Kwerfeldein
01. März 2010 Lesezeit: ~ 7 Minuten

Ich stelle vor: Kill Your LCD, ein Projekt (Teil 1/2)

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Letzte Woche habe ich ein Projekt gestartet, das ich schon lange mal durchziehen wollte. Die alten Hasen unter den Lesern haben mich bestimmt schonmal sagen hören, dass man “doch mal sein LCD zukleben sollte”.

Letzten Montag habe ich mein Kameradisplay zugeklebt. Und bin eine Woche jeden Tag mindestens 30 Minuten fotografieren gegangen. Ausserdem habe ich in JPG fotografiert und Schwarzweiss (was aber eher unbeabsichtigt war, das kommt aber weiter unten).

Denn es hätte für mich keinen Sinn gemacht, ohne LCD zu fotografieren und dann in RAW die Fehler wieder gerade zu biegen. Ergo nächster Schritt: Keins der Bilder wurde bearbeitet, die Fotos wurden nicht einmal angerührt. Alles, was ich an diesen Fotos gemacht habe war, sie zu verkleinern fürs Web. That’s it.

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Warum das Ganze? Nun, ich weiß, dass ich mit meiner Kamera und den Objektiven 1000 Möglichkeiten habe und manchmal in so eine Art Gleichgültigkeit verfalle, in der ich alles für selbsverständlich halte – was es aber nicht ist.

Um da rauszukommen und mich selbst einwenig zu fordern, habe ich mich freiwillig in meiner Freiheit beschränkt.

Mir ging es nicht darum, mir zu beweisen, dass ich auch ohne LCD fotografieren kann. Das wäre es nicht wert gewesen. Vielmehr wollte ich diese Erfahrung machen, wie es ist, sozusagen nur durch den Sucher zu fotografieren, einzustellen und… das wars dann. Ende. Kein Bearbeiten mehr. Nichts. Kein Beschneiden, nada.

Somit habe ich ein Platt Papier, Schere und Thesa in die Hand genommen und meine Kamera hinten zugeklebt. Ich habe jeden Tag fotografiert und danach ein kleines Tagebuch geschrieben. Ich habe überlegt, ob ich die Cuzzwords rausnehmen soll, aber das würde zu viel Authenzität nehmen.

So, jetzt gehts aber los. Heute zeige ich Euch Tag 1-3 und morgen Tag 4-7. Hier nochmal die Settings:

# Zugeklebtes Display
# Nur JPEG
# Schwarzweiss, festgelegt in der Kamera
# Keine Bildbearbeitung im Nachhinein

Wichtig: In diesem Artikel / Projekt geht es nicht zu allererst um die Qualität dieser Fotos. Ich weiß, dass viele unterbelichtet sind oder qualitativ keine Vorzeigefotos sind. Aber darum geht es nicht. Es geht um diesen Prozess, in den ich mich selbst begeben habe und die Dinge, die mir dabei wiederfahren und aufgefallen sind. Das ist wichtig zum Verständnis. Trotzdem habe ich ein kleine Auswahl der Fotos, die ich am Gelungensten finde hier vorbereitet – alle Fotos zu zeigen, hätte den Rahmen sicher gesprengt.

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Tag 1

Draussen regnet es. Egal, ich gehe trotzdem raus. Bevor ich überhaupt loslege, bemerke ich, dass ich Schwarzweiss eingestellt habe. Jetzt nochmal die Kamera aufreissen? Nö. Jetzt ist es auch egal. Fotografiere ich halt monochrom. Wie mit nem Schwarzweissfilm halt, tut meinen Fotos vielleicht sogar gut.

Weil es nieselt, laufe ich zur Jöhlinger St. Martin-Kirche, da regnet es nicht drinnen. Meistens zumindest.

Ich fotografiere ein paar Gesangsbücher und finde es ganz toll, jetzt diese Aktion gestartet zu haben. Wahnsinn. Doch nach einer Weile fotografieren geht mir das nicht-auf-den-LCD-schauen enorm auf die Nerven. Nicht nur das, irgendwann fühlt es sich nicht sehr weit entfernt von SCHEISSE an. So ähnlich wie in den wenigen Momenten meines Lebens, in denen ich nicht den Eindruck hatte, alles unter Kontrolle zu haben.

Und nein, ich schaue nicht wie erwartet ständig hinten auf meine Kamera, ich weiß ja, dass das nichts bringt. Jedenfalls ist es was ganz anderes, als einfach nur die Rückschauzeit auf “aus” zu stellen.

Ich schaue ständig auf die Uhr. Wann sind die 30 Minuten um? Irgendwie komisch, war ich doch noch zu Beginn zu damn begeistert von meiner Idee, die Kamera zuzukleben. Aber so muss es wohl sein. Wäre ja auch komisch, wenn ich flippy-floppy jodelnd durch die Gegend fotografieren würde, als ob mich das gar nicht jucken würde.

Tut es aber.

Ich habe keine Ahnung, ob die Fotos was geworden sind. Nicht ein bisschen. Für andere wäre das warscheinlich superspannend. Ich finde es grauenvoll. Fühle mich wie ein Anfänger, der zum ersten Mal fotografiert. Kein Yea-Geile-Aktion. Viel mehr: Was hab ich da blos angefangen?


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Tag 2

… fühlt sich gleich besser an. Mit einem leichten Grinsen (und etwas übermütig) ziehe ich los und es juckt mich wesentlich weniger, nicht mehr auf den LCD schauen zu können. Weniger Jucken heisst aber nicht, dass es mir egal ist.

Es fängt wieder an zu nieseln – aber nur kurz. Bleib blos weg, Du Regen.

Ich schaue etwas bewusster auf Belichtungszeit, ISO und Blende und mache mir Gedanken um diese 3 Komponenten. Nicht, dass ich das vorher nicht auch schon getan hätte, aber jetzt lasse ich mir mehr Zeit dafür. Die Abblendtaste nutze ich bei fast jedem Bild, weil ich wissen will, was scharf ist und was nicht.

