Kwerfeldein
17. Mai 2010 Lesezeit: ~ 6 Minuten

DNG – eine echte Alternative?

DNGDieser Gastbeitrag ist von Philippe Schrettenbrunner, IT-Berater und leidenschaftlichem Fotografen aus München.

Philippe betreibt ein eigenes Fotografie-Blog und twittert.

Eine Frage, die unter Fotografen immer wieder gestellt wird, ist “RAW oder JPEG?”. Auf Blogs, Twitter und beim Kaffee werden gerne und ausführlich die Vor- und Nachteile diskutiert. Dabei kristallisiert sich raus, dass all jene, die ihre Bilder später noch aufwändig nachbearbeiten, zu RAW tendieren. Bei der ganzen Diskussion wird ein Punkt jedoch gerne vergessen:

Es gibt kein RAW-Format

Hinter dem Begriff RAW-Format verbirgt sich vielmehr eine große Ansammlung an Dateiformaten (und -endungen), mit denen Sensordaten einer digitalen Kamera gespeichert werden. Bei Canon werden die Daten meistens mit der Endung CR2, bei Nikon mit NEF, benannt.

Leider ist die Vielfalt an dieser Stelle noch nicht zu Ende. Denn eine CR2-Datei einer EOS 40D ist anders aufgebaut, als eine CR2-Datei aus einer CyberShot G10. Diese Tatsache hat sicher jeder schon einmal schmerzlich erfahren, wenn die RAW-Daten der brandneuen, brandaktuellen Kamera von Photoshop & Co nicht gelesen werden konnte. Und das, obwohl CR2 (oder NEF oder XY) bisher immer funktioniert haben.

Zu dem Formate-Wirrwarr kommt erschwerend hinzu, dass die meisten proprietären RAW-Daten digital verschlüsselt sind und somit nur mit dem Segen des Herstellers verarbeitet werden können.

Was fehlt, ist ein offener Standard

Im September 2004 hat Adobe daher das Digital Negativ, kurz DNG, vorgestellt. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein RAW-Format, bei dem jedoch alle Spezifikationen offen liegen. Es baut auf dem bereits etablierten TIFF/EP Standard auf und hat gute Chancen, eine echte Alternative zum proprietären RAW zu werden.

Denn auch wenn sich Kameras und Sensoren unterscheiden, so liefern sie am Ende doch immer ähnliche Daten, aus denen sich ein Bild errechnen lässt. Im DNG-Format ist daher genau festgelegt, auf welche Art und Weise Bild- und Farbinformationen gespeichert werden. Jede Kamera kann diese Informationen liefern.

Allerdings wurde bei der Spezifikation von DNG auch bedacht, dass eine Kamera Eigenschaften haben kann, die sonst keine andere hat. Daher lässt das DNG-Format zusätzlich weitere Informationen neben den eigentlichen Bilddaten zu, mit denen solche kameraspezifische Eigenheiten aufgezeichnet werden können.

Mit Hilfe dieser so genannten Rendering Hints kann der RAW-Konverter anschließend entscheiden, wie er das Bild berechnet. Einige Hersteller, darunter Hasselblad, Leica, Ricoh und Casio, haben sogar schon Kameras auf den Markt gebracht, die Aufnahmen direkt im DNG-Format speichern.

Für alle anderen Kameras bietet Adobe einen kostenlosen Konverter, der automatisch und in Stapelbearbeitung ganze Sammlungen an Bildern umwandeln kann. Benutzer von Lightroom können entweder beim Import festlegen, ob die Bilder sofort ins DNG-Format konvertiert werden oder dies später für einzelne Bilder und Sammlungen entscheiden.

DNG oder nicht DNG?

Für die tägliche Arbeit macht es erst mal keinen Unterschied, ob man mit dem Hersteller-RAW oder DNG arbeitet. Alle gängigen Bildbearbeitungsprogramme können beide Formate.

