22. Februar 2010 Lesezeit: ~2 Minuten

Portraitfotografie: Sarah Small vs. Will Steacy

Ich beginne die browserFruits Woche mit diesem Video, welches ich mir schon lange aufgehoben habe, um es mit Euch zu besprechen. Hier werden die Portraitfotografen Will Steacy und Sarah Small vor einer Jury von zwei anerkannten Fotografen ihre besten 10 Fotos vorstellen.

Die Jury bespricht dann die Fotos, und bewertet sie nach „Impact, Technique und Production Value“. Anschließend  geben sie ein (im Video viel zu kurzes) Feedback und ernennen dann einen der beiden Fotografen zum Gewinner.

Das (Ergebnis) werde ich hier jetzt nicht niederschreiben, wär ja langweilig ;)

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr Euch nach dem Video die Portfolios von beiden Fotografen mal anschauen:

Will Steacy: www.willsteacy.com

Sarah Small: www.sarahsmall.com/portfolio

Nach längerem Nachdenken finde ich es schwierig, dass hier ein Gewinner und eine Verlierer ermittelt wird. Der Gewinner fühlt sich natürlich super, aber ich bin mir nicht so sicher, wie das für den Verlierer ist – denn als Verlierer abgestempelt zu sein ist nicht wirklich konstruktiv.

Ich hoffe deshalb, dass die Beiden noch ein längeres Feedback bekommen haben, dass sie auf ihrem fotografischen Weg weiterbringt. Das Video ist an dieser Stelle sehr beschnitten und eindeutig zu kurz. Trotzdem sehenswert, finde ich.

Fragen an Euch: Seid ihr „cool“ mit der Entscheidung der Jury? Haben Euch die Fotos gefallen? Findet ihr solche Gegenüberstellungen ebenso schwierig wie ich? Würdet ihr Euch freiwillig in solch eine Gegenüberstellung begeben?

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26 Kommentare

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  1. Das ist doch völliger Humbug zwei Fotografen so zu vergleichen. Vor allem zwei so völlig unterschiedliche. Ich hab mich noch gewundert an was die das festmachen wollen. Einer der beiden „Götter“ hat ja nicht mal mitgeschrieben.
    Aus meiner Sicht wird da eher einer so niedergemacht, daß er/sie vielleicht lange braucht um sich davon wieder zu erholen, als daß der Gewinner jetzt dadurch viel davon hätte.

  2. Ich bin einer Meinung mit der Jury. Sarah hat in meinen Augen die deutlich ansprechenderen Bilder gemacht. Die gezeigten Bilder von Will sind mir persönlich fast zu „normal“, wobei sie deswegen trotzdem besonders schön sind. Aber sie sind eher „Massenware“.

    Ich finde solche Vergleiche total interessant, denn sie sind eigentlich nicht wirklich möglich. Denn Beide haben völlig andere Stile, die sich eigentlich nicht miteinander vergleichen lassen.

    LG Alexander

  3. Also mal abgesehen davon, dass ich es sehr „schwierig“ finde die beiden zu vergleichen ist es fragwürdig ob so ein Wettbewerb sinnvoll ist.
    Mich persönlich sprechen die Aufnahmen von Will sehr viel mehr an. Sie wirken ehrlich, natürlich und z.T spiegeln sie sehr gut Emotionen wider.
    Das Ganze ist natürlich sehr subjektiv und Geschmackssache. Sarah hat ihren eigenen Stil und setzt den durchaus gut um allerdings trifft dies nicht unbedingt meinen Geschmack. Für mich wirken sie einfach zu sehr gestellt und kalt.
    Wie gesagt. Denke das ist einfach sehr subjektiv.
    Kritik ist immer gut aber solch ein 1 gegen 1 finde ich persönlich unvorteilhaft.

  4. Wenn ich das richtig verstehe, ist das Ganze eine Art Preisverleihung: B&H spendet regelmässig einen dicken Einkaufsgutschein, um neue Fototalente zu unterstützen.
    Und statt diesen Fotogutschein einfach nur zu verlosen, haben sie stattdessen diese Viewfinder-Aktion gemacht, wo ein Fotograf gesucht wird, der den Gutschein bekommt.

    Dabei wird darauf geguckt, dass a) der Fotograf gut ist und Ambitionen hat, damit der Preis nicht an jemand „verschwedet“ wird, für den Fotografie vielleicht nur ein vorübergehendes Hobby ist.
    Außerdem schauen die drauf, welchem Fotografen das Equipment weiterhelfen würde. Eine Begründung der Jury war ja auch, dass Sarah ja im Moment mit Minimalmitteln fotografiert, und Unterstützung sicher dafür sorgen würde, dass sie sich in Ihrer Fotografie deutlich weiterentwickeln kann.

