kwerfeldein
23. September 2010 Lesezeit: ~4 Minuten

Fotografieren mit dem iPhone

Als ich im April 2010 mein iPhone nach Jahren sehnsüchtem Wartens endlich bestellt und beim Telekom-Shop von der freundlichen Verkäuferin in die Hand gedrückt bekam, war das Letzte, an das ich ernsthaft gedacht hatte, damit zu fotografieren.

Denn vordergründig interessierten mich die Apps um die unendlichen Weiten des Social Web. Und ausserdem hatte ich keine großen Erwartungen an Glas & Sensor des Apfelproduktes und hielt zu Beginn ab und zu aus Scherz die Linse in die Höhe, um ein Testbild zu machen oder sowas in der UnArt.

Gang Lichtspiel im Treppenhaus

Als dann nach einer Woche hemmungslosem App-Ausprobier-Wahnsinn die Idee aufkam, jetzt einfach mal den Alltag festzuhalten und das Ganze auf malsomalso.tumblr.com zu verewigen, fiel mir erstmals auf, dass es sehr wohl funktionieren kann. Das Fotografieren mit dem iPhone.

Zumindest für mich – und das war mir immer schon das Wichtigste gewesen. Immer, wenn ich merkte, dass ich in Gedanken darüber nachsinnierte, was nun so manche Leute von meinen Handybildern halten würden, verwarf ich diese Sorge umgehend und radikal.

Wie auch in der Landschaftsfotografie wollte (und will) ich mich vor allem auf eines konzentrieren: Was mir (ge-)auffällt und was aus meiner Sicht ästhetisch wirkt. Dabei habe ich nicht die geringste Absicht, irgendeinen Schönheitswettbewerb zu gewinnen.


Gute Nacht, Karlsruhe
Guten Morgen, Karlsruhe

Irgendwann – vielleicht nach 4 Wochen – bemerkte ich eine Veränderung, was das Fotografieren mit dem iPhone betraf.  Denn bisher habe ich tendenziell so fotografiert, dass ich nach guten Fotos ausschau hielt bzw. diese so gut wie möglich plante. Ich möchte dabei das tendenziell besonders betonen, denn natürlich kenne ich auch die andere Seite, das Warten auf den richtigen Moment, beispielsweise bei einer Hochzeit.

Doch gerade mit dem iPhone hat sich diese Haltung radikalisiert. Was das heißt? Ich suche nicht mehr nach dem guten Foto und plane überhaupt nichts. Wenn mir im Alltag eine Situation begegnet, die mir gefällt, wird sie aufgenommen. Fertig. Nicht umgekehrt. Ich warte auf das Bild anstatt es – übertrieben ausgedrückt – zu erzwingen.

Stulle

Mir wurde von verschiedenen Seiten angeraten, mit der iPhone Fotografie aufzuhören. So mancher meinte, es wäre ein Rückschritt, den ich vollzogen hätte, da meine Landschaftsfotos mit der „richtigen Kamera“ viel besser wären.

Nun, wie ich finde, sind das zwei paar Schuhe. Vielleicht sogar der Versuch, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Denn auch an mir ist nicht vorrüber gegangen, dass Objektiv und Sensor eines Handys nie und nimmer bei meiner 5D mithalten können. Und das ist auch völlig in Ordnung, aber kein Grund, das alles über den Haufen zu werfen.


Cola
Kaffeebohne in Gesellschaft

Ebenso meine Spielereien mit Bildbearbeitungs-Apps. So existiert die Position, iPhone Fotos würden nur wegen der Bearbeitung so cool wirken. Nun – freilich kann man dieser Meinung sein. Doch, egal, welches Bild jemand betrachtet, es wirkt meiner Ansicht nach keinesfalls wegen & ausschließlich durch EINE Sache. Warum?


Feierabendbier
Schattenspiel der Blätter

Weil viele kleine Faktoren (Motiv, Aufnahmewinkel, Farben, Abstand zum Motiv, Moment usw…) zusammenkommen, wenn ein Foto entsteht.

Man vergesse dabei nicht das Licht, welchem bei einem teilweise erbärmlichen Sensor wie dem des iPhone 3Gs eine ganz besondere Rolle zufällt. Fotografiere ich bei ungünstigem Licht, so kann ich noch so viele Effekte über das Foto ziehen – besser (Frage: was ist das?) wird es dabei keineswegs. Denn dafür sind die Möglichkeiten des Apfelgerätes zu beschränkt.

