kwerfeldein
06. Dezember 2010 Lesezeit: ~9 Minuten

Varieté: Die Auswahl der Redaktion

Varieté (…) ist eine Bühne mit bunt wechselndem, unterhaltendem Programm für artistische, tänzerische, akrobatische und musikalische Vorstellung. Ein Varietéprogramm besteht aus einer kleineren oder größeren Anzahl von Darbietungen, die für die gemeinsame Veranstaltung mosaikartig zusammengesetzt werden, wobei jede für sich eine künstlerisch geschlossene Einheit mit Anfang und Ende bildet.

Freunde der Fotografie, wir haben uns drangemacht, Eure Fotos im Exposé zu sichten und sind dabei auf einige wunderbare Arbeiten gestossen, die uns überrascht, verblüfft oder schlichtweg begeistert haben. Somit gleich zu Beginn: Danke fürs Mitmachen.

Jeder Redakteur hat fünf Fotos herausgepickt und in ein paar Worten dazugeschrieben, was ihn oder sie am jeweiligen Foto bewegt hat. Dass dieses Vorhaben gar nicht so einfach ist, weiss jeder, der schonmal versucht hat, einen sinnvollen Kommentar unter ein Bild zu posten – und nicht in die „Wow! Amazing“-Falle zu tappen.

Wir möchten aber hervorheben, dass wir hier keine Gewinnerkür, sondern eine völlig subjektive Auswahl herausgearbeitet haben, die keinem Anspruch auf Allgemeingültigkeit genügen will. Diese Fotos haben uns gefallen – that’s it.

So wollen wir jeden Besucher ermutigen, bei Lust & Laune auch die anderen 400 Fotos anzuschauen und zu sichten – haben aber so manchem Kommentar entnommen, dass das teilweise schon passiert ist.

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Selektion: Malte Pietschmann


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Tolle Retro-Tonung und wunderschön grafisch, was durch das ausgeblichene Schwarz noch unterstüzt wird.

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Auch hier mag ich die Vintage, bzw. Retrofarben sehr gern. Der warme Grundton des Fotos bildet einen interessanten Kontrast zum Entsättigten Himmel und vermittelt dadurch eine schöne, herbstliche Stimmung.



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Ein wunderschönes Portrait, das etwas an „Alice im Wunderland“ oder an Audrey Tautou in „Die fabelhafte Welt der Amélie“ erinnert. Die Körperhaltung des Models ist sehr sinnlich und nachdenklich. Der verträumte Look wird durch das (relativ) weiche Bokeh des 50mm f1.4, den Rot-Grün Kontrast der Blumen und die hellen Hauttöne des Models unterstützt.


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Ein weiteres ausdrucksstarkes Portrait. Das ausgeprägte Bokeh trennt das Motiv scharf von seinem Hintergrund, was das Kind aus seinem Kontext und seiner Umgebung reißt. In diesem Fall finde ich das sehr interessant, da der Betrachter sich automatisch die Frage stellt in welcher Umgebung das Kind wohl lebt.


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Ebenfalls wieder recht grafisch. Die zentrale Position des Fotografen in Verbindung mit den konvergierenden Linien im unteren Drittel des Bildes und der den Horizontalen im oberen Drittel bilden eine spannende Komposition. Die Blickführung wird durch die dezente Vignette gut auf das Tor gelenkt. Die eher kühle Tonung und der Nebel geben dem Foto etwas interessant-geheimnisvolles.

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Selektion: Martin Gommel

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Es ist der Winter, der mich fototechnisch gerade in den Bann zieht und so auch dieses Foto. Für mich stimmt hier alles, der triste Wintertag kommt hier genau so zur Geltung, wie ich ihn jetzt gerade hier sitzend erlebe. Düster, verschneit und nebelig. Alles, was man für ein gutes Foto braucht (meiner Meinung nach). Und das wurde hier auch umgesetzt.

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Und passend zum Winter gleich ein Portrait, das mit viel weiß & grau gefüllt ist. Dazu dieser Blick, die dunklen Augen – und die zentrale Ausrichtung des Gesichtes. Ebenfalls gut gefällt mir der Einsatz des Lichtes und die breitgefächerten Graustufen im Bild. Sehr feines Foto.