    Find ich ’ne gute Idee, da so eine Art Show draus zu machen, dadurch hat der zweite Platz auch was davon, nämlich publicity.

  5. Wie die Diskussion, ob jetzt Windows oder Apple besser ist, oder Farbe oder Schwarz-Weiß die richtige Möglichkeit ist …

    Die Fotos finde ich super interessant, aber das Format etwas unnütz. Dieses Casting-Show-Ding sagt mir halt nicht zu.

  6. Hallo Martin,

    ich finde die Idee gut. Als Mitglied eines Fotoclubs gibt es bei uns ähnliches – jedes Mitglied reicht zu einem Themenabend 3 Bilder anonym ein und diese werden dann von allen Anwesenden „benotet“ (sich selbst natürlich nicht) – zum Schluss ergibt sich so eine „Platzierung“…

    Sicher kann man auch kritisch zu solchen Wertungen eingestellt sein. Für mich überwiegen allerdings die Vorteile.

    PS:
    Was meinst du mit browserFruits Woche? Du hast da ja was angekündigt. Die browserFruits am Sonntag gefallen mir sehr und sind für mich das Highlight auf Kwerfeldein.

  7. Interessantes und für mich neues Format. Und klar würde ich mitmachen, wenn da zwei – für mich – echte Größen am Tisch sitzen würden, aber eher, um die persönlich kennenzulernen.

    Die Kombination in diesem Video erinnert aber sehr an ein abgekartetes Spiel à la GNTM. Eine Fotografin mit unglaublich starken, emotionalen Bildern, die jeder fotografische Analphabet lesen kann. Und ein Typ, dessen Bilder ultralangweilig, teilweise sogar echt schlecht rüberkommen und die erst durch eine Erklärung einen zweiten Blick Wert werden. Hmmm, ein Schelm, der böses dabei denkt… ;)

    Wer da reingeht und meint, das hat was zu bedeuten, hat verloren und wird eine Niederlage schwer wegstecken. Wer das aber als interessanten, aber persönlichen und unverbindlichen Blick von außen auf die eigenen Bilder wertet, kann dabei durchaus gewinnen, selbst wenn er nur Zweiter wird…

  8. Auch ich finde dass dieser vergleich sehr schwierig ist. Irgendwie ist es als würde man Äpfel und Birnen vergleichen. Will macht sehr eindrucksvolle Portraits und Sarah macht viel mehr gestellte Bilder. Ihre Bilder sagen für mich nicht ansatzweise so viel aus wie die von Will. In meinen Augen hat die Jury die schlechtere Wahl getroffen.

  9. Cool finde ich, dass das Standbild des YouTube-Videos das Mädel zeigt. Da liegt nämlich eine semi-attraktive Frau auf dem Teppich und guckt so, als hätte man ihr gesagt, „guck mal einfach irgendwie so.“ (Liegt allerdings auch an der Perspektive…)

    Das ist zumindest das, was ich dachte, bevor ich den Film angeschaut habe!

    Hätte der Typ ihre Geschichte nicht gekannt, wäre ihm vielleicht auch aufgefallen, dass das alles nicht soo „derbe“ intensiv ist und die Jury wurde von seiner Krebs-Stroy auch ziemlich „gekauft“.

    Beweist für mich vor allem, wie viel Wahnsinn bei der Betrachtung von Fotos im Spiel ist.

  10. sieht aus wie „Americas New Top Photographer“ Gefällt mir gar nicht sowas, und ich sehe auch keinen Sinn darin.

    Einzig das Feedback, das die beiden Fotografen bekommen (hoffentlich ohne Kamera dann ausführlicher) macht Sinn. Dafür braucht man aber den ganzen Quatsch nicht.

  11. … auch wenn ich nun gegen den bisherigen Strom schwimme. Ich finde die Aufnahmen von Will Staecy besser, weil ich sie für „ehrlicher“ halte.
    Die Bilder von Sarah Small wirken auf mich wie ,…. „schaut her Leute ich mache nicht nur Bilder, was ich mache, ist ganz tolle Kunst“. Ok, mag sein,… aber ist es neu? nö Oliviero Toscani lässt grüßen. Aber natürlich in abgeschwächter Form, den man will ja nicht anecken.