Archivierung

Wesentlich spannender ist die Frage, wie es mit der Langzeitarchivierung aussieht. Kann man im Jahr 2020 noch eine proprietäre RAW-Datei öffnen? Was ist, wenn einer der Hersteller pleitegeht? Oder den Support eingestellt? Dieser Fall ist gar nicht so unwahrscheinlich:

Kodak unterstützt bereits heute einige seine ersten RAW-Formate offiziell nicht mehr. Hier hat das DNG Format einen klaren Vorteil: die Spezifikation liegt offen. Sollte Adobe, die das Format veröffentlicht haben, vom Markt verschwinden, kann immer noch ein anderer Hersteller oder ein Konsortium das Format fortführen. Eine Garantie ist das natürlich nicht, aber die Chancen sind deutlich besser als bei proprietären RAW-Files.

Dateigröße

Ein weiterer Vorteil von DNG ist die Dateigröße: Dank einer verlustfreien Komprimierung sind DNG Bilder etwas kleiner als das Original RAW. Im Internet liest man, dass sich durch die Verwendung von DNG rund 20% Speicherplatz sparen lassen. In einem kleinen Selbstversuch, bei dem ich 100 CR2 Bilder einer EOS 40D in DNG umgewandelt habe, waren es immerhin 17%. Gerade für Notebook-User eine interessante Option!

Die geringere Dateigröße liegt daran, dass DNGs gezippt sind, wohingegen die meisten RAW Files unkomprimiert sind. ZIP-Algorithmen gibt es jedoch wie Sand am Meer: es würde mich also nicht wundern, wenn in naher Zukunft auch proprietäre RAW-Formate komprimiert werden und somit der Dateigrößenvorteil von DNGs an Bedeutung verliert.

Wesentlich interessanter ist, dass bei DNGs Entwicklungsinformationen in der Datei neben den Rohdaten eingebettet werden können. Wer also oft Rohdaten von Rechner zu Rechner transportiert, wird sich freuen, dass er die Einstellungen nicht immer erst als XMP-Sidecar abspeichern muss. Und nicht nur beim Austausch von Daten ist das ein riesen Vorteil: DNG Dateien, die alle Einstellungen enthalten, lassen sich wesentlich leichter backuppen und wiederherstellen, da alle Informationen in einer Datei sind.

Der Workflow

Solange die Hersteller das DNG Format nicht nativ unterstützen, muss der Fotograf mit einem weiteren Schritt im Workflow einschreiten. Auch wenn Lightroom und andere Tools eine gewisse Automatisierung bieten, kommt ein zusätzlicher Schritt zum Arbeitsablauf hinzu: die Konvertierung. Und dieser Schritt kostet, auch auf einem modernen Rechner, mehr Zeit, als das reine Kopieren der Daten.

Der Converter

Der wohl größte Nachteil momentan ist, dass man dem Converter vertrauen muss. Werden die Original-RAW Daten nicht korrekt ins DNG Format übersetzt, können später wichtige Informationen fehlen. Bisher ist mir so etwas noch nicht passiert. Dennoch liest man im Internet vereinzelt, dass bei extrem kontrast- oder farbreichen Bildern die Qualität bei der Konvertierung gelitten hat. In diesem Fall ist es natürlich sehr ärgerlich, wenn man seine Original RAW Dateien bereits entsorgt hat.

Trotzdem ist die Zeit reif für DNG. Ich selbst habe schon bei ein paar Shootings die Bilder direkt beim Import in Lightroom in DNG umgewandelt und die Originale nur für eine gewisse Zeit zur Sicherheit auf einer externen Platte archiviert. Der Workflow blieb unverändert, dafür hatte ich einen Lightroom-Katalog, der ein paar Gigabyte kleiner war und gefühlt flotter war. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Original RAWs immer noch auf einer DVD sichern.

Ich sehe kaum etwas, was gegen DNG spricht.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

