kwerfeldein
06. März 2010 Lesezeit: ~3 Minuten

Beschneiden, vergrößern & drehen

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussenFotografieren bedeutet häufig (nicht immer) das Reduzieren auf wesentliche Elemente unseres Blickfeldes. Das erfolgt meist schon vor Ort, doch wir haben auch die Möglichkeit, nach dem Shoot den Bildausschnitt zu verändern. Im Raw-Editor unserer Wahl können wir in sekundenschnelle in unser Foto eingreifen, etwas wegschneiden und somit die Bildwirkung bewusst beeinflussen.

Je nach Auflösung der Kamera und Schärfe im Foto haben wir dabei teilweise unzählige Möglichkeiten, unser Foto nur durch den Beschnitt erheblich aufzubessern – oder das Gegenteil zu erreichen. Dabei können wir nicht nur den Ausschnitt selbst verändern, sondern auch das Seitenverhältnis beeinflussen. 4×6, 4×5, 1×1 (6×6), Widescreen (in Hoch-und-Querformat).

Ausserdem können wir ein Foto durch bewusstes Drehen neu definieren, wie das Beispiel oben zeigt, welches ich vor einer Weile veröffentlich habe. Dieses Foto wurde in einen 1×1 Beschnitt genommen und anschließend um 90° im Uhrzeigersinn gedreht. Der Titel des Bildes ist „As I Lay Dying“ – der hier auch zur Perspektive und Drehung passt.

Ich habe mir mal drei Fotos herausgenommen, und sie in unterschiedlichen Seitenverhältnissen beschnitten & (auch) gedreht. Daran können wir sehr gut erkennen, wie sich die Wirkung ein und desselben Fotos verändert, weil verschiedene Ding einfach weggelassen und nicht gezeigt werden. Zuerst sehen wir jeweils das Ursprungs-Format und danach die Crops, die vorgenommen habe.

Wie immer könnt ihr durch die Fotos nach dem Klick mit den Pfeiltasten navigieren.


Bäume in der Landschaft

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen
Das Ursprungs-Format.

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Glas Wein

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen
Das Ursprungs-Format.

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen


Rolltreppe

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen
Das Ursprungs-Format.

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Bildwirkung durch Beschneiden beeinflussen

Wie ihr seht, ist nicht zwingend jeder Crop und nicht jede Drehung eine Aufbesserung des Bildes ;)

Natürlich ist (wie oben angedeutet) die Schärfe im Foto ein Merkmal, das uns bei größeren Ausschnitten zugute kommt. Fotos, die mit einer sehr weiten Blendenöffnung fotografiert wurden (wie ich es gerade sehr gerne tue) haben da nicht selten einen Nachteil. Und: Auch die Auflösung der Kamera spielt eine, Rolle in wie weit wir ins Bild eingreifen können.

Dieser Artikel soll nicht dazu verleiten, ab jetzt jedes Foto zu drehen und extrem zu beschneiden. Im Idealfall können wir schon beim Fotografieren bestimmen, wie der Ausschnitt sein wird – denn dann verlieren wir weder Schärfe noch Auflösung (man bedenke auch den Print des Bildes).

Dennoch können die Fotos hier als Inspiration dienen, entweder beim Fotografieren bewusster darauf zu achten oder im Nachhinein mehrere Versionen eines Bildes mit unterschiedlichen Crops zu erstellen. Da bietet sich Lightroom an, bei welchem wir super mit virtuellen Kopien arbeiten können.

Danke für die Inspiration, Dominik.

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27 Kommentare

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  1. Ein sehr spannendes Thema, da es jeden von uns bei(fast)jedem Foto, welches wir bearbeiten, betrifft.
    Mit diesem Thema könnte man bestimmt Bücher füllen.
    Ich würde es gut finden wenn dieses Thema hier öfter aufgegriffen wird.

    Gruß Arne

  2. Danke für die Anregung.
    Dein Fazit erinnert mich an den Spruch meines Matheproffs, der nach 2 Stunden Vorlesung – keiner verstand etwas – mit den Worten schloss: „Wie man leicht sieht …“ Und keiner traute Fragen zu stellen, niemand wollte sich als Trottel outen. (Ist ja alles so leicht.)
    Beste Grüße aus dem Schnee.

  3. Gefällt mir gut, da sieht man mal was sich so verändert. Bei dem einem Ausschnitt von dem Baumfoto, hast du allerdings bisschen ungünstig geschnitten, so dass man am Rand noch Teile von dem anderen Baum sieht. … Daran erkennt man gut, wie sehr man bei solchen Spielereien aufpassen muss.

    Der Point.

  4. Bestimmt ein nützliches Werkzeug. Doch ich denke ein guter Fotograf sollte diese Faktoren (Ausschnitt, Perspektive) bereits beim Shoot berücksichtigen.

    Zum Glück gibts den Computer. Persönlich versuche ich möglichst wenig damit zu arbeiten. Sprich nur Helligkeit/Kontrast, SW etc. und ev. mal den Bildausschnitt korrigieren, wenn aus Versehen etwas störendes am Bildrand ist.

    Grüsse

  5. Ooohhja, der Crop ist eine Wissenschaft für sich und wird viel zu oft vernachlässigt und unterschätzt!
    Oftmals werden Handstände betrieben um ein Bild zu perfektionieren und dabei würde 1cm hier und da mehr oder weniger oder einfach ein anderes Format das ganze Problem lösen.

    Schön wie du das anhand der Beispiele veranschaulicht hast.
    Da versteht man sofort um was es geht!

  6. die verschiedenen möglichkeiten und wirkungen, wenn man ein foto beschneidet sind wirklich enorm. ich finde es leider oft auch sehr schwierig, den passenden ausschnitt zu finden, wenn ich meine bilder bearbeitete. auf jeden fall ein sehr interessantes thema!

  7. @ Kommentar 12 (wulhlm):

    Ich glaube nicht, dass es nur auf die 21 MP ankommt. Klar hat man dadurch einen Vorteil, aber auch bei zB 10 oder 12 MP kann man beschneiden ohne Qualität einbüßen zu müssen.

    Und an Martin:

    Das ist seit langem mal wieder ein Artikel, wo ich sofort angefangen habe, zu lesen. Sonst spar ich mir die immer auf, für die Zeit wo ich grad nichts zu tun habe.. (oder richtig wach bin, weil ich bin jetzt auch gerade erst aufgestanden – da ist mir das manchmal ein bisschen zu viel :D)

  8. Blogartikel dazu: Die Macht des Fotos | Blog von Christian Ernst

  9. Guter Artikel, der zeigt, dass man auch mit sehr einfachen Bearbeitungsmitteln ganz unterschiedliche Wirkungen erzielen kann. Meine Favoriten sind die „Widescreens“ von Weinglas und Rolltreppe. Noch n’schönes Wochenende!

  10. Schön wäre gewesen, wenn du noch auf die unterschiedlichen Wirkungen der Bildausschnitte eingehen würdest. Wir haben jetzt „gelernt“, dass Bilder beschnitten werden können und dadurch etwas Neues entsteht (und mehr… ja) :)

    Aber was sich konkret ändert, wie man nun andere Emotionen etc im Betrachter hervorrufen kann, hast du uns verschwiegen… z.B. bei dem Bild mit den beiden Bäumen:

    Bei dem Ursprungsbild „so und so“
    Bei dem Bild mit dem einzelnen Baum und dem meeeegaa Himmel „so und so“

    das wäre doch toll. Klar muss jeder wissen was ihm am besten gefällt, aber es wäre doch schön etwas mehr Sicherheit zu haben, was der eine oder andere Ausschnitt so beim Betrachter auslösen kann…

    Mehr davon :)

  11. Genau das ist doch Fotografie,
    beschneiden und feststellen was in einem Bild steckt.
    @ Holger:
    Warum etwas beschreiben von Wirkungen. was meiner Meinung nach was mit Gefühl zu tun hat.
    Ich bekomme immer nur die Mitteilung von Martin welches Gefühl und welche Wirkung dieser bei diesem oder einem anderen Bild hat.

    Grüße
    Wolfgang

  12. Dann wäre eine Beschreibung der Gefühle toll, Martins Gefühle. Dadurch bekommt man ja auch einen guten Einblick in die Welt eines anderen… Betrachters…

    Jeder sieht das Bild ja auf seine Weise.

  13. Die unterschiedliche Bildwirkung entsteht bei mir am drastischsten bei der Rolltreppen. Die Versionen sehen echt aus wie verschiedene Aufnahmen, nicht schlecht.

    @Oli: Ich denke Schnitt ist ja nicht nur zur Entfernung unerwünschter Bildinhalte sondern vor allem zum Erreichen einer gewissen Bildwirkung nützlich (vergleiche 1:1 vs. 16:9).

    @Martin: Die Frage ist nur, wie drucke ich mir solche „exotischen“ Formate aus und präsentiere sie? Gedruckt wird im Standardformat (4:3), das könnte ich ja noch zuschneiden, aber Rahmen sind ja vom Format her schon sehr eingeschränkt. Oder wo kaufst Du seltene Rahmenformate, Martin?

    Gruß vom Bodensee, Martin

  14. ich lasse meine fotos selten so, wie sie sind. selbst wenn es nur ein paar pixel sind, die ich wegschneide, kann der unterschied schon beträchtlich sein. was das drehen von bildern betrifft, kann man sich ja auch mal baselitz anschaun. is zwar kein fotograf, aber das prinzip is das gleiche

  15. Blogartikel dazu: Various Trees - Majeres.de

  16. Man kann seine Bilder versuchen so gut wie irgendmöglich fotografieren – dennoch – im Nachgang lässt sich durch aufmerksames Betrachten und Ausprobieren viel rausholen. Das muss nicht immer besser sein, es reicht oft wenn es anders ist. Eine Übung, die man auch einfach so spasseshalber an einem Bild durchführen sollte – es hilft dem Sehen.