    Zum Format des Contest,… mein Ding wäre das nicht, aber es steht ja nun jedem frei sich darauf einzulassen oder nicht.

    So zumindest meine Meinung

  12. Also tut mir leid … aber die Bilder von Sarah Small finde ich zum größten Teil einfach nur geschmacklos.

    Was ist denn daran Kunst ein nacktes Kind auf dem Sofa eines alten Ehepaares zu fotografieren?!

    Sorry…geht mal gar nicht *DaumenRunter*

  13. Ich stimm der Entscheidung der Jury schon zu. Finde dass die Bilder von Will einfach zu sehr von der dazuerzählten Story leben (mit Ausnahme vielleicht das Portrait in dem Hotel), die Bilder allein tragen die Story nicht wirklich. Is ja oft auch ein Problem der Selbstbewertung, dass man durch kennen der Story hinter dem Bild mehr im Bild sieht als eigentlich da ist.
    Sarah hat dagegen eine sehr eigene Bildsprache, die für sich eine Story erzählt, natürlich sind die Bilder in dem Sinne weniger „ehrlich“, nur denk ich dass das nur eine Frage des persönlichen Geschmacks ist, denn sie wollen ja gar keine reinen, „ehrlichen“ Portraits sein.
    Ich denke ich würde mich auf so einen Vergleich schon einlassen, aber deutlich mehr um das Feedback zu bekommen als mit dem Gedanken gewinnen zu müssen, denn gerade das Feedback von Leuten die schon länger in der Photoindustrie tätig sind kann sehr wertvoll sein für die, die noch mehr am Anfang stehen.

  14. Ich denke hier wird Fotograf mit Fotokünstler verglichen.
    Zum genauer und länger betrachten, hat mich die Arbeit von Sarah Small bewegt. Klar polarisiert sie, aber es sind auch „normale“ Spitzenbilder wie „Two Mollys on Blue“ (Die Frau und der Esel) dabei.
    Gruß Fabi

  15. …Gott, wie ich solche Formate a la „Deutschland sucht den Superdödel“ hasse….. Aber immerhin mal was anderes das im Bereich der Fotografie angesiedelt zu sehen.

    @Yosh: Dito. Wenn, dann hat Will für mich gewonnen, auch wenn ich die Kritik der Jury an ihm durchaus nachvollziehen kann. Sarah ist irgendwie auf den, wie heisst da da im Video so schön, „Impact“ aus.. mit genug nackten Menschen die überraschend in kuriosen Verdrehungen rumstehen kann man natürlich immer die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

    ‚Just my 2 worthless cents.‘

  16. Ich persönlich finde sowas immer schwierig. Auch wenn das „Experten“ sind, ist das für mich immer wieder Geschmackssache. Wenn ich ein und das selbe Foto 10 verschiedenen Leuten zeige, dann werden nicht alle 10 der gleichen Meinung sein.

    Ich würde mich freiwillig so etwas nicht wieder unterziehen. Damals habe ich mich für ein Fotodesign-Studium beworben. Habe meine Mappe abgegeben und konnte sie 4 Stunden später wieder abholen. Ich durfte meine Fotografien nicht erklären, ich war nicht dabei, ich habe keine Rückmeldung erhalten.
    Einige Wochen später lag die Entscheidung im Briefkasten. Und ich hatte es schwarz auf weiß: Künstlerisch-gestalterische Begabung: Note 5.

    Das war so niederschmetternd für mich, dass meine Kamera fast 1 Jahr lang unangetastet in der Ecke lag. Dann hatte ich mich allmählich davon erholt. Aber es schwingt immer noch mit.

  17. Ich denke, der Aufwand um dieses Setup lohnt nicht – reines Promo-Video. In einem anderen Viewfinders-Video wurden zwei Fotografen gebeten, aus ihrem Reportage-Set vom „inauguration day“ (Obama) einen Favoriten auszuwählen. Die Jury hat dann darüber abgestimmt – Sieger wurde ein anderes Bild aus einer der Serien. Das geht schon eher, aber es geht eben um ein Bild. Das macht den Unterschied. Wer dort hingeht mit der Erwartung, als Fotograf in seiner Gesamtheit bewertet zu werden, glaubt wohl auch an Schulnoten.

    Zu diesem einen Video hier auf Kwerfeldein … ich finde, beide machen nette Bilder. Keiner von beiden ist richtig gut. Er „erzählt die Geschichte“ nur in wenigen Bildern. Sie ist so erpicht darauf, herausstechende Aufnahmen zu machen, dass es in manchen Bildern zur Effekthascherei verkommt. Mir gefallen die Bilder des männlichen Fotografen persönlich besser, weil sie mir nicht ganz so künstlich vorkommen.