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Bilder sagen mehr als 1000 Worte, nicht war? Ebenso dieses, das wunderbar die Siluetten des Baumes präsentiert und so perfekt-unperfekt daherkommt. Die leichte Unschärfe am Rand tut ihr übriges. Gefällt.


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Wohl das Foto (Dyptych), das ich am Längsten angeschaut habe. Mir gefällt, wie Daniel hier das Thema herausgearbeitet hat und wie die einzelnen Elemente zusammenspielen. „Wie hat er das gemacht?“ stellt sich mir die Frage, denn die Kanne(n) und das Besteck schweben sehr glaubwürdig. Lädt zum Träumen ein.

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Mir gefällt, wie der Mast und die Bäume eine scheinbare Einheit bilden, bei der auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen ist, was nun Baum und was Antenne ist. Gutes Auge!

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Selektion: Simon Sticker

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Was dieses Bild für mich besonders macht ist für mich der Nebel im Hintergrund und natürlich der Ballon. Sonst wäre es vielleicht einfach ein Bild von einer hübschen Frau am Bahnsteig. So gewinnt es an Fragen und Stimmung. Wohin will sie? Warum der Ballon? Usw. Hätte gern es von einer Perspektive etwas weiter links gesehen, dass man mehr vom Nebel und den Waggons sieht. So geht im linken Teil dem Bild etwas die Substanz verloren für mich.

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Ich mag die geringe Schärfentiefe, die den Blick zu ihrem Auge leitet und so eine Verbindung herstellt. Was das Bild jedoch besonders intensiv macht für mich, ist neben dem selektiven weichen Licht, die Kapuze, die dem Gesicht einen Rahmen gibt und so verhindert, dass das Auge zu sehr weiter wandert, sondern auf dem Gesicht bleibt.

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Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich nächste Woche für ein paar Tage in Athen bin, vielleicht weil es mich hat schmunzeln lassen, vielleicht, weil ich schon immer mal dachte, dass man unbedingt mehr Serien über das Thema machen sollte, aber das Bild wirkt durch seine simple, lustige Aussage. Wäre super, davon 10 Beispiele nebeneinander zu sehen.



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Nachdem Herbst ja eins der großen Themen hier war, transportiert dieses Bild rein emotional für mich die Herbst-Morgenstimmung am intensivsten. Dazu der ruhige, symmetrische Bildaufbau. Kein Bild zum großen Entdecken von Kleinigkeiten, sondern zum entspannen und die Gedanken schweifen zu lassen. Hab das Gefühl tausend mal diesen Moment erlebt zu haben, vielleicht spricht es deshalb so stark zu mir.

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Ich kann immer noch nicht genau sagen, was mich an diesem Bild anspricht. Ich hatte es schon fast weggeklickt als irgendwas mich doch davon abgehalten hat. Vielleicht ist es der nachdenkliche Blick, der gleichzeitig intensiv ist und zu seinem spricht. Man fragt sich, woran die Person gerade denkt, was sie fühlt. Dabei lässt der Schatten über der anderen Gesichtshälfte diese Fragen noch mehr offen.

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Selektion: Holger Lückerath

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Tiefstehendes natürliches Gegenlicht find ich immer gut. Tolles Model. Tolle Pose. Tolles Bokeh. Tolle Tonung. Tolles Foto.

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Durch den geringen Schärfebereich und die sanfte Tonung kommt hier ein sehr schönes ruhiges Foto zustande. Auch das 1×1 Format unterstützt die ruhige Wirkung. Quadratisch. Praktisch. Gut.


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Wer mich kennt, weiss, dass ich solche Bilder mag. Winziger Schärfebereich. Genau an der richtigen Stelle. Ich find’s toll!

