kwerfeldein
14. Dezember 2010 Lesezeit: ~6 Minuten

Mobilographie vs. Photographie?

„Fotografie – das ist doch heute auch nicht mehr, was es einmal war.

Toll. Die Grenzen zwischen Video & Foto sind verschwommen und ja nicht mehr wahrnehmbar. Und überhaupt. Jetzt haben Kameramänner vom Film das Drehen mit der DSLR kennengelernt und die ersten Fotografen beschnuppern schon mit ihren neumodischen fuffzig D’s das Bewegtbild. Die machen Videos. Toll. Echt toll.

Ja schön!

Doch das alleine reicht ja nicht! Jetzt kommt auch noch, dass Fotos nicht mit herkömmlichen Kameras gemacht werden, sondern: Mit Handys! Das hat uns grad noch gefehlt! Ja verdammt nochmal, ist das noch Fotografie, oder was? Amateurgeklicke! Nervtötendes Spielzeuggeknipse! Bäng Boom Bäng!“

*****

Wahn. Sinn. Dem ein oder anderen steht der Sinn nach Wahn, wenn er mitbekommt, wie rasant Technologien die Art, wie wir Fotografieren verändern. Da drängt förmlich die Frage auf, die erst kürzlich auf appstorm gestellt wurde: Is the iPhone Ruining Film and Photography?

Stehen wir kurz davor, die Fotografie, so wie wir sie kennen, zu verlieren?

Diese Fragen klingen in den Ohren so mancher Early Adopter sensibel dramatisch, etwas überzogen.. Aber ist das wirklich Übertreibung?

Hören wir doch mal genauer hin: (Quelle)

As of July of this year (2010), Facebook now sees more than 100 million photo uploads every day.“

„And then there’s Instagram, the two month-old, hit iPhone app that signed on more than 100,000 users in its first week and is now seeing two to three photo uploads per second.

Natürlich sind das nur tote Zahlen, aber sie belegen das, was wahrscheinlich die Meisten unter uns bemerken: Da tut sich was. Und zwar so schnell, dass einem schonmal schwindelig wird. Ausser, man steht auch auf Geschwindigkeit. So wie ich (und viele andere).

Übrigens: Klar möchte ich mit dieser Einleitung auf einen Standpunkt hinaus, ohne den dieser Artikel wertlos wäre.

Deshalb nochmal zur Frage zurück:

Stehen wir kurz davor, die Fotografie, so wie wir sie kennen zu verlieren?

Verändert sich das Fotografieren gerade so rapide, so – sagen wir mal – krass, dass sich damit auch die Gewohnheiten verändern, wie fotografiert wird? Die Haltung? Die Mittel? Und so weiter?

Ja natürlich.

Offen ist, ob das ein Problem sein muss.

Die Zeiten, in denen die meisten Fotos mit Bridge/Kompakt oder gar DSRL Kameras gemacht werden, sind gezählt. Sag ich jetzt mal so ins Blaue hinein. Noch nie wurde so viel und so oft fotografiert, wie heute. Weil fast jeder (im westlichen Teil Europas) ein Handy hat. Und fast jedes Handy hat auch eine Kamera. Das ist praktisch, das ist gut.

Natürlich kann man argumentieren, dass je mehr Fotos in den Rachen der Raupe Nimmersatt aka das Internet geworfenen werden, desto mehr (Verzeihung) Bullshit wird dann am Ende herauskommen.

Stimmt. Hat aber nichts mit dem Medium Kamera am Handy zu tun. Hätte jeder eine DSLR, ich bezweifle, ob wir dann bessere Fotos hätten. Technisch gesehen, vielleicht. Aber bildkompositorisch? Da habe ich meine Fragen.

Viel eher hängt das damit zusammen, dass Internet und Mobilkameras gemeinsam einen riesigen Daten – ich will jetzt nicht sagen -Müll -Komplex erschaffen. Wie viele Fotos pro Stunde im Netz landen, das weiß keiner. Ist auch eigentlich wurschd.

Aber: Jeder kann fotografieren.

Diese Feststellung ist genauso provozierend, wie es wohl vielen ein Dorn im Auge sein wird. Doch es ist eine Tatsache. Und ich finde das gut.

Denn es ist doch grad mal piepschnurz egal, mit welchem Gerät fotografiert wird. Fotografische Qualität auf das Aufnahmemedium zurückzuführen wird gerne eine Sackgasse, das wissen wir alle. Denn fotografische Qualität ist nicht nur Schärfe, Brillianz oder Auflösung.

Auch. Aber nicht nur.

Und mir ist es mittlerweile immer weniger wichtig, mit welcher Kamera ein Foto gemacht wurde. Ob ein Bild nun mit der 50D, einer schrottigen Lochbüchse oder dem schräg in die Luft gehaltenen Laptop gemacht wurde? Das ist, gelinde gesagt, nur geringfügig relevant – was die Qualität betrifft.

Was zählt, ist das Ergebnis.

Was zählt ist, ob der, der einen Auftrag gegeben hat, zufrieden ist. Was zählt, ist, ob der, der fotografiert Spaß dran hat.

Dass ich selbst eine offene Zuneigung der mobilen Fotografie gegenüber pflege, ist ja nun auch kein Geheimnis mehr.

„Was? Ich muss kurz zum Auto, weil ich die Gummibärchen habe liegen lassen? Klar doch! Handy mitnehmen, vielleicht begegnet mir ja ein rosa Einhorn etwas schickes für ein gutes Foto. “ Kurz aufgenommen, Kamera Handy wieder eingepackt, fertig ist der Obstsalat. Das ist so einfach, so schnell, so gut. Ja, ich bin begeistert.

Ob ich nun eine Hochzeit fotografiere (nein, das mache ich nicht mit dem mobilen Gerät) oder unterwegs ein paar Bilder aufnehme, samt Kamera in der Landschaft stehe oder zu Hause meine Tochter fotografiere, alles ist eins:

Fotografieren.

Ich wechsle nur das Gerät.

Der Übergang ist flüssig, für mich ist das ein und dasselbe. Ich fotografiere nicht richtiger, wenn ich mit der DSLR in der Hand den Auslöser betätige. Und nicht weniger, wenn ich irgendein Handy gerade in der Hand halte oder sonst irgendwas, was „Fotos macht“.

Was sich ändert, ist der Handlungsspielraum. Und den zu kennen, zu bedienen und auszunutzen, das ist für mich die Kunst. Die Herausforderung. Und: Das Spannende daran.