Zuhause angekommen, will ich mir die Fotos gleich anschauen. Sie wirken etwas fad auf mich, denn ich weiß ja, dass ich sie nicht mehr bearbeiten werde. Ausserdem bin ich ja festgelegt, was die Farbkanäle betrifft und würde am Liebsten jetzt jedes Bild bearbeiten, Kontraste rein, Vignettierungen raus/rein und so. Geht aber nicht. Weil ich mich dafür entschieden habe.

Ist gut, zu spüren, wie sehr die Bildbearbeitung Teil meines Fotografierens geworden ist. Manchmal merkt man’s halt erst, wenn es einem fehlt.


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Tag 3

Heute beginne ich n der Wohnung ein paar Aufnahmen zu machen. Das LCD interessiert mich mittlerweile nicht mehr wirklich, vielleicht habe ich mich aber auch einfach dran gewöhnt. Dann gehe ich mit Enna spazieren. “Tata”, wie wir immer sagen. Die Kamera geht natürlich mit.

Enna schläft nach 20 Minuten ein und ich kann am Wegrand hier und da interessante Motive einfangen. Unterwegs wird mir erneut klar, warum ich dieses Experiment mache: Ich möchte die vielen Möglichkeiten, die mir die Technik bietet neu schätzen & einsetzen lernen.

Die EOS 5D Mk2 und meine Objektive sind zwar super, aber ich will nicht in eine diese scheiss Gleichgültigkeit verfallen, die ich von mir selbst so gut kenne.

Durch dieses “Korsett” möchte ich mich freiwillig in meinen Freiheiten reduzieren, um mich auf wesentliches zu Konztrieren, zu spüren, was mir fehlt und dann neu Dankbar zu sein. Dankbarkeit ist eine Quelle der Inspiration, das weiss ich. Da will ich wieder hin.


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Morgen geht es weiter mit Tag 4-7.

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104 Kommentare

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  1. Das ist eine interessante Idee und die Fotos gefallen mir recht gut, auch wenn ich einige etwas düster finde..
    Ich nutze das Display allerdings nur relativ wenig – eine der ersten Einstellungen an meiner neuen Kamera war es, das Teil so zu konfigurieren, das es nicht nach jedem Bild angeht.

  2. Sehr gute Idee, das werde ich auch mal ausprobieren sobald meine 7d wieder aus der Reparatur ist.
    Die meisten Bilder find ich recht düster. Aber es sind ein paar wirklich schöne Kompositionen dabei. Die Nahaufnahme mit den aufgeweichten Zeitungen gefällt mir echt klasse.

  3. Es wäre echt mal interessant herauszufinden, ob sich das Fotografieren mit zugeklebtem Display anders anfühlt als rein analog zu fotografieren, was ich ja inzwischen auch mache. Ich glaub digital schaue ich immer noch zu oft nach, ob das gerade geschossene Foto “was geworden” ist.

    Ich bearbeite übrigens auch meine analogen Fotos nach. Von daher macht es für mich keinen Sinn, dafür auf JPEG umzustellen. ;)

  4. hmm…
    an sich find ich die aktion super! ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob man sich nicht trotzdem erlauben sollte, die bilder hinterher noch minimal zu bearbeiten. wenigstens was die tonwerte angeht. dann werden die bilder ja schon direkt viel ansehnlicher.

    ich denke du willst damit so ein bißchen, die analogen zeiten simulieren, und häufig meint man, dass analog auch gleich nicht nachbearbeiten heisst, was nicht stimmt. im fotolabor hat man ja auch noch einige möglichkeiten die gemachten fotos zu optimieren.

    p.s. der machendrahtzaun hats dir angetan, oder? ;)

    • @pixelboogie: Hm, nein mir ging es nicht darum analogen Zeiten zu simulieren – dann hätte ich eine analoge Kamera genommen… Wie oben schon geschrieben, war mein Ziel, mit in bestimmten Punkten (eingeschlossen der Bildbearbeitung) festzulegen und das dann ganz bewusst zu erleben – um anschließend die Sachen wie neu schätzen zu lernen. Und um das Ding konsequent durchzuziehen, gehört für mich, dann auch mit den Ergebnissen zu leben und sie nicht wieder schick zu mogeln.. Sicher, wer das anders machen will, kanns ja anders machen, ich stell ja keine Regeln auf oder so ;)

      Edit: Mir gings hier auch vordergründig (wie oben beschrieben) nicht um die Ergebnisse, sondern mehr um das Erlebnis, da mal durchzugehen.

  5. Hallo Martin,

    ich finde die Bilder durchaus gelungen, gerade wenn man bedenkt, wie verwöhnt wir von der ganzen Technik sind. Das ein oder andere Bild gefällt mir super.
    Die Idee finde ich übrigens auch sehr gut, ich glaube ich werde das direkt mal selber testen, um zu sehen wie “abhängig” ich von der ganzen Technik mittlerweile bin bzw. wie gut ich ohne auskommen kann ;-) Die meisten Bilder, die ich die letzten Monate gemacht habe, habe ich allerdings so oder so nicht mehr bearbeitet :)
    Weiter so!
    Viele Grüße
    Ser

  6. Ich hab’ so eine Aktion mal aus Versehen einen Tag lang gemacht …
    … und dabei gelernt, dass man mit dem “DISP”-Knopf das Display nicht nur UMschalten, sondern auch AUSschalten kann ;-)

  7. Dein Projekt zeigt schön, wie schwer einem die Konsequenz des “analog-feelings” an einer DSLR fallen kann. Deine Entscheidung bei SW zu bleiben war sicher authentisch – denn einen angefangenen Film kann man ja idR auch nicht einfach unterbrechen und austauschen. Ein Ausweg wäre es gewesen, einfach 36 Bilder zu machen, bis der “Schwarzweißfilm” voll ist und dann einen “Farbfilm” “einzulegen”.
    Obwohl es nicht um “analog-feeling”, sondern ums bewusster Fotografieren ging: hast du weniger Bilder gemacht, als mit verfügbarem Display?
    Wenn man die nötigen Gerätschaften dazu hat, wäre es vllt eine schöne Alternative einfach die Analogkamera Gassi zu führen und der DSLR eine Pause zu gönnen.
    Ich finde es lobenswert etwas gegen den Automatismus des auf den Display Schauens zu tun. Das fleischt sich viel zu sehr ein, wie oft habe ich schon hinten auf meine Analogen geschaut und dann gedacht “bist doch doof”.

