kwerfeldein
25. Mai 2010 Lesezeit: ~2 Minuten

Goldener Vorhang über Bozen

 Bozen
Bild 1: Goldener Vorhang über Bozen, minimal justiert

Vor 1 1/2 Wochen fuhr ich nach Italien, um in den Dolomiten meinen ersten Workshop zu halten. Ich war innerlich leicht angespannt und hatte auf der Autobahn beim Fahren über den Brenner Jazz gehört – vielleicht, um dem Aufgeregtsein etwas entgegenzuwirken.

„Irgendwie passt das gar nicht zusammen, Jazz und diese Landschaften“ dachte ich mir. Coldplay, das Requiem von Brahms oder irgendwas Dramatisches vielleicht eher. Trotzdem tat mir die Mischung gut und ich kam nach sieben Stunden in Südtirol an.

Ich fuhr Bozen-Nord ab, um den Rest des Weges nach Steinegg auf der Landstraße zu befahren. Es war schon nach Sechs, eigentlich wäre ich gern schon früher dort gewesen und so war ich quasi doppelt angespannt. So trottete ich im ersten Gang in einer Kolonne bergauf hoffte, bald anzukommen.

Doch „kurz nach halb“ blickte ich ins Tal hinab und sah, wie Sonne und Wolken über Bozen einen goldenen Vorhang hinabliessen – die Strahlen funkelten gelb-rot und die Dächer spiegelten den Glanz der Lichtes.

 Bozen
Bild 2: Alternative Ausgabe in Schwarzweiss, Schatten & Lichter verstärkt

Meine Anspannung schlug in Staunen um und mir stockte einwenig der Atem. Mist. Jetzt bin ich in der Kolonne gefangen und kann nicht anhalten. Mit jeder weiteren Kurve, die mich ins Tal blicken lies war ich erneut beeindruckt von dieser Pracht und rechnete damit, dass dieser Moment nicht lange andauern würde.

Doch das Lichtspiel hielt unerwartet lange an. In Steinegg angekommen, wurde ich überrascht, denn auf der Landstraße gab es eine kleine Ausbeugung in Richtung Tal, in die ich parken konnte. Jetzt aber zackig. Ausgestiegen, Kofferaum auf, Tele drauf und in Richtung Bozen gezielt.


 Bozen
 Bozen  Bozen
Bilder 3 – 5: Ausschnitte des Bildes {Klick = groß}

Der kühle Wind bließ mir ins Gesicht und ich versuchte, so viel wie mögliche Einstellungen und Perspektiven festzuhalten. In diesen Minuten vergaß ich den Workshop und der Druck fiel einen Moment von mir ab – der kam dann erst am nächsten Tag wieder.

„Das wird ein guter Workshop“, dachte ich mir und so war es dann auch.

Wir bekamen zwar die ganzen zwei Tage nicht mehr solch ein prachtvolles Licht zu sehen, doch davon erzähle ich vielleicht ein andermal.

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