kwerfeldein
06. Mai 2010 Lesezeit: ~3 Minuten

EXIF auf dem Prüfstand

Ich dekonstruiere gerne Fotos. Mittlerweile ist es schon eine Angewohnheit, zu überlegen, warum mir ein bestimmtes Foto denn so gut gefällt. Mir hilft das, von anderen Fotos zu lernen und das schult mein Auge ungemein.

Jedenfalls sah ich heute morgen ein Foto im Netz, war davon fasziniert und vollzog umgehend einen Schritt, den ich selbst schon länger etwas fragwürdig finde. Ich kopierte das Foto auf meinen Desktop, um es zu inspizieren und mit der Lupe draufzuschaun: EXIF-Test.

Ich dachte: Alles klar. Logisch. So funktioniert das Bild. Weitergeklickt.

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Was habe ich gelernt?

Ich weiß nun, dass der Fotograf eine Nikon D3 benutzte, ƒ4 eingestellt hatte und auf 105 Millimeter fotografierte. Eine hundertsechzigstel Sekunde lang.

Was sagt das über ein Foto aus?

Gute Frage (eher wenig).

Habe ich das Foto jetzt verstanden?

Schwer zu sagen, aber es entsteht der Eindruck, zu wissen, wie das Bild funtioniert. Stimmt aber nicht.

Denn was ich nicht weiß, überwiegt immer noch. So fallen folgende Fragen manchmal unter den Technik-Tisch, wenn ich es bei der Inspektion der EXIFs belasse, um ein Foto zu dekonstruieren.

  • Welche Position hatte der Fotograf beim Auslösen?
  • Warum hat der Fotograf fotografiert, was er fotografiert hat?
  • Wo ist/sind die Lichtquelle(n)?
  • An welchen Stellen hat der Fotograf im Nachhinein das Bild justiert?
  • Welche Stimmung überträgt dieses Foto?
  • Mit welchen gestalterischen Mitteln hat der Fotograf diese Stimmung erzeugt?
  • Welche Kontraste (weich, hart, Farbkontraste) sind erkennbar?

Und so weiter…

Wichtig: Exif-Daten sind gut, denn sie können mir erklären, mit welchen Kameraeinstellungen das Foto entstanden ist. Aber ganz isoliert betrachtet ist die Aussage der EXIFs nur bedingt relevant, finde ich.

Denn die Fragen, die wirklich interessant wären, treten gerne in den Hintergrund, weil ich mir angewöhnt habe, mich manchmal mit EXIF Daten zufrieden zu geben. Ich weiß ja jetzt, wie das Foto gemacht wurde. Leider ist das nur die halbe Wahrheit.

Aus diesem Grund schaue ich mir gerne Fotos auf Papier an. Da gibt es keine EXIFDaten, was einem Foto sein Geheimnis zurückgibt, weil es nicht sofort dekonstruiert exifiziert werden kann.

Praxisübung für mich – wer mag, kann gerne mitmachen

1. Foto ansehen (eins, das gut gefällt)
2. Die Fragen oben beantworten
3. Antworten aufzuschreiben (kann einen großen Lerneffekt bringen)
4. EXIFs gegechecken (oder Schritt 4 ganz weglassen).

Übrigens: Ich habe absichtlich das Foto nicht gezeigt, um etwas drastischer zu verdeutlichen, wie wenig EXIFs für sich gesehen aussagen.

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71 Kommentare

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  1. Stimmt!
    Ich schaue mir Exifs nur sehr selten an.
    Wenn doch, dann meist um zu sehen, wie offen die Blende denn tatsächlich war. Das ist für mich ein Lerneffekt, da man auf dem Kameradisplay kaum etwas über den Grad der Unschärfe des Hintergrunds sehen kann. Das muss man durch Übung vorher schon wissen, was ich für ein Motiv bestimmter Tiefe brauche.

    VG Thomas

  2. Ich würde deine zweite Frage vielleicht etwas umformulieren wollen. Statt
    Was sagt das über ein Foto aus? würde ich Was sagt das über die Wirkung eines Photos aus? fragen.
    Aus meiner Sicht kann man aus den Daten wie Blende, Verschlusszeit und Brernnweite vielmehr die Wirkung von Schärfentiefen, evt. Vignettierung oder Bewegungsunschärfe entnehmen als zwangsläufig die Aussage des Photos bewerten. Sicherlich läuft das eine gewissermaßen auf das andere Hinaus, jedoch würde ich die Wirkung als primär betrachten, wenn man über die EXIFs redet.
    An sich muss ich jedoch auch zugeben das ich deinen Beitrag durchaus als Inspiration ansehe und mir die von dir angeraten Fragen bei gelegenheit mal stellen werde!