In diesem Sinne wünsche ich allen für diese Woche „gut Licht!“ – völlig egal, mit was ihr fotografiert ;)

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52 Kommentare

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  1. Danke für diesen Beitrag.

    Ich würde es gerne mal mit dem „Malen“ vergleichen.
    Ist es nicht egal ob Bleistift, Kohle, Aquarell oder in Öl – malen, zeichen.
    Das Gerät ist doch nicht ausschlag gebend für das „Bild“ ? Oder doch ?

    Mir fällt leider nur ein Satz dazu ein: (Phrasendresche!)
    Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

    Wenn ein Bild gefältt, ist die Art und Weise der Erstellung doch nur Nebensache.

  2. Hier auf dem Lande mit langsamem DSL wird man zum Glück vor diesen Bildfluten geschützt :-), zumindest von den Bewegtbildern.

    Es scheint mir mit immer vollzeitlicherer Kameraverfügbarkeit so etwas wie in den 80ern bei E-Gitarren abzuspielen: Ein Hype der auf seinem Gipfel vom Erträglichen abgekoppelt implodiert. Hört heute noch wer Steve Vai oder Paco de Lucia? Immerhin jüngst von den lustigen Shreddern nochmal „zitiert“ worden mit einem höhnischen Unterton.

    Ich denke dass sich zumindest beim Massenmarkt irgendwann die Einsicht durchsetzen wird dass man mit der Kamera im Netz nichts Bleibendes hinterlässt.

    Als Hobbyfotograf tendiere ich persönlich schon länger dazu, meine Bestätigung nicht im Netz sondern ganz biedermeierisch im privaten zu suchen: Vom Enkel-Fotobuch für die Verwandtschaft über Produktbilder für die Arbeit bis zum Vereinsmeiern.

    Fotografie als Selbstzweck überschreitet m.E. gerade seinen Zenit, auch oder gerade wegen der Handybilder.

    • Hallo Claus,

      ich würd da jetzt doch gerne mal an zwei Stellen nachhaken.

      Warum glaubst Du, dass man „im Netz“ nichts Bleibendes hinterlassen kann, und wo wir gerade dabei sind, wieso trennst Du die Möglichkeit über das Netz Bilder zu zeigen, von den – nennen wir es mal – analogen Wegen?

      Und ich würde gerne wissen, was für dich „Fotografie als Selbstzweck“ bedeutet.

      • Hi Holger, danke für das Feedback. Meine Antworten:

        Im Netz gibt’s nix bleibendes weil
        1. Ausser persönlich damit Verbundenen keiner auf alte Bilder im Netz schaut.
        2. Mehr Generationen _nicht_ dorthin kommen als doch
        3. Es dort zu viel Neues gibt das alles Alte verdrängt
        4. Es auf langsamen Kabeln keinen Spaß macht
        5. Es nicht anfassbar und andiewandhängbar ist

        Fotografie als Selbstzweck ist es für mich immer dann, wenn es ausser dem Fotografen und gleichgesinnten niemanden interessiert, also weder der Familienchronik dient noch zum Geldverdienen.
        Die fallen dann eben ganz besonders ist die Sparte „schnell wieder weg“, weil sie keinen Anker in der realen Welt haben.

  3. Meiner Meinung nach verändert sich gar nix. Das jeder ner Digiknipse oder ein Handy mit Fotofunktion hat, ist schon seit Jahren so, und damals wurde auch nicht weniger genipst.
    Was sich ändert, ist, dass man jetzt seine Fotos direkt im Internet zeigen kann, früher sind die eben auf der Festplatte oder der Handy-SD-Karte vergammelt.
    Man nimmt die Bilder halt mehr wahr.

    Bessere Fotos entstehen dabei übrigens auch nicht. Bis auf ganz wenige Ausnahmen sehe ich überall nur die typischen Handybilder (zu Dokuzwecken ja auch völlig OK, aber eben nicht aus fotografischer Sicht), oder noch schlimmer, die typischen Handybilder, die durch eine x-beliebige HolgaPolaLomoHastenichgesehn App verwurstet wurden.
    Das mag ja am Anfang noch ganz witzig gewesen sein, aber ich kann’s einfach nicht mehr sehen, und aus nem Handtuch am Haken wird durch ne Cross-Entwicklung kein Kunstwerk. Dagegen ist ja HDR und T/S richtig originell.

    Ich seh’s genau umgekehrt, je mehr das Internet durch diesen FilterFuck zugemüllt wird, desto mehr Wert bekommt wieder die Fotografie mit der DSLR, weil dort eben Bilder möglich sind, die man nicht mit dem Handy und ner 79cent Filterapp per Zufallsgenerator erzeugt.

    Auch wenn’s vielleicht jetzt etwas hart klingt, früher habe ich Martin für seine Landschaftsbilder bewundert, und versucht, etwas halbwegs vergleichbares hinzukriegen, und fast immer versagt. Das war für mich Fotografie.
    Wenn ich mir die Bilder in diesem Beitrag hier oder in der letzten Zeit auf facebook anschaue, kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
    Wenn das deine Entwicklung ist, dann definitv in die falsche Richtung. Vielleicht soll das ja auch Kunst sein, und irgendwie sowas hervorrufen, dann hat’s sein Zweck erfüllt, aber sonst?
    Ich mein, wenn dir das Spaß macht, ist da natürlich auch nix gegen einzuwenden, und mir muss das ja auch nicht gefallen. Jeder wie er mag, ich würde mich nur freuen, mal wieder so ein richtiges kwerfeldein foto zu sehen.

    Sorry für die klaren Worte, aber die Gedanken schlummerten schon lange in mir und mussten mal raus ;)

    peace!

  4. Hallo Zusammen,

    dazu möchte ich auch mal was sagen. Erstmal Grundsätzlich: Ich finde das allein das Bild/Video zählt, das Equipment womit es entstanden ist, ist nicht wirklich wichtig.

    Ich hatte bis vor kurzem 2 Kameras, eine kleine Digiknipse und eine DSLR. Seit einiger Zeit habe ich ein Nokia N8 Smartphone, die Kamera in dem Ding hat mich derart überzeugt, dass ich die Digiknipse verschenkt habe, ich brauche sie nicht mehr. Das Smartphone habe ich IMMER dabei, das ist einfach perfekt!! Meine DSLR nehme ich eigentlich nur mit, wenn ich irgendwo hinfahre um gezielt Fotos zu machen, natürlich sind die Möglichkeiten und die Qualität der DSLR bei weitem grösser aber die Bilder des N8 sind schlicht erstaunlich gut und wirklich zu gebrauchen.

