kwerfeldein
12. Mai 2010 Lesezeit: ~5 Minuten

In Lightroom verursachten (unnötigen) Speicherplatz sparen


Wer eine kleine (oder große) Festplatte hat, der weiß, wie rar so manches Megabyte Speicherplatz sein kann. Selbst, wenn man alle Fotos auf externen Platten sichert, müllen neue Programme, Musik und anderes die Platte zu. Und Adobe Photoshop Lightroom* ist dabei kein Unschuldslamm.

Warum das so ist, das möchte ich in diesem Artikel einmal zeigen und auch gleich drei Lösungsvorschläge anbieten, wie wir hier unnötig verursachten Speicherplatz einsparen können. Mit Sicherheit sind die folgenden Tipps trivialer Natur und so mancher Lightroom-Profi wird alle Punkte kennen (und besser erklären können, als ich).

Doch ich selbst habe so manche Punkte hier lange Zeit „vergessen“ und bin froh, mal wieder einwenig Platz geschafft zu haben. Wer das auch tun mag, kann also gerne weiterlesen.

Wie und wo Lightroom Backups speichert


Wie ihr (hoffentlich) alle wisst, werden im Lightroom Katalog Eure Einstellungen, die ihr vorgenommen habt, gespeichert. Als Ort ist dafür (PC: eigene) Bilder/Lightroom dafür vorgesehen.

Öffnet ihr diesen Ordner, findet ihr zwei Dateien:

*.lrcat:  Katalogdatei, die alle Änderungen und Informationen enthält.
*.lrdata: Hierin werden die gerenderten Vorschaubilder gespeichert.

Die erste Datei, also die Katalogdatei mit Euren Einstellungen wird in (un)regelmäßigen Abständen von Lightroom gesichert. Wie oft das passiert, könnt ihr in Euren Katalogeinstellungen festlegen.

Wie ihr seht, ist da bei mir „bei jedem Start“ eingestellt. So werde ich bei jedem Programmstart von Lightroom gefragt, regelmäßig an das Backup erinnert. Das funktioniert für mich gut, aber ihr habt da sicher eine Lösung gefunden, die für Eure Arbeitsweise passend ist. Wichtig ist, dass es passiert (1).


So weit, so gut. Eigentlich ist das bisher für jeden aktiven Lightroom-Nutzer nichts neues. Nun bin ich von Matt Kloskowski kürzlich daran erinnert worden, dass sich über die Länge der Zeit einige Backup-Daten sammeln und zwar unter Bilder/Lightroom/Backups. Bei mir sah das gestern noch so aus:


Überflüssige Backup-Dateien löschen

Jeder Ordner ist nach seinem Datum benannt und enthält eine Katalogdatei. Ihr könnt also auch hier sehen, wann ihr Euer letztes Backup gemacht habt. Ich habe das Fenster absichtlich nicht ganz ausgefahren, um hier einwenig Platz zu sparen.

Und Platz sparen kann man auch, in dem man, wer hätte es gedacht, einen Großteil der angesammelten Ordner… löscht. Aber halt!

Ich möchte nicht empfehlen, gleich alle Backups bis auf die Aktuellste zu löschen. Denn wenn diese Datei kaputt ist (ja, sowas gibt es), hat das schwerwiegende Folgen. Somit würde ich sagen: Lieber die letzten 2 oder 3 Backups bestehen lassen. Diese können im Idealfall auch auf einer externen Festplatte gesichert werden. Denn bei einem Total-Rechner-Chrash sind selbstverständlich auch alle Lightroom-Backups futsch.

Um weiteren Platz auf der Festplatte zu sparen, bietet sich folgender Schritt an:

Backup-Dateien zippen

Habt ihr schonmal eine *.lrcat (Backup-) Datei als .zip komprimiert?

Bei meinem Kollegen Holger Lückerath wurde die Datei auf ein Fünftel, bei mir heute bis fast auf ein Zehntel (!) der ursprünglichen Dateigröße geschrumpft. Da bietet es sich doch glatt an, einfach mal die letzten 3 Backups zu komprimieren, nicht war?

Natürlich kommt es hier besonders drauf an, wie oft ein Backup erstellt wird und wie dringend das Freischaufeln des Platzes ist. Bei einer kleinen Festplatte auf dem Laptop kann sich das schonmal lohnen. Und wer hat schon Lust, unnötigen Speicherplatz zu verschenken?


1:1 Vorschauen verwerfen

Je nachdem, wie intensiv in Lightroom gearbeitet wird, kann die Speicherung der 1:1 Previews einen großen Unterschied machen. Die Zeitspanne dafür könnt ihr ebenfalls in den Katalogeinstellungen im Tab Dateihandhabung festlegen.

Und jetzt kommen wir auch zur zweiten ganz oben genannten Datei, die *.lrdata. Die wird nämlich (korrelierend zur Dateimenge, mit der ihr arbeitet) kleiner, je kürzer ihr die 1:1 Vorschauen behaltet. Wer also aus Versehen mal nie eingestellt hat, dürfte sich über eine recht große *.lrdata freuen ;)

Hier muss jeder für sich eine passende Lösung finden. Ich bin beispielsweise jemand, der Fotos gerne auch mal eine Woche reifen und beim Import die Vorschauen in voller Größe rendern lässt. Somit ist bei mir nach 30 Tagen ein guter Weg. Andere, die wesentlich zügiger durch ihre Shootings arbeiten und eher selten zurück schauen, können getrost nach einer Woche – die ganz Schnellen auch nach einem Tag einstellen.

Ich hoffe, diese Erklärung hat Euch geholfen oder an diese Funktionen erinnert und im Idealfall sogar ein paar MB eingespart. Falls nun jemand in Optimierungslaune geraten ist: Vor längerer Zeit habe ich aufgeführt, wie ihr Lightroom schneller machen könnt.

(1) In der Public Beta von Lightroom 3 gibt es die Möglichkeit, beim Beenden von Lightroom den Katalog zu sichern. Eine – meiner Meinung nach – viel klügere Variante, denn es macht am meisten Sinn, direkt nach der Bearbeitung der Bilder diese Einstellungen zu speichern und nicht vor dem Nächsten öffnen.

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