Kwerfeldein
10. März 2010 Lesezeit: ~ 1 Minute

Simon Sticker im Interview (Audio + Slideshow)

Liebe Leute, letzte Woche habe ich mich mit Simon Sticker “im Netz getroffen” und mich mit ihm eine Weile über seine Arbeit unterhalten. Das Ganze haben wir aufgenommen und für Euch mit ein paar Fotos von Simon aufbereitet. Thema ist der Fotojournalismus und Simons Tätigkeit in diesem Genre. Wie er dazu gekommen ist und wie eine Fotoreportage von Statten geht, darüber erfahrt ihr mehr im Video oben.

Das Portfolio von Simon Sticker

Falls Euch während dem Zuhören irgendwelche Fragen einfallen oder ihr etwas bestimmtes wissen wollt, dann schreibt das doch einfach in die Kommentare. Falls hier aussergewöhnlich viele Fragen eingehen, würde ich das mit Simon in einem zweiten Interview nochmals aufgreifen.

Tipp: Wer das Video hier nicht sehen kann, dürfte auf Vimeo fündig werden.

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36 Kommentare

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  1. Sehr intressantes Interview. Super cooler Typ und das Interview zeigt sehr deutlich seinen Standpunkt. Hab echt Respekt vor dem, was er bereits geschafft hat und was noch alles so auf seinem Plan steht! Danke dafür!

  2. A-W-E-S-O-M-E!!!
    …bin total begeistert. Das ist mit Sicherheit einer meiner persönlichen kwerfeldein-Favoriten!

    Das mag auch alles daran liegen, dass mich dieser Bereich der Fotografie sehr begeistert und ich ja genau auf diesen Bereich hinarbeite…

    aber auch ansonsten fand ich das interview sehr schön gemacht, interessante fragen und antworten und vor allem: großartige Bilder!

    mehr davon! :)

    lg,
    chris

    ps. Fragen hätt ich vielleicht noch ein paar: z.B. wie genau Simon auf diesen Weg gekommen ist?! Wie sein Standart-Equipment so aussieht?! Wie er auf bzw. dann auch zu seinen konkreten Storys kommt?! Wie man es schafft eben solche Geschichten unterzubringen und wo?!… Da gibts noch einige interessante Fragen ;)

  3. Ich bin übrigens mehr so der visuelle Typ – witziger Kommentar auf einem Fotoblog, hehe – sprich ich hab es gern geschrieben oder sichtbar!
    Slideshow-Videos, bei denen man sich auf den Ton konzentrieren muss, überfordern meine Konzentrationsfähigkeit … ;-)

  4. Schön dass seine Arbeit hier einem breiten Publikum vorgestellt wird. Besonders hervorzuheben sind die “ungefilterten” Repotagen, die im Gegensatz zu den alltäglichen Nachrichtenmeldungen den Rezipienten noch erreichen und ihn für die behandelte Problematik sensibilisieren.

  5. Klasse Interview. Danke Martin. Simon ist wirklich mit grosser Leidenschaft dabei. Das kommt (neben seinen hervorragenden Bildern) super rüber. Werde jetzt mal seinen Twitter Account zum Folgen suchen.

  6. Habe mir gerade den Beitrag von Simon “LostChildhood” angeschaut/angehört und ich muß sagen dort wird man auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ich respektiere diese Aufklärungsarbeit sehr und bewundere Menschen die solch eine Kraft aufbringen können, gegen diese Armut und Probleme etwas zu tun.

    Auch wenn bei uns (auf der nördlichen Halbkugel) nicht immer alles rosig ist (ich habe selber eine krebskranke Tochter), müssen wir uns immer wieder klarmachen, wie gut es uns eigentlich geht und daß wir uns eigentlich nie über irgendwelche Probleme beschweren dürften solange es woanders solche Probleme gibt.

    Dies sind nur meine Gedanken, die ich gerade gehabt habe.

  7. Die Bilder gewinnen ausserordentlich an Aussagkraft und Tiefe durch die thematische Zuordnung auf Simon’s Webseite. – Ich bin beeindruckt und werde mir garantiert jede Reportage und jeden Film und jedes Bild nochmal genau ansehen.