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62 Kommentare

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  1. Adobe hat DNG doch nur auf den Markt gebracht weil sie auch etwas vom RAW-Formate-Kuchen abhaben wollten. Adobe hatte imho einfach viel zu spät auf die ganze RAW-Entwicklung reagiert und mit DNG ein neues, allumfassendes Dateiformat rausbringen wollen.
    Das mag ja in der Theorie auch gar nicht schlecht sein. In der Praxis muss es dann aber auch klappen. Und wie du schon sagtest, wenn “bei extrem kontrast- oder farbreichen Bildern die Qualität bei der Konvertierung gelitten hat”, dann ist das schon übel. Wenn ich dann wieder zu meinem Original-Raw greifen muss, hab ich am Ende wahrscheinlich den totalen Datei-Sauverhau.
    Wir hatten hier sogar schon das Problem, dass Bilder beim konvertieren “beschnitten” wurde. Die Entwicklung des Original-RAWs hatte also einen anderen Ausschnitt als das konvertierte DNG. Und das ist dann leider für mich persönlich das Aus für DNG. Auch wenn dieses Phänomen wahrscheinlich nur in einer ganz speziellen Kombination von Kamera/Baujahr/Original-RAW auftritt.
    Ich persönlich verwende DNG nur wenn ich keine Alternative habe, also zB wenn ich exotische Raws geliefert bekomme und die Herstellersoftware nicht besitze.
    Wobei ich zugeben muss, dass dein Punkt mit der Dateigröße schon ziemlich gut ist :-) Andererseits – Festplatten werden einem mittlerweile zu Spottpreisen hinterhergeschmissen …

    In diesem Sinne,
    Gruß aus München!

    Dominik

    • Hallo Dominik,
      danke für deinen Kommentar.
      Ich habe von den Farb-Problemen vereinzelt im Netz gelesen, konnte sie aber selbst nie nachstellen. Das mit dem Beschnitt ist mir ganz neu.
      Weißt du zufällig noch, mit welchem Konverter und welcher Kamera das passiert ist.
      Bei Canon 40D, 5DMII sowie G10 sieht es mir mir “rein optisch” identisch aus.
      Danke.
      Phil

  2. Cool. Danke für die Ausführungen. Das war sehr lehrreich.
    Ich importiere meine RAW files mit Adobe Bridge und auch dort gibt es die DNG Konvertierungsoption.
    Allerdings lässt sich das File als Vorschau in Bridge dann auch nur in super kleiner Auflösung betrachten und sich vor allem nicht in Camera War öffnen (im Gegensatz zu jpg files).
    Weiß einer woran das liegen kann?

    Gruß Martin

  3. Blogartikel dazu: Tweets die DNG – eine echte Alternative? | KWERFELDEIN | Digitale Fotografie erwähnt -- Topsy.com

  4. Ich benutze seit 2006 das DNG-Format. Die Konvertierung erfolgt mit ACR bzw. Lightroom und ist fester Bestandteil meines Workflows.
    Die weitere Bildbearbeitung und die Archivierung erfolgt mit Lightroom.

    Allerdings sichere ich zusätzlich auch immer die Original-RAW-Dateien im Nikon nef-Format. Man weiß ja nie… :)

    Mit dem DNG-Format bin ich bisher immer gut gefahren. Manchmal wird erzählt, der RAW-Konverter des Kameraherstellers (in meinem Fall Nikon CNX2) liefere bessere Resultate als der eines Drittanbieters (Adobe). Diese Erfahrung konnte ich bis dato nicht machen.

    Toll wäre es, wenn auch Nikon das DNG-Format direkt ab Kamera unterstützen würde. Aber das wird wohl ein Wunschtraum bleiben…

  5. Oh, oh. Schöner Artikel aber das Thema stellt, genau wie die Frage nach RAW oder JPEG, die Gretchen-Frage. Ich persönlich benutze (noch) die prop. RAW Formate, weniger aus Überzeugung, als aus Faulheit oder eventuell doch auch Unsicherheit, ob der Wechsel der richtige schrit ist.

    Ich bin mal gespannt was hier noch für Meinungen kommen und wie das Gewicht am Ende verteilt sein wird.

    Sven

  6. Ich werde definitiv beim Nikon-Format bleiben. Zum einen bietet es zumindest in meiner Kamera bereits eine verlustfreie Komprimierung an, und sollte Nikon irgend wann einmal auf die Idee kommen, das jetzige Format nicht mehr zu unterstützen, dann bedeutet es ja noch lange nicht, dass Lightroom das Format nicht mehr beherrscht. Und sollte dem so sein, wird man das rechtzeitig wissen und kann notfalls die wichtigen Bilder immer noch konvertieren, oder den Rechner mal ein paar Tage rödeln lassen und in den Urlaub fahren oder so.

    • Sehe ich auch so. Warum jetzt in Panik geraten, dass ein Format irgendwann in 20 Jahren nicht mehr unterstützt werden könnte? Das kriegt man dann schon noch mit und dann reicht es vollkommen, nur die wichtigem Bilder zu konvertieren.