    Leider ist das aber der Punkt, der mich in vielerlei Hinsicht an der Fotografie überhaupt stört: Künstlichkeit …

  18. Feedback „Ja“ – Gewinner/Verlierer „Nein“.
    Kunst (somit auch die Fotografie) ist für mich immer eine rein subjektive Angelegenheit. Wäre die Jury anders besetzt worden, wäre u. U. ein anderes Ergebnis zustande gekommen. Ich fand die Fotos und die Geschichten um die Fotos von beiden Fotografen sehr interessant. Sehr bemerkenswert fand ich den Beginn der Präsentation von Will Steacy – Schweigen – Blicke, um dann den Grund für diese Art des Einstiegs zu erläutern – Klasse.

  19. Hm.

    Ich fand den icebreaker von Will Steacy ziemlich unglückllich. Wenn es rein darum ginge die Aufmerksamkeit der Jury zu bekommen, dann ist das sicherlich der richtige Weg. Inhatlich fand ich Statements wie „photography is like making love“ und „what just happened right now is what my pictures are about.“ ziemlich plakativ und nichtssagend. Fotografie ist immer entweder das stille Dokumentieren von dem was vor der Linse geschieht oder das bewusste Inszenieren von Momenten oder eine Mischform aus beidem.

    Davon mal abgesehen haben mich seine Bilder bei weitem mehr überzeugen können. Eine tolle Bildsprache, schöne, aussagekräftige Momente, schöne Farben.

  20. Ich finde die Aussage zu Sarah’s Bildern gut und passend (grob zusammengefasst): erweitere den Horizont, geh raus und verbinde die Welt mit deinem Stil und es kommen ganz neue aufregende Bilder dabei heraus. Kurzum: die Bilder von Sarah erzählen eine gewisse Geschichte, bei Will wiederrum überzeugt mich die technische Seite mehr, jedoch musste er die Bildgeschichte dazu erklären (welche durchaus gut war) – das hat ihn zum „Verlierer“ gemacht. Durch die Geschichte von Sarah’s Bildern lebt der Moment, leider aber nur mit Bekannten und Freunden, dies halte ich für verbesserungswürdig. Wenn sie solche Momente bei Unbekannten Personen einfangen könnte, würde sie wirklich Erfolg haben können.

    Das Gewinner/Verliererprinzip finde ich auch doof. Man hätte sich – wie bei einem richtigen Fotowettbewerb – auf ein Thema einigen sollen, wo beide zu diesem Thema ein Portrait machen. Und vorneweg stellt jeder seine 10 besten Bilder vor daimt die Jury einen Einblick in die Arbeitsweise und den Stil des Fotografen bekommt und so besser entscheiden könnte wer den Wettbewerb „gewinnt“.

  21. Ich persönlich würde mich nur aus einem Grund einem solchen Vergleich stellen: Ich würde auf konstruktive Kritik von Seiten der Jury hoffen, da mir diese bei meinen Bildern leider häufig fehlt und ich nicht genau weiß wie ich mich dann verbessern kann.

  22. Im Grunde alles eine nette Idee, doch man sollte vielleicht nicht einen „Gewinner“ bestimmen, sondern jedes Foto für sich bewerten, dann haben beide 10 Bewertungen und können anhand dieser Bewertungen sehen, wer besser ist. So gäbe es keinen 100%igen Verlierer und das ganze wäre für diesen nicht so demotivierend.

  23. wenn der hintergrund so ist, wie sam ihn geschildert hat (kommentar 4), dann finde ich den wettbewerb in ordnung. es stimmt, es fällt diese bemerkung bezüglich des equipments. von daher ist die entscheidung anscheinend vor dem hintergrund des potentials und seiner „exponentiellen entfaltung“ gefallen. die fotos des anderen finde ich aber gut; allerdings: bei der durchsicht seines portfolios war die jeweilige nachdenkliche/gedrückte stimmung des fotos zu inflationär, die fotos verlieren an substanz dadurch. emotion ist ja nicht nur dunkel,gell ;-) aber 2 fotografen nur um des vergleichs willen zu vergleichen, wäre wirklich quatsch. wie würde man matisse und dalí oder rembrandt und rubens, oder newton und leibovitz oder la chapelle vergleichen. naja, unterhaltsam ist es, aber vielleicht reicht das vielen als anspruch an ein solches format.