    Vielen lieben Dank, Martin, genau das, was ich brauche. Wiedermal!
    Und auch herzlichen Dank an Simon für die authentische und einfühlsame Arbeit.
    Viel Erfolg weiterhin!

    Sylvie

  8. Prima!!
    Endlich mal wieder Fotografien und keine Bilder.
    Genau so stell ich mir das vor. Und da spielt es für mich keine Rolle, ob man in Afrika oder Deutschland fotografiert.

  9. Wow echt interessanter Beitrag!
    Hat mir echt gut gefallen. Was mich noch interessieren würde mit was für Ausrüstung
    er denn immer auf seinen langen Reisen unterwegs ist?

  10. Sehr interessant!

    War auch schon in Afrika mit der Kamera unterwegs und möchte diese Richtung weiter ausbauen und es mit Journalismus verbinden. Fragt sich nur wie man das am besten anstellt finanziell. Welche Kunden..?

  11. Danke erstmal für die ganzen Kommentare und das Lob. Freut mich sehr zu hören…

    Ich werde mal versuchen die Fragen, die hier so aufgetaucht sind zu beantworten und hoffe mal, es liest jetzt noch jemand (man weiß ja, wie schnelllebig so ein Blog ist…).

    Meine Standardausrüstung für Reisen ist im Moment meist eine Canon 7D und verschiedene Festbrennweiten, plus ein Standardzoom (2,8) und ein Blitz. Canon 7D auch zum Filmen. Vorteil ist da, dass ich schnell switchen kann, plus ich hab den Vorteil einer hohen Bildfrequenz, plus ich kann meinen Blitz ohne große extras auch extern auslösen. Festbrennweiten auch, weil ich oft in dunklen Hütten usw. fotografiere, da ist man über etwa mehr Offenblende meist froh (und meist auch um etwas mehr Schärfentiefe). Als Backup hab ich manchmal einen zweiten Body dabei oder die Lumix LX3, hängt etwas davon ab, wo es hingeht. Ein Stativ is gerade zum Filmen auch immer dabei, hab da mittlerweile auf Reisen ein sehr leichtes Manfrotto dabei, was man fast überall einpacken kann und notfalls auch als Rig funktioniert ist fürs Filmen. Grundsätzlich gilt die Regel, alles sollte nicht zuviel Platz wegnehmen. Und für möglichst wenig Aufmerksamkeit sind die Kameralabels auch immer abgeklebt.

    Meine Stories: Das ist ganz unterschiedlich. Kommt etwas auf den Kontext an, in dem ich unterwegs bin. Wenn ich mit Organisationen zusammenarbeite, gibt das oft schon die Richtung vor. Z.B. die Reportage über Prostitution in Rwanda, an der ich gerade noch arbeite, war für eine Organisation, die ein Projekt haben um Frauen zu helfen aus der Prostitution raus zu kommen. Da war klar, dass etwas über das Projekt gemacht wird, aber ich habe gedacht, das reicht nicht, also versuche ich etwas mehr zu erfahren darüber und etwas tiefer in die Thematik reinzuschauen. Und am Ende werden es jetzt vier Multimediageschichten werden, die dann von der Organisation MEDSAR für Präsentationen, Internet, usw. genutzt werden. Manchmal sind es aber auch Geschichten, wie z.B. HIV/Aids Waisen, wo ich selber dran arbeite und mir dann Partner suche um den Zugang zu bestimmten Bereichen und Menschen zu bekommen. In der Regel entstehen die meisten Geschichten eigentlich immer aus eigener Recherche heraus.