  3. Ich bin der Meinung, dass man die EXIF-Daten echt kritisch betrachten sollte. Klar, es kann uns gelegentlich einen Lerneffekt bringen, unsere eigenen EXIFs oder auch die anderer Fotografen anzugucken. Z.B. wenn man mit einem Kumpel unterwegs ist und beide etwa das gleiche fotografieren, das eigene Foto dem anderen aber hinterherhängt, mag dieser Vergleich einem Aufschluss darüber geben, woran es liegen mag. Es gibt mit Sicherheit auch noch ein paar andere Situationen, in denen das Vergleichen der EXIFs unter Fotografen dem einen Aufschluss gibt.

    Was ich aber momentan immer öfter entdecke, ist, dass Fotografen, die ihre Fotos freiwillig z.B. bei Flickr hochladen aufgrund der EXIF-Daten auseinandergenommen werden von anderen Fotografen. Getreu dem Motto: „Mit etwas längerer Verschlusszeit wäre das Foto noch heller geworden, aber dennoch nicht verwackelt.“.
    Das finde ich persönlich immer schade und da muss ich dann auch etwas an deinen Artikel bzgl. Kritik anknüpfen: das ist alles andere als konstruktiv und alles andere als das, was der Fotograf in dem Moment als Feedback wünscht.
    Daher sehe ich die Sache mit den EXIFs als momentan etwas strittig.

  4. Blogartikel dazu: Tweets die EXIF auf dem Prüfstand | KWERFELDEIN | Digitale Fotografie erwähnt -- Topsy.com

  5. Ich finde das Foto hässlich. Kippt nach rechts. Außerdem ist die Drittelregel missachtet. Ich würde die Kontraste anheben.

    ;-)

    Ich schaue eigentlich nie EXIF-Daten an. Manchmal schau ich bei meinen eigenen Bildern nach, wenn ich mich wundere, dass das nichts geworden ist. Um dann festzustellen, dass ich die ISO noch auf 1600 hatte…

  6. Ich muss sagen dass mir das exifizieren (cooles Wort :)) als blutiger Dslr-Anfänger weiterhilft die technischen Hintergründe eines Bildes besser verstehen zu können. So habe ich mir extra ein Exif-Plugin für Firefox installiert und schaue mir recht häufig die Exif Daten von Bildern im Netz an und gerade die erweiterte Exif-Anzeige bei Flickr hilft mir aktuell zur Findung meines Post-Kit-Objektives (ich werde mir nächste Woche das EF 50mm 1,8 II zulegen)

    Aber ich musste auch schon einige Male feststellen dass meine Ausrede „Das Kit-Objektiv ist schuld!“ nicht immer zieht und ich auch schon beeindruckende Bilder mit eben diesem gesehen habe, was wiederrum als Ansporn dient aus dem gegebenen Equipment das mögliche heraus zu kitzeln.

    Gruß aus dem RuhrGebiet

  7. Wenn ich ein Bild analysiere, dann sind die Exifs das letzte was mich interessiert. Ich ziehe sie gern heran, um wie Fab es schon schrieb, bestimmte technische Eckdaten ergänzend zur Hand zu haben. Aber in erster Linie interessiert mich die Komposition.

  8. Ich muss sage, dass mir die Exifs als Anfänger sehr geholfen haben. Ich habe bei jedem Bild das mir gefallen hat versucht rauszufinden mit welchen Einstellungen es gemacht wurde.
    –> Die Folge war, dass ich meine Exifs zu jedem Bild geschrieben habe (siehe flickr)
    Mittlerweile sind die Exifs weniger intressant. Ich stelle mir andere Fragen. Zum Beispiel: Woher kommt das Licht? Was macht das Bild so sehenswert? Welche Stimmung wird vermittelt? etc.

  9. Ich finde, EXIF-Daten haben mit den Fragen oben rein gar nichts zu tun. Und wenn ich deiner 4-Punkte-Anleitung folge, was soll dann der „Gegencheck“ bringen? Selbst wenn ich alle Fragen beantwortet habe, bringt doch der Blick in die EXIF-Daten keinen Mehrwert oder bestätigt gar die Antworten.
    Also für mich sind das zwei Themen, die nix miteinander zu tun haben. Bildanalyse (inhaltlich) und technische Analyse (EXIF).