    Bilder sind doch vor allem eins: Erinnerungen und was nützt mir all das gute Equipment, wenn ich es schlicht nicht dabei habe in einem Moment der es Wert ist als Erinnerung festgehalten zu werden? Neuerdings mache ich auch gerne mal kleine kurze Videos, von meinen Freunden bei irgendwelchen Dingen die wir erleben – das geht alles mit dem Smartphone in einer Qualität die bemerkenswert ist und ich stelle es mir einfach riesig vor, diese kleinen Schnipsel in 20 Jahren mal wieder anzusehen und über die Frisuren und die Klamotten und alles zu lachen!

    Also was soll ich sagen, mein Votum: 100% pro Smartphonekamera und Videografie! ich weiss beim besten Willen nicht was daran schlecht sein soll.

    Gruss
    Nino

  5. Ich bin vielleicht was eine Aussage zur langfristigen Veränderung oder einen Wandel angeht, definitiv die falsche Person. Dafür fotografiere ich einfach noch nicht lange genug.
    Was ich aber mitbekomme ist einfach die Tatsache – und da kann ich Martin einfach nur zustimmen – dass ich auch mit meiner iPhone Kamera (für meinen Anspruch) interessante Fotos machen. Und wenn ich ehrlich bin: ich finde diese Instant-Digital-Fotografie hat für mich einen klaren Vorteil:
    Durch das schnelle Effektieren von Fotos mit den bekannten Apps bekomme ich schneller ein Resultat und kann somit auch den (für mich persönlichen) Wert dieser Aufnahme schneller einschätzen.
    Das sehe ich als klares Pro an.

    Was mir an dieser Diskussion (sowohl in Martins Artikel als auch in den Kommentaren stört, ist, dass hier nur Schwarz/Weiß gedacht wird.
    Es gibt eben nicht nur gute Fotos und es gibt eben auch nicht nur schlechte Fotos. Es gibt auch eine riesige Palette an Fotos, die dazwischen liegt. Und da stellt sich für mich die Frage, ob wir (ich vermute mal hier lesen nur Leute, die von sich selbst, dass sie bewusst fotografieren) uns diese harsche Kritik erlauben dürfen, denn auch die ersten Handykameras mit grottigen Ergebnissen haben damals ihren Zweck erfüllt. Man konnte fotografieren und seinen Freunden zeigen, was man erlebt hat. Heute tun das mehr Leute in meinen Augen und auch in einem weitaus öffentlicherem Raum als noch vor ein paar Jahren, aber nichts desto trotz weiß doch jeder ambitionierte (Hobby)-fotograf, wo er Aufnahmen findet, die seinen Ansprüchen genüge tun und, dass sichprozentual gesehen bei Flickr vermutlich mehr Fotografen, die des künstlerischen Aspekts der Fotografie wegen fotografieren als auf Myspace, Facebook, etc.

    Ich kann abschließend nur nochmal sagen, dass ich diese mobile Entwicklung selber sehr gut finde, aber auch um die technischen Grenzen der Mobilgeräte weiß. Und genau da ist doch auch der Punkt, wo dann die SLRs wieder ins Spiel kommen: Für Berufsfotografen oder Menschen, die einen hohen Anspruch an Schärfe, Belichtung, vllt. auch Pixel (zwecks Druck) gibt es doch nach wie vor keinen Weg vorbei an einer SLR.
    Klar kann ich auch mein Handy bei einem Konzert herausholen, aber das Foto, was nachher in einem Musikmagazin abgedruckt wird, werde ich damit vermutlich nicht schießen können.
    Ich denke das ergänzt sich momentan ganz gut.

  6. Ich würde Marco und Claus zustimmen. Ich bin auch jemand, der Dinge nach Qualität, zB nach Inhalt, dessen Relevanz und Dauer bewertet. Und da muss ich sagen, dass sich überhaupt nichts verändert. Fotografie funktioniert heute noch so wie vor 30 Jahren. Es gibt nur wahnsinnig viel mehr davon. Das bedeutet für mich nur, dass schwieriger und anstrengender wird in der Masse die Qualität noch zu erkennen und wertzuschätzen.
    Deswegen find ich auch den Hinweis auf das Private (auf das Papier usw.) ganz gut. Da interessiert mein Foto auch länger als 5 Sekunden.

    Die Technik ist da relativ untergeordnet. Wer gerne zu jeder Zeit ein Foto macht, der muss halt seine Kamera schleppen oder das Handy nehmen. Wenn die Qualität den Ansprüchen der Idee des Fotos genügt, ist doch alles bestens.

    • Hui, da hast Du ja was losgetreten Martin! ;-)
      Also es scheint als schwanke das Ganze zwischen „Fotografie funktioniert wie eh un je“, sowie „Fotografie an sich wird auf den Kopf gestellt und verändert gerade alles“… Mmmhhh… irgendwie verständlich, finde ich. Wenn ich (persöhnliches Bsp.) in Kälte und bei Eiswind, nach 5 Stunden klettern dann endlich auf der Hochebene angekommen bin, den norwegischen Fjord 800m unter mir… dann ist das Foto „verdient“. Dann muss die Aufnahme sitzen, da wird sich abgestützt wo geht damit nichts verwackelt. Da wird mit klammen Fingern irgendwie der Verlaufsfilter vor dem Objektiv balanciert… geflucht nur den Monopod mitgenommen zu haben… und dann noch Wochen später in der digitalen Dunkelkammer entwickelt & abgewedelt u.s.w.
      In solchen Aufnahmen steckt Arbeit, Zeit und Aufwand. Und dieses Bild muss sich dann im Internet gegen Hunderdtausende Kompaktkamerabilder vom letzten coolen Drive-In Urlaub am Grand Canyon messen! Wo bleibt da der Respekt?
      Soweit zum Handwerk.
      Fotografie ist aber auch Kunst. Und obgleich der Aufwand in einer Landschaftsaufnahme zu würdigen ist, wo er doch so viel höher liegt als einmal das Handy zu zücken… ist es nicht Kunst, in einer Seitenstrasse etwas zu sehen, Licht, Schatten, Strukturen… die durch das Einfangen und spätere zeigen Emotionen auslösen, beim Betrachter, oft beim „Surfer“? Dieser Blick für das Besondere ist ein Talent, völlig losgelöst von der verwendeten Technik. Kunst ist das Ergebnis, welche auch Respekt verdient. Und diese Kunst ist heute eben fast überall möglich, mit jedem Handy… was nicht heißt, dass sie überall passiert. Aber die Möglichkeiten sind jetzt fast immer und überall gegeben! Das ist die große Veränderung! Und die findet logischerweise kaum im Handwerk Fotografie statt, umso mehr jedoch in der Kunst. Die handwerklich orientierten „Lichtmaler“ werden somit zu recht bei den neuen Arten des aufnehmens und verbreitens davon sprechen, dass dies nicht wirklich Fotografie sei. Ein mehr künstlerisch orientierter „Lichtmaler“ wird jedoch in den neuen Wegen und Methoden unglaubliche neue Möglichkeiten und Freiräume sehen. Somit ist die Frage ob sich Fotografie verändert klar mit ja zu beantworten, nur eben die Kunst sehr viel stärker als das Handwerk. (Das Fotografieren zum rein praktischen Zweck des Einfangens von persöhnlichen Erinnerungen macht einen Großteil der digitalen Bilder aus und bleibt hierbei völlig unbeachtet.)
      …Und nun frage sich ein jeder selbst ob er mehr dem Handwerk oder der Kunst zugeneigt ist. Ich selbst finde das Halten der Balance zwischen beiden sehr spannend! ;-)