      Also lieber jetzt nicht konvertieren und dafür mehr Zeit zum Fotografieren haben. :)

      • Diese Vorgehensweise mag für den einen oder anderen durchaus ein gangbarer Weg sein.
        Nur glaube ich nicht, dass der Hersteller irgendwann groß verkündent, dass Format XY nicht mehr unterstützt wird. Ich glaube, es wird eher sang- und klanglos verschwinden und die einschlägigen Medien werden erst verzögert darauf reagieren.

        Die Frage, die sich mir vielmehr stellt ist, wieviel verschiedene Versionen an proprietären RAW Formaten habe ich bis dahin auf meiner Festplatte? Ich weiß, dass ich in den letzten 5 Jahren mit 9 verschiedenen Kameras fotografiert habe (3 davon gehören/gehörten mir, 4 waren geliehen und in zwei Fällen stammen die Bilder von Freunden, die ein Making Of für mich geschossen haben. Zumindest bei meinen habe ich jeweils die aktuellste Firmware eingespielt, so bald sie verfügbar war.
        Hat sich dabei vielleicht auch das RAW-Format geändert? Habe ich schon mehr als 9 verschiedene in meinem Katalog? Auf der Festplatte heißen sie alle CR2…

        Ich befürchte, dass einige der Bilder schon lange nicht mehr lesbar sind, bevor es die meisten Anwender merken.

  7. also ich fuer meinen teil hoere heute immer noch meine schallplatten und hab diese noch lange nicht in mp3 oder anders konvertiert genau so sehe ich das auch bei beim RAW format …. konvertieren kann man alle mal noch

  8. Klasse Artikel!

    Ich hab früher mal mit DNGs gearbeitet, weiß aber bis jetzt nicht, warum ich wieder auf mein Canon .cr2 zurückgegangen bin…
    Auf jeden Fall werde ich jetzt wieder auf DNG umsteigen ;).
    Danke! Für offene Standard.

  9. also was ich aus erfahrung mit einer sigma kamera sagen kann, aufnahmen im rohformat zeigen oft erst was in der kamera an abbildungsleistung steckt. das sigma eigene format lässt sich nur mit der sigma eigenen software “entwickeln”, diese ist aber auch absolut genial gemacht und holt mit jedem update mehr aus den bilddaten. ich denke, wenn ein kamerahersteller sich richtig gedanken macht und sein eigenes rohformat mit einer dazu passenden software entwickelt ist das durchaus gut. standarts sorgen immer dafür das sich die sachen angleichen…

    • also angleichen im sinn von, dass sich die kamerahersteller keine besonderen sachen mehr ausdenken, sondern halt nur noch “standartware” abliefern

  10. Ich selbst bin seit einem halben Jahr auf sofortige DNG-Konvertierung umgestiegen und jetzt lese ich hier zum erstem mal von “Ungenauigkeiten”. Das macht
    mir so viel Angst, dass ich sofort wieder zum alten RAW/CR2 zurückkehre. Leider – irgendwie.

    • Claus,
      man liest im Internet vereinzelt von diesen Unstimmigkeiten. Ich kenne jedoch niemanden, der mir mal ein Beispiel zeigen kann. Es ist also kein allgemeines Problem und offensichtlich scheint es bei dir ja bisher reibungslos funktioniert zu haben. Genau wie bei mir.
      LG
      Phil

  11. Danke für den Artikel. Das war sehr interessant.
    Ich arbeite auch nur noch mit DNG in Lightroom (Import aus Canon CR2) und kann dort keinerlei Nachteile feststellen. Vielleicht bin ich auch einfach noch nicht auf sie gestoßen. Ich finde es vorteilhafter alles in einem Format zu haben, was bei der Bearbeitung immer gleich reagiert.

    Für einige, die mit älteren Photoshop-Versionen arbeiten, kann DNG auch ein gutes Hilfsmittel sein, ein Zwangsupdate zu vermeiden. Sie benutzen einfach den Batchconverter, konvertieren in DNG und arbeiten in ihrer alten Version weiter. Ätsch, Adobe! :-)

    LG Josef

    • Josef,
      so ging es mir, als ich mir die G10 gekauft habe. Der freie DNG Konverter war der erste, der mit dieser Version des CR2 Formats umgehen konnte. Und nur wegen einer “kleinen” Kamera gleich Photoshop und Lightroom upgraden, wollte ich dann auch nicht.
      LG
      Phil

  12. Ich finde es gut, dass es ein Standardformat, welches universell auf jedem rechner geöffnet werden kann, gibt. Das Problem wurde im Artikel schon angesprochen: man bekommt eine Fremddatei, kann sie nicht öffnen, muss aber damit arbeiten. Was dann? Riiiischtisch -> Adobe DNG.