  10. Also ich schaue EXIF Daten recht häufig an, vor allem die von meinen eigenen Bildern. Da steht ja viel mehr als „nur“ Blende und ISO. Aufnahmedatum/-zeit, welches Objekiv, welche Kamera, Motivabstand, Blitzwerte, Belichtungsprogramm etc. Hilfreich sind die Daten z.B., wenn ein Bild „technische“ Mängel hat. Aber klar: Ob jemanden das Bild gefällt oder nicht hängt nicht von EXIFs ab.
    Gruss Wolfo

  11. in der kürze liegt die würze und nicht in den exifs :)
    guter artikel mit den richtigen fragen. das wort exif an sich hat schon so was html-mäßiges an sich, das dem bild jeglichen zauber nehmen kann….

  12. Hallo,

    ich bin ebenfalls der Meinung, dass die Exifdaten teilweise hilfreich sind, aber nicht das entscheidende. Man kann durch die Exifdaten eine gewisse Erfahrung dafür bekommen, wie offen die Blende sein sollte um die gewünschte Unschärfe zu bekommen.

    Ich gehe normalerweise so vor, wie du es beschrieben hast. Ich mache mir erst Gedanken nur mit dem Bild und schaue mir am Ende noch die EXIF-Daten an.

    LG Katja

  13. Ich hänge mir immer öfters die EXIFs zusammen mit einem Ausdruck der Protokoll / Journalfunktion meines Bildbearbeitungsprogramms an die Wand.
    Auch ohne Rahmen einfach schöne Bilder! ;-))

  14. Exifs sind schon teils eine Interessante Sache – aber dahingehend, dass ich mir diese anschaue, um zu sehen, wie das Bild technisch funktioniert – hab ich noch nicht gemacht. Zumal nie ganz sicher ist, was alles in einer eventuellen Nachbearbeitung gelaufen ist etc.

    Der einzige Zeitpunkt, an dem mich das ansatzweise interessiert ist, wenn ich die Kamera in der Hand halte und über Licht und Schärfe nachdenke. Analog ist das erst ein Spass, wenn man mal seinen Notziblock vergessen hat ;o)

    @Holger: Yay!

  15. Ich guck ganz selten mal auf die Exifs. Eigentlich nur mal als Bestätigung, wenn ich vermute, dass der Fotograf Mist gebaut hat: Wenn das Bild verwackelt und überbelichtet ist, guck ich, ob der wirklich eine so lange Belichtungszeit benutzt hat, wie ich vermute, statt endweder die Blende auf oder die ISO hoch zu setzen.
    Aber eigentlich ist das eher selten und unwichtig, denn man sieht den Fehler ja deutlich im Bild.

  16. Ich verwende die Exif Daten eher selten. Mir helfen sie zb nur dann wenn ein Bild von der Belichtung her total daneben ist oder bei Testshootings um einen gewissen Effekt zu erzielen.
    Es ist eigentlich egal welches Glas man auf die Kamera schraubt solange das Ergbnis erzielt wird das man möchte.

    L.G. Manfred

  17. Ich persönlich schau mir die EXIF Daten eines Fotos in 99.5% der Fälle NICHT an. Ist mir zu umständlich und ich kann daraus wirklich nichts gewinnen, was mich irgendwie bereichert.
    Obs weit oder tele geschossen wurde sieht man meistens an der Optik, und die Tiefenschärfe sieht man auch… (und wie man die mit seinem eigenen Equipment erreicht, weiss man ja durch Erfahrung… wenn man etwas sieht, was man mit eigenen Mitteln NICHT erreicht, können die Daten aber durchaus interessant sein ;)
    Könnte mir noch vorstellen, dass es interessant sein könnte zu sehen ob bei einem Foto geblitzt wurde oder nicht, oder Reflektor usw. (was man ja bei guten Fotos oft nicht sieht… dann kann man sich aber auch nur zusammenreimen, wie geblitzt wurde, weil das Setup steht auch nicht in den EXIF Daten…)

    Vielleicht sollte ich die EXIF Daten öfters anschauen? Bis jetzt hab ichs nicht vermisst.