    Dieser Artikel ist nach der Browserfruits-Woche ein schöner Kontrast, die Erfahrungsberichte sind Teil des Blogs und ohne fehlt was.

    • revontulet, danke für das Feedback. Hm ja, ich glaube, dass ich sogar weniger abgedrückt habe, aber das kommt ganz auf die Situation an. Weil ichs ja nicht sehen konnte, habe ich manchmal 3 verschiedene Belichtungen gemacht, um sicher zu sein, dass wenigstens eine gescheit ist. Also mal so, mal so ;)

  8. http://www.cineimage.ch/film/5obstructions

    Sehr passend zu Deiner Aktion. Larx von Trier trifft seinen Mentor Jorgen Leth und legt diesem 5 Bedingungen auf, unter denen er seinen Film “The perfect Human” nocheinmal drehen soll. Mal muss er die Frames per second reduzieren, mal soll sich das ganze auf einer indischen Strasse abspielen, mal als Comic.

    Ein sehr lehrreicher Film über die Kraft der Kreativität, aus Beschränkungen etwas wundervolles zu zaubern. Hat mein Prof mir sehr früh im Studium gezeigt, wofür ich sehr dankbar bin.

  9. @Martin. Nö :) Hätts vielleicht aufmerksamer lesen sollen

    “Es geht um diesen Prozess, in den ich mich selbst begeben habe und die Dinge, die mir dabei wiederfahren und aufgefallen sind. Das ist wichtig zum Verständnis”

  10. Hallo Martin,

    allein schon die super geniale IDEE verdient meinen höchsten Respekt und die höchste Anerkennung… Ich hoffe das mich deine WEBPAGE noch viele Jahre lang täglich am Monitor fesselt….

    Viele Grüße Björn

  11. Bildbearbeitung gehört dazu, weglassen kannst du sie nicht. Selbst zu Analogzeiten wurden mittels unterschiedlicher Belichtung und Chemikalien die Bilder etwas angepasst. Was aber interessant zu sehen ist bei deinen Bildern: die Wahllosigkeit, Schnappschusscharakter. Würde mir aber nicht anders gehen.

    Du kannst noch einen Schritt weiter gehen und dir eine feste Bildzahl (zb 12 oder 16) pro Tag festsetzen, dann suchst du nach bestimmten Motiven, denn du weißt, dass du nur eine begrenzte Anzahl hast. ;-) Dies kann man auch fortführen: nur ein Objektiv, Festbrennweite, und feste ISO.. aber denke das geht zu weit.

    Ich habe momentan, wirtschaftsbedingt, ziemlich viel Freizeit. So ein Projekt werde ich heute auch angehen, danke für die Inspiration. :)

    • @hAnnes: Gerne. Aber Bildbearbeitung kann ich sehr gut weglassen, zumindest die nach dem Fotografieren (die Kamera macht ja schon einiges, da ich in JPG fotografiert habe). Und zumindestest im Rahmen dieses Projektes… Aber weiterhin will ich nicht drauf verzichten… Und wie gesagt, mir ging es hier nicht in erster Linie um die Ergebnisse, sondern um das Erlebnis, sowas mal durchzuziehen.

  12. Hallo Martin,

    wirklich ein interessantes Projekt mit einigen sehenswerten Resultaten.

    Was mir aber vor allem aufgefallen ist, dass in vielen Bildern keine reinen Weiß- bzw. Schwarztöne auftauchen und deshalb diesen Bildern der Kontrast fehlt, was man ja dann “normalerweise” per Bildbearbeitung “korrigieren” würde. Deswegen habe ich mir mal bewusst die Exif-Daten angeschaut und da besonders auf Belichtungsmethode und Meßverfahren geachtet. In der Regel belichtest Du manuell und wechselst zwischen Spot- und Matrix-Messung. Da ich gerade in der letzten Zeit mehrmals über die Belichtungsmessung gemäß dem Zonensystem gestolpert bin (ich hab’s selbst bis jetzt nicht wirklich ausprobiert), würde mich Deine Vorgehnsweise bei der manuellen Spotmessung interessieren.
    Bei der Spot-Belichtungsmessung wird ein 18% Grau korrekt
    belichtet, so dass die verschieden angemessenen Helligkeitbereiche bei der manuellen Belichtung entsprechend korrigiert werden müssten: z.B. müsste man eine Spotmessung auf reines Weiß bzw. die Lichter um +2 Belichtungsstufen korrigieren, um wieder eine ausgewogene Belichtung mit
    durchgezeichneten Lichtern zu erhalten; bei der Spotmessung auf die Tiefen wäre die Vorgehensweise entprechend umgekehrt.
    Ich glaube, gerade wenn man sich dem Luxus der Histogramm-Kontrolle entzieht, müsste so ein vereinfachtes Zonensystem passable Ergebnisse liefern, aber wie gesagt, ich hab’s selbst noch nicht wirklich ausprobiert.

  13. Na Mensch, der Gommel kocht auch nur mit Wasser. ;-)

    Tut gut zu sehen, dass Du weder die „Über-Kamera“ noch die „Über-Skills“ hast; dass auch ein Martin Gommel mal einfach was herzeigt, was bloß geknipst ist (i. Ggs. zu „fotografiert“ als durchkomponiert&rechneroptimiert).
    Ich weiß nicht, ob ich immer noch mit so viel Begeisterung dabei wäre wie Du, wenn ich mir so viel Zeit für die Fotografie nähme … weil man manchmal doch so sehr auf sich selbst und die eigene Unzulänglichkeit zurückgeworfen wird.

    Wie wäre es mal mit einem Projekt, richtig schön durchschnittliche Knipsbilder von guten u./o. berühmten Fotografen zu sammeln? Vielleicht würde das für manche Leute (inkl. meiner selbst in manchen Zeiten) die Lage entzerren, die sich den ganzen Tag bei der Betrachtung von „geilen“ Bildern sogenannter Top-Fotografen zu fragen, was die eigentlich anders machen … anstatt den eigenen Hinterschinken in Bewegung zu setzen und raus zu gehen und es selbst zu erfahren.

