine Idee im Kopf zu haben und sie nicht umzusetzen, schlechtes Wetter, Kopfschmerzen etc…aber dem Fotokumpel schon lang und breit davon erzählt.

    Muss jetzt auch schon wieder los, die ein oder andere Idee umsetzen.
    Gruß,
    Tobias

  3. Hallo,

    sehr interessant. Es scheint ja eine Tropfen gegeben zu haben, der dieses „thematische“-Fass zum überlaufen gebracht hat. Wäre natürlich auch als Leser spannend, die Hintergründe zu erfahre. :)
    Im Grunde stimmt das natürlich alles und das ist ja eigentlich Aussage genug. Man sollte es wohl wie der Jogger auf dem Foto machen. Einfach immer weiter seinen Weg laufen, und nicht jeder Person der man begegnet zu rufen : “ Hallo ich jogge … jaha bis nach …, das wird klasse wenn ich da ankomme“. Joggen ist wohl wie bloggen. Nur der „Lauf“ den man auch wirklich „gemacht“ hat, trägt etwas zur „Entwicklung“ bei.

    Danke für die schönen Denkanstöße und schönes Wochenende.

  4. Haha! Sehr schön. Ich erwische mich auch immer wieder dabei, drüber zu reden, was ich vorhabe. Im Nachhinein muss ich zugeben, das nur Weniges davon auch umgesetzt wurde. Das gilt nicht nur für die Fotografie.

    Danke für diesen Denkanstoss.

    Gruß … Lars

  5. Völlig richtig. Nicht so viel labern sondern einfach mal machen.

    (Für meinen Geschmack aber ein Artikel, der eher in ein privates Blog gehört und nicht in ein Fotografie-Magazin).

  6. Servus,

    auf den Punkt genau, ich nehme mich hier nur leider nicht aus :( also mittlerweile schon aber am Anfang wars leider nicht so…ist echt nen wichtiger Fakt…den manchmal scheiterts dann doch an bestimmten Mitteln und man kann groß angekündigtes nicht umsetzen….

    Beste Grüße

    David

  7. Volltreffer,
    das labern um nichts ist etwas genau so interessant wie die Twiets in der Form: Ich geh jetzt `nen Kaffe trinken; Man bin ich heute geschafft; etc o. eben ist in China ein Sack Reis umgefallen …

    Gruß
    Neufi

  8. Vielleicht ein Grund weshalb ich nicht mal einen Account bei FB oder Twitter besitze. Lieber rausgehen und fotografieren, Projekte umsetzen und dann voller Tatendrang einen hübschen Blogartikel darüber verfassen.

  9. ….wahre Worte…und der gewisse Überraschungseffekt ist dann auch weg, wenn zuvor zu viel gelabert wird. Lieber im Nachhinein berichten bringt viel mehr. Und wie Du sagst..reden kann man viel…..aber die Umsetzung ist ein anderes paar Schuhe…

    Grüße Oliver

  10. Ich denke nicht, dass es am Geltungsbedürfnis liegt, wenn über zukünftige Projekte geschrieben wird. Man möchte sich eben seinen Lesern mitteilen.

    Zudem wird meiner Meinung nach eher sehr selten über etwas geschrieben, was im nachhinein wieder abgesagt wird!

    Im Übrigen finde ich es nicht gut, dass du in der wir-Form schreibst. Man hat das Gefühl, dass Du alle Fotoblogger über einen Kamm scherst.

    Auch muss ich Matthias recht geben. Der Beitrag gehört eher die Kategorie „Privat“.

  11. Ronny hat da schon recht. Zu dem ‚wir‘ grenzt du dich aber anschließend aus – daraus wird dann ein ‚Ihr‘. Jedenfalls kommt es so rüber. Ich kenne diese Verhalten jedenfalls nicht von meinen Fotokumpels und auch nicht von mir.
    Ausserdem recht lustig dass ein Beitrag der das Thema „Schweigen“ oder „nicht reden“ behandelt so redundant und in die Länge gezogen ist. ;)

  12. Dass diese Einsicht ziemlich logisch ist, kann man wohl kaum abstreiten. Ich schreibe/rede auch nie monatelang über meine Foto“visionen“ bzw. versuche es zu unterbinden. Klar gibt es ein paar Projekte, die sich aus „höherer Gewalt“ immer und immer wieder nach hinten verschieben, aber dagegen kann (und soll) man meiner Meinung nach nichts machen. Wenn’s nicht heute sein kann, soll’s halt heute nicht sein.