    Den größten Nutzen hab ich in den EXIF Daten wenns um Copyright und Uhrzeit/Datum geht :P

  18. hmm, ich hab auch viel auf die EXIF geschaut, wie ich angefangen hab mit einer DSLR zu fotografieren. Allerdings war meine Intention dabei meist, um zu lernen mit welchen Einstellungen welche Effekte erreicht werden koennen.
    Seit mir einigermassen deutlich ist, was welche Einstellung an meiner Kamera bedeutet schau ich mir auch nur noch selten EXIFs an.

  19. Ich habe von der Analyse der EXIF-Daten nicht sonderlich viel. Deshalb schaue ich sie mir auch nur selten an. Wie du schon schreibst macht die Perspektive und der Beschnitt eines Bildes viel mehr aus. Da sind die technischen Daten meistens eher uninteressant.

  20. Ein schöner Artikel! Die oben genannten Fragen sind nur sehr schwer zu beantworten. Aber wenn das einfach wäre, hätten wir überall nur noch Profifotografen. Weil all diese Frage müsste man sich eigentlich vor jedem drücken auf den Auslöser stellen.

    Thomas

  21. Ich denke hier kommt es auf die Reihenfolge an. Wenn ein Foto auffällt, ob jetzt gut oder schlecht sei jetzt mal zweitrangig, dann kann die Exif-Information nähere Hinweise dazu geben, warum das Bild auffällt. Warum ist die Schärfentiefe so ist, wie sie ist? Warum rauscht das Bild so? …
    Man kann auch nicht anhand der technischen Daten eines Autos entscheiden oder dieses gefällt oder gut fahren lässt. Umgekehrt, wenn man das Auto gesehen und gefahren hat, können einem die Daten schon Aufschluss darüber geben, warum es gefällt und warum es sich so fährt, wie man es erlebt hat.

    Sven

  22. Einen Drang in die EXIF-Daten eines jeden Fotos zu schauen habe ich nie. Mich interessiert das Motiv und die Umsetzung. Wenn ein Fotograf unter dem Foto noch ein paar Dinge zur Entstehung erzählt, ist das wesentlich interessanter als die technische Seite.

    Nur wenn ich mich wirklich für die Aufnahmedaten interessiere schaue ich mir die EXIF-Daten an. Allerdings ist es dann oft so, dass sie aus der Datei entfernt wurden. Ob unwissentlich oder weil man die Daten geheim halten möchte, ist dann nicht nachvollziehbar. Das ist zwar dann nicht schön, aber ändert ja nichts an der Wirkung des Fotos.

    Auf einen Satz gebracht: Wenn man wirklich mal Interesse daran hat, ist es schön wenn die EXIFs vorhanden sind aber sie werden oft überschätzt.

    LG Josef

  23. Hi,
    ich finde es immer wieder erstaunlich, wenn man sich fragt, ‚was hat sich der Fotograf dabei gedacht?‘!
    Diese Frage ging mir früher bei Gedichtsanalysen in der Schule schon immer auf den Senkel, weswegen ich mich jezt hier dazu auch mal äußere!
    Solange der Fotograf nicht schreibt was er sich dabei gedacht hat, versuch ich gar nicht es herauszufinden!
    Ich kann es gut verstehen wenn man sich die EXIF-Anhänge anguckt! Dadurch und durch die Pose, welcher der Fotograf gewählt hat, und nur durch diese beiden Sachen kann man verstehen wie das Foto entstanden ist!
    Es trägt zur entstehung der Situation bei wenn man versteht was sich derjenige dabei gedacht hat, aber zum eigendlichen Foto trägt es nichts bei!
    Stellt euch mal vor, jemand geht nach draußen und Fotografiert verliebte Pärchen im park, es ist abends 18 Uhr im Sommer und die Sonne scheint diffus durch die Blätter, man kann die Sonnenstrahlen sehen.
    Der Fotograf macht aus solchen Fotos vielleicht eine Reihe und lässt sie veröffentlichen, er schreibt aber nichts dazu!
    Jetzt hat jeder eine Meinung was der Fotograf sich dabei gedacht hat, die Meisten würden sagen:“ Derjenige findet Pärchen im Park süß! Er möchte zeigen wie schön doch der Sommer verliebt zu zweit zu verbringen ist“.
    Vielleicht hat sich der Fotograf aber gedacht: „Ich wurde verlassen, warum laufen in dieser Situation überall sch*** Pärchen rum, wo ich diese tolle Situation doch alleine (mehr oder minder) genießen muss/kann“.