  14. @Martin: sollte auch keine Kritik an den Ergebnissen sein. Finde nur das durch die digitaltechnik einfach Haufenweise Bilder gemacht werden wo am Ende selektiert wird… wenn man nur 10 Aufnahmen auf dem “Film” hat, muss man sich entscheiden und die guten Motive filtern können.

    Habe meine Kamera gerade auch präpariert, einen 32MB Film eingelegt – passen 15 Bilder (Jpeg, 2,5MP) drauf. Ich bin gespannt :-)

    • @hAnnes: Jepp, da sprichst Du was Wichtiges an. Viel Spaß beim Fotografieren!
      @Jan: Jepp, auch der Gommel kocht nur mit Wasse… Und auch die 5D generiert Durchschnittsfotos… halt Durchschnitt auf Vollformat ;)

  15. Tolles Experiment. Ich glaube auch, dass man sehr viel bewusster an die Sache rangeht und sich genau überlegt was und vorallem wie man es tut. Ich glaube trotzdem, dass dein Experiment sich sehr nah an analoge Verhaltensweisen annähert. Insbesondere das genauere “kontrollieren” der Einstellungen und der Tiefenschärfe kommt mir doch schon sehr bekannt vor als ich noch analog fotografiert habe. Wie auch revontulet würde mich ebenfalls interessieren ob du eher mehr oder weniger Bilder gemacht hast! Versucht man eher das “eine” perfekte zu machen oder trotzdem mehre um mit einem richtig zu liegen?

    Ich habe ähnliches letzte Woche mit einer analogen SLR und S/W Film festgestellt und fand dies auch nach den vielen Erfahrungen der Digitalfotografie wieder super spannend. Man schaut intensiver in den Sucher, kontrolliert nochmal die Einstellungen und überlegt sich doch sehr genau ob man nun abdrückt. Spannend vor allem auch, weil ich noch bis ca. Ende der Woche warten muss bis die Bilder entwickelt worden sind ;-).

  16. Ich habe kürzlich eine Leica R3 mit 50mm F2 geerbt, und mir erst man nen S/W Film dafür gekauft.
    Ich denke, das ist eine ähnliche Erfahrung, wobei man da noch mehr Einschränkungen hat (36 bilder, kein AF, fixe ISO).
    Dafür kommt man nicht in die Versuchung, zu schummeln ;)
    Das würde mir bei diesem Experiment hier vermutlich passieren.

    Ich konnte dem aktuellen analogen Trend bisher nix abgewinnen, aber jetzt kann ichs nachvollziehen.
    Auf Dauer ist das sicher nix, und es macht einen auch sicher nicht zum besseren Fotografen, aber es ist auf jeden Fall eine wertvolle Erfahrung, gerade wenn man eher so der Vielknipser ist (was ich ausser beim Sport eigentlich nicht bin).

  17. Ich finde das Projekt großartig, auch wenn es mich ein wenig deprimiert zu wissen, dass ich selbst nichtmal mit LCD annähernd solche Fotos hinbekommen würde wie du ohne LCD und EBV. Andererseits spornt es mich aber auch wieder an noch härter an mir zu arbeiten um irgendwann mal ähnlich gute Fotos schiessen zu können.

    Danke Martin ;)

  18. 3276 – Das Spukhaus! Da hab ich früher immer als kleines Kind gespielt ;-) Da wär jetzt ein Bild mit Nebelschwaden ganz gut. So richtig Horror-Haus mässig halt. Vielleicht kommt da ja mal noch was zu stande.

    Die Bilder sind trotz den Grundvorraussetzungen (kein LCD, keine Nachbearbeitung) super geworden. Wie sieht´s den mit Farbbildern aus? Das wär doch dann die nächste Aktion, oder?!

  19. Blogartikel dazu: uberVU - social comments

  20. Als sich vor einem Jahr der Verschluss einer meiner Kameras während der Reportage verabschiedet hat, wurde mir bewusst wie wertvoll die Möglichkeit der Rückschau ist … und der Besitz eines Zweit – und Drittbodies …

    Ansonsten. Interessante Idee, Du musst einfach bedenken, dass “früher” im Labor entwickelt wurde … rohe Daten haben meiner Meinung nichts mit abgeklebtem Bildschirm zu tun.

    So long!
    Yves / Der Bebilderer

    • @Der Bebilderer: Nope, bei mir auch nicht. Ich wollt’s trotzdem wissen, wie es ist, hätte für mich sonst keinen Sinn gemacht – und wie gesagt, mir gings nicht drum, analoge Zeiten zu simulieren, sondern mich einfach etwas zu begrenzen. “Nicht-bearbeiten” gehört da für mich dazu ;)

  21. mir gefallen die ersten zwei tage sehr gut. Kein Bild finde ich nicht gelungen. Der dritte Tag hingegen lässt mich völlig kalt. (das Bild mit dem Kind ausgenommen, das Haus im Fenster geht an der Grenze). Man soll zwar mit der Schärfe spielen, trotzdem gefällt es mir nicht. Sie wirken etwas langweilig.

    Trotzdem super Idee und die Bilder der ersten beiden Tage sind super.

  22. Also ich find das Projekt sehr toll, aber selber machen würde für mich garnicht in Frage kommen, sollte ich nämlich bei meiner 500D das Display abkleben dann wüsste ich ja garnicht mit welcher Blende oder Belichtungszeit ich fotografiere, da die 500D leider dafür kein extra Display hat ;-)

    Lg,Sarag

  23. @Martin: Ich denke z.Zt. oft über den einsetzenden “Analog-Hype” nach, aber meist sind es m. E. Fotografen, die nie ernsthaft analog fotografiert haben. Ich persönlich vermisse das analoge bzw. die Beschränkungen noch nicht, dazu habe ich zu lange auf Film fotografiert ;-)

    Grüße aus Ludwigsburg

    Jochen Kubik

  24. das ewige “früher war alles besser” is schon ertaunlich, das ganze gibts auf allen ebenen – in der Musik zbsp. wo alle digitalen Sounds verteufelt werden weil analog so vie besser ist. Meine These ist ja das ein Herr Enzmann um die 1840 schon digitale panels verwendet hätte und es hätte nie einen Film gegeben um den heute viele trauern wenn die technik so weit gewesen wäre, genauso wie alle DJs logischerweise mit Serato auflegen weil es die Platten nie gegeben hätte wenn die technischen gegebenheiten damals nicht so “bescheiden” gewesen wäre.