Weiter genieße ich es heute, diverse Bildbearbeitungs-Applikationen auf dem iPhone auszuprobieren. Denn so gerne ich mit Hilfe Lightroom 3 meine Fotos justiere, ebenso gerne spiele ich an diversen Reglern unterschiedlichster Foto-Apps herum, deren Vielfalt einen ganz besonderen Reiz des Fotografierens mit dem iPhone ausmachen.


Zukunft
Gegenlicht

So gibt es hunderte oder gar tausende unterschiedlichster Fotopgramme zu meist erschwinglichen Preisen oder gar völlig frei zur Verfügung. Ich selbst habe mittlerweile nur noch eine kleine Auswahl letzterer in Betrieb und demnächst wird Holger Lückerath ein sehr bekanntes hier auf kwerfeldein.de vorstellen.

Ich persönlich freue mich so jeden Tag an der Möglichkeit, eine – wenn auch nicht optimale – Kamera in der Hosentasche dabeizuhaben und ab und zu ein Foto damit zu machen. Wenn dieses dann jemandem gefällt, schön!

Wenn nicht, ist das auch in Ordnung ;)

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66 Kommentare

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  1. Dein Text gefällt mir sehr gut.
    Ich bin der selben Meinung wie du. Im Grunde gehts nur darum den persönlichen „fotografischen“ Horizont zu erweitern und einfach mal weg von den typischen Faktoren (Blende, Zeit, etc.) zu gehen und EINFACH DRAUFHALTEN!

    Die Apps sind toll, keine Frage. Sie ersetzen dennoch nicht das Motiv und ein Bild soll nur für den Fotografen selber ansprechend sein, nicht für 20 andere User ;))

  2. Ich muss zugeben, ich habe mich sehr lange gegen diese Handy-Fotos gewehrt. Ich war automatisch dagegen, egal ob mir das Bild gefiel bzw. ich nahm mir ja nicht mal die Zeit, darüber nach zu denken. Das sei keine Fotografie.
    Mittlerweile bin ich auf dem Weg der Besserung. *lach* Und nebenbei, hier sind sehr schöne Bilder zu sehen.
    Das hat mir besonders gut gefallen: „Wie auch in der Landschaftsfotografie wollte (und will) ich mich vor allem auf eines konzentrieren: Was mir (ge-)auffällt und was aus meiner Sicht ästhetisch wirkt. Dabei habe ich nicht die geringste Absicht, irgendeinen Schönheitswettbewerb zu gewinnen.“

  3. Sehr geil. Deine iPhone Bilder gefallen mir extrem gut, weil sie so schön spontan sind.

    ich bin der Meinung, dass die Fotografie ein höchst subjektives Handwerk ist und daher auch egoistisch betrachtet werden darf. Ich drücke ja schließlich mit dem Foto, welches ich schieße, meine eigene Ansicht sprichwörtlich aus. Und ob ich das nun mit einem iphone oder mit ’ne Nikon ( ;-) ) mache, hauptsache, ich bin damit zufrieden.

    Grüße
    ivan

  4. Mir geht es ähnlich mit der iPhone Fotografie. Viel versprochen habe ich mir davon nicht, doch nach längerem Ausprobieren konnte ich es nicht mehr lassen. Es macht einfach Spaß. Genau wie du teste ich jede Menge Apps, nutze regelmäßig aber nur Hipstamatic und PictureShow.
    Falls du Lust hast, besuch mich doch auch mal auf meinem iPhone Fotoblog: http://pnetzer.tumblr.com/

    LG,
    Philipp

  5. Hy,

    also ich muss sagen, das mir deine Iphonebilder wirklich sehr sehr gut gefallen. Ich finde das Iphone hat den Vorteil, das man es wirklich immer dabei hat und man auch Bilder an Orten machen, an denen man mit einer DSLR auffallen würde. Deswegen freue ich mich schon auf mein Iphone 4.0.