    Also Fazit, ich finde es blöd wenn man sich gedanken drüber macht, wie derjenige in dieser Situation gedacht hat, und warum er dieses Foto gemacht hat!
    FAKT IST:
    Das Bild sieht geil aus, und ich analysiere die Technischen Einstellungen(Blende/Belichtung/Iso/Brennweite…)und die Position(Dazu gehört für mich auch Licht)! Mehr erstmal nicht!
    Wenn ich sehr betroffen von einem Bild bin kann ich immer noch den Fotografen anrufen/ihm schreiben was er sich dabei gedacht hat, andere Leute so zu treffen!

    • Hey Julian. Hast eigentlich recht. Stimme Dir zu, was die Absichten des Fotografen betrifft (ich habe das in Worten als „Intention“ oben reingenommen, aber eigentlich tut das nicht wirklich zur Sache). Ich nehme das mal oben raus.

  24. Bei herausragenden Fotos schaue ich mir die Exif-Daten an, ansonsten eher selten. Ich lasse eher die Bildstimmung und die möglicherweise dahinterliegende Absicht auf mich wirken.

    Gruß
    Andreas

  25. Ich sehe das wie Matthias – was soll der „Check“ bringen? Was erhoffst du dir daraus? Am Ende werden die Werte sowieso durch Filter und Techniken verfremdet. Wenn ich zum Bleistift einen dunkeln Grauverlaufsfilter nutze, am Ende entsteht ein tolles Landschaftsbild mit grandioser Wolkenstruktur herumkommt, die Exifs sagen f/8 1/50s… dann weißt du was? Genau, mit f/8 und 1/50s aufgenommen… wenn du dieses „gelernte“ dann auf ein Bild von dir anwendest und nur helle Soße herausbekommst, was hat es dir gebracht? In den Exifs steht nicht ob ein Grauverlaufsfilter vor der Linse war.

    Ne, im Ernst – die Exif-Daten zu analysieren ist eigentlich meistens unnütz, viel wichtiger ist die Analyse des Bildinhaltes, wie kommt das Licht, ist es diffus oder bilden sich harte Schatten, aus welcher Richtung kommt es, aus welcher Höhe könnte es kommen, welcher Lichtformer (bei einem Portrait z.B.) wurde eingesetzt, wurde überhaupt einer eingesetzt, welche Uhrzeit könnte es sein (starke Mittagssonne oder eher abklingende Blaue-Stunde-Sonne) usw…

    Das sind die wichtigen Fragen. Solltest deinen Ansatzpunkt etwas überdenken oder ihn uns noch einmal an einem Beispiel erklären.

    • Hey Hannes. „wie kommt das Licht, ist es diffus… aus welcher Richtung kommt es…“ Das sind ja (fast) die Sachen, die ich oben aufgeführt habe ;) Und bei Punkt 4 steht ja genau aus diesem Grund dabei, dass man ihn auch weglassen kann. Aber kann gut sein, dass ich mich da etwas deutlicher hätte ausdrücken müssen.. Hm…

      • Nein, MArtin, Du hast Dich klar ausgedrückt.
        Keine Ahnung warum manche Kommentatoren „Exif Daten anschauen erklärt das Photo nicht“ als eine _Gegen_-Meinung formulieren. Wahrscheinlich nach Überschrift nicht weitergelesen und gleich zum Kommentar ausgeholt.

        VG
        Thomas

  26. Opera 10.5 bietet ein nettes Feature, dazu braucht man das Foto nicht mehr auf dem Desktop speichern um den EXIF zu sehen.

    Sondern ein Rechts Klick auf das Bild und ein weiterer Klick auf die Bild Eigenschaften offenbaren den EXIF, sofern bei dem Bild vorhanden.

  27. @Martin: ja, aber das hat ja am Ende nichts mehr mit den Exifs zutun? Interessant wäre der Aspekt, dieses Foto mit seinen Erkenntnissen nachzustellen, es zu „kopieren“ um etwaige Probleme herauszufiltern und sich in die Lage des Fotografen/Modell zu versetzen. Das wäre eine Herausforderung.

    Viele Bilder haben – wenn man es analysieren kann – einen ganz ganz einfachen (Licht-)Aufbau. Ich bewundere unter anderem Zack Arias für seinen „One-Light-Workshop“ – mit nur einer Lichtquelle erschafft er ganz tolle Portraits wo man sich denkt „wow, was ein Aufwand muss dahinter stecken…“.