    Die wirklich kreativen vergangener und heutiger zeiten beschränken sich in der Kunst nicht auf Ihr Werkzeug sondern sind in der Lage aus dem zur Verfügungstehen das optimale Ergebniss rauszuholen. Analog Digital … wem störts? Ein Bild wird nicht besser oder schlechter weil es analog oder digital ist, weil es bearbeitet oder nicht ist. Mozart, Bach usw. würden in der heutigen Zeit auch kein Klassik produzieren sondern die gegebenen Umstände nutzen und wahrscheinlich fette Elektrobretter zusammen basteln ;).

    Meine 50 cent
    Kai

  25. Gutes Projekt. Martin. Die (Grund-)Idee hatten andere schon vorher (LCD Review ausschalten), aber Du bringst das mit dem abkleben und SOOC als JPG auf den Punkt. Guter Ansatz, prima Artikel.
    Auf Heise.de erschien am 16.01.2010 ein Artikel, der mit anderen Mitteln (eine digitale Sucherkamera) ein ähnliches ‘back to the roots’ Ding auslöst wie bei der das abgetapte LCD.

    Link zum Artikel (16.02.2010) von Stefan Wintermeyer ‘Erfahrungswerte: Leica M9 – eine Liebesgeschichte’ ist hier
    http://www.heise.de/foto/artikel/Erfahrungswerte-Leica-M9-eine-Liebesgeschichte-929337.html

    Mir gehts dabei NICHT um die verwendete Kamera, sondern um eine Parallele zu Deinem Asatz aufzeigen, wie sehr eine Voll-Automat-DSLR auch beim fotografieren einschränken kann.

    Danke für Deinen Blog und Posts,
    Liebe Grüße
    Carsten

  26. In RAW zu fotografieren finde ich bei solchen Experimenten übrigens völlig legitim. Was Ansel Adams in seinem Fotolabor noch an seinen Negativen rumgefummelt hat will manch einer gar nicht wissen. :)

  27. Ich weiß nicht, was zählt sind doch die Bilder die am Ende rauskommen. Ob ich jetzt Liveview nutze, die Bilder nachbearbeite oder sonst was damit mach. Anders gefragt: Warum sollte ich nicht die Funktionen meiner Kamera nutzen wenn ich die für teures Geld dazugekauft habe. Ich schalt ja auch nicht ABS aus und zerstech den Airbag(-;

    • @Tobias (47): Du, keine Sorge, nur weil ich das mache, musst Du das noch lange nicht ;)

      @Kai (42): Also das “früher war alles besser” stammt nicht von mir, darum gings mir zumindest nicht (Siehe Kommantar #9) ;)

      @Phei (45): Gute Idee ;)

  28. Ich glaube ja fast, so ein Gefühl von “back to the roots” oder “Analog-Hype” oder einfach nur “ich verzichte auf XXX” (LCD/Zoom/Photoshop/…) spiegelt die fotografische Fastenzeit wieder. Sollte man nächstes Jahr mal offiziell einführen, 40 Tage lang Fotos ohne eine bestimmte Hilfestellung machen.

    Lustiger Weise bin ich selbst seit letzter Woche auch etwas diesem “Hype” verfallen, ich habe mir mit Hipstamatic eine App fürs iPhone gekauft, die nicht nur wie eine Plastikkamera aussieht, sondern auch solche Fotos macht (mehr dazu).

  29. Ich hab mal ne Frage zu diesem Bild mit dem Maschendrahtzaun, ich hab erst begonnen mit dem Fotografieren und verbring auch einen Teil damit mir Bilder anzuschauen und mir darüber Gedanken zu machen und eben über einen solchen Zaun stolpere ich immer wieder, teilweise auch nur der Zaun als Motiv, ein Teil scharf, der Rest unscharf und immer wieder lese ich großes Lob für Komposition, Stimmung usw.
    Komm mir vor wie ein Blinder, weil ich einfach nur einen Zaun sehe. Bei dir sieht man ja nun noch das Gäßchen und ich gewinne ein paar Eindrücke mehr, aber hier z.B. http://www.flickr.com/photos/ero18/4370505672/ bin ich quasi wieder der Blinde und ich finde viele schöne andere Bilder in seinem Stream, aber eben dieses wird zB sehr gelobt. Nicht liegt mir ferner als dem Bild Qualität abzusprechen, mir fehlt eben nur das Verständnis für dieses Motiv. Vielleicht kann mir ja wer helfen. Gerne kannst du mir auch ein paar Zeilen als eMail schreiben @Martin.

  30. hab sowas ähnliches vor kurzem gemacht.

    ne 25 jahre alte Minolta X-700 + 50mm 1.4 genommen
    [ http://www.flickr.com/photos/47388237@N08/4340456008/ ]
    S/W-Film rein und rumgezogen…
    (so kam ich erst gar nicht auf die versuchung doch mal aufs display zu sehn)
    war sehr geil. hab zum teil 30 min für einmal abdrücken gebraucht. komposition/scharfstellen usw… bei nem film kommt nämlich noch dazu, dass man nicht einfach “losballern” kann.

    ist auf jedenfall zu empfehlen.

  31. Einfach mal wieder toll. Danke für deine fortwährende Inspiration, die du mir mit solchen Postings gibst.

    Dein Blog ist übrigens eines der wenigen, die ich nicht im Google Reader lese sondern direkt hier auf der Site. Die Kommentare zu den Einträgen sind immer sehr “fruchtbar”.

    Danke.