      beste grüße

      Helge

  7. Vielen Dank mal bis hierher für das Feedback. Mit ist klar, dass das Thema einen Dialog auslösen wird – das will ich ja auch.

    Für mich ist es interessant, bei Euch und Euren Motivationen reinzuhören. Manches kann ich mit einem Nicken bestätigen, anderes weniger. Das ist auch okay – wiir müssen ja nicht zwingend einer Meinung sein ;)

    Die Fotografie ist so vielseitig, so vielseitig, wie es Fotografen gibt. Ich schau mir jetzt mal Eure Fotos an. Jop.

  8. Ein netter Artikel, der uns doch wiedermal zeigt: das Medium ist egal, hauptsache wir können jemanden glücklich machen (wenn auch manchmal nur uns selbst)

    Dabei ist mir völlig egal wie diese entstanden sind. Ich bin umso begeisterter je mehr ein Bild allein durch seinen Inhalt/Komposition als durch die Aufnahme- oder Bearbeitungstechnik erstrahlt.

    Schade an der derzeitigen Entwicklung finde ich nur, dass man in den Unmengen der Werke leider häufig die (für einen) Guten/Interessanten kaum noch sieht (den Wald vor lauter Bäumen .. sozusagen)

    Aber es gibt ja Anlaufstellen ;)

  9. stimmt irgendwie..weisst ein kluger man hat mal gesagt : ein guter fotograf kann auch mit einem handy o.mit einer wegwerfkamera gute bilder machen..
    was ich eben aber auch stört,nichts ist mehr real..überall wird mit ebv’s nachbearbeitet,man überbietet sich in softwarehingerechneter schärfe u.auch qualität,jedoch geht dabei wirklich das verloren,was ich mit einem bild zeigen will o.möchte,meine perspektive u.meine aussage..
    und naja was nützt mir ne dslr und photoshop,wenn ich die elementaren dinge des fotografierens nicht beherrsche o.mir aneigne,um besser zu werden..
    und hmm..ja stimm dem marco da zu..der wert der fotografie auf dslr..ich mach ab und zu auch handybilder,würde aber nie eins mehr online stellen,es sein denn es ist 100% perfekt..

  10. Ich denke, dass sich eigentlich an der fotografie selbst nichts ändert. die motivation des fotografen ändert sich nur. ich habe angefangen zu fotografieren, um einen ausgleich zu haben. ich wollte meine umwelt so festhalten wie „ich“ sie sehe. ich will bewusst fotografieren. der prozess des “ so, jetzt gehe ich los … fotografieren“ ist momentan eines der wichtigsten anreize für mich. ohne dieses gefühl wäre die fotografie nur halb so befriedigend für mich.

    durch die mobile fotografie wird einfach eine andere art des fotografieren bedient. etwas was vllt. lange im verborgenen lag. es ist ein art sich kreativ aus zu toben ohne sich dafür einschränken zu müssen (zeitlich, räumlich oder technisch). man sieht etwas „schönes“ und man drückt ab oder man zeigt schnell den freunden auf facebook an welch schönen ort man ist. die mobile fotografie erinnert uns also an die schönen aspekte des alltäglichen lebens. es scheint eine art ventil zu sein, den alltäglich trott etwas besonderes abzugewinnen, etwas zu teilen und es kreativ auszuwerten.

    ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden. denn es ist wie es ist, über geschmack … . :)

  11. Ich könnte schwören ich hab hier auf kwerfeldein.de, als Tweet von Martin oder auf ähnlichem Wege mal die Frage gelesen: ist das iPhone das neue Polaroid?

    Der Artikel geht doch genau in die Richtung:
    Das Smartphone ist immer dabei, damit wird „geknipst“.

    (Fast) jeder hat eins und dokumentiert damit seinen Alltag etc. Da kommen mal mehr, mal weniger anspruchsvolle Fotos bei raus. Oftmals wird „einfach draufgehalten“ um den Moment festzuhalten. Ohne jeglichen, künstlerischen Anspruch.
    Die DSLR dagegen ist das Werkzeug des Künstlers. Hier hat er gestalterische Freiheiten, kann Blende/Verschlusszeit/ISO/Brennweite beeinflussen.

    Klar sind das jetzt die beiden Extreme zwischen denen die Grenzen fließend sind und wo es auch Ausnahmen gibt.
    Martin zeigt so oft, dass man auch mit dem iPhone tolle Bilder machen kann. Und immer mehr „Knipser“ können sich durch die sinkenden Preise eine DSLR leisten, die eben nicht automatisch zu besseren Bildern führt.

    Aber ich finde die Tendenzen sind eindeutig: Smartphone ist Spielzeug, DSLR ist Werkzeug. Auch wenn es nun etwas hart klingt.
    Denn wie Martin schon schreibt, wird er eine Hochzeit nie mit dem iPhone fotografieren :-)

  12. „Bessere Fotos entstehen dabei übrigens auch nicht. Bis auf ganz wenige Ausnahmen sehe ich überall nur die typischen Handybilder (zu Dokuzwecken ja auch völlig OK, aber eben nicht aus fotografischer Sicht)

    Wer bestimmt denn, was „fotografisch wertvoll“ ist? Ist ein Foto wertvoller, weil es mit einer (D)SLR gemacht wurde? Ist es nicht schei****egal, mit welcher Technik ein Bild gemacht wurde, wenn mich das, was darauf/darin – zu sehen ist, mich anspricht? Wo steht das Gesetz, dass besagt, dass Mobile Geräte, allenfalls, dokumentarischen Zwecken dienen „dürfen“?