  28. Ich finde, dass exif rein garnichts über das Foto selbst verrät.
    Meine Ansichten über ein Foto sind nach der Einsicht dessen exif-Daten noch immer dieselben.

    Ich schaue sie mir nur an, wenn ich schauen möchte, was für eine Blende für die dargestellte Tiefenschärfe erzielt wurde.

  29. Stimme ich gar nicht mit überein. Wo geht denn da der eigene Stil hin, wenn man nur noch guckt, wie andere Photographen arbeiten und ihre Photos machen? Schaue mir deshalb nur die Bilder an und lasse diese auf mich wirken. „Auf der Straße“ versuche ich dann eigene Ideen umzusetzen, inspiriert durch den Bildaufbau von anderen Fotografen.

    • Du lässt dich von anderen Fotografen und deren Bilder zwar inspirieren, aber wenn du die EXIF anschaust ist das gleich abkupfern und dein Stil ist weg? O.o

  30. Ich finds interessant, wie wenig Leute sich anscheinend für die Daten interessieren.

    „pixelboogie gefällt das“ ;)

    Wobei ich auch vollstes Verständnis dafür hab, wenn man wissen will, was da auf der technischen Seite gemacht worden ist.

    Frage mich gerade, ob das vielleicht was damit zu tun hat, wie lang man schon fotografiert, bzw. wieviel Erfahrung oder technisches „Know-How“ man hat oder eben nicht hat.
    Also so ganz wertfrei…Versteht mich einer? :)

  31. @pixelboogie: nö – ich fotografiere auch schon lange und bin sehr „Technikgeil“ – aber aus diesem Grund die Exifs anschauen? Nö – das Bild soll wirken wie es ist, wenn mich Details zur verwendeten Blende+dazg. Objektiv interessieren werfe ich einen Blick hinein.

  32. Anschauen tue ich die EXIF meist auch nicht. Aber in Lightroom sind diese Daten durchaus praktisch, wenn man nach bestimmten Bildern die mit bestimmten Objektiven oder anderen Aufnahmedaten gemacht wurden, sucht.

  33. Ich kann das so nicht unterschreiben. Was predigt man Anfängern denn immer? Geht in den manuellen Modus, lernt auch Dinge wie Blende, Verschlusszeit, Empfindlichkeit, und wie die unterschiedlichen Brennweiten wirken. Kauft euch Festbrennweiten, denn sie können wunderbar freistellen. Das gehört nämlich _auch_ zu einer gelungenen Bildkomposition: die entsprechende Anwendung der Mittel. Und ich habe definitiv aus EXIFs gelernt – wann welche Blende gut kommt, wieviel Tiefe so 10mm erzeugen, wie ein Himmel bei 10 Sekunden Belichtung aussieht und so weiter. Versetze dich doch einfach mal in einen wirklichen Anfänger hinein, Martin ;)
    Der weiß noch nicht, was wie wirkt.

  34. Muss man sich denn unbedingt auf eine Seite schlagen? Das bezieht sich jetzt nicht auf den Eintrag, sondern auf die Kommentare. Macht schon fast den Eindruck von „Exif-Gucker-Bashing“ ;) Ich denke es gibt so viele Möglichkeiten, wie es Bilder gibt. Manche Bilder wirken, und man will die Einstellungen gar nicht wissen. Bei manchen möchte man sie sehen, warum sollte das Bild an Wirkung verlieren? Manche Bilder wirken nicht, und trotzdem können die Exifs interessant sein, weil man das Bild nicht zuordnen kann.
    Man liest hier auch öfter, dass die Daten nichts über die Lichtsetzung verraten. Klar, aber wäre das besser? Dürfte man sich dann die Exifs angucken? Würde das nicht viel mehr „offenbaren“ und zum Kopieren verleiten? Ist glaube ich recht Offtopic, daher höre ich mal auf ;)

    Als persönliches Statement: Ich guck mir Exifs an. Nicht bei vielen Bildern, aber bei einigen. Weder verliert das Bild dadurch für mich Wirkung, noch fühle ich mich in meiner Fotografenehre gekränkt ;)

    Gruß,
    Seb

  35. …es ist immer die gleiche Frage: Warum muss ich mir die technischen Daten ansehen?

    Wenn ich einen Schrank kaufe, oder sagen wir sogar ein Designerstück, schaue ich mir auch nicht an, welche Maschinen, welches Werkzeug der Schreiner benötigt hat. Mir gefällt das Teil und fertig. Vielleicht habe ich sogar Geld, dann kauf ich es.