    mfg
    Flo

  6. Naja, nur weil man eine tolle Einbauküche hat kann man ja noch lange nicht kochen. Insofern ist es eigentlich egal ob man mit dem iPhone oder sonstwas photographiert.
    Natürlich kann man mit der technischen Ausstattung die technische Qualität von Bildern beeinflussen. Perspektive, den richtigen Moment und selbst die Auswahl der Bearbeitungsmethoden liegt immer noch in der Hand desjenigen der ein Bild erstellt.
    Für mich zählt das Endergebnis. Für Dich offensichtlich auch. Wenn Dir (und vielleicht sogar anderen) die Bilder spricht doch nichts dagegen weiterhin Freude daran zu haben was du tust ;-)

  7. Ich sehe das wie du: Es sind einfach zwei verschiedene paar Schuhe. Eine DSLR ist so groß und schwer, die hat man ja auch nicht immer dabei. Das iPhone, das hat man aber immer in der Hosentasche. Ich mache damit auch immer wieder ein paar Photos, welche dann bei Facebook etc landen. Und ein bisschen Nachbearbeitung auf dem iPhone klappt auch sehr gut.
    Letztens habe ich dann sogar mal iPhone Bilder am PC zu nem Panorama gestitcht und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden: http://bit.ly/aoABhZ

    Mach weiter so, ich freue mich immer wenn du ein neues Iphone-Bild auf FB zeigst.
    Cheers

    P.S. Mit welcher App machst du den retro-crossing Effekt? Und hast du schon mal TiltShiftGenerator ausprobiert?

  8. …kann mich hier nur anschließen, einfach Klasse ein doch einigermaßen brauchbare Knipse immer in der Tasche zu haben.

    Gerade hipsmatic hat was,
    meine „Werke“ http://iphone-hipstamatic.tumblr.com/
    und es mach einfach Spaß ohne den Anspruch zu hoch anzusiedeln,

    Aber selbst Polarize – Polaroid ist nicht zu verachten, auch hier meine Schnappschüsse – http://schnappschuss.tumblr.com/
    Es macht einfach Spaß und ist Ruckzuck im Netz

  9. Also ich kann dir nur zustimmen. Das fotografieren mit dem Apfel ist halt eher ein Ausdruck der impulsiven Kreativität als das bestreben nach einem gut durchdachten Foto von hoher Qualität. Das ist aber ja auch völlig in ordnung, ja soger von Vorteil! Dadurch eröffnen sich ja auch neue Sichtweisen in der „professionellen“ Fotografie.

    Als populäres Bespiel möchte ich hier mal Chase Jarvis einwerfen. Der macht mit seinem iPhone mehrere hundert bis tausend Fotos am Tag. Er sagt dazu: „The Best Camera is the One That’s with You“ und hat daraus dann auch einen Bildband gemacht.
    Hier sein Portfolio der IPhone-Fotos: http://xlurl.de/GYb4Sy

    Gruß
    Andi

  10. Ich habe kein I-Phone, geschweige denn, kann ich etwas mit dem Begriff „Apps“ anfangen. Völlig egal, denn die Kernaussage des Artikels ist eine, mit der ich mich voll und ganz identifizieren kann: „Spielen macht Spass“. Und genau darum sollte es gehen. Unabhängig von Kompaktknipse, Handy oder DSLR.

  11. ich finde das der große Vorteil der spontane Moment, die Idee ein Foto zu machen extrem gut mit dem iphone umzusetzen ist. Ich habe meins immer dabei (meine Kameraausrüstung nicht), gefüttert mit ein paar tollen Apps ( im Moment sehr gerne „Hipstamatic“) und kann sehr schnell meine spontanen Eindrücke, Empfindungen festhalten ohne Anspruch auf super Qualität, dafür aber sehr schnell und kreativ. Ich mache wirklich ne Menge Bilder mit dem iphone, aus meinem Bett, auf dem Weg zur Arbeit, beim einkaufen, einfach überall und habe einen blog erstellt nur mit Bildern aus dem iPhone.

    http://ilomophone.wordpress.com/

  12. Das ist ja genau das Spannende. Mit eingeschränkten Möglichkeiten interessante Bilder zu machen. Ich habe fast ein Jahr lang jeden Tag ein Foto Online gestellt. Das Format hatte ich mir auch vorgegeben und unter viel Gewöhnlichem sind auch wirklich gute Fotos entstanden.