    „Das mag ja am Anfang noch ganz witzig gewesen sein, aber ich kann’s einfach nicht mehr sehen, und aus nem Handtuch am Haken wird durch ne Cross-Entwicklung kein Kunstwerk. Dagegen ist ja HDR und T/S richtig originell.“

    Dann schau halt nicht hin, wenn das angebrachte Beispiel, mit dem Handtuch, nicht Deiner künstlerischen Wertvorstellung entspricht. – Andere finden diesen Haken vielleicht durchaus so kunstvoll und hängen Ihn sich , gedruckt an die Wand und erfreuen sich daran.

    „Wenn ich mir die Bilder in diesem Beitrag hier oder in der letzten Zeit auf facebook anschaue, kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
    Wenn das deine Entwicklung ist, dann definitv in die falsche Richtung. “

    *rofl*. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen..Du maßt Dir an – nur weil DEIN Geschmack nicht getroffen wird – von, „Entwicklung in die FALSCHE Richtung“ zu sprechen?

    Sorry, aber diese Gedanken mussten nach dem Lesen Deines Beitrages auch mal raus.

    ————————————————————————————————————–

    Grundsätzlich sollte meiner Meinung alles erlaubt sein, was SPASS macht. Wem oder ob es gefällt, spielt keine Rolle und ich denke nicht, dass sich mit Einzug von Handys und Apps die Fotografie als Solches verändert. Schneller – ja – schlechter – nein , besser – auch nicht. Immerhin kann ja jeder für sich entscheiden was und welchen Weg er bevorzugt -und das ist gut so.

  13. veränderungen rufen immer erstmal einen aufschrei bei den „alten“ hervor, das ist nicht nur in der fotografie so sondern überall. ich sehe vorteile in der handyfotografie, gefallen tut sie mir aber eher selten. gerade filter und effekte sind mit vorsicht zu geniessen aber ich denke dass wird sich alles bald wieder beruhigen. die leute die nur auf den trend aufgesprungen sind werden genauso schnell verwschinden und übrig bleiben die die sich wirklich für das thema interressieren.
    trotzdem, kritik muss sein und die filterexzesse mancher „mobilographen“ müssen eingedämmt werden ;)

  14. Ich bin da ein wenig zwiegespalten. Fotografiere selber gerne mit dem iPhone und ja auch mit „destruktiven Filtern“ ala Hipstamatic und co. Das ist nicht mein „Anspruch“ an die Fotografie aber es inspiriert doch sehr, genauso wie doodeln auf dem Zeichenblock das tut. Das Dingen bei „destruktiven Filtern“ ist, wenn man sich ein wenig damit beschäftigt kann man sie ja auch ganz gezielt einsetzen ;), sie sind nämlich nicht willkürlich. Es sei den man will es so. So ist aus der Rumspielerei mit der immer-dabei-mobil-Knipse, mit der ich auch noch direkt teilen kann, schon die ein oder andere Fotoidee entstanden, die ich dann mit der DSLR oder eine analogen Kamera umgesetzt habe.

    Datenmüll, tja, der eine nennt es Müll der andere Kunst. Mit Sicherheit gibt es eine Menge Schrott der tagtäglich hochgeladen wird. Aber ist dieser „Schrott“ den auch immer als Fotokunst gemeint? Viele nutzen die Möglichkeiten um der Oma schnell das neueste Bild vom Enkel zu schicken, sei es nun via tumblr, facebook, flickr oder sonst was. Die Oma kümmert es wenig ob das Bild toll komponiert ist, rauscht oder verwackelt ist, das Bild zaubert ein Lächeln auf ihr Gesicht und darum ging es. Andere nutzen mobile Fotografie als visuelles Tagebuch (ich auch) auch hier geht es dann primär nicht um das perfekte qualitativ hochwertige Foto, sondern um den Moment.

    Aber eines hat mich gestern (zufällig einen alten vidcast von Martin gesehen) wirklich genauso beschäftigt wie Marco weiter oben. Schon lange kein tolles Landschaftsfoto mehr von Martin hier gesehen, dafür viel zum Thema mobile Fotografie. Ein anderer Weg aber so ist das wen man kwerfeldein läuft ;)

    Ich kann mir vorstellen ähnliche Diskussionen gab es in erlauchten Fotografenkreisen als die ersten massentauglichen Polaroids rauskamen ;)

  15. Hallo Martin,

    merci für den Beitrag.
    Ich folge Dir ja bei div. Networks und bin immer wieder begeistert von Deinen Bildern. Ich finde es spannend und empfinde es auch nicht als schlecht.

    Ich kenne viele Leute, die gern fotografieren, manche gut, manche mehr schlecht als recht (für mein Empfinden) aber jeder hat seinen eigenen Geschmack und ich finde analoge s/w Photographien häufig wundervoll, aber auch die iPhone Bilder, die man bei in den Communities immer mehr findet, können meinen „Nerv“ treffen und tun dies auch recht häufig.

    Photographie war und ist für mich zeitlos und ein ständiger Wandel und nicht die Technik macht ein gutes Foto aus, sonder der richtige Moment.

    Viele Grüße
    die Sternstaubfee

  16. Sehr guter Artikel.
    Das Kredo des Artikels gefällt mir sehr: Am Ende zählt das Bild (-only the picture-), nicht wie es produziert wurde.

    Meine Meinung:
    Der Betrachter entscheidet und nicht der Fotograf.

    @MARCO sollte nicht so pauschaliert abwerten was da so aus den Handycams in´s Netz gestellt wird. Nicht jedes Foto dort, ist für den Mülleimer, ganz im Gegenteil. Wie ein Foto entstanden ist, interessiert doch nur dann, wenn das Foto an sich interessant ist.
    Wie der Name schon sagt ist Kwerfeldein eben Kwerfeldein. Landschaft mag ein Aspekt dieses Blogs sein, aber Fotografie ist doch nicht nur Landschaft.