    Ein Foto ist da ähnlich: entweder es gefällt oder nicht, aber die technischen Daten sagen mir nur wenig, weil ich das Foto ja nicht kopieren will. Will ich es, scan ich es ein, aber das macht doch keinen Sinn.

    Gruß Mat

  36. EXIFs helfen, da bin ich mir ganz sicher. Aber nur dem noch lernenden Fotografen, der sich noch in der Welt der komplexen Technik zurechtfinden muss.

    Hat man allerdings eine Bewusstseinsstufe erreicht wie du Martin (siehe Blogbeitrag ohne Worte) werden diese Daten wirklich immer uninteressanter.

    In unserer Fotogruppe machen wir auch viele Bildbesprechungen, die mit zunehmendem Know-how der Mitglieder immer technik-un-lastiger werden. Ich denke das ist ein natürlicher Trend.

  37. das ist eine durchaus interessante betrachtungsweise, allerdingshaben die EXIF-daten einen ganz entscheidenden nachteil, der hier noch nicht wirklich genannt wurde:

    wenn man das foto mit photoshop, LR oder ähnlichen programmen weiter optimiert und das ganze in die selbe datei speichert gehen die exif-daten nicht verloren! das heißt man kann sonst wie wild an dem bild herumbasteln (belichtung künstlich anheben, kontrast, farbwerte ändern, etc.pp) OHNE das sich irgendwas an den daten ändert.

    somit entsteht ein extremer trugschluss von den exif-daten auf das tatsächlich entstandene bild, wie es aus der kamera „kam“.

    das is vllt ein punkt, den man unbedingt noch erwähnen sollte

    • nun ja, bedingt. Alles, was am ‚Grundstock‘ des Originals verandert wurde, wird gespeichert. Allerdings kannst das (bei Bildern, die nicht von Dir stammen) nur auslesen, wenn das Bild in einem (hochwertigen) Bearbeitungsprogramm geoeffnet wird. Bei Photoshop CS4 versteckt sich das in den Dateiinformationen, Registerkarte ‚Erweitert‘, ‚Basiseigenschaften der Kamera‘.
      Bei eigenen Bildern hast Du das xmp-Filialdokument zum Original.
      ‚Grundstock‘, damit meine ich Farbwerte, Saettigung, Luminanz, Kontrast… Was allerdings in der Tat nirgendwo drinsteht ist beispielsweise ein partielles Abwedeln / Nachbelichten, Kopierstempel, Verlaufsmasken etc. Und da wird es an und fuer sich erst interessant ;-)

      H

  38. Früher, ….. also noch zu Dia und Negativzeiten hatte ich auch mal die Ambitionen die Belichtungswerte zu notieren und deshalb, meist unbenutzt, so ein kleines Büchlein mit mir rum zu schleppen. Ein ziemlicher Aufwand der Archivierung somit sind diese EXIFs schon sehr praktisch für die eigenen Fotos.

    Aber im Ernst, was interessiert mich was für eine Kamera jemand benutzt. Das hat für das eigentliche Foto doch keine Relevanz. Analog dazu: Fahre ich jetzt mit Shimano oder Campa schneller Rennrad.

    Wenn vom Vor- bis Hintergrund alles scharf ist sollte der/die FotografIn wohl ziemlich abgeblendet haben, und wenn die Bewegung verwischt ist eben länger belichtet. braucht man mehr zu wissen?

  39. Guten Morgen Martin! :-)

    Dein heutiger Artikel hat mich außerordentlich angesprochen, zum einen weil er sowohl hilfreich als auch zugleich kritisch ist, typisch Martin eben… ;-)

    Natürlich hast Du in allen genannten Punkten völlig Recht!
    Und: Wer von uns hat sich nicht selbst oft genug dabei ertappt, ausschließlich technische Faktoren zu analysieren? – Sei es die Ausrüstung anderer oder Bilddaten. Irgendwie auch klar, schließlich lernen wir immer irgendwie von anderern.