  32. Sodenn… mein erster Tag ist rum.

    Möchte kurz mein Feedback zu der Idee überbringen: Klasse! :-) Kurz genug? ^_^
    Mal im ernst: es macht Spaß, durch die selbst festgelegte Anzahl an Bildern ist man sehr kurz angebunden, sucht also die besten Motive heraus. Ich bin lange umhergezogen und habe jedes Bild wirklich ausgiebig ausgemessen. Die Belichtungskorrektur ist mein Freund, dank dieser sind einige Bilder wirklich schön geworden, man darf es aber nicht übertreiben, sonst gehen die Tonwerte flöten und es ist grauer Einheitsbrei.

    Die Versuchung aufs Display zu schauen ist groß, leider, aber spätestens nach dem 10. Bild interessiert es einen garnicht, man denkt nur über die Belichtung und vorallem das Motiv nach. Ich bin gespannt was ich noch aus dieser Woche herausholen kann. Zu finden sind meine Bilder auf meinem Blog (http://durchdensucher.de/blog/).

    Probiert es aus: es ist “anders”, aber sehr interessant. Vorallem auch technisch hilfreich um die Belichtungskorrektur zu verstehen und sogar zu beherrschen.

    hAnnes

  33. Ich finde diese Idee persönlich auch sehr.
    Nicht nur, das Du das Display “eliminiert” hast, sondern das Du Dich quasi nur auf Dein Gefühl und auf die Kamera verlassen hast – halt wie zu analogen Zeiten. Da musste man sich ja auh auf sein Gefühl verlassen und abwarten, ob die Einstellung ok waren oder nicht. Und wie in Deinem Fall in SW zu fotografieren, und das Ergebnis so zu akzeptieren, wie es die Kamera vorgibt (beim SW-Film hatte man ja auch keine andere Möglichkeit, außer dann im eigenen Labor die Fotos zu bearbeiten).
    Vielleicht werde ich das auch mal testen.

    Gruß
    Majo

  34. Nunja – wenn man sein Display schon abkleben muss, um sich selbst zu disziplinieren… ;-)

    Aber warum denn bloß JPEG und nicht RAW? Wenn man schon digital analog simuliert, dann auch richtig. Schliesslich hat man früher im Fotolabor bei der Vergrößerung ja auch nachbelichtet oder abgewedelt. Warum soll ich das digital nicht auch machen?

    • @Teatime, zu Deinen Fragen: “Warum JPEG?” Habe ich oben schon beschrieben, auch in zahlreichen Kommentaren. Mir ging es nicht darum, einen auf analog zu machen, sonst hätte ich eine analoge Kamera mit Film genommen. Mir ging es (um vieles, aber auch) darum, ganz bewusst auf bestimmte Dinge zu verzichten, und das dann wahrzunehmen ->siehe Tagebucheinträge über den Fotos. Dazu gehörte auch der Verzicht auf die Bildbearbeitung im Nachhinein. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, in JPEG zu fotografieren, genauso wie ich mich jetzt wieder dafür in entscheide, in RAW zu fotografieren. Ich kann verstehen, dass das aus Deiner Sicht wenig Sinn ergibt – für mich aber schon ;)

      “Warum soll ich das digital nicht auch machen?” Nur zu! Nur weil ich das so mache, musst Du es ja nicht auch so machen. Ich behaupte hier nicht, dass dies der ultimative Weg ist, sondern zeige einfach meine Herangehensweise. Und die ist nicht zwingend für alle gut/richtig/das Beste, sondern erstmal nur für mich. Ich freue mich, wenn das Leute inspiriert, aber es ist völlig normal, legitim und auch wichtig, dass jeder da seine eigenen Ideen und Strategien hat. Jeder ganz, wie er mag.

  35. Hi Martin,
    das ist wohl deine Interpretation der Fastenzeit. Bewusst auf etwas verzichten, das ist es doch auch worum es da geht. Alles in Allem ist es ein interessantes Projekt. Interessant ist es auch zu lesen, dass Du das Display von Tag zu Tag immer weniger vermisst. Ich bin gespannt auf Teil 2.

    LG, Sven

  36. Hallo,

    ich zähle mich zu den Anfängern in der digitale Fotografie, habe vorher nur analog fotografiert und habe am Anfang das LCD gar nicht beachtet. Das ändert sich natürlich. Aber worauf beziehst du das? Auf den live-view oder das “checken der Bilder” nach einer oder einer Reihe von Aufnahmen?

  37. Ich hab schonmal die Rückschauzeit ausgestellt. Habs nicht lange ausgehalten.. :D

    Vielleicht probier ich diese Methode mal, wenn ich wieder ausgerüstet bin. Und verklebe dann am besten so, dass es mir dne Aufwand, es abzumachen, nicht wert wäre, damit ich gar nicht erst auf die Idee komme ;)

  38. Tolle Idee, hab auch schon ein paar mal das Display für mehr, eher weniger lange Zeit ausgeschaltet.
    Nächstes mal werd ich mal den faulen Kompromiss mit RAW und schwarz-weiß JPG ohne Display probieren, dafür nutze ich mein manuelles Samyang 85mm 1.4.

  39. Hallo Martin,

    Wirklich interessantes Projekt! Wenn ich so überlege, wie oft ich jeweils aufs Display schaue, nachdem ich abgedrückt habe…

    Das könnte einmal einen Versuch wert sein. ;-)

  40. Witziges Experiment, aber ich glaub ich würd da durchdrehen…
    Nun gut, ich bearbeite GARNIX an meinen Fotos. Umso wichtiger ist natürlich, daß mir die Aufnahmen gelingen. Egal on In- oder Outdoor, Tages- oder Nachtzeit, Disco (mit Blitz) oder Konzert (ohne Blitz), ich fotografiere ausschließlich im manuellen Modus. Und da brauch ich das Display, weil ich mich individuell auf die unterschiedlichsten Lichtverhältnisse einfühlen und konzentrieren muß und dies sofort nachkontrolliere. Ständig bin ich am Einstellen, ausprobieren, wiederholen. Drum find ich Digitalfotografie so genial. 36er Film?? Hilfe! Ich mach pro Shooting 200 bis 1200 Bilder, da käm ich nicht weit…
    Was mich wundert ist, daß Du das Display zuklebst. Kann man das bei Canon nicht ausschalten??
    -> Zu Deinen Fotos: Düster ja, aber mir gefällt dieser melancholische Touch. Und das schlummernde Würmchen sowieso, aber da kommt meine weibliche mütterliche Seite wieder zum Vorschein ;-)

  41. Blogartikel dazu: shut the display off | Photowalking Munich

  42. @zimtsternin: Und das lohnt sich, finde ich…

    @Markus: Braucht Dir nicht leidtun ;)

    @gruftigirl: Jepp, kann man auch ausschalten, aber die Versuchung ist (bei mir) zu groß, dann doch einfach nachzuschaun. Ist schon was anderes, wenn mans ganz zugeklebt hat, also bei mir (gibt bestimmt Leute, bei denen das anders ist). Du, aber jetzt muss ich doch mal nachfragen: Du bearbeitest Deine Bilder alle nicht? Hab ich das richtig verstanden?

  43. Find ich genial. Sollte jeder der sowas nicht schonmal erlebt hat machen.

    Was ich ein bisschen wenig finde sind die 30 Minuten. So ein Tag mindestens sollte da schonmal drin sein ;)

  44. Ich sehe in den Bildern absolut gar nichts – sind für mich nur schlechte & langweilige Snapshots. Solche Aktionen wirken auf mich immer etwas lächerlich. Aber wem’s Spaß macht …

  45. Schönes Konzept. Reduktion ist immer ein gutes Mittel um sich selbst auf neue Ideen zu bringen. Das Foto mit den beiden Zeitungen finde ich interessant, die anderen, naja nicht so mein Fall. Interessanter wäre jetzt noch ob sich deine nächten Bilder, die du mit LCD machst, zu den Fotos vor der Aktion verändern.

  46. Kill your LCD!

    Ich hab es wirklich gemacht, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Gerade in Colorado angekommen, vier Wochen Southwest lagen vor uns, Ghosttowns und Anazasi-Pueblos fotografieren, und dann fällt die Kamara aus dem Rucksack, als ich die Tür vom Jeep geöffnet habe. Reissverschluss war nicht richtig zu. Ziemlich felsiger Boden…Rocky Mountains halt. Ich war zuerst happy, dass dem Objektiv nichts passiert war, allerdings nur Bruchteile von Sekunden, denn dann habe ich die Rückseite gesehen. LCD zerstört, oder gekillt wenn Du so möchtest. Nicht gerade ein stimmulierender Auftakt für eine vierwöchige Fototour.

    Was tun? Der nette Typ im Fotoladen in Denver meinte, wenn ich sie einschicke dauert es ungefähr 6 Wochen…also ohne LCD fotografieren. Dass ich noch nicht auf RAW eingestellt hatte, war besonders ärgerlich, ansonsten habe ich mich mit der Zeit daran gewöhnt, die Fotos erst nach ca 1 Woche in irgendeinem Internetcafé auf dem Laptop zu sehen. Speicherkarten hatte ich ja ausreichend dabei, und die JPGS nehmen ja nicht soviel Platz weg. Fazit: Aufnahmen von Details sind ganz brauchbar geworden, Landschaften weniger,
    was aber eher am fehlenden RAW liegt. Dennoch habe ich 3 Landschaftsfotos beim Ansel Adams Wettbewerb eingereicht und sehr gute Kritiken bekommen.
    Brauche ich LCD? Vor allem um ins Menu zu kommen. Wenn ich vorher alle Einstellungen hätte vornehmen können, wäre der Verlust der LCD nicht so tragisch gewesen, mal abgesehen von den Reparaturkosten. Nicht ins Menü zu komen war wirklich ein ziemlich blödes Gefühl. Aber irgendwann, wenn’s mich dann in der Location gepackt hat, war ich so sehr aufs “Fotografieren” konzentriert, dass ich die LCD vergessen habe.

    Hat sich durch diesen Zwischenfall meine Art zu fotografieren verändert? Ich denke eher nicht, Schärfe kontrolliere ich eh nicht LCD, dazu müsste ich jedesmal zuerst meine Lesebrille suchen.

    Also, besser nicht “killen”! Und immer den Reissverschluss zuziehen. Was sag ich da, ist ja nicht jeder so blöd wie ich.

  47. Das sind ganz wunderbare Fotos, Martin! Ich lese hier regelmässig, kommentiere aber selten, diesmal hast du mich aber erwischt. :)

    Da ich gerade vorhatte, genau diese Gleichgültigkeit loszuwerden, von der Du schreibst, und mal eine Woche mit meinem manuellen 50mm loszusiehen, passt das gerade super.

    Hier in Finnland ist das Wetter zwar gerade bescheiden, aber wie ich sehe, muss das kein Grund sein, nicht zu fotografieren.

  48. Ist echt ein super Projekt und erinnert einen mal wieder daran, sich nicht immer auf die moderne Technik zu verlassen. Man lernt mehr über seine Kamera und ist vielleicht auch viel gespannter auf seine Ergebnisse. Die Ergebnisse oben faszinieren mich und animieren mich das auch mal auszuprobieren. Dabei ist man dann auch sicher kreativer und setzt sich vor dem auslösen mehr mit dem Objekt auseinander.

  49. Eine wirklich originelle Interpretation der Fastenzeit! Wirklich schön. Viele der Bilder wirken auf mich – trotz, vielleicht auch wegen ihres Schnappschusscharakters – sehr direkt.

    @sarii: Auch bei den Canon-Einsteigerkameras kann man ohne Display fotografieren. Ich habe an meiner 450D das Display immer aus (vergesse manchmal sogar, die Belichtung zu kontrollieren und ärgere mich hinterher ;) ), weil Blende und Verschlusszeit ja auch im Sucher angezeigt werden.

  50. Warum so umständlich das Display zukleben? Kann man bei Canon Kameras etwa nicht einstellen, dass das Display nach der Auslösung NICHT das Foto anzeigt???

    Timo, der eine Nikon hat wo er das ab und zu so einstellt, um das Gefühl für Belichtung zu schulen.