    In einem meiner Artikel habe ich mal erwähnt, -Fotografie ist ein Gefühl-. Ob dieses Gefühl durch perfekte Qualität oder durch die tausend anderen Kriterien, die ein emotionales Bild ausmachen, zustande kommt, ist egal.

    Wenn der Fotograf in der Lage ist Gefühl rüber zu bringen, aber nur dann, hat der Fotograf alles richtig gemacht. Wie er dies anstellt ist doch nicht eine Frage des Werkzeuges.
    Emotionen kann man natürlich auch durch Qualität hervor rufen, aber eben auch durch Motivwahl, Gestaltung, Ausdrucksweise, Farb- und Lichtgebung, Schärfeebenen, Format, Rahmung, Präsentation usw. usw.

    Nehmen wir an, alle Kriterien die zu einem guten Bild führen sind nun vereint, wer entscheidet letztendlich ob es gut ist oder nicht? Richtig!

    cu. Christian

  17. Mir persönlich ist es total egal womit andere fotografieren und wo die Grenzen zwischen knipsen, fotografieren und Kunst-schaffen sind. Zumal die Mehrheit derer, die darauf bedacht sind, zwischen knipsen und fotografieren irgendwelche Differenzen aufzutun um ihre eigene künstlerischen Fähigkeiten hervorzuheben zumeist absolut keinen medienheoretischen oder fotohistoriografischen background haben um _wirklich_ mitreden zu können.

    Diese ganze Klassifizieren und herabsetzen von Menschen die mit Handys oder Digicams fotografieren ist mir ehrlich zu müßig – scheint mir nurmehr zum Aufpolieren des eigenen Egos zu taugen.

    Und genauso ist es mir egal wenn das Internet mit Bildern überflutet wird die nicht meinem Geschmack entsprechen, weil sie vielleicht meinen persönlichen Ansprüchen nicht genügen. Menschen die sich darüber aufregen gehen mir genauso auf den Sack wie Menschen, die sagen „mit der Figur darfst du jenes und solches nicht tragen“ – meine Güte, als ob es keine anderen Probleme gibt.

    Mein Fazit: Menschen die sich da groß echauffieren ist hauptsächlich langweilig und sie sind besorgt um ihre Stellung in dieser großen weiten Welt. Ein Ego Problem also.

    *******************
    Martin: ich bin immer verwirrt wenn Artikel von dir kommen, weil alle anderen Autoren vor dem Artikel ihr Feld mit ihrem Bild und ein paar Sätzchen zu sich haben. Bei dir kommts immer erst am Ende und ich frag mich immer eine ganze Weile beim Lesen, wer mir da eigentlich was sagen will ;)

    • Sehr guter Kommentar, FC (wie heißt Du eigentlich? Denke immer an die Fotocommunity)!

      Das mit der Info im unteren Teil ist durchaus so gewollt, aber das Ganze wird eh im Januar (planmässig) nochmal überdacht, mal sehen.

  18. Richtig, das Ergebnis zählt, und sonst (erstmal) nix. Auch ich habe (logischerweise) mein Handy immer dabei und nutze es (also auch die Kamera) auch häufig. Für private Schnappschüsse reicht das allemal…

    Aber: ich werd nen Teufel tun, mit dem Handy irgendwelche Auftragsarbeiten zu machen !!! Allerdings ist auch hier das Handy zeitweise recht praktisch, beispielsweise um mal eben kurz ein „Making of“ für den Blog zu machen ;-)

    Dennoch finde ich diese Entwicklung durchaus interessant (und bin zum Beispiel sehr auf das Projekt von Marco Schwarz gespannt, der ja derzeit ein Hochzeitspaar sucht, das sich komplett und nur mit dem IPhone shooten lässt.). Aber Konkurrenz zur, ich nenne es mal „ernsthaften“ Photografie sehe ich derzeit keine, trotz der teilweise hohen Qualität aus den Handy-Hosentaschen-Knipsen.

    Wie heißt es so schön? Die beste Kamera ist immer die, die man gerade dabei hat !

  19. Hallo Martin,

    ja du sprichst mir aus der Seele und mir geht es da ähnlich :) es kommt definitiv auf das Ergbenis an – auf das was ich da gerade sehe und vielleicht schön finde! Auch wenn ich mich dann auch oft freue (nach vielen Knipsen mit dem Handy) mal wieder ein „richtiges“ Bild zu sehen – es ist wirklich das was raus kommt.

    Ich kann nur sagen dass man bei dir auch sieht dass es dir egal ist mit was zu fotografiert…es kommt immer rüber dass das Bild etwas sagen will egal ob in Instagram oder auf Flickr und darauf kommt es an meiner Meinung nach!

    Das „gute Licht“ geb ich gerne zurück! Schöne Woche noch :)
    Marc

  20. Wer hauptsächlich Spass an der Fotografie empfinden will, dem empfehle ich ein Spielzeug, aber wer etwas wie Seele auszudrücken vermag, kann das nicht ohne entsprechendes Werkzeug.

    • >>Wer hauptsächlich Spass an der Fotografie empfinden will, dem
      >>empfehle ich ein Spielzeug, aber wer etwas wie Seele auszudrücken
      >>vermag, kann das nicht ohne entsprechendes Werkzeug.

      Und wer bestimmt, was ein „Spielzeug“ und was ein „Werkzeug“ ist?

      Wenn in einer Situation das Smartphone geeignet ist, etwas auszudrücken, dann ist es das richtige „Werkzeug“. Fertig.

      Und bezüglich „FilterFuck“… Klar, ist der Gebrauch von Hipstamatic, InfiniCam und wie sie nun alle heißen inflationär…. ist halt ein Trend..

      Aber: Genau wie andere, manchmal auch nicht destruktive Methoden in der Nachbearbeitung öffnen diese Apps manchmal die Augen.

      Genau wie ich manchmal bei Hipstamatic erstaunt nach einer Aufnahme dachte.. „..Uuups.. .das sieht ja so auf ne Art ganz geil aus“ ist es mir auch mit Lightroom-Presets gegangen oder diversen Skripten bei GIMP.

      Ich behaupte mal: DIese Apps ermöglichen durchaus eine „Schule des Sehens!“ So! Denn plötzlich bekomme ich ein Gefühl dafür, dass ein Motiv X durchaus einen Reiz hat, wenn es auf diese oder jene Art bearbeitet wird…

      Ist das dann „Fake“? Hätte ich es vorher als guter Fotograf das Potential des Motives nicht schon sehen müssen und nicht erst durch eine App/Preset/Skript? Vielleicht… aber das ist doch gerade der Punkt: Ohne diese teilweise recht zufälligen Effekte wäre ich gerade auf diese oder jene „Sichtweise“ nicht gekommen. Insofern eine Weiterentwicklung.