  13. Deinem Beitrag kann ich nur voll und ganz zustimmen – es geht viel mehr um die Kreativität und das Auge für ein Bild als um die Auflösung der Kamera (sonst hätte Polaroid wohl auch eher nicht funktioniert – oder jede andere Toy-Kamera). Deine Bilder zeigen das auch eindrucksvoll, ich bin immer wieder völlig überrascht von deinen Aufnahmen, da sie mir sogar fast besser gefallen, als deine Landschauftsaufnahmen (keine Kritik an denen, sondern eine subjektive Liebe zu knalligen Farben und simplistischen Fotos).
    Auffällig ist auch, dass viele Fotografen immer wieder sehr überrascht sind, wenn man ein bestimmtes Bild mit dem iPhone gemacht hat, da sie eine „richtige“ Kamera erwartet hätten.

    Eine Liste der Apps, die du nutzt, würde mich auch interessieren, da es ja viele versteckte Highlights gibt.

  14. Mit dem iPhone kann man schon ganz ordentliche Fotos machen. Noch besser ist die Qualität beim Samsung Galaxy S9000. Lange habe ich mir überlegt, eine kleine Cam für die Hosentasche zu kaufen. Dies hat sich mit dem Samsung nun erledigt :-)

  15. Sehe ich auch to wie du! Früher konnte ich einige interessante Alltagssituationen nicht festhalten, da ich gerade meine „richtige“ Kamera nicht dabei hatte. Jetzt kann ich in jeder Situation ein Foto machen und Wochen später diese Fotos anschauen und genau diese Situationen nochmal erleben!

  16. Schöner Bericht. Iphonegraphy wird von „richtigen“ Fotografen ja gerne mal belächelt. Allerdings zu unrecht, wie die vielen großartigen Fotos auf zb. Flickr beweisen. Die Iphoneszene vibriert wie keine Andere. Das iPhone (und andere Handykameras) haben es geschafft, dass manche Leute, die niemals „richtig“ fotografieren würden, ihre Kreativität entdeckt haben und das ist mehr wert als alles Andere. Ich finde es in dem Zusammenhang auch bemerkenswert, dass man in jedem Buch, Blog usw. immer liest, die beste Kamera sei jene, die man dabei hat. Aber wenn dann jemand mit einem iPhone daherkommt, wird die Nase gerümpft. Ich selbst habe auch eine „richtige“ Kamera, nutze aber fast nur noch das iPhone, weil ich das immer dabei habe und wenn mich ein Objekt anspringt, fotografiere ich es. Manchmal buchstäblich im Vorbeigehen. Mir war immer schon die Aussage und Wirkung eines Bildes wichtiger, als die technische Perfektion. Danke auch noch an dieser Stelle für Deine großartige Arbeit und alles Gute für Deine Genesung.

  17. Deine Bilder gefallen mir oft sehr gut, ich verfolge sie jedenfalls per RSS :) Einziger Kritikpunkt ist, dass die Bearbeitung schon sehr intensiv ist, aber das ist die Versuchung in der digitalen Fotografie, der viel zu viele erliegen: Man kann eben mit demselben Bild in einer Minute einen Schwarzweissfilm „simulieren“, in der naechsten eine Crossentwicklung, in der naechsten Postkarten-Saettigung, in der naechsten… Mittlerweile nervt mich das nur noch, weil ich es fuer Effekthascherei halte.
    Das, wie gesagt, nur als allgemeine Anmerkung – ich sehe dieses Projekt durchaus mit Vergnuegen :)

  18. Hi Martin,

    ich hätte nicht gedacht, dass es mit dem IPhone möglich ist
    solche Bilder zu erstellen.

    Und dein Artikel ist wiklich gelungen.

