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27. September 2010 Lesezeit: ~3 Minuten

Andreas Levers stellt ein Foto vor: Glow

Andreas LeversDas ist ein Gastartikel von Andreas Levers. Er arbeitet als Mediengestalter in Potsdam und verbringt seit 4 Jahren den größeren Teil seiner Freizeit mit Fotografie und Bildbearbeitung. Wer mag, kann ihm auch auf Twitter folgen.

Die Gelegenheit

Ab und zu ziehe ich mit relativ kleiner Ausrüstung und ohne festes Ziel los. 6,50 Euro für eine Tageskarte der BVG und schon kann ich mich an einem sonnigen Nachmittag durch die Stadt treiben lassen. Einer der Zwischenhalte führte mich zum Potsdamer Platz in Berlin.

Tausendfach fotografiert war ich auf der Suche nach neuen Bildideen. Bei diesem Foto stand ich im Eingang zum Bahnhof mit dem Blick auf das hoch aufragende und von der Abendsonne beleuchtete Beisheim-Center.

Die Bildidee

Ich denke beim Fotografieren nicht in Metaphern oder komplexen Aussagen. Gerade diese Art von Aufnahmen ist für mich eher intuitiv und ohne einen übergreifenden Projekt- oder Seriengedanken.

Die Idee dem Foto mit der Ansicht durch die Verglasung des Daches einen natürlichen Rahmen zu geben gefiel mir schon gut, als zu meinem Glück ein Paar von links in den Sucher lief. So musste ich nur einige Augenblicke abwarten, bis ich den Mann beim Blick in die Ferne in der Häuserschlucht fotografieren konnte.


Andreas Levers stellt ein Foto vor: Glow

Bild 1: Das Original (Klick macht groß)

Die Bearbeitung

Beim Auslösen hatte ich eine relativ genaue Vorstellung vor meinem inneren Auge, wie das Bild im Ergebnis aussehen sollte. Mir war wichtig, dass die Szene am Ende wie aus einem Film gegriffen aussieht. Bis dahin hatte ich aber noch einige Änderungen vor mir. Die Aufteilung war noch nicht ideal, was durch einen Crop schnell zu ändern war. Zudem konnte ich die Vorteile der RAW-Fotografie nutzen:

Nur so konnte ich die Farbstimmung durch eine starke Anpassung des Weißabgleichs an meine Erinnerung anpassen und die schwierige Gegenlichtsituation durch eine Belichtungskorrektur etwas entschärfen.

Mein massiver Einsatz von Bildbearbeitung ist kein Geheimnis und bei solchen Aufnahmen fühle ich mich nicht einer dokumentarischen Wahrheit verpflichtet. Für mich sprach also nichts dagegen, die zweite Person zu entfernen, um den Blick stärker auf den Mann zu lenken und Ablenkung zu reduzieren.

Das Ergebnis


Andreas Levers stellt ein Foto vor: Glow

Bild 2: Das Ergebnis (Klick macht groß)

Am Ende stand ein Foto, dass ich mir in großem Format als Ausdruck in meinem Wohnzimmer vorstellen kann. Besonders, weil es den Freiraum für Interpretation und eine kleine Geschichte hat. Was denkt der Mann beim Blick in die Weite und wohin ist er unterwegs?

Diese Eigenschaften finde ich in meinen eigenen Bildern nur selten und umso mehr habe ich mich hier darüber gefreut.

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