      Diese ganze Diskussion über „Geht die Fotografie (mal wieder) unter angesichts dieser ganzen beliebigen Bildmassen..“… Leute, die ist nicht neu! Als die ersten Kodaks es den Leuten ermöglichten um die Jahrhundertwende leicht selbst zu fotografieren, da war das für viele „Pros“ auch nur „Müll“. Klar. Manche Aufnahmen finden sich heute in Bildbänden wieder.. „Zeit“ macht halt auch „Kunst“. ;)

      Aber der Kunstbegriff und was „ein gutes Foto“ ist, ist ja eh halt dehnbar und im Auge des Betrachters…

      Ach ja.. noch was zum Thema Martin und „.. ist diese Smartphone-Fotografiererei nicht eine Rückentwicklung?“

      Sehe ich nicht so. Es ist eine Erweiterung. Die muss nicht jedem Gefallen. Ich hab hier das gleiche durch… nach der ganzen DSLR-Fotografierei war die iPhone-Geschichte inklusive Apps einfach mal….. ja.. „befreiend“. Vielleicht ging das ja Martin auch so.

  21. Hallo Gemeinde,
    jeder so, wie er es mag kann ich nur sagen. Diskussionen gibt es doch immer wenn was neues bzw. anderes aufkommt. DSLR und Handy haben ihre Vorzüge und wer es versteht diese zu nutzen, der hat es verstanden.
    In diesem Sinne

  22. Apropos Rückschritt: ist der bekannte Stil eines Pablo Picasso ein Rückschritt gegenüber seinen Arbeiten als Student oder seiner Frühphase nur weil die Bilder weniger Stimmungsvoll oder sonst was sind? Klar, der Vergleich hinkt vllt. etwas (Martins Bilder find ich besser als die von Picasso ;) )aber wie viel musste ein jeder Maler ausprobieren bis er seinen Stil gefunden hat, der ihn unsterblich macht.

    Ich für meinen Teil hätte auch gerne eine gute Handycam weil ich sehr viele Momente erlebe, wo ich meine DSLR nicht mitschleppen kann und mir ein Festhalten der Situation fehlt.

    Außerdem müssen die Entwickler solcher „Speilzeuge“ auch leben ;) (werd vllt. auch bald so einer).

    Man sollte sich hier gar nicht aufregen, sondern einfach jeden sein Ding machen lassen solang er einem damit nicht auf die Nerven geht. Für den einen ist es Schrott was produziert wird, für den Anderen Kunst. So ist das immer mit der Kunst egal ob Fotografie, Malerei, Musik. Man sollte sich auch nicht irre machen lassen nur weil einer daher kommt und sagt: „Mach mal wieder deine Naturbilder, die sind schöner!“

    Ach und noch was zu den Infos am Anfang der Beiträge: Auch wenn ich Martin nicht kenne, merke ich immer gleich wann ein Artikel von ihm ist, ist immer ein ticken persönlicher… ich mag das.

    Grüße
    Amadeus

  23. Eins vorweg: mir ist es im Grunde egal, womit jemand seine Bilder macht. Für unterschiedliche fotografische Aufgaben gibt es eben auch unterschiedliche Ausrüstung. Wobei ich jetzt nicht in die überstrapazierte Argumentation à la „Der Fotograf macht das Foto, nicht die Kamera“ abdriften möchte …

    Was mir jedoch auffällt und bedenklich erscheint, ist der Umgang mit Fotografie, mit der Aufzeichnung von Gesehenem und der Verbreitung. Auch zunehmend durch die Immer-Dabei-Smartphones wird von vielen alles fotografiert, was ihnen vor die Linse kommt. Und: das wird dann auch noch via Internet quasi „allen“ gezeigt. Gut, ich muss es mir nicht ansehen und es geht jetzt auch gar nicht darum, ob die Bilder künstlerisch wertvoll, toll komponiert oder nur für die Oma sind. Ich finde es nur bemerkenswert, dass so „wertfrei“ mit Fotos und Eindrücken umgegangen wird.

    Muss ich alles, was ich sehe und erlebe, auch fotografieren? Und muss ich das dann auch alles publik machen? Wo bleibt oftmals die Selektion?

  24. Ich persönlich denke, dass gerade diese mobile Fotografie mit Handys sehr förderlich für Fotos als Erinnerungen sind. Wenn ich mein Handy überall dabei habe, dann kann ich auch jede Situation aufnehmen. In zehn oder zwanzig Jahren kann ich mich dann an die schöne Jugendzeit erinnern, oder darüber lachen, wie peinlich wir alle aussahen (aus dem Stadpunkt meines zukünftigen ichs).
    Dazu gehören meiner Meinung nach auch die typischen Filtereffekte der Smartphones. Ich finde den Look im Moment gut, und selbst wenn er mir in zwanzig Jahren nicht mehr gefällt, dann hält er doch irgendwie die Momentane Einstellung und Stimmung fest.

    Bei Fotos, die auch an sich, als Kunstobjekt bei dem es um Ästhetik geht, zählt das natürlich nicht. Und ich denke, da muss man unterscheiden. Natürlich kann man auch mit Handys ästhetische Fotos schießen, ich denke aber, dass der Vorgang mit einer „richtigen“ SLR besser funktioniert, aus den offensichtlichen Gründen.
    Dort besteht eben die Grenze und beide Formen haben ihre Berechtigung.

