09. Oktober 2010 Lesezeit: ~5 Minuten

It’s Hip To Be Square – Hipstamatic

Wie Martin ja in seinem Artikel angedeutet hat, soll hier mal eine spezielle Foto-App vorgestellt werden. In diesem Fall mein Lieblings Tool für das allseits beliebte iPhone. Hipstamatic.

Baum

Das Programm simuliert sozusagen verschiedene analoge Filme, Kameras (Objektive) und Blitze.

Das witzige daran ist, dass man diese untereinander beliebig kombinieren kann. Allerdings muss man dazu sagen, dass nicht alle Filme und Objektive in der Grundversion (1,59 €) vorhanden sind. Man kann weitere durch inApp Käufe hinzufügen. Es dauert meist nicht lang, bis man sowieso alle gekauft hat. Schon clever gemacht von den Jungs.

In der neuesten Version kann man sogar direkt über die App Ausdrucke der fertigen Fotos bestellen, was das analoge Feeling dann perfekt macht. Der ganze Vorgang ist extrem praktisch, da man direkt über das Programm ordern kann, und nicht erst die Bilder speichern, irgendwo hochladen und dann bestellen muss. Just one tap away halt ;)

Es stehen 2 Optionen zur Wahl: 4″ Prints (10cm) oder 7″ Prints (17,5cm). Ich habe 9 Stück im 4″ Format bestellt, und dafür 7 $ bezahlt. Nicht ganz billig, aber ich finde das geht noch in Ordnung. Die 7″ Variante würde dann mit 22 $ zu Buche schlagen, was ich dann doch als ein bißchen sehr teuer empfinde.

So, jetzt mal zum Eingemachten.

Was macht die App genau?
Nachdem man das Programm gestartet hat, sieht man erstmal die „Kamera“ von der Rückseite und einen recht kleinen, fast quadratischen Sucher. Man muss dazu sagen, dass nur 1×1 fotografiert werden kann. Von daher wäre ein quadratischer Sucher irgendwie praktischer. Passt aber so ein bisschen dazu, dass man nie genau weiss, was am Ende dabei rauskommt.

Auf der linken Seite sieht man, welcher Film gerade eingelegt ist. Unter dem Sucher kann man den Blitz aktivieren, wenn man möchte. Der Blitz wird nicht nur per Software simuliert, sondern aktiviert auch den „echten“ Blitz des iPhones. Daher sollte man es meiner Meinung nach lieber lassen. Außer man möchte wirklich einen komplett trashigen look der Fotos haben. Softwareseitig wird das Bild dann hinterher noch verfärbt je nach dem welchen Blitz man benutzt hat. Leider kann man nicht sehen, welches Objektiv gerade benutzt wird.

Hinten

Will man diese Konfiguration nun ändern, dreht man die Kamera rum, indem man auf den kleinen Pfeil unten rechts tippt. Dort sieht man dann auch das benutzte Objektiv. Dieses ändert man indem man nach rechts oder links streicht. Nachdem man das Filmfach geöffnet hat, kann man auch dieses durch Steichen nach oben oder unten ändern.

Vorne

Danach dreht man die Kamera wieder um und fotografiert. Fertig.

Am Anfang weiss man natürlich überhaupt nicht, wie sich die verschiedenen Filme und Objektive auf das fertige Bild auswirken. Das macht für mich aber auch gerade den Reiz aus. Ich denke, dass ist auch so ein bisschen vom Entwickler gewollt, sonst wäre meine Lieblingsfunktion bestimmt nicht programmiert worden:

Sieht man die Kamera von der Rückseite, kann man das iPhone auch einfach kurz schütteln, und schon wird per Zufall Blitz, Film und Objektiv verändert. Der Blitz wird übrigens nur ausgelöst, wenn man ihn vorher auch explizit aufgeladen hat.

Die fertigen Bilder werden automatisch im Foto Ordner des iPhones gespeichert. Mann kann sie aber auch sehr übersichtlich in einer Art Bibliothek über das Programm betrachten. Hier gibt es noch eine erwähnenswerte Funktion. Sollte einem eine Kombination eines fertigen Fotos besonders gut gefallen, kann man diese quasi als Preset benutzen, und die Kamera genauso einstellen. Again just one tap away. ;)

Bibliothek

Was gibts noch zu sagen?

Flickr- Upload, Facebook-Upload, Bild twittern, Bild tumblen, Bild per Mail versenden. Alles mit dabei. Eigentlich ne runde Sache.