    Da werd ich doch auch mal meine „Smartphone“ Kamera
    testen müssen. ;o)

  19. Martin, ich finde die differenzierte Vorgehensweise mit der du an „echte“, also geplante und „unechte“, also ungeplante Fotografie umsetzt äußert zielführend. Dadurch erweitert sich der (fotografische) Horizont. Und das ist doch ein Ziel, das alle Fotografen haben. Wenn man Fotografie, als festhalten des Augenblicks definiert, so passt das Smartphone meiner Meinung nach viel besser, es hat den größten Vorteil der Augen – es ist (fast) immer mit dabei. Interessant finde ich auch Menschen wie Sascha Unger, der nahezu ausschließlich mit dem iPhone on Tour geht. Und nach dieser Beschränkung auf die wesentlichen Bestandteile der Fotografie, nämlich Licht, Form und Farbe, lässt sich das Begriffspaar „echt“/“unecht“ wahrlich nicht mehr als angebracht bezeichnen. Zu eben diesem Themengebiet habe ich hier ein Interview mit Sascha Unger veröffentlicht: http://lichtathleten.com/2010/09/22/interview-mit-dem-iphone-fotografen-sascha-unger/ Kannst ja mal vorbei schauen! Sascha verrät dort auch seine Apps und plaudert aus dem iPhone-Nähkästchen.

    Viele Grüße,

    Marius

  20. also die fotos finde ich klasse, wahnsinn echt! wegen bearbeitung an iphone oder telefon bilder abzustempeln finde ich nicht gut, denn schließlich kommt es doch auf das endprodukt an: das fertige foto. und diese gefallen doch sehr gut!
    ich lese aber aus deinem text auch eine legitimierung fürs fotografieren mit iphone – find ich schade weil ich das für überflüssig halte.
    meine meinung, falls schon mal erwähnt, stehts halt nochmal..

    jedenfalls: haste gut gemacht

  21. Ich glaube ja, dass seit dem Erscheinen des iPhone viel mehr Hochformatfotos gemacht werden als früher. was anderes: Ich kenne Leute die so fotografieren, dass das Hochformat/Querformat Verhältnis pro Film zu der entsprechenden Anzahl von Fächern im Fotoalbum passt ;-)

  22. Ungeachtet daovn, ob jetzt gut oder schlecht usw..
    ich denke mir manchmal doch.. hmm ich hab eine dslr.. normalerweise dürfte ich das bild mit jeder x-beliebigen kamera machen, und es muss auch gut aussehen.. denn die dslr bringt mir nur vorteile, darin dass ich mehr bildqualität habe, weniger rauschen, schlechte lichtverhältnisse „besser“ machen kann, und objektive wechseln. mehr ist nicht drann an dem Teil.. und wenn man sagt, es soll ums Foto ansich gehn, und nicht die Qualität, dann müsste man einfach eine kompaktkamera nehmen (manuell modus wär aber dann doch schon ganz fein^^) und gut fotografiern..
    chase jarvis sagt doch auch, die kamera die du in der hand hast, ist die beste kamera.. Er ist ja auch selbst voll begeistert von der Iphone-Fotografie, gibt ja eine eigene Website und Iphone App und was weiß ich alles^^

  23. Da ich kein Eifon habe sondern eines mit Software aus Redmond und echt übler Kamera, stellt sich mir die Frage eigentlich nicht. Trotzdem habe ich eine Meinung zum Thema, die ein wenig von Deiner abweicht, Martin.

    Grundsätzlich finde ich alles was Du über das Fotografieren mit dem Handy schreibst sehr nachvollziehbar und gut. Was mich zugegebenerweise irritiert, ist das ‚aufbereiten‘ der Bilden in nostalgisierendem Filmlook, Polalook oder Crosslook. Warum tut man (nicht nur Du, versteht sich ;-) das? Warum nimmt man keine kleine gebrauchte Analogkamera, wahlweise auch eine Holga oder eine Lomo oder eine Blackbird Fly wenn man ein analoges Bild will – oder anders:

    Wie steht es mit der Übereinstimmung von Form und Inhalt, wie steht es mit Authentizität, wie könnten iPhone-Bilder aussehen, die nicht vorgeben etwas ganz anderes zu sein?

    Das ist übrigens ein Thema, das mich auch mit Blick auf die sonstige Bildbearbeitung beschäftigt. Auch mir gefällt der ‚Filmlook‘, mir gefallen Vignetten und Fehlfarben. Aber ist es wirklich ‚richtig‘ so zu arbeiten? Eine Antwort darauf habe ich nicht. Nur ein ungutes Gefühl.

