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11. September 2010 Lesezeit: ~5 Minuten

Photowalking als Social Event

Stefan und Chris sind seit mehreren Jahren leidenschaftliche Fotografen aus München, die sich hauptberuflich im IT Umfeld bewegen. Zusammen haben sie vor 2 Jahren das Projekt Photowalkingmunich ins Leben gerufen. Der folgende Artikel soll das Thema Photowalking als Social Event näher beleuchten.

Gerade mit dem letzten, von Scott Kelby im Juli 2010 ausgerufenen WorldWide Photowalk, ist das Thema Photowalking wieder einen Schritt weiter ins Rampenlicht gerückt. Stellt sich jedoch die Frage: Was hat es eigentlich damit auf sich? Photowalking?

Fangen wir mit der gängigen Übersetzung von Photowalking an: so wirklich gibt es dafür natürlich keine. Die Umschreibung „Spazieren bzw. Wandern mit einer Kamera“ trifft es jedoch ziemlich genau und da eine Kamera üblicherweise zum Fotografieren genutzt wird, wird neben dem Spazieren oder Wandern mit der Kamera auch das eine oder andere Motiv fotografiert oder, landläufig formuliert, ein Bild geschossen.

Kommen wir damit zum Verständnis von Photowalking der Gruppe Photowalkingmunich: Klar, dass die Fotografie irgendwie den Mittelpunkt eines Photowalks ausmacht.

Aber Photowalking ist mehr als das alleinige und einfache Fotografieren und so wird die Fotografie gewöhnlicherweise verstanden: eine Tätigkeit, die man alleine ausübt – beispielweise im Urlaub, auf einer Städtetour, in der Natur, wo man natürlich oft zu zweit unterwegs ist, jedoch nur einer die Kamera in der Hand hält.

Genau hier setzt Photowalking als Event mit sozialem Charakter an: Es stellt ein gesellschaftliches Ereignis dar, bei dem Fotobegeisterte aller Art (jeder mit eigener Kamera) gleichgesinnte Menschen aller Altersklassen treffen. Im Vordergrund steht also der gemeinschaftliche und soziale Aspekt – etwas zusammen zu erleben. Das Reizvolle beim Photowalking ist, Menschen zu treffen, die man sonst kaum kennenlernen würde – die aber, und das ist das Besondere, eine gemeinsame Leidenschaft verbindet: die Fotografie an sich!

Wie aber sieht nun so ein Photowalk aus?

Die Rahmenbedingungen eines jeden Walks werden von dem jeweiligen kreativen Organisator der Photowalking-Gruppe festgelegt: Dieser sucht eine geeignete Lokation in Form einer Stadt, eines Stadtteils oder auch einer Veranstaltung, wie Jahrmarkt, Ausstellung etc. aus. Am Beispiel Photowalkingmunich funktioniert das über einen Artikel mit allen wichtigen Infos zum kommenden Walk. Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich online anzumelden und finden sich zu der verabredeten Zeit am verabredeten Ort ein. Es darf dabei jeder mitmachen, egal ob analog oder digital, ob mit Kompakt- oder Profikamera unterwegs. Hauptsache es wird Spass am gemeinsamen Fotografieren mitgebracht.

Weiterhin wird ein sehr grober Ablaufplan vorgegeben (diese Vorgehensweise leben zumindest wir Münchner Photowalker so, was im Übrigen sehr gut ankommt). Vorteil unserer eher groben (Zeit-) Planung ist, dass beispielsweise keine Hektik entsteht, von einem fototypischen Ort zum nächsten zu kommen. Jeder Photowalker hat somit genug Zeit und Muße, sein Fotothema zu finden – und nebenbei die anderen „Mitwalker“ kennenzulernen bevor es gemeinsam, in mal mehr, mal weniger großen Gruppen, weitergeht.

Der Austausch von Fotoideen, Hilfestellungen, Verbesserungs-vorschlägen für den einen oder anderen Anfänger und ganz einfach der gemeinsame Spaß an der Ausübung des schönen Hobbys kommt somit ganz automatisch.

Pause oder Abschluss eines jeden Photowalks stellt häufig ein zwangloses Get Together, in Form eines gemeinsamen Café-, Restaurant oder Barbesuches dar. Selbstverständlich wird im Zeitalter der digitalen Fotographie bereits hier das eine oder andere Bild begutachtet. Und auch hier steht der soziale Aspekt des sich Kennenlernens in zwangloser Form im Vordergrund.

Der soziale Charakter findet weder vor noch während oder nach dem Walk sein Ende – im Gegenteil: Nach dem Walk ist vor dem Walk – so die These eines jeden einzelnen Photowalkers. Insbesondere in heutigen Zeiten des Internets ist der weitere Kontakterhalt problemlos möglich.

So laden Teilnehmer im Nachgang des Photowalks ihre Werke auf Flickr hoch und bleiben beispielsweise in einer Gruppe bei Flickr oder generell bei Facebook sowie anderen gängigen Online-Foren und Communities in Kontakt.

Hier wird sich über die erzielten Ergebnisse ausgetauscht, oft gelobt, fast nie getadelt und natürlich viel gefachsimpelt. Manche Teilnehmer nutzen eine weitere Form des Internet und twittern vor, während und nach einem Walk ihren Status bzw. Bilder. Wiederum alles ohne Zwang und Vorgabe – so wie es jedem einzelnen beliebt.

So wie es jedem einzelnen beliebt ist auch die Teilnahme am nächsten Photowalk zu verstehen: freiwillig natürlich, ohne Muss und Zwang – dafür aber mit jeder Menge Spaß und gleichgesinnten Menschen. Zu finden auf Photowalkingmunich.de.


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