Martin Gommel

Fazit:

Ich bin der Meinung, dass hipstamatic das Beste aus der iPhone Kamera rausholt. Und das auf eine ziemlich analoge Art. Ich finde es gut, dass man vorher festlegt, welcher Film und welches Objektiv das spätere Bild beeinflussen. Ich hab andere Foto-Apps probiert, die fast das Gleiche bieten, bei denen man aber die Fotos hinterher mit Filtern bearbeitet. Dazu habe ich persönlich gar keine Lust.

Nennen wir das Ganze doch mal „Pseudo-Analoge-Mobile-Fotografie“. Und da ist für mich Spontanität am wichtigsten. Die bietet hipstamatic. Und das auch noch auf eine sich extrem „hip“ anfühlende Art und Weise.

Bei Synthetic Corp wird das so beschrieben:

„Some of the greatest qualities of these old cameras was their unpredictability and quirkiness, and we wanted to bring that to the iPhone. Post-processing images takes away from this magic, so for now it’s not an option for Hipstamatic.“

Hier und da könnte natürlich noch was verbessert werden. Ich hätte gern einen quadratischen Sucher und vielleicht die Möglichkeit zu sehen, welches Objektiv gerade drauf ist, wenn ich die Kamera von hinten betrachte. Naja irgendwie auch konsequent, dass man es nicht sieht ;)

Wer noch weitere hippe Bilder sehen möchte geht hier lang

Danke für die Aufmerksamkeit.

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29 Kommentare

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  1. Guter Artikel. Hipstamatic mach Laune, da ist die Hauptsache. Ich liebe die app und auch die Swankolab app derselben Firma. Kann man sogar noch kombinieren wenn man nen „blank“ frame in Hipstamatic nimmt.

    Den „echten“ Blitz kann man übrigens in den Systemeinstellungen unter Hipstamatic app ausschalten, warum diese und andere Einstellungen nicht unter den normalen in app Einstellungen aufgeführt werden erschliesst sich mir jetzt mal nicht ;)

      • Das man vor der Aufname den „Filmtyp“ festlegt ist sicher schonmal ein guter Ansatz.

        Es ist jedoch etwas ganz anderes ob man sich entscheiden muss welche Kamera man jetzt in die Hand nimmt. Jede unterscheidet sich von der anderen und will ganz anders bedient werden. Das ist durch einen einfaches digitales menü nicht zu ersetzen.

        Zweites sieht man ja gleich nach der Aufnahme die Bilder. Wenn ich hingegen täglich meine Lomo Lc-a rumtrage und nach so ca. 2 Wochen wieder einen Film abgebe. Weiss ich teilweise gar nicht mehr so genau was da drauf ist.
        Wenn man dann wiederum eine Woche später die 36 Abzüge ( inkl allen Bildern die vielleicht doch nichts sind) in der Hand hält, ist das was anderes, als nur man eben die besten Bilder direkt nach dem Fotografieren bestellen zu können.

        Auch wenn die Spontanität beim fotografieren durch aus da ist, geht dieser überraschungseffekt verloren.
        Mir persönlich gefällt auch so das experimentieren mit verschiedenem Filmmaterial und den verschiedensten Kameras. Ein paar digitale Regler können das gefühl von selbst gemachten Erfahrungen, nicht wirklich ersetzen.

        Ich finde solche Apps durchaus nicht schlecht, ziehe aber in diesem Bereich der Fotografie, den analogen weg vor. Die Gründe dazu mögen nicht auf jeden zutreffen, aber mir selbst taugen sie.

    • Ist bestimmt keine Alternative in dem Sinne, solls auch nicht sein, hat auch Holger nicht behauptet. Aber es ist eine Ergänzung der Werkzeuge die man eh schon hat.

      Ich fotografiere selber ganz gerne mit Kameras die man dem Lomographie Sektor zurechnen kann (Holga, Diana etc.). Ich wüste jetzt mal gerne was ist an Lomographie weniger Spielerei als an Fotografie mit dem iPhone (oder was auch immer) mit Unterstützung solcher apps wie Hipstamatic?

  2. Die iPhone 4 Kamera ist schon erstaunlich ordentlich.. und viele Foto-Apps machen wirklich Spaß. Hipstamatic ist so ein Fall, da bin ich gerne bereit noch ein paar Euro für diese „In-App“ Käufe für die zusätzlichen Filme und Objektive usw. auszugeben.

    Man sollte aber wissen, dass Hipstamatic wirklich nur bei der Aufnahme diese Effekte anwendet… im Gegensatz zu vielen anderen Apps ist es NICHT möglich, bereits vorhandene Fotos dieser „Behandlung“ zu unterziehen.. das ist auch von den Entwicklern bewusst so gewollt.

