11. Mai 2010 Lesezeit: ~4 Minuten

Das Auto als Model – Dejan Sokolovski im Interview

Auf meinen ständigen Foto-Streifzügen durchs Netz bin ich zufällig auf Dejan Sokolovski gestossen, und war direkt fasziniert. Ich würde mal sagen, er weiss was er tut. Und das ist hauptsächlich Autos fotografieren.

Was mich daran so fasziniert hat ist, dass er nicht – auch wenn er selber sagt, dass ihn Autowerbung inspiriert – diese typischen eher langweiligen Autofotos macht. Meiner Meinung nach würden viele seiner Fotos auch ohne die Autos „funktionieren“, weil seine Fotos viele Elemente der Landschafts- und Architekturfotografie aufweisen.

Da ich sehr gerne mehr über ihn und seine Arbeitsweise wissen wollte, habe ich mich kurzerhand entschlossen, ihn zu interviewen. Natürlich empfehle ich auch seine Website, die übrigens ebenfalls sehr cool gemacht ist, denn er zeigt seine Bilder echt groß! Ach ja, und falls einem die Fotos auf der Website nicht reichen – man findet ihn auch auf Flickr. Es folgt nun das Interview mit ihm.

Auto als Model

Was inspiriert dich und wie kommt es, dass du ausschliesslich Autos fotografierst?

Meistens inspirieren mich andere Werbefotos und normalerweise meine eigenen Ideen und Gedanken. Manchmal ist es sehr schwierig, ein Foto, dass für eine Werbung benutzt wurde nachzustellen, aber der Versuch ist es immer wert!

Ich fotografieren hauptsächlich Autos weil ich ein absoluter Car-Freak bin. Ich habe Autos geliebt, seit ich mich daran erinnern kann . Also war es für mich ganz normal, Autos zu fotografieren als ich mir meine erste Kamera gekauft hatte.

Aber momentan möchte ich auch in andere Richtungen gehen. Kürzlich habe ich ein wenig mit Model-Fotografie und Landschafts-Fotos begonnen. Wirklich interessant.

Wie planst du deine Shootings und wie viel Zeit nehmen sie in Anspruch?

Normalerweise plane ich sie nicht so sehr, wie du es dir vielleicht vorstellst. Meistens suche ich vorher noch nicht mal eine Location aus. Meisten finden wir diese während wir fahren.

Ich nehme immer meine komplette Ausrüstung mit, damit ich auf alle Situationen gefasst bin. Schwierig ist es manchmal, die richtige Perspektive zu finden. Aber es hilft immer, wenn man vorher mal den Wagen, den man fotografieren möchte googelt, um zu gucken welche Perspektiven am besten funktionieren.


Auto als Model

Wie erreichst Du es, dass der Wagen im Vordergrund gestochen scharf und der Hintergrund eine Bewegungsunschärfe hat. Machst du das im Post-Processing?

Ich denke du meinst die motion shots. Die sind alle mit einem selbstgebauten Rig gemacht. Das besteht hauptsächlich aus 2 großen Saugnäpfen, und einer langen Stange.

An der Stange ist die Kamera ca. 4 Meter entfernt vom Auto befestigt. Der Wagen fährt dann sehr langsam, und die Belichtungszeit ist relativ lang, dadurch bleibt der Wagen, solang es nicht zu sehr wackelt scharf, und der Hintergrund verwischt. Also was das angeht, benutze ich keine spezielle Post-Processing Technik. Lediglich das Rig wird natürlich hinterher aus dem Foto entfernt, was manchmal ganz schön knifflig sein kann.


Hast Du Erfahrungen in der Landschafts- oder Architekturfotografie? In deinen Fotos finden sich viele Elemente davon wieder.

Nicht viel Erfahrung, aber wenn ich z.B. im Urlaub bin, versuche ich immer gute Fotos von tollen Stellen zu machen. Ich sollte meine Website mal überarbeiten, und vielleicht nicht nur meine Auto-Fotos zeigen.

Auto als Model

Hast Du ein paar Tipps für einen Anfänger, der gerne ähnliche Bilder wie Du machen möchte?

Üben! Üben! Üben! Finde ein paar gute Perspektiven, eine coole Location und ein schickes Auto. That‘s all.

Was für ein Auto fährst Du?

Ich fahre eine Corvette C6 Z51 von 2007. Ich hab sie selber im Dezember 2009 aus Miami importiert. Mein Traumwagen seit 3 Jahren, und jetzt hab‘ ich ihn endlich. Faszinierendes Auto!

Danke, Dejan für das Interview und viel Erfog weiterhin!

Tipp: Wer das Interview gerne im Original (englisch) lesen möchte, klickt bitte hier.

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