    Ein NEF oder CR2 ist wie ein Avi/Mpeg-Container: man kann zwar erkennen das es sich um ein “bestimmtes” Format handelt, der Inhalt (bzw) kann aber z.B. nicht kompatibel mit dem eigenen System sein (um beim Beispiel der Avi zu bleiben: es fehlt ein Codec, dadurch lässt sie sich nicht abspielen.).

    Adobe deswegen zu “verfluchen” halte ich für falsch. Ich persönlich nutze generell “betagte” Kameras, wodurch sich das Problem der Inkompatibilität nicht finden lässt.

  13. Bei mir stellt sich die Frage nicht… Meine Samsung GX-10 kann als RAW nur DNG. Sonst nix. (Das PEF Format des Pentax-Schwestermodells wird gar nicht unterstützt).

    Leider ist Samsung von “der reinen Lehre” abgefallen und hat bei der neuen spiegellosen NX10 dann doch ein ganz eigenes RAW-Format aus dem Hut gezaubert.. schade!

    Aber auch RAW ist kein Garant für ein Leben ohne RAW-Entwicklungsprobleme.. das Nachfolgemodell meiner GX10, die GX20 kann zwar in vielen RAW-Programmen geöffnet werden, aber die Farben stimmen dann oft nicht. Hier muss dann ein Kameraeigenes Farbprofil (ICC – Datei) noch hinzugefügt werden, sonst geht das in die Hose. Erstaunlich, dass das Schwestermodell (Pentax K20D) meines Wissens auch bei den DNG-Dateien das Problem nicht hat. Aber da sieht man, auch DNG ist keine Garantie.

    Das DNG kleiner sein soll als die Kamerahersteller-eigenen ist mir aber neu.. zumindest im Pentax-Lager war es bisher meistens umgekehrt. PEF ist kleiner als DNG. So war immer der Stand.

    Ansonsten sollte man das “Archivierungsproblem” nicht auf die leichte Schulter nehmen.. es ist schon irgendwie verstörend, dass schon die ersten RAW-Formate nicht mehr unterstützt werden. Das mag uns “Otto-Normal-User” nicht stören. Aber wenn man bedenkt, das sogar noch heute Original-Negative von Robert Capa auftauchen, mit denen man noch was anfangen kann… hmm… aber mit einer seit Jahrzehnten nicht mehr unterstützten RAW-Datei? Aufwendig.. bestenfalls..

  14. Ich habe mich vor ein paar Monaten auch mit der Fragen nach DNG oder CR2 befasst. Letztendlich bin ich beim CR2 geblieben weil es 1. schneller geht ohne den extra Konvertierungs-Vorgang (Mit Aperture geht das ja nicht direkt beim Importieren) und weil ich 2. zur Not meine Bilder in ein paar Jahren oder wann auch immer mit Sicherheit immer noch umkonvertieren kann. Ob das die beste Lösung ist werde ich wohl leider erst sehen wenn es so weit ist. ;-)

    LG

  15. Bleibt noch anzumerken, dass auch Pentax-DSLRs seit längerem direkt in DNG speichern können. Meine K100D noch nicht, aber seit K10D geht es meine ich. Ich bin bisher bei Raw geblieben, die Dateigröße hält sich bei 6Mp ja auch noch in Grenzen.

  16. Kompatibilität von DNG:

    habe nun schon bei zwei … drei Profi-Tools deren Demo-Versionen ich testete, feststellen müssen, dass DNG NICHT unterstützt wird.
    Also .. wer seinen ganzen Bestand schon darauf umgestellt hat, und keine RAWs mehr besitzt … Pech gehabt.

