kwerfeldein
02. Februar 2010 Lesezeit: ~7 Minuten

Ressentiments in der Fotografie-Community

Viele Leser, die schon etwas länger hier dabei sind, kennen mich schon einwenig, sodass sie wissen, dass ich mit kwerfeldein.de in gewissem Sinne ein kommerzielles Blog führe und dennoch, wenn mir etwas wichtig erscheint, kein Blatt vor dem Mund nehme. Mit „kein Blatt“ ist nicht gemeint, dass ich hier mal geschmeidig die Sau raus lasse – viel eher, dass ich Dinge, die ich problematisch sehe, offen anspreche.

Warum ich solche Themen immer wieder anspreche (und vielleicht so manchen Lesern auf die Nerven gehe), liegt darin begründet, dass mir die Fotografