kwerfeldein
02. März 2010 Lesezeit: ~6 Minuten

Kill Your LCD, ein Projekt (Teil 2/2)

So, liebe Leute, hier kommt nun Teil zwei meines Projektes Kill your LCD, ergo die Tage 4 – 7.  Wie bei der ersten Ausgabe, hier wieder meine Tagebucheinträge und eine Auswahl meiner Fotos. Wer wissen möchte, warum ich diese Aktion gestartet habe, kann das gerne beim ersten Teil nachlesen.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich superfroh bin, diese Erfahrung gemacht zu haben. Für mich macht es auch im Nachhinein überaus Sinn, mal freiwillig auf ein paar Sachen zu verzichten und zu schauen, was das mit mir macht und wie sich das aufs Fotografieren auswirkt.

Es ist einwenig wie wenn ein Bergsteiger oder Kletterer für eine Weile auf den Komfort der warmen Stube und die Sicherheit im Tal verzichtet. Warum solle er das tun? Unten ist es doch viel schöner! Er könnte doch auch mit dem Auto fahren oder mit der Seilbahn! Doch auch beim Klettern geht es um eine Erfahrung, und nicht in erster Linie um Komfort, Produktivät oder Schnelligkeit.

Der Weg ist das Ziel. Und hinterher möchte er von seinen Erlebnissen berichten, und das tue ich jetzt, so wie gestern mittels dieses Tagebuches und den Fotos.

Das Kill Your LCD – Projekt hat meine Beziehung zum Fotografieren ungemein positiv verändert, auch wenn es zu Beginn (vor allem am ersten Tag) schon sehr anstrengend und echt nervig war. Doch über die Zeit habe ich mich … ach, das steht ja schon im Tagebuch ;)

Achso, noch ein Tipp: Wie immer könnt ihr die Foto per Draufklick größer ansehen und mit dem Pfeiltasten navigieren.

Tag 4

Ich komme von einem vielversprechendem Gespräch und bin von vorne herein gut gelaunt. Da macht das Fotografieren natürlich Spaß, auch ohne LCD und RAW. In Flehingen nehme ich mir Zeit für einen Rundgang und schaue, was mir so in die Quere kommt.

Es läuft. Ich habe zwar immer noch keine Ahnung, wie die Ergebnisse ausfallen, aber das wird zunehmend zweitrangig. „Alles-richtig-machen“ ist heute nicht, ich fotografiere einfach drauf los und lasse mich von meine Intuition leiten.

Eine ältere Frau spricht mich an, was ich denn hier so besonders fände, dass ich es fotografieren würde. „Flehingen ist einfach schön“ antworte ich, und das meine ich auch so. „Gefällt mir hier, das hat Stimmung“. Ich sehe ihr an, dass sie sich über diese Bemerkung freut. „Naja, ich wohne schon seit ’78 hier, für mich ist das halt so“.

Ich frage sie, ob ich sie denn auch fotografieren dürfe, denn im Hinterkopf sind mir die Bilder von Markus Schwarze. Zwei Fotos gemacht, fertig. Ob ich die denn für mein Projekt auch im Internet veröffentlichen dürfe, frage ich. „Hajo, natirlich. Mi‘ darf jeder sehen!“ Supergut.

Auf dem Rückweg fahre ich an einem Radfahrer vorbei, stehe aufs Gas und halte 500m weiter auf meinem Lieblingsparkplatz. „Er müsste gleich kommen“. Ich positioniere mich mitten auf der Straße, mache ein paar Testschüsschen für die Bildkomposition und warte auf das flinke Kerlchen.

Als er dann ankommt müssen ausgerechnet jetzt noch ein paar Autos auf der Gegenseite an mir vorbei. Na toll. Ich bekomme noch eher schlechte als rechte Fotos hin, drehe mich um und drücke noch einmal ab.

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Tag 5

Ich kann es gar nicht abwarten, mal wieder ein paar Fotos zu machen, und schnappe mir 10 Minuten die Kamera und suche mir ein paar Gegenstände zu fotografieren. Allein die Tatsache, dass ich die Fotos erst später am Rechner betrachten kann, macht es spannend und interessant.

„Ich muss das öfter machen“.

Nach meinem Spaziergang frage ich mich manchmal, warum ich eigentlich wie bescheuert nacht jedem gemachten Foto immer auf das Display geschaut habe. Wieviel davon war Gewohnheit?

Nachmittags ziehe ich nochmal eine Runde durch Jöhlingen, um ein paar Impressionen einzufangen. Macht das Spass heute.

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Tag 6

Eigentlich ein perfekter Tag zum Spazieren. Nachmittags ziehe ich los, um dann doch ein paar Fotos zu machen, denn das Wetter macht es mir eigentlich nicht schwer. Obwohl – viel zu harte Kontraste, eigentlich.

Ich fotografiere einwenig in Jöhlingen, ziehe dann einwenig raus in die Natur und finde mich dabei, etwas abstrakter zu fotografieren, gegens Licht und so.

Das Stück Papier über dem LCD droht bald abzugehen, ich reibe es immer wieder fest und hoffe, dass es hält. Mir ist es wichtig, das jetzt durchzuziehen und nicht kurz vor Schluß noch einzuknicken.

Aber irgendwie freu ich mich jetzt richtig, das LCD nächste Woche wieder zu haben und nutzen zu können. Ich bin schon gespannt, wie das dann wird und was ich aus dieser Woche dann wirklich gelernt habe.

Beim Durchsehen der Fotos bin ich positiv überrascht, es gibt doch einige Fotos (vor allem die Abstrakten), mit denen ich was anfangen kann. Die Belichtung kommt ganz gut hin. Morgen ist letzter Tag. So schnell geht eine Woche rum.

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Tag 7

Orkanwarnungen und ein ordentlicher Wind zwingen mich, heute mal drin zu bleiben. Hier und da nehme ich mir meine Kamera und fotografiere ein paar Kleinigkeiten. Nichs wildes, aber immerhin. Passt schon.

Denn ich weiß: Heute ist letzter Kein-LCD-Tag. Und letzter Keine-Bearbeitung-Tag. Und so langsam vermisse ich mein Display wirklich und freue mich nun umso mehr drauf, endlich mal wieder in den Genuss zu kommen, das Foto einfach nur kurz nach dem Abdrücken zu sehen.

Deshalb reisse ich Abends voller Freude das Papier und den Tesa von der Kamera. Wenn ich es mir recht überlege, sah das mit dem Papier drauf ganz schön doof aus. Hat sich aber gelohnt. Denn ich bin um eine wichtige Erfahrung reicher geworden. Und darum gings.

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