kwerfeldein
23. März 2010 Lesezeit: ~3 Minuten

Polaroid war gestern. Und heute.

Polaroid war gestern. Und heute.Es folgt ein Gastartikel von Holger Lückerath aka @pixelboogie.  Holger ist Online-Producer bei einer Agentur in Köln. Er fotografiert gern Menschen und Landschaften. Seine zweite grosse Leidenschaft ist handgemachte Musik. Wer möchte, kann sich seine Fotos auf Flickr ansehen.

Ich mag Leute, die eine Vision haben.

Ich mag es, wenn man von etwas überzeugt ist, und etwas durchzieht, auch wenn einem vielleicht viele Leute davon abraten. Ich mag es, wenn man das Unmögliche möglich macht.

Darf ich vorstellen?

The Impossible Project.

Nachdem Polaroid die Produktion seiner berühmten Sofortbildfilme komplett einstellte, hat der Österreicher Dr. Florian Kaps gemeinsam mit einem Team ehemaliger Polaroid-Mitarbeiter im Oktober 2008 „The Impossible Project“ gestartet.

Ziel war es die Sofortbildfotografie vor dem sicheren Tod zu retten. Polaroid selbst hatte sich von seinem ursprünglichen Geschäftsfeld abgewandt, und wollte voll auf den „digitalen Zug“ aufspringen.

Das vorhandene Werk im niederländischen Enschede wurde mit Hilfe von Investoren gekauft. Da aber nicht nur Polaroid den Sofortbildfilm aufgegeben hatte, sondern auch fast sämtliche Zulieferfirmen, konnte man nicht einfach in die Fertigungshallen latschen, und mal eben den Schalter wieder umlegen.

Hinzu kam, dass neu eingeführte Umweltbestimmungen, die sicherlich ihre Berechtigung haben, die Produktion zusätzlich erschwerten. Was tun? Am Ball bleiben. Weitere Investoren suchen. Neue Geschäftskontakte knüpfen. Das Unmögliche möglich machen.

Was mich daran fasziniert ist, dass es nicht nur darum geht, eine stillgelegte Fabrik wieder ans Laufen zu bekommen, sondern dass da eine Gruppe von Leuten ist, die von etwas überzeugt ist. Von etwas überzeugt ist, wovon die meisten Menschen, bis auf ein paar Liebhaber, nichts mehr wissen wollen.

So wie der Martin gestern Kaffe gekocht hat. Oder so, wie man sich vielleicht ab und zu mal hinsetzen sollte, und seiner Liebsten/seinem Liebsten einen Brief schreiben sollte. Also echt jetzt… so auf Papier mit Füller und Tinte..!

Klar finden wir Tools wie Pola und solche Tools alle ziemlich cool, und es macht Spass damit rumzuspielen. Aber kann es uns das Gefühl ersetzen, auf ner klobigen Kamera den Auslöser zu drücken, und inerhalb von Sekunden ein Foto in der Hand zu haben?

Nein.

Bei den Jungs von „The Impossible Project“ standen in den letzten 17 Monaten die Telefone wohl nicht still, und es sind neue Partner gefunden, und viele Chemikalien gemischt worden.

Als Ergebnis durfte man gestern auf der Website der Firma die Präsentation von 2 neuen Filmen bewundern:

The Impossible Project

Es handelt sich um Schwarzweißfilme mit einem Pastel-Sepia-Ton für Tageslicht. Während der PX 100 (ISO 150) für SX70-Kameras und ähnliche vorgesehen ist, wurde der PX 600 (ISO 600) für Polaroid-Kameras der 600er-Serie konzipiert.


Polaroid war gestern. Und heute.


Tipp: Hier gibt es einige tolle Beispiele, die mit diesen Filmen fotografiert worden sind.

Aber nicht nur Filme kann man bei Impossible Project ergattern, auch Kameras sind im Shop-Angebot. Und Polaroid selber will, laut einer Pressekonferenz am 13. Oktober 2009, wieder einige der kultigen Sofortbildkameras herstellen.

Polaroid war gestern. Und heute.


Was sagt uns das?

Totgesagte leben länger!
Nichts ist Unmöglich!
Immer am Ball bleiben und auch mal gegen dem Strom schwimmen.

So, und ich werf jetzt mal 5 Euro ins Phrasen-Schwein ;)

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