    Bibble 5 Pro, DXO Optics Pro …

  17. Ich nutze am Ende des Jahres die Konvertierung in Lightroom, um meine cr2 Dateien in DNG zu archivieren.
    Leider muss ich damit immer etwas warten, da in meinem Arbeitsablauf auch eine DXO Bearbeitung enthalten ist. DXO ist für mich im Moment die beste Möglichkeit, Verzeichnungen bei Architektuaufnahmen oder großen Gruppenfotos auszubessern.
    Wie sich das jetzt mit der neuen RAW Version von Adobe (6.1) entwickeln wird, weis ich nicht.

  18. Hmmm, schon einmal darueber gelesen und bei CR2 geblieben, aber wohl eher, weil ich DNG nicht so ganz traue und deshalb die CR2 Dateien meiner Canon behalten wuerde (mehr Speicherplatzverbauch).
    Das mit einer moeglichen nicht mehr Unterstuetzung durch Fotosoftware ist sicherlich moeglich, dafuer gibt es aber dcraw. (Ja, ist ein Komandozeilenprogramm, aber kann auch Bilder dekodieren, ist dafuer frei und erweiterbar mit genuegend Abkoemmlingen, die eine GUI bieten) Da gehe ich mal davon aus, dass der Autor keine Unterstuetzung von RAW Formaten rausschmeisst. Begruendung ist auf der Homepage des Autors zu finden: “So here is my mission: Write and maintain an ANSI C program that decodes any raw image from any digital camera on any computer running any operating system. ”

    Ich sehe das gelassen.

    Gruss, Bernd

  19. Mal abgesehen von der Frage Hip oder Hop: Frage mich schon länger, wie ich die CR2-Datei von der 5d öffnen kann.
    Lightroom tut es nicht und diese mitgelieferten Canon Programme würde ich ungern installieren MÜSSEN.

    Hat da jemand einen Rat für mich? :)

  20. Solange jeder RAW-Converter (d.h. in meinem Fall Lightroom oder Capture One) jedes RAW-Format unterstützt, seh ich keinen Grund dazu, mir den Aufwand eines zusätzlichen Arbeitsschrittes zu geben.

    Sinnvoll wäre es, wenn die Kamera direkt in DNG speichern würde, aber das tut meines Wissens nur die Leica M9.

    Vielleicht konvertiere ich mal meine Dateien, wenn ältere RAW-Formate nicht mehr unterstützt werden. Aber ich glaube, das wird noch dauern. JPG wurde ja auch schon tausendmal für tot erklärt und jpg2000 propagiert. Abrer siehe da, JPG gibts immernoch.

    • @CMDVISUALS

      Vermutlich nativ… wie gesagt, die Samsung – Schwestermodelle können nur DNG, ich kann mir nicht vorstellen, dass die erst PEF machen, umwandeln und das PEF dann immer wegschmeißen…. möglich ist zwar alles, halte ich aber für unwahrscheinlich

  21. ich wandle in Lightroom direkt nach DNG um. Dann hab ich wenigstens die Sidecar-Files los. Das ist mein Hauptgrund. Den extra Arbeitsschritt merke ich nicht, das macht LR, dauert halt etwas länger.

    Hatte bei 30000 Aufnahmen noch nie ein Problem damit. Alle Programme, die ich wirklich verwende, können mit DNG umgehen.

    Qualitätsprobleme gab es nicht.

  22. Blogartikel dazu: RAW: Format-Wirrwarr bei Kamera-Rohdaten

  23. Interessanter Artikel, jedoch werde ich wahrscheinlich das DNG Konvertierung nicht benutzen. Im heutigen Zeitalter ist der Platz auf der Festplatte fast ein Argument mehr…die Speicher werden immer größer und billiger, von daher werde auch ich mir den Schritt der Konvertierung ersparen.

    Danke für den Artikel und die Sichtweisen.

    Gruß
    Andreas

  24. Naja, ich traue mich einfach nicht alles in DNG umzuwandeln.
    Der Grund: DNG soll offen sein, trotzdem wird es nicht allzuhäufig unterstützt und ohne breite DNG-Unterstützung, setzt sich das Format nicht durch.
    Dann noch der Grund, dass die Nikon, Canon, etc. einfach nicht verraten, was genau in ihren RAWs steckt, was wiederum bedeutet, daß eine Umwandlung ohne Verluste klappen kann, aber noch lange nicht muss.
    Und da sind wir beim entscheidenen Punkt… das Risiko von Bildqualitätsverlust… mMn ist das völlig unakzeptabel.

