28. Mai 2010 Lesezeit: ~3 Minuten

Foto: Frühling am Friesenplatz

Es war ein ganz normaler Bürotag bei Pixelpark. Ein paar Tage vorher war ganz Deutschland froh, dass sich der Frühling anscheinend endlich durch diesen extrem langen, kalten und irgendwann auch nervtötenden Winter gekämpft hatte.

Allerdings war es an diesem Tag schon wieder verdächtig kühl, und plötzlich verfärbte sich der Himmel so seltsam bedrohlich gelb und es zogen verdammt dunkle Wolken von Norden her auf.

Ich saß an meinem Arbeitsplatz und dachte: „Hmmm, du hast doch deine Kamera dabei, und eigentlich wolltest Du immer schonmal den Friesenplatz aus dem Treppenhaus heraus fotografieren.“

In dem Moment fing es auch schon an. Regen. Aber so richtig. So, dass es schon ein bisschen unheimlich wurde.

Also schnappte ich mir die Kamera, und ab ins Treppenhaus. Ich hatte nur mein 50mm 1.8 dabei. Was ja jetzt nicht so unbedingt das ideale Objektiv für Architekturaufnahmen ist. Es hat allerdings auch 2 entscheidende Vorteile:


1. Lichtstärke.
Mittlerweile war von der Sonne nichts mehr zu sehen, und es war ziemlich dunkel. Da ich kein Stativ zur Hand hatte, und meine damalige Kamera ab ISO 200 meinte sie müsste den Reibeisenmodus einschalten, blieb mir nichts anderes als Blende auf.

2. Im Gegensatz zu meinem Weitwinkel gibt’s so gut wie keinerlei tonnenförmige Verzerrungen.

Ich wollte diese schöne S-förmige Straße im Kontrast zu den rechtwinkligen Gebäuden abbilden. Das wäre mit dem Weitwinkel jedenfalls schwieriger geworden, bzw. hätte mehr Korrekturen im Post-Processing bedeutet.

Also war es eigentlich genau das richtige Objektiv, und ich hatte Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Da ich selbst bei offener Blende noch relativ lang belichten musste, hab ich mich ziemlich verkrampft an die Scheibe geklemmt, und das Objektiv vorne an der Scheibe noch zusätzlich abgestützt.

Ehrlich gesagt hat’s auch einige Versuche gebraucht, ein einigermaßen scharfes Bild zu bekommen. War ja klar, dass in dem Moment ein Kollege die Treppe runterkam. Ich konnte aus dem Augenwinkel nur sehen, wie er mich anguckte, und sich leicht kopfschüttelnd wieder der Treppe zuwandte. Egal. Kennt man ja.

Da ich mit dem Ergebnis eigentlich recht zufrieden war, hab ich das Bild noch direkt im Büro bearbeitet. Da ist schon an einigen Stellen ordentlich dran gedreht worden, aber ich hab versucht es so natürlich wie möglich zu halten:

• Helligkeit und Kontraste angepasst.
• In S/W umgewandelt und danach eine leicht antike Teiltonung verpasst.
• Hier und da noch mit dem Pinsel ein bisschen dodge & und burn.

(Ich würde Euch gerne das Original zeigen, nur leider ist das noch auf meinem Bürorechner, und ich hab gerade Urlaub. Bei Bedarf reiche ich das aber gerne noch nach.)

Abschliessend bleibt noch zu sagen, dass Pixelpark Köln mittlerweile umgezogen ist, und das Bild für mich jetzt auch so was wie eine schöne Erinnerung für die letzten 3 Jahre ist.

Es gab sogar eine Anfrage eines Kollegen, das Foto groß in einen der Flure des neuen Gebäudes zu hängen, was schon ne ziemlich coole Sache wäre…Mal schauen was kommt :)

Danke für das Interesse!

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17 Kommentare

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  1. Damit wäre also der Beweis erbracht, dass durchaus so manches Treppenhaus für stimmungsvolle Bilder taugt… ;-)

    Mir gefällt der Kontrast zwischen Hell und Dunkel in der Szene sehr gut. Ist das rechts neben der oberen Hochhauskante auch ein Vogel? Der stiftet in der sonst so ruhigen Aufnahme etwas Unruhe…

    Danke jedenfalls für die erlebnisnahe Schilderung zum Bild.

    Viele Grüße
    Sascha

    FOTOQUIP

  2. Im oberen Bereich hätte ich mehr Kontrast reingegeben. Ohnehin wirkt das Bild auf mich, wie aus der Kamera, lediglich umgewandelt in Graustufen.
    Auch der helle Fleck in der Mitte stört irgendwie.

    Ich würde gerne mal das Ausgangsbild sehen.