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17. März 2010 Lesezeit: ~3 Minuten

Einsteiger-Tipp: Schärfe am Display überprüfen

Einsteiger-Tipp: Schärfe am Display überprüfen

Ein Vorteil, den ich bei meiner Kill-Your-LCD Aktion sehr stark vermisst habe, war das nachträgliche Überprüfen der Bildschärfe am Kameradisplay. Diese Technik habe ich zum ersten Mal bei meinem Freund Matthias Pabst beobachtet und seither sporadisch gerne eingesetzt.

Es gibt Situationen, da reicht es nicht aus, mit Hilfe der eigenen Einschätzung oder der Abblendtaste zu überprüfen, ob das Foto da scharf ist, wo wir es scharf haben wollen.

Beispielsweise, wenn wir ein Portrait mit weit geöffneter Blende gemacht haben oder bei einem Landschaftsfoto einen ganz bestimmten Bereich so scharf wie möglich haben wollen. Dann reicht uns manchmal das Sucherbild nicht aus oder wir möchten nicht einfach auf den Autofokus vertrauen.

Da bietet es sich an, das Kameradisplay mit einzubeziehen, nachdem wir das Foto gemacht haben und die Kamera uns ein „Review“ zeigt (hiermit ist nicht der Live-Modus gemeint, der aber beim Videos machen mit DSLRs hilfreich sein kann, um die Schärfe zu überprüfen).

Doch bei einem Kameradisplay ist in der „normalen Ansicht“ natürlich vieles scharf. Und wie wir wissen, ist es in vielen Fällen alles andere als zuverlässig. Doch um die Schärfe im Foto zu überprüfen, können wir ins Bild hineinzoomen. Je nach Kamera müssen wir 2-3 mal (oder öfter) die Zoomtaste drücken, bis wir in der 100% Ansicht angelangt sind. Update: Bei Stefan Groenfeld gibt es eine Erklärung, wie man mit Nikon Kameras (D200 aufwärts) schnell in die 100% Ansicht gelangt.

So können wir auch im Nachhinein feststellen, ob unser Foto exakt da scharf ist, wo wir es scharf haben wollen. An dieser Stelle ist aber trotzdem Kopf einschalten angesagt – denn: Scharf muss nicht immer „Knackscharf“ sein:

Hierzu ist es wichtig, dass wir unser Objektiv gut kennen um einzuschätzen, was „scharf“ ist – das variiert je nach Qualität der Linse. Ebenfalls sollten wir unser Display kennen, um auch hier zuzuordnen, wann unser Foto scharf ist – auch da gibt es Unterschiede, was die Darstellungsqualität betrifft.

So kommt es heute vor, dass ich auf einer Hochzeit beim Fotografieren in erster Linie gar nicht auf das Display schaue um die Komposition oder sonstwas zu überprüfen, sondern in erster Linie das Histogramm und die Schärfe.

Gerade beim Outdoorshooting gehe ich mit dem Paar häufig unterschiedliche Posen durch. Und da Schärfe (dort wo ich sie haben möchte) ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist, versuche ich zwar schon beim Fotografieren exakt zu fokussieren – nutze aber im Zweifelsfall auch die Zoomfunktion meines LCDs.

Denn eine leichte Unterbelichtung kann ich hinterher bequem korrigieren. Ein schräges Foto kann gerade ausrichten oder durch Freistellen eine bessere Bildwirkung erzielen. Doch wo keine Schärfe ist, da kann ich keine „hinretuschieren“. In diesem Fall sind also meine Möglichkeiten in der Nachbearbeitung sehr begrenzt und es kommt umso mehr darauf an, dass beim Foto die Schärfe passt.

PraxisTipp: Das Display bewusst einsetzen, um darauf die Schärfe im Bild zu kontrollieren. Denn ihr wisst ja, in der Schärfe liegt die Kraft.

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