    Zukunftssicherheit ist auch ein zweischneidiges Schwert, stellt Adobe mal die Weiterentwicklung seines DNG-Konverters ein, ist das Format innerhalb von 10 Jahren aus 99% aller Programme verschwunden. Weiß wer, wie es rechtlich aussieht? Dürfte ein anderer Anbieter überhaupt nen DNG-Konverter schreiben? Nur weil es ein offenes Format ist, ist es ja noch lange kein Opensource.

    Die Frage ist, eh, ob ich in x Jahren rechtzeitig bemerken würde, daß z.b. die Raws der Canon 10D nicht mehr unterstützt werden, die paar Fotos, die ich damals mit der geliehenen gemacht habe, hab ich jetzt bestimmt schon 2 Jahre nicht mehr angeguckt… und unterstützt in 8,5 Jahren, wenn der 10D-Raw-Support ausläuft, der DNG-Konverter überhaupt noch das umwandeln von so alten Raws, oder stellt Adobe das vielleicht noch vor Canon ein?

    Fragen über Fragen…. ich bleibe bei den Raws und versuche zu reagieren, wenn die Probleme auftauchen…

  25. Danke für die Infomationen, ich werde das auch mal ausprobieren.
    Bisher hab ich in jpg und Raw fotografiert.
    In der Firma fotografiert wir mit jpg…
    Da im Studio ideale Lichtbedingungen sind.
    Ich habe zwar lr2 aber hab mich bisher nur oberflächlich damit auseinander gesetzt….
    Die meisten Fotos bearbeite ich über ps.
    Daheim hin und wieder beides.

    Schöne Grüße ebenfalls aus München bzw. Augsburg

  26. Hi Leute,
    für mich ist DNG keine echte Alternative. Es gibt keine echte Vorteile, wie die Diskussion beweißt. So lange Lightroom und Aperture alle RAWs unterstützen gibt es für mich keinen Handlungsbedarf.
    Eine andere Überlegung ist die: Was passiert mit meinen Bildern, wenn ich mich nicht mehr darum kümmern kann? Dafür würde ich zusätzlich zu den original RAWs eine JPG Sammlung anlegen, so daß Frau / Freundin / Kinder später darauf zurück greifen können. Ungefär so, wie man heute Bilder von Opa/Oma ohne die Negative hat.

    Grüße aus Ludwigsburg

    Jochen Kubik

  27. Netter Gedankenansatz, Phillipe!

    Allerdings sehe ich für mich persönlich weder eine Veranlassung, noch einen wirklich guten Grund zum DNG Format oder sonst einem alternativen Format zu wechseln. Das Größenargument verblasst gegenwärtig bereits und wird von Jahr zu Jahr immer weiter relativierbar. Dennoch gebe ich Dir vollkommen Recht, dass gegebene Vorzüge auch zu nutzen sind…

    Fakt ist, dass die meisten von uns bereits mindestens von einem Formatproblem betroffen sind. Zur kurzen Erinnerung: Microsoft Word mit den alten .doc und dem neueren .docx Formaten sind zwar weitgehend kompatibel, schaffen uns allen aber bereits heute genügend Probleme… Und die Beispiele lassen sich sicherlich weiter fortsetzen.

    Letztendlich: Erst wenn Hersteller und Softwareanbieter sich auf einen definierten und offen dokumentierten Standard verständigen wird sich die Diskussion darüber lohnen. Genau hierin liegt jedoch die Ursache des Problem, was DOMINIK bereits oben mit RAW-Format-Kuchen andeutete…

    Vorher werde ich als Ausgangsmaterial weiter ausschließlich das Canon RAW Format nutzen und jeweils für mich persönlich sicherstellen, dass ich dieses mit jedem Systemwechsel weiter nutzen kann… ;-)

    Sonnige Grüße
    Sascha

    FOTOQUIP

  28. Ich verwende schon seit Jahren DNG mit den Rohdaten der Nikon D70, Fuji S5pro, Nikon D700 und habe noch nie Probleme damit gehabt. Auch das “heikle” Rohdatenformat der Fuji (getrennte S+R Pixel) wurde einwandfrei konvertiert. Der Platzgewinn bei den Fuji-Rohdaten ist enorm (25MB pro RAF vs. 12-14MB pro DNG), der Geschwindigkeitsgewinn in Lightroom deutlich spürbar.