    In meiner Umhängetasche liegt immer eine analoge SLR mit einem alten 55er drauf und wartet auf Bilder. Mit dem Handy mache ich Bilder, die ich per eMail verschicke – beruflich. Bilder von Mängeln, Bauleitungssachen…

  24. Hallo Martin,

    grundsätzlich gibt es nur eine Person, der die Bilder gefallen müssen und dies ist der Fotograf.

    Ok, das ist leichter gesagt als getan und ich ertappe mich auch immer wieder dabei, dass ich denke „was hallten jetzt die anderen von meinen Bildern“ und manchmal ärgere ich mich dann über mich selbst, dass ich mich nicht getraut habe und meiner inneren Stimme vertraut habe.

    Mir persönlich gefallen deine iPhone-Fotos, erinnert mich alles einwenig an Lomographie. Keep it simple.

    LG Marco

  25. Ich kann Martin eigentlich nur zustimmen. Zweifelsohne ist die Iphone Kamera technisch limitiert. Aber warum sollte man gänzlich darauf verzichten? Ich habe mein Iphone immer bei mir und wenn sich die Gelegenheit bietet, zögere ich nicht die Kamerafunktion zu nutzen. Es gehört zar einiges an Übung dazu ansehnliche Ergebnisse zu bekommen, aber es macht richtig Spaß. Meiner Meinung nach besteht die Herausforderung hier weniger in technisch einwandfreien Bildern, sondern mit technisch stark eingeschränken Möglichkeiten tolle Ergebnisse zu bekommen. Das Erfolgsgefühl ist dann um so größer.

  26. Hi Martin,

    vollkommen korrekt wie Du die Angelegenheit beleuchtest und vor allem persönlich für Dich nutzt. Ich kann Dir da nur 100 prozentig zustimmen, und es ist stets nützlich die Vorzüge des jeweiligen Arbeitsgeräts abschätzen und somit gezielt einsetzen zu können.

    Auch bei http://fstoppers.com/iphone/ hat sich der Fotograf Lee Morris mit erstaunlichen Ergebnissen mit dem iphone intensiv und hochprofessionell auseinandergesetzt. Also ein zusätzlicher Beleg für Deine gute Intuition… ;-)

    Viele Grüße
    Sascha

  27. Richtig klasse Artikel Martin, der mir aus dem Herzen spricht!! Ich fotografiere schon länger mit dem iPhone nebenbei, so richtig Spaß macht es aber erst seit dem ich aufgerüstet habe und die Bildqualität ansehnlicher ist ;)

    Ich fotografiere aus genau den Gründen die du oben erwähnst mit dem iPhone. Es macht Spaß, es gibt mir die Möglichkeit (deutlich schneller als mit der DSLR oder analogen) Eindrücke einzufangen. Manchmal Dinge und Situationen die man mit dem großen Besteck so nie fotografieren würde. Und das ist genau der Punkt für mich. Seitdem ich das täglich so handhabe hat sich mein Blick für Fotos und Situationen des Alltags geändert und ich finde die Entwicklung klasse.

    Mit dem Handy zu fotografieren ist kein Rückschritt, das ist totaler Blödsinn. Es ist ein Ergänzung. Diejenigen die so was meinen sollten sich einfach mal fragen ob sie wirklich den ganzen Tag mit ner 5D o.ä. rumrennen. Ich zumindest tue das nicht und will es auch gar nicht.

    Also, hier ist mein handyfoto tumblr stream:
    http://thehometrail.tumblr.com

    Holger ist unter hipstamaniac bei tumblr, richtig? Habe ich gestern über twitter entdeckt, auch sehr interessant Bilder.

    ps.: Witzig auch, das wir mal wieder fast das gleiche fotografiert haben, die Cola Pulle ;)

  28. Mit dem iPhone ein paar Bilder machen, macht einfach Spass – immer dabei, kein großer Schnickschnack – entweder macht macht damit ein Bild, oder man lässt es ;o) Ich finds klasse. Auf Qualität kommt es mir dabei nicht an – aber auf den schnellen, spontanten Augenblick und der macht einfach Spass.

  29. Blogartikel dazu: [geknipst] Im Orbit « fotografie.stefansenf.de

  30. Schöner Beitrag.

    Das Thema ist da beileibe nicht neu. „Handy-Fotografie“ (..denn unter diesem Begriff lief das ganze schon geraume Zeit) hat einen eigenen Reiz, trotz, oder gerade, wegen der technischen Unvollkommenheit.