    Aber der Kern Deiner Aussage liegt auf der Hand: Es gibt so viele weitere Variablen wie Licht, Situation, Bildausschnitt und auch „weiche Faktoren“ wie Stimmung des Fotografen und und und…

    Hier bewährt sich wieder die alte Erkenntnis: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Nur darauf allein sollte man es natürlich nicht bewenden lassen…

    In diesem Sinne und wieder einmal vielen lieben Dank für die anregenden Zeilen zum Kaffee am Morgen…

    FOTOQUIP

  40. Ja, ja, der Technikwahn und die Juenger, die unbedingt meinen, diese Angaben seien so ausserordentlich wichtig ;-) Es gibt da eine community, die verlangen die Angabe der exifs, weil man ja sonst das Bild nicht richtig beurteilen koenne.
    „Nikon F4e, 1/60, AF-S Nikkor 85 1:1.4 D, Blende 2.2, Fuji Neopan 1600“. Wow! Das MUSS einfach ein gutes Foto sein, oder? Hey, bei DEM Material, das kann ueberhaupt nicht schiefgehen….
    Und solche Sachen wie gezielte Ueber / Unterbelichtung, Filter, zusaetzliches Licht, besonderer Entwicklungsprozess… mein Gott, ist das mainstream, wen interessiert denn sowas?

    Mich.
    Ich habe das frueher in meinen Anfangszeiten auch gemacht, wie Uwe. Alle (technischen) Daten zu einem Bild notiert, dazu noch den Entwicklungsprozess und Kleinkram, den ich beim Vergroessern und Abziehen veranstaltet habe, hier Abwedeln, da Nachbelichten Es hat mir geholfen, Automatismen zu entwickeln. Irgendwann lief es quasi ‚von alleine‘, bestimmte Blende-Zeit-Kombinationen bei bestimmtem Licht einzustellen und einen ganz bestimmten Entwicklungsprozess zu benutzen, um bestimmte Effekte und Stimmungen zu kreieren.
    Bei Studioarbeiten mache ich mir auch heute noch kleine Skizzen mit dem Lichtaufbau, Reflektoren und bounce oder nicht, welcher, bei product auch mit Entfernungen zum Objekt und Lichtstaerken und den Positionen der „Neger“. Aber diese Informationssammlung, mit der kann zunaechst nur ich etwas anfangen. Andere erst dann, wenn ich mich mit ihnen darueber unterhalte. Denn nur dann kommt das ‚Warum‘ rueber. Aus welchem Grund ich den Aufbau so und nicht anders gewaehlt habe, was meine Absicht hinter dem Ganzen gewesen ist.

    Exifs sind andererseits nicht zu toppen beim Kauf eines Gebrauchtgehaeuses. Weil die Anzahl der Ausloesungen ausgespuckt wird ;-)

    H

  41. Ich finde grade bei Fotos, die von Blende oder Belichtungszeit abhängen, zB bei der Sportfotografie, ist für mich ein Blick in die EXIFs meist sehr hilfreich. Genauso bei Porträts mit Offenblende.

  42. EXIF-Daten schaue ich mir auch nur noch selten an, höchstens, wenn mir ein Bild eines anderen Fotografen komisch vorkommt, wenn es offensichtliche technische Mängel hat und es mich interessiert wie sie zustande gekommen sind.
    Daten meiner eigenen Bilder sehe ich mir auch nur im Ausnahmefall an…
    Ob ein Bild als schön empfunden wird (Du schreibst: funktioniert), kann man an den EXIF-Daten nicht ablesen, gestalterische Mängel sowieso nicht…

  43. Hi Martin,

    kleiner Tipp. Einfach dieses Firefox Plugin installieren, dann musst du das Bild nicht mehr speichern und kannst direkt aus dem Browser exifizieren.

    Viele Grüße
    Sebastian

  44. > Ich weiß nun, dass der Fotograf eine Nikon D3 benutzte, …

    Da von Wissen zu sprechen ist aber unvorsichtig. Ich schreibe immer die D3s in die Exifs – und ISO 3200, damit die Leute beeindruckt sind :-)

  45. Blogartikel dazu: Fotoblog: Makroshooting im Garten | spiegelverkehrt

  46. Etwas spät aber eins wollt ich noch loswerden:

    Exif’s braucht man (ich) nicht wirklich.
    Schlichtweg weil ich nur ein Objektiv hab was überhaupt infos an meine d90 sendet. Alles andere sind manuelle festbrennweiten aus analogen Zeiten (primär geerbt von meinem Vater, mit denen hab ich auch angefange zu Fotografieren, Nikkormat/FE2 aber auch mit einer alten Yashika; wo die nur ist…)
    Etwas abgeschweift aber ich hoffe der Punkt is klar ;)