    Allerdings gehen bei der Konvertierung von NEF doch Informationen verloren, siehe:
    http://goo.gl/8Ytb

  29. Mal eine Frage an die, die zwar mit Lightroom arbeiten, aber kein DNG benutzen, weil bei der Konvertierung vielleicht etwas verloren gehen könnte:

    Lightroom wird ja nicht mehr Informationen über das RAW-Format haben, wie der DNG-Konverter. Beide sind von Adobe. Solange ich also meinen Workflow vollständig mit Lightroom (bzw. Adobe-Produkten) bewerkstellige, sollte doch die Frage RAW oder DNG völlig uninteressant sein, oder?

    Anders mag das bei herstellereigenen RAW-Konvertern aussehen.

  30. Ich werde wohl auch beim NEF Format bleiben. Schon alleine weil ich LR sowie CNX für die Bildbearbeitung verwende. Welches Format dann mal länger lebt ist die Frage. DNG kann genau wie das Nikonformat aussterben. Zum gegebenen Zeitpunkt würde es aber sicher für beide Varianten entsprechende Konvertierungstools geben. Fakt ist aber sicher das Adobe das Format nicht sogut interpretieren kann wie die Herstellersoftware. Aus diesem Grund bleibt erstma alles beim alten ;)

    VG Thomas

  31. Die Konvertierung aus proprietärem RAW in DNG ist nicht zwangsweise verlustfrei. Wer die technisch maximale Bildqualität will, sollte deshalb mit dem proprietärem RAW arbeiten. Der sollte allerdings auch nicht Lightroom, Bibble und Co. zum Entwickeln des RAW benutzen, sondern das herstellereigene Programm wie Canons DPP.

    Die Hersteller legen die Spezifikationen Ihrer RAW-Format nicht offen. Den Entwicklern der DCRAW-Bibliothek zu folge werden Metainformationen mittlerweile zum Teil sogar verschlüsselt. Die Folge ist, das Drittanbieter von RAW-Software nicht alle Informationen für eine optimale Entwicklung des RAWs zur Verfügung haben. Diese hat nur die herstellereigene Software.

    • Aber Canons DPP (Digital Photo Professional) hat doch viel weniger Funktionen als Aperture oder Lightroom. Wenn Aperture meine CR2-Dateien problemlos einliest und verarbeitet, was soll DPP denn mit den Bildern besser machen?

  32. Blogartikel dazu: phischeye » Blog Archive » Gastartikel auf kwerfeldein: DNG – Eine echte Alternative? - Philippe Schrettenbrunner Photography

  33. Ich konvertiere alle RAW-Bilder in DNG, vernachlässige den “Datenverlust” und lösche die Originaldateien. Alleine der Vorteil, dass ich keine separaten XMP’s mehr habe, ist für mich Grund genug, in DNG zu konvertieren. Bis jetzt konnte mir niemand den Beweis dafür erbringen, dass die Qualität eines DNG schlechter ist als die der Originaldatei. Mir sind aus dieser Methode noch keine Nachteile entstanden.

    Es grüsst Ivan

  34. Ich arbeite mit einer Canon 5D MK II, in Aperture 2.0 wurden die kleinen RAW Formate nicht unterstützt, habe diese also in DNG konvertiert und in Aperture 2.0 gespeichert. Soweit alles gut. Aktuell arbeite ich mit Aperture 3.0 und bei der Durchsicht der Bilder stellte ich gestern fest, dass meine DNG nicht mehr angezeigt werden: “Nicht unterstütztes Bildformat”. Bin gerade noch auf der Suche nach der Fehlerquelle, früher wurden sie ja angezeigt, aber so etwas dürfte einfach nicht passieren, gerade im Hinblick auf die Langzeitarchivierung… Ob es am DNG Format liegt?

  35. Blogartikel dazu: RAW,JPEG oder doch DNG | Peter's BlogPeter's Blog

  36. Also meines Wissens wird die erste digitale EOS, die D30 aus dem Jahr 2000 noch von jedem RAW-Konverter unterstützt. Von DNG aber nicht erkannt. Soviel zum Thema Zukunftssicherheit.