29. April 2010 Lesezeit: ~4 Minuten

Die Trollschule

Was folgt, ist eine nicht ernstzunehmende Anleitung, ein kleiner Spaß, den ich mir erlaubt habe. Bitte lächeln ;)

1. Spreche in Absoluten. Ein Beispiel? „Das ist das schlechteste Foto, das ich in meinem ganzen Leben gesehen habe!“ Presse ein Maximum an negativen Gedanken in den nächsten Satz. Schließe ab mit: „Du Feife!“. Falls darauf niemand reagieren sollte, legst Du mit „Fosten!“ nach. Sollte klappen.

2. Wiederhole Punkt 1 bei jedem dritten Foto des Bildautors und kommentiere zwischendrin seine anderen Fotos herzlich, blasphemisch anbetend (Du bist der Beste von allen!) und überraschend freundlich. Beginne wieder von vorn, copy & paste erschließt sich in diesem Falle als helfende Hand, Feinjustierungen bitte am jeweiligen Kontext anpassen.

3. Kritisiere nicht nur das Bild an sich, sondern stelle den ganzen Hintergrund der Bildautors in Frage. Falls es Dir möglich ist, suche irgendeine Eigenschaft des Fotografen und beschreibe Deine Abneigung in höchstem Maße. Wenn Dir nichts einfällt, unterstelle einfach irgendeine zweifelhafte religiöse Überzeugung oder seine aktive Mitgliedschaft in der CDU.

4. Verfehlt Schritt 3 seine Wirkung, interpretierst Du die Motivation des Bildautors in eine Dir beliebige Phantasie. Was immer funktioniert: Der Bildautor ist Egonzentriker oder hat eine versteckte politische Agenda (somit wird ein Teil von Schritt 3 lebendig gehalten). Noch besser: Beschreibe die Person als ein „Wannabe“ der/die gar kein richtiger Künstler oder Fotograf/in ist. Der richtige Fotograf bist im Zweifelsfall Du selbst, aber nur wenn jemand fragt.

Bestrafe den Bildautor zum Abschluss mit „Fuck off. Ich schaue mir Deine Bilder nie wieder an!!!!!!!!!!“. Was er nicht weiß: Du beobachtest seine Fotos heimlich trotzdem und kommentierst in ein Textdokument, das Du Dir selbst als Email schickst und Dich über Deine geistigen Ergüsse freust. Schlechten Menschen geht es schließlich immer gut.

5. Verwende die Wortkombination „Du bist so schlecht – mir wird schlecht“ und verlinke auf Fotos, in denen Du es besser machst. Verlinke aber Bilder, auf denen Mickey Mouse und der Playboy-Hase zu sehen sind. Wenn es ganz platt wirken soll: Deine eigenen Fotos.

6. Greife den Bildautor zielgerichtet scharf und zynisch an, aber kommentiere stets anonym. Falls es eine Möglichkeit gibt, ein Profilbild auch anonym anzeigen zu lassen, dann nimm ein möglichst freundliches. Das erhebt die Fiesigkeit um +2 Punkte. Begehe aber nicht den Flüchtigkeitsfehler, Deine eigene Webseite zu verlinken,… obwohl. Doch! Negative Aufmerksamkeit ist auch gut. Entscheidend ist ja, „was hinten rauskommt“.

7. Hinterlasse irgendein wirres Gemurmel, vergesse dabei aber nicht, ein, zwei technisch-wissenschaftliche Klassifizierungen willkürlich in den Kommentar einfließen zu lassen. Diese müssen mit der Thematik eigentlich gar nichts zu tun haben, aber die Verwirrung in sich noch komplexifizieren. Wirst Du gefragt, was Du damit meinst, verweisst Du einfach auf die Dummheit des Bildautors. Das hebt Deine Akzeptanz unter den Kommentatoren und senkt seinen IQ mit sofortiger Wirkung. Aber Vorsicht: Das Placebo wirkt meist nur sehr kurz, weshalb Du schonmal zum nächsten Schlag ausholen solltest.

8. Picke willkürlich eine Technik des Bildautors heraus, die er bei bei einem Großteil seiner Arbeiten benutzt und spiele diese regelmässig herunter. Reduziere das, was er fotografiert stets auf die technischen Aspekte, lasse dabei aber völlig ausser acht, was er fotografiert und wie. Drohe dem Fotografen, ab heute jeden Tag eine Kiste Bannanen zu essen, wenn er nochmals diese Technik einzusetzen wagt. Somit kehrst Du einen Hungerstreik um und kannst ihm für den Dünnschiss die Schuld geben.

9. Wenn Du Dich dazu berufen fühlst, den Bildautor regelmässig zu demütigen, ändere Deine Strategie, weiche von Punkt (2) ab und kommentiere schlagartig nur, wenn Du einen Fehler findest. Das kann auch irgendeine Nebensächlichkeit sein, aber Du hast sie erkannt. Trage für Dich zu Hause lila Leggins, eine Polizeimütze und ein grünes T-Shirt, auf dem steht: Foto-Bulle. Rücken: Ich bekomm‘ euch alle.

10. Falls der Bildautor Dein Vorhaben nicht durchschaut und verletzt reagiert, kippst Du Dir 10 Red-Bull und ein paar Amphetamine rein und zeigst der linken rechten Socke, wo der Hammer hängt. Ein aggressiver Grundton und mindestens drei Beleidigungen (auch latente) sind Vorraussetzung, um ihn völlig in Rage zu bringen. Nimm dein bestes Objektiv in die Linke Hand und schreibe nur mit einer. So bist Du gezwungen, die Fiesigkeit in möglichst kurzen Sätzen zu komprimieren.

Inspiration und Vorlage: Seth Godin.

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