    Grüße,
    Jörg

  25. Eine spannende Kontroverse am Puls der Zeit, die zum Reflektieren über das eigene Tun anregt. Danke Martin!
    Vielleicht kennt ihr das auch: ihr seid unterwegs und unvorbereitet und auf einmal brennt sich ein Bild auf eure Netzhaut, so spontan, so großartig und so flüchtig, dass man im nächsten Moment schon wieder zweifelt, ob man das jetzt wirklich gesehen hat.
    In solchen Momenten habe ich mir immer gewünscht, eine eingebaute Kamera in meinem Kopf zu haben, um so meine Visionen festhalten zu können.
    Mit der Handpipse könnte ich diesem Traum sehr nahe kommen: stets verfügbar, allzeit bereit, und auch das Bild kann sich sehen lassen.
    Jetzt habe ich kein fotofähiges Handy und brauche auch keines, denn: diese raren Momente bleiben vielleicht gerade deshalb, weil sie nicht festzuhalten sind, wunderschön und nur für mich bestimmt.
    Aber ich komme ins Schwafeln. Es geht ja hier um den Gebrauch von Fotomaschinen, aber auch um die Situation, in der sie gebraucht werden. Alltag – Handy, Anlass – DSLR? Für mich liegt die Kunst – wenn man als Fotograph das Ziel verfolgt, Kunst zu machen – im Tabubruch: eine Hochzeiten mit dem „Eye-Phone“ abzulichten wäre so ein übers Knie gebrochenes Tabu.
    Ob man mit dem Resultat dann auch noch sein Geld verdienen kann? Entweder nicht oder verdammt viel ;-)

  26. Interessant wie sich die Geschichte immer wieder wiederholt. Als Polaroid massentauglich wurde, wurde schon einmal der Niedergang der klassischen/ künstlerischen Fotografie ausgerufen. Einige Künstler haben aus Polaroid eine Kunstform entwickelt.

    Ich denke im Moment befinden sich die Fotografie in einer technischen Zwischenphase. Ich würde sogar soweit gehen, das der Kompaktkamerabereich zugunsten der immer leistungsfähigeren Smartphones an Boden verlieren, vielleicht sogar langfristig ganz verschwinden wird.

    Fotografie hat sich und wird sich immer wieder verändern und den technischen Möglichkeiten anpassen. Und genauso werden auch immer wieder Menschen auf die „alten“ Techniken zurückgreifen. Das einzigste was sich ändern wird ist, das man sich eine selektivere Auswahl als Betrachter angwöhnen wird.
    Genauso wie man jetzt unbewusst x-beliebige Bannerwerbung im Gehirn ausblendet, um dann doch auf die wenigen gut gemachten zu klicken, wird man die Schnappschüsse unbewusst aussortieren um an den gut gemachten Bildern hängen zubleiben.

  27. Hi Martin,

    dies wird zwar keine Meinung zum Artikel aber loswerden wollt ich es doch, denn heute als ich deinen Artikel gelesen habe mußte ich doch arg über mich selbst schmunzeln. Ich hatte mich seit der offiziellen Umstellung des Blogs schon so an die Artikel gewöhnt, dass ich heute irgendwie irritiert war. Artikel angefangen zu lesen und denk so irgendwann….hmmm wer hat den denn geschrieben??? also wieder hochgescrollt, aber das blaue Feld fehlte wo ja sonst der Artikelschreiber kurz vorgestellt wird….nix da…hhmmm komisch? weitergelesen und irgendwann kurz vor schluß raffte es mein Hirn dann…..hey das ist ja mal wieder der Martin!

    Hat mich irgendwie irritiert, mir aber auch den Tag erheitert =)

    Gruß
    Katja

  28. Welches Gerät ist wirklich nicht entscheidend – am Ende zählt einfach nur das Bild – oder das Video…für den Massenmarkt taugen kleine handliche Cams, die auch noch in Handys integriert sind, einfach deutlich mehr, als eine DSLR, die man immer bewußt mitnehmen, z.T. wohl eher mitschleppen, muß. Ich denke auch, dass die Kompaktkameras in der heutigen Form im Massenmarkt fast aussterben werden, besonders wenn es gelingt, die Qualität, die man von „größeren“ Kameras heute gewohnt ist, aus den kleinen Kästen zu holen. Aber – siehe Schallplatten bei den Tonträgern, die erleben ja auch ein come-back – ganz werden die „großen“ Kameras wohl nie aussterben.

  29. Wirklich sehr schön differentiert geschrieben. Habe vorher schon fotografiert und bin jetzt trotzdem bei instagram! Sehe das alles nicht so dramatisch! Was zählt, ist dass dadurch Menschen für Fotografie begeistert werden, die sonst keine Gelegenheit dazu hätten! Das ist meiner Meinung nach gut!

  30. Hm. Es ist schon seltsam.
    Ich bin eigentlich jemand der neue Technik liebt und über (meist ältere) Leute gerne mal innerlich den Kopf schüttel, die dauernd motzen warum die neue 60D denn nun schon wieder ein Klappdisplay braucht oder eine DSLR Video benötigt. Ich glaube diese Leute sollten von der Nostalgie weg und mal sehen, was der ganze technische fortschritt Ihnen eig ermöglicht hat. Es braucht Visionen und Neuigkeiten, auch wenn viele das aus Gewohnheit ablehnend sehen.
    Umso erstaunter bin ich nun, dass ich bei deinen Iphone und Twitter Blog-Einträgen irgendwie innerlich nicht glücklich werde wenn ich das hier lese.
    Vielleicht liegt es daran, dass ich modetrends wie Twitter hasse oder dass ich die ganzen „Ei“ Produkte irgendwie nicht mag, weil sie mittlerweile zum Statussymbol geworden sind wo man fürs design und Name extra bezahlt.
    Und wenn ich dann auf dem Blog vorbeischaue und lese wie toll das alles ist, dann mag ich zwar zustimmen, dass das Bild zählt und nicht die Kamera, aber wenn man die Dinge selber nicht nutzen möchte, sondern lieber über etwas liest was man mit der eigenen DSLR machen könnte..hm, dann war der Artikel wohl nix für einen.
    Habe ich auch kein Problem mit und soll auch nicht direkt Negativ gemeint sein, der Blog ist über allgemeine Fotografie und nicht nur über DSLR-Fotografie.

    Das wollte ich dazu anmerken,
    weiterhin viel Spaß an deinen werken ;)

  31. Die Überlegung, dass es eigentlich egal sei, mit welcher Kamera fotografiert wird, muss auf zwei Arten gesehen werden:
    Erstens: Mit jeder Kamera kann ein gutes und ein schlechtes Bild gemacht werden.
    Zweitens und wichtigens: die Wahl der Kamera ist eben nicht egal, sondern bestimmt die Art und Weise der Fotografie. Mit Hightec-Gerät und digitalem Wischen eine Wackel- und Spontanästhetik zu schaffen ist eigentlich unsinnig. Mit einfachen Kameras zu arbeiten, um die Grenzen der Technik auszuloten, wäre die überzeugendere Vorgehensweise. Arbeitet mit Kameras mit kleinem Fotochip bei grenzwertiger Beleuchtung und vergrößert so stark, dass die technischen Reaktionen der Kamera sichtbar werden. Dann macht das einen Sinn.