    Nur mal zur Erinnerung, von Sony gab es schon vor dem IPhone – Boom Handies mit „besseren“ Foto-Eigenschaften.. liefen (oder laufen sogar noch?) unter dem „Cybershot“ Label, wie auch die Kompaktcams… ich habe auf flickr sogar noch ein altes Set, was aus Bildern besteht dass ich damals mit so einer Sony aufgenommen hatte.

    http://www.flickr.com/photos/dogwatcher/sets/72157607104230349/

    Das IPhone toppt das ganze aber noch durch die große Anzahl an speziellen Apps dafür: Es gibt mittlerweile durchaus noch bessere „Handycams“ als das IPhone, ja selbst als das IPhone4, aber die Apps machen das Ding wohl konkurrenzlos (… ich warte auch auf mein Exemplar.. ist „in Zuführung“).

    Ich sehe das absolut unverkrampft: Wenn dabei Fotos rauskommen, die einem gefallen, ist mir mittlerweile vollkommen egal, WIE die entstanden sind. Und auch, wieviel nachbearbeitet wurde.. Hauptsache, es gefällt mir. Punkt. Auch, wenn es wie ein Treppenwitz anmutet, dass man heute digital analoges nachahmt. Aber das ist mir auch Wurst.. ich HABE jahrelang analog fotografiert, ich habe aber absolut keine Hemmungen, digital fabriziertes auf analog zu trimmen, wenn es mir gefällt.

    Die „Apps“, die manche so kritisch sehen, sollte man als kreative Erweiterung betrachten. Sie sind sehr ähnlich wie die bei manchen Kameras integrierten, nachträglich anzuwendenen Effekte (Insbesondere bei Olympus und Pentax, bei beiden auch in den DSLRs!). Da denkt man auch erst „Was soll das?“ Aber da die Effekte kombinierbar sind ergeben sich erstaunlich viele Möglichkeiten.. und oft sitzt man dann da an der Kamera und probiert vergnügt aus, was für Potential in den Aufnahmen steckt, wenn man diesen oder jenen Effektfilter rüberrauschen lässt, und das ist manchmal echt überraschend!

    Insofern plädiere ich für einen lockeren, unverkrampften Umgang mit der Fotografie. Das verbissene, dass manche da an den Tag legen, gefällt mir nicht… Ich fotografiere mit dem, was gerade da ist und was ich mit mir führe.. das kann die DSLR mit mehreren Festbrennweiten sein, aber auch das Handy. Und beide Extreme haben ihren Reiz.

    Im übrigen: Es ist erstaunlicherweise keine Schande, wenn alte Fotografen in ihren Memoiren erwähnen, dass sie das Fotografieren begannen mit einer „Kodak Brownie“, also einer Spielzeug-Kamera aus der Müslipackung… aber wenn Jugendliche heute fast zwangsläufig Zugang zu einer Kamera (Video UND Foto) haben, da sie dies ohnehin in ihrem Handy haben, dann wird das manchmal als der Untergang der Fotografie betitelt? Warum? Noch genialer, flächendeckender und spielerischer hat man wohl noch keine Generation an die Fotografie und Filmerei herangeführt…

    • Auch bei Deinem Beitrag kann ich gaaanz weit folgen. Nur einen Punkt (bei dem ich mich – oder meinen Beitra oben – angesprochen fühle) will ich noch kurz nachfassen:

      Ich habe auch kein Problem damit, einen analogen ‚Look‘ für solche Bilder zu suchen. Mache mich ja selbst nicht ganz frei davon. Ich frage mich viel mehr, wie eine tatsächlich originär zum iPhone (o.ä.) gehörige Ästhetik aussehen könnte. Ich habe da selbst noch keine schlüssige Antwort drauf. Nun kann man sagen, dies Frage sei zu ‚verkopft‘. Mag sein. Mir ist so was aber wichtig, da es genau zu dem ‚Selbstverständnis‘ führen kann, das man hier in einigen Beiträgen eher apologetisch herbeizureden scheint.

      Zwei Aspekte noch ganz schnell:

      Die ‚digitale Holga‘ war erst im Mai eine kleine Welle im DSLR-forum (http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=572510&highlight=digitale+holga). Hier gibt/gab es eine Kamera, die einfach eine eigene Tonung in ihre Bilder gelegt hat und die man mechanisch (‚authentisch‘?) auf ordentlich Vignette umrüsten kann.