    Eine Ankündigung für ein fix geplantes Shooting finde ich ok. Wenn man 2 – 3 Tage oder sogar eine Woche vor der Veröffentlichung mal kurz drauf aufmerksam macht, bringt das sicher auch was! :-D

    Kritik an diesem Beitrag will ich aber trotzdem äußern: die Aussage ist zwar schön und richtig, könnte aber definitiv in besserer Form vorliegen! Auf mich wirkt das ganze wie eine impulsive „Hass“rede zum kurzzeitigen Frust ablassen ;-)

  13. Gibts auf diesem Blog nicht auch täglich was Neues??? Würde ein guter Beitrag pro Woche nicht reichen??? Nicht dass mich jemand falsch versteht, ich liebe diese Seite wegen Ihre Gehalts und Geistes!!!

    Generell texten und pic“-en“ wir uns zu, wie die Weltmeister…., das Fassungsvermögen meiner Aufmerksamkeit ist begrenzt…!

    Devise: Qualität statt Quantität!
    Und ja, ich habe die Kamera auch mal ne ganze Woche oder länger, nicht in der Hand…;-)
    Wenn der Druck im Kessel der Ideen steigt, steigert sich auch die Durchschlagskraft der Fotos – hoffentlich.

    Nix für ungut,( jetzt gibts schon wieder ein Statement mehr…!) :-)

  14. Dem kann ich mir nur anschließen! Aber Martin du bist ja auch als selfmade bekannt und die Sachen die du gemacht hast, haben bis jetzt immer Hand und Fuß gehabt. Und gerade das schaffen viele nicht … weil sie nur reden. Aber ich denke mal der Neid spielt da auch eine sehr große Rolle!!!
    Aber wir sollten nicht vergessen, das es um die Leidenschaft der Fotografie geht. Egal ob Profi, Semiprofi, Amateur oder „nur“ Hobbyfotograf!

    Machen!!! Nicht Labern!!! Und nur das Ergebnis zählt!!!

  15. Hmm, ich finde diesen Beitrag merkwürdig. Eher deplatziert in diesem Rahmen. Er wirkt tatsächlich so, als hättest du ihn aus einer Laune heraus und spontan verfasst. Provozieren kann man auch durch feinere Töne ;-).

    • Ich hab das gleiche Gefühl, Martins Beiträge wirken immer wie die Standard-Foren Posts die sich in der Fotografiewelt finden lassen. Und es geht nahezu immer um das gleiche. Kritker, Umgang mit Kritikern, Kritik schreiben, Procrastination, Umgang mit Procrastination, Procrastination umgehen, Was ist Procrastination und wie steht es im Verhältniss zu einem kritischem Kommentar. etc etc.
      Nicht falsch verstehen, das soll kein Diss sein, deine Beiträge zur Lightroom-bearbeitung und Bildkomposition sowie S/W Fotografie fand ich allesamt sehr sehr gut.

      Just my 2 cents.

  16. Hallo Martin,

    wie oft ich mich doch in deinen Artikeln wiederfinde ist echt schlimm. Auch mir passiert es immer wieder, das ich mir viele Gedanken mache und über mögliche Projekte rede und vielleicht sogar zerrede.

    Einfach die Kamera nehmen und damit umher ziehen, mache ich eigentlich viel zu wenig. Dabei mag ich eigentlich meine spontan entstandenen Fotos viel lieber als meine komplett durchstrukturierten Studioaufnahmen.

    Wenn ich einfach mal losziehe, arbeite ich gerne schmutzig und unperfekt. Das Sterile und einfach nur hübsch anzusehende langweilt mich zusehens mehr.

    LG Marco

  17. Ich finde Reden ist ein wichtiger Faktor zur Ideenfindung. Hier geht’s allerdings wohl mehr ums zu frühe Herumprahlen, bevor man noch irgendwas geleistet hat.

    Anderer Weg:
    Idee im Kopf -> Nachforschen und Präzisieren -> Planen -> Terminisieren -> Umsetzen -> Ergebnis zeigen und dann gegebenenfalls damit angeben ;-)

    Man lernt sehr viel, wenn man nicht immer alles dem Zufall überlässt – Funktioniert halt bei jedem anders!

  18. Wie wahr. Manchmal ertappe ich mich auch dabei, dass ich eine Idee ewig im Kopf habe, stolz auf die Idee bin – anstatt das Foto zu machen und darauf stolz zu sein. Eigentlich bekloppt. Wenn man mal drüber nachdenkt.

  19. Diesen „Anschiss“ habe ich mal wieder gebraucht. Ich werd mir jetzt (jetzt-sofort!) überlegen, welche meiner Ideen ich umsetze. Danke! :)

    Übrigens mag ich deine lockere Art zu schreiben.

    Gruß
    Robert