  51. eine sehr schöne Idee und klasse, wie viele motiviert werden selber auszuprobieren. Der Ansatz zwingt wie früher (und ich finde auch @hAnnes Idee gut auf 32 MB zu begrenzen) sich noch mehr vor einem Bild auf die Bildgestaltung zu konzentrieren. Ich werde es bei der nächten Möglichkeit ausprobieren. Was ich schade finde ist das grau-in-grau der Digitalkamera. Ich habe noch kein Schwarzweissbild digital ohne Nachbearbeitung knackig hinbekommen. Das war mit einem Ilford-Film einfacher.

    • @Nachtmeister, Timo: Jepp, man kann das Display auch ausschalten, klar. Mir hat es aber geholfen, es ganz zuzukleben, einfach um nicht doch dranrumzufuddeln (mal schnell eben ins Menü, oder vielleicht doch kurz das Foto anschauen?). Zukleben ist für mich was anderes, hilft mir, bei der Sache zu bleiben. Aber wenn das bei Euch auch mit ausschalten geht, umso besser.

  52. Blogartikel dazu: Foto bits and bytes « Bpix's Blog

  53. Um mal ein bisschen vom eigentlichen Thema abzukommen, möchte ich etwas sagen das mir aufgefallen ist:

    Die Bilder mit dem Papier von deiner 5D sind immer nur an einer Ecke scharf. Findest du nicht, dass die Unschärfe hier ein bisschen unangebracht ist? Weil es soll doch die Kamera mit dem Papier gezeigt werden.. das Papier wird aber zB. im Bild 1 schon ca. ab der Hälfte unscharf.

    Ich will dir ja nichts unterstellen, aber wie auch im 2. Teil schon gesagt wurde, ist die Blende immer sehr weit auf..

    Schönes Bokeh hin und her, aber ich werd das Gefühl nicht los dass du dich ein bisschen zu sehr in deine 50mm verliebt hast – nimms mir nicht übel, aber irgendwie geht das in ne komische Richtung, findest du nicht? :S

  54. Hallo, nun dieses Projekt (Projekt sagt man heute zu allem was man glaubt überlegt zu tun ) zeigt mir, das sich die meisten mehr mit der Kamera als mit dem Motiv bzw. Bild beschäftigen. Wenn man (früher) mit Spiegelreflex Dias gemacht hat gab es keine Manipuliermöglichkeit. S/W war und ist bei mir eine Variante um Bildstrukturen darzustellen. d.h. endlich denkt man mal wieder über das Bild nach. Back to the Roots würden die Projekt Manager sagen….

  55. Sowas ähnliches habe ich auch mal gemacht. Ich habe mein 50mm 1.8 aufgeschraubt und nur in jpg s/w fotografiert. Also auch meine Freiheit beschnitten. Durch die feste Brennweite und s/w wollte ich mich selber beschränken, um zu anderen Ergebnissen zu kommen. Habe davon in einem Forum erzählt und irgendwie wollte man mich dort so gar nicht verstehen. Die sind alle zu technikverliebt und wenn nicht alles 110% scharf ist (und dann noch überschärft wird) ist in deren Augen eh alles Knipserei.

    Tummele mich seit längerer Zeit fast gar nicht mehr in Fotoforen rum. Und was kommt dabei heraus: Mehr SPaß am Fotografieren.

  56. Blogartikel dazu: Schwarzweiss at icatus Photoblog

  57. Blogartikel dazu: Einsteiger-Tipp: Schärfe am Display überprüfen | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  58. Blogartikel dazu: Umfrage: Kameradisplay | lens-flare.de - Blog über Fotografie

  59. Blogartikel dazu: Von Kaninchen, Schlangen und von Kreatitität. Über Originalität in der Photographie | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  60. Ich habe jetzt leider nicht alle Kommentare gelesen, möchte aber noch kurz eigene Erfahrung beisteuern:

    Nachdem ich im August letzten Jahres mit digitalem Mittelformat vorerst mein persönliches Ideal von hübsch postproduzierter Werbefotografie gefunden habe, habe ich im selten Moment gecheckt, dass ich da perfekte Seelenlosigkeit produziere. Ich hatte 40MP Langeweile fotografiert.

    Tja, dumme Sache. Ich hab ja immer auf die Werbefotografen mit ihren komplexen Produktionen geschielt. Die ultimative Abgrenzung zu den Hobbiesten, die ihre Katzen fotografieren. Das ist das, was ich nicht sein wollte. Ich wollte ja ernst genommen werden, irgendwann einmal die Achtung derer bekommen, die wirklich wissen, wovon sie reden. Aber mit dem Weg, den ich da eingeschlagen habe, würde ich einer der oben zitierten namenlosen H&M Katalogknippser werden.

    Deshalb habe ich auch ein Back-To-The-Roots Experiment gewagt und die PhaseOne gegen eine rauschende DSLR und den Plastikeimer 50 1.8 eingetauscht und habe damit eine Portraitserie über die Patienten eines ambulanten Pflegedienstes geschossen. Meiner Meinung nach ist das die beste Arbeit, die ich bisher gemacht habe.

    Wenn ich es schaffe, meinen Perfektionismus in die Knie zu zwingen, wenn ich es schaffe, nicht unbedingt “fertige” Arbeiten abliefern zu wollen, die praktisch die für alle Zeiten gültige Antwort auf das darstellen, was Fotografie bedeutet (ungefähr das ist manchmal mein möglicherweise leicht überzogener Anspruch an mich selbst *TIRED*), dann komme ich wahrscheinlich weiter als mit der PhaseOne Geballerei.

    @Martin: Möglicherweise tue ich dir Unrecht, aber in meinen Augen fehlt den Fotos oben der Bezug zu dir. Das scheint nicht aus dir zu kommen, das ist nicht Ausdruck deiner selbst. Für mich ist das Knippserei von hübschen Allerweltsmotiven. Das bekommst du besser hin.

  61. Blogartikel dazu: #184 - Hörer machen Happy Shooting Vol. 2 | Happy Shooting - Der Foto-Podcast

  62. Echt gute Idee!
    Da ich mich nicht entscheiden kann, ob ich nun in die Analogfotografie einsteigen soll, ist das eine große Entscheidungshilfe!
    Heute ist zwar erst Tag 1 des Experiments, aber ich brauche das Display schon gar nicht mehr!

    MfG
    Dominik ;)