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Wenn man schon Nachtmeister heisst, dann sollte man auch Nachts tolle Bilder machen. Ist hier der Fall. Die zentrierte Perspektive gefällt mir, und auch die leichte Tonung im Bild passt sehr gut. Ein Glück war die Ampel rot. ;)

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Mein Favorit: Johannes hat schonmal ein sehr ähnliches Foto seines Vaters aufgenommen. Eigentlich wollte ich das Bild zu der Zeit schon für kwerfeldein twittern. Aufgrund der Beschreibung zum Foto war ich mir dann aber unsicher. Ich möchte jetzt hier auch nicht darauf verlinken, aber ihr findet es sicher in seinem Fotostream. Danke Johannes, das Foto war ein Grund dafür, dass ich zu meinem Vater wieder Kontakt aufgenommen habe. Das aktuelle Bild ist mindestens genauso gut.

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Selektion: Katja Kemnitz

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Das Foto gehört zur Serie „Wenn es dunkel wird“ von Oliver Narr. Es hat mir auf Anhieb gefallen und gibt wunderbar das Gefühl wieder, wenn man abends noch allein durch die Stadt läuft. Die Bilder schwarz/weiß zu halten war genau richtig.

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Der Blick des Models, der versteckte Mund – das Bild hat mich neugierig gemacht. Bei genauerer Betrachtungen fallen auch die sommerlichen Farben auf, obwohl es im November aufgenommen wurde. Und was mir besonders gut gefällt: Es ist ein Beautybild an dem wahrscheinlich auch eine Visa beteiligt war, aber Anne hat es ganz wunderbar natürlich gehalten. Die Leberflecke nicht weg zu bearbeiten, war genau richtig!



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Der Titel des Bildes trifft es: „einfach“. Und gerade deshalb bin ich bei diesem Bild hängen geblieben. Es ist einfach und gerade dadurch besonders.

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Bei diesem Bild musste ich sofort an Karl Blossfeld denken, noch bevor ich den Text dazu las. Aber es ist keine Kopie einer Idee, sondern hat einen ganz eigenen Stil, allein durch die Bearbeitung und die Farbe.

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Schöne Symmetrie und dabei so einfach: kahle Zweige, die im Wasser treiben. Der Bildausschnitt ist super gewählt.

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36 Kommentare

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  1. Sehr feine Auswahl!

    habe mir viele der Einsendungen ebenfalls im Vorfeld angesehen und nun einige in Eurer Auswahl wiedergefunden.

    Eine sehr spannende Aktion. Konnte es kaum erwarten die Auswahl zu sehen.

    Macht unbedingt weiter so!!!
    Ich liebe diesen Blog.

    Grüße, Felix

  2. Erstmal natürlich vielen Dank für die Auswahl meines Bildes! Aber vor allem geht der Dank auch an den Artikel/die Aktion an sich, bzw. ihre Verfasser. Finde solche Aktionen immer total super und inspirierend!

    Macht weiter so!
    malte

  3. ich glaub es ja nicht. da kommt man total abgekämpft und übermüdet nach hause und will nur noch eins (und zwar schlafen), guckt noch mal schnell nach den neusten neuigkeiten der lieblingsblogs und dann das. damit hätte ich nieeee im leben gerechnet. hier waren/sind so viele tolle bilder unterwegs. es haut mich total aus den socken, dass ich unter den auserwählten bin. zumal ich als foto-anfänger, mit meiner bridgekamera oft qualitativ hinterher hinke und ständig an meine grenzen stoße. danke danke danke. das motiviert mich wirklich weiter zu machen.

    *so, mein herzrasen legt sich langsam … gute nacht ;-)*

  4. Sehr schön! Das besondere und erfreuliche an dieser Idee ist das gewissermaßen zufällige. Man läd‘ ja BIlder ins Netz, die mal so, mal so sind ;-). Wenn man hier ‚fair‘ mitspielt, hat man aber keinen Einfluss darauf welches der Bilder zum Zug kommt.

    In diesem Sinne hätte ich aber auch den frommen Wunsch, dass ‚Perfektion‘ nicht der alleinige Maßstab im Varieté sein sollte. Die Umsetzung dieses Wunsches sehe ich derzeit vor allem bei Dir, Martin. Bei Deinen Mitstreitern sehe ich mehrfach Beiträge im Fokus, die auf sehr ‚fertige‘ Portfolios hindeuten. Das soll wohlgemerkt bitte als Anregung verstanden werden, gell :-)