    Zwei Tipps noch. Möglichst die große Auflösung aktivieren, auch wenn das „processing“ dann länger dauert, aber dann kann man mit den Bildern auch halbwegs was anfangen. Und der Sucher, der standardmäßig äußerst ungenau ist, kann auf „precision viewfinder“ (oder so ähnlich) umgestellt werden, dann ist er doch eine ganze Ecke genauer.

    Hier noch meine Hipstamatic Werke.. Das heißt, ein Foto ist nicht aus Hipstamatic, aber das sieht man dann schon, weil nicht im 1:1 Seitenverhältnis.. ;)

    http://www.flickr.com/photos/dogwatcher/sets/72157624987544459/

  3. Ich glaub das war die erste App die ich aufs iPhone geladen hab. macht wirklich riesen Spaß. die aktuelle Version 175 speichert nun auch die geotags mit. Oben schon erwähnt macht die kombo aus Hipsta und swankolbs auch Laune. Wer noch 79cent über hat solte sich auch mal Incredibooth vom gleichen Programmierer ansehen.
    Hier noch mein Hipstamtic Stream:
    http://cl.ly/2lWK

  4. ich hatte hipstamatic auch mal..hatten schon einen ganz netten Effekt aber ich fand das programm alles andere als spontan einsetzbar. Alles dauert einfach viel zu lange. für mich hat das iphone als kamera nur einen sinn weil ich es immer dabei habe und spontan mal schnell ein bild schiessen kann. aber bis hipstamatic da mal in die gänge kommt ist ja schon alles 2mal vorbei ;)

  5. hm ich bin nich so der fan von foto-apps aufm iPhone, hab zwar auch ein paar, aber auch nur weil man so passbildautomatenstreifen damit machen kann *lach* – dennoch sieht die app nett aus, vllt. hol ich sie mir mal noch.

  6. An was liegt das nur das mir solche Fotos überhaupt nicht gefallen?
    Ich finde das alles so überbewertet. Meine Kinderfotos sehen (leider) allesamt so blöd aus – das ist doch keine Kunst?
    Ich verstehe das echt nicht und kann dieses Hype überhaupt nicht nachvollziehen :(

    • „Kunst“ betrachtet jeder Mensch anders. Mir gefallen diese enorm verfremdenen Bilder auch nicht.

      Ist eine nette Spielerei. Aber warum nur Analog simulieren – selbst machen ist die Divise! :) Also ran an die alten Kameras, billigen DM-Paradiesfilm einlegen und los gehts. ;)

  7. Der Hint mit dem Precision Frame wurde ja schon gegeben. Ich fotografier gerne und viel mit der App ganz einfach weil die Bilder dann künstlerischer wirken. Ist halt nur eine wirkliche Schönwetterapp, ansonsten sind die Bilder wirklich pixelig zum Vergessen.

    Frage: Wie sehr verbessert sich die Qualität mit dem iPhone 4G – zahlt es sich aus, da aufzurüsten?

    Letzte Aufnahme von gestern: http://www.facebook.com/chris.waikiki#!/photo.php?fbid=1296519592079&set=a.1151269360914.19211.1803047298

    oder mein Hipsta Album: http://www.flickr.com/photos/chriswaikiki/sets/72157623460707924/

    • Hi Chris,

      Die Auflösung ist halt etwas grösser, und ich meine die Bilder würden etwas schärfer werden. Ob das jetzt ein Programm wie hipstamatic wirklich besser macht…Die Frage musst Du dir, glaube ich, selber beantworten.

      • Danke für deine Info, Holger!

        Verstehe … nicht nur die Auflösung, sondern auch die Wartezeit von ca. 20sec ist ein Argument, sich da zu verbessern.

        Alles in allem gibts aber nichts vergleichbares auf dem Markt. Und wer keine Ahnung vom Fotografieren hat, macht auch keine besseren Bilder mit der Hipstamatic App.

        lg Chris

  8. Blogartikel dazu: Fotografieren mit dem Telefon (Iphone)- Calvin Hollywood Fotografie

  9. Ich bin durch die aktuelle DOCMA auf Hipstamatic aufmerksam geworden und habe sehr viel Spaß damit. Die unvorhersehbaren Ergebnisse der Hipstamatic sind ganz anders als das, was ich normalerweise mache. Aber gerade das macht sie so interessant. Vielleicht habe ich eine photographische Midlifecrisis :-)
    Gruß
    Peter