    Wie ich dazu gekommen bin ist eigentlich recht einfach. Ich hab auf vielen Reisen auch die andere Seite ziemlich gut kennengelernt und war der Meinung, dass mehr darüber berichtet werden muss, dass es soviel gibt, wo niemand hier in den Post-industriellen Nationen je von hört oder höchstens mal als eine weitere Elendsmeldung. Gleichzeitig glaube ich, dass die Wahrnehmung vieler Probleme in Afrika oder auch anderswo oft falsch ist. Darüber könnte man jetzt noch einen ganzen Roman schreiben. Aber schlussendlich geht es mir glaub ich darum, Geschichten zu erzählen, die einem die Problematiken näher bringen, und zwar so, dass man sie besser verstehen kann und weniger, dass man Mitleid erregt, aber nicht wirklich tief hineindringt. Es ist immer sehr einfach ein paar krasse Bilder zu machen und dann sagt jeder: Krass, wie die leben müssen. Ich glaube mir geht es in erster Linie darum, dass man versteht, was es bedeutet, aber manchmal auch, wie nah diese Welt in vielem an unserer eigentlich ist. Das Menschen immer Menschen sind, manche sinnlosen Witze überall gemacht werden, egal ob im Congo, in Kambotscha oder Deutschland. Und das oft das, was einem wichtig ist, sich gar nicht so stark unterscheidet. Und gleichzeitig einfach viel total falsch läuft, wo es wichtig ist, dass man weiß, warum. Ich hab wohl damit angefangen, weil ich der Meinung bin, es ist wichtig mehr zu verstehen und zu lernen um einen persönlichen Bezug herstellen zu können. Und natürlich aus Neugierde, weil vieles einfach sehr faszinierend und interessant ist.

    Wo ich so Geschichten unterbringe ist auch sehr unterschiedlich. Zum einen, weil ich es oft für Organisationen mache, die sich dann um die Weiterverbreitung (teils mit meiner Unterstützung) kümmern, aber auch, weil ich viel Multimedia in letzter Zeit mache. Klassische Printpublikationen also zwar manchmal, aber nicht mit Schwerpunkt. Viel online Features, Vorträge, usw.

    So, ich hoffe mal, ich hab jetzt nix vergessen und es beantwortet die Fragen (und irgendwer hat noch bis hier mitgelesen… ;-).

    Grüße aus Copenhagen, Simon

  12. @ Simon

    Vielen Dank für deine Antwort!

    Wollte dich noch fragen, wie das Ganze finanziell aussieht. Können deine karitativen Organisationen alle Kosten (Reise, Aufenthalt etc.) decken?

    Habe auch schon für Caritas Bilder in Tansania gemacht.

    Gruss Oli

  13. Hey Oli,
    finanziell ist die Sache, nicht überraschend, in der Regel dünn. Ich hab bisher das Glück gehabt, dass sich das ganze durch die Organisationen, Sponsoren und andere Partner finanziell gerechnet hat. Es ist nichts, womit man reich wird. Andererseits ist es natürlich wichtig, dass man sein Auskommen hat um die Arbeit überhaupt machen zu können. Ich hab da vielleicht noch das Glück, dass mein Hintergrund als Geograph mir das ein oder andere Tor öffnet, wenn ich an Projekten mit Unis z.B. zusammenarbeite. Plus Multimedia ist etwas, wo eher für bezahlt wird als ‘nur’ Bilder, weil semi-gute Fotos haben die meisten Organisationen genug und sie davon zu überzeugen das gute Bilder auch gleich mehr Spenden gleich mehr Wert bedeuten ist manchmal schwer vermittelbar. Es geht oft auch um ganz grundsätzliche Sachen, wie die Frage, wie sie überhaupt ihre Projekte vermitteln wollen, usw. Wenn eine NGO bisher Bilder kaum genutzt hat, sondern mehr geschrieben hat, wird man mit dem Angebot für Fotos nicht weit kommen, wenn man aber ein klares Konzept vorlegen kann, wie man die Bilder besser einsetzen kann und was das bringen kann, hat man klar einen Vorteil.
    Falls es dich interessiert: Ich werde nächste Woche mal etwas ausführlicher über das Thema in meinem Blog schreiben.

  14. @ Simon

    Danke für deine rasche Antwort.

    Ich komme aus dem Bereich Journalismus/PR und möchte mir in Zukunft ein zweites Standbein mit Fotografie aufbauen. NGO’s, Regierungen, Unternehmen wären da ev. gute Kunden für Afrika.

    Werde mir auf jeden Fall ein Konzept für Projekte erstellen, Offerten verschicken und regelmässig auf deinem Blog vorbeischauen.

    Olivier

  15. Blogartikel dazu: James Nachtwey: Kriegsbilder | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  16. Blogartikel dazu: Mit einem Fotoessay Geschichten erzählen | KWERFELDEIN | Digitale Fotografie