      Oderie Welt der ‚Subjektivs‘ (hier kein Link zu ‚monochrom.com‘, da bis 28. September leider offline) und der Lensbabies. Ebenfalls optische und ‚authentische‘ Wege, das überperfekte der digitalen Fotografie abzustreifen, ohne sich in die Beliebigkeit der digitalen Nachbearbeitung zu verlieren. Denn darum geht es mir. Ich habe Sorge, dass (auch meine) auf retro getrimmte(n) Bilder eigentlich nur beliebig und irrelevant sind.

      OK, irrelevant sind sie sowieso für fast jeden ausser mir selbst aber gerade deshalb tue ich mich mit der anbiedernden modischen Art der ‚retrofizierung‘ so schwer. Kommt etwa rüber, was ich meine?

  31. Ein echt toller Beitrag.

    Ob nun ein Foto mit einem Telefon, einer Blechdose mit Loch oder einer Hightech DSLR Kamera gemacht wurde ist doch völlig egal. Wichtig ist das man beim Fotografieren selbst und an dem Ergebnis seine Freude hat. Und das auch mit nicht „Highend-Superduper-Technik“ sehr gute Bilder entstehen können wird in diesem Artikel und in den Weiten des Netzes eindrucksvoll bewiesen.
    Wie oft hat man sich vor der Foto-Handy Zeit in manchen Situationen gedacht „… hättest mal die Cam dabei…“; sicher sind mit einem Foto-Handy die Grenzen sehr viel enger gesteckt als mit einer DSLR, aber mir ist ein nicht 100% technisch einwandfreies Bild viel lieber, als gar keines.

  32. Blogartikel dazu: Taking Photos with the iPhone « Greg77's Blog

  33. Ich besitze auch (erst) seit April diesen Jahres ein iPhone, und bin mit haargenau der selben Einstellung rangegangen:
    überraschenderweise ist die Bildqualität erstaunlich gut und wenn man es nicht mit dem Fotografieren mit einer DSLR vergleicht, sondern als eigenständige „Kunstform“ hat sie ihre absolute Daseinsberechtigung und erweitert die Sicht- und Betrachtungsweise eines ambitionierten Hobbyfotografen.
    Genauso wie du spiele ich immer wieder gerne mit neuen foto-apps rum und bin immer wieder überrascht welch tolle Ergebnisse man oft erhält.

  34. Blogartikel dazu: Unfreiwillige Fotopause, oder doch nicht? | mkorbit.de

  35. Hallo!
    Also eigentlich hab ich beim Kauf der iPhone 4 auch GAR NICHT an künstlerische Fotografie gedachte, eher ans Fotografieren von eventuellen Unfällen um Beweismaterialien zu haben und den Verkehr in Berlin trotzdem nicht zu stören.
    Nun muss ich sagen, dass einige Fotos tatsächlich ganz ok sind, die ich aber eher als Hintergrundbild auf dem iPhone benutze und weder aufs Notebook noch auf Flickr lade, weil mit dafür meine Spiegelreflex dient.
    Gruß!

  36. Blogartikel dazu: It’s Hip To Be Square – Hipstamatic | roboscop

  37. Hallo,

    ich bin gerade durch Zufall auf diese Seite und das Blog gestoßen und bin wirklich beeindruckt :-)

    Klasse gemacht und ich werde ganz bestimmt immer wieder mal vorbei schnuppern, da ich auch endlich wieder zufriedener sein möchte mit meinen Bildern.

    Eine schöne Woche wünsche ich und viele Grüße aus Nürnberg.

    Lukas

  38. Hallo,
    das mit dem iPhone und dem Fotographieren mache ich schon seit Jahren. Habbe alle meine Fotos so gemacht. Banale Familienurlaubsfotos im Stile der Ritschratschklick, und auch speziellesres versucht. Angefangen von Makro bis zu Landschaften, Architektur.
    Wenn Du willst poste ich Dir ein Link zu Picasa.
    LG
    Knut

  39. Blogartikel dazu: (Street-)Fotografie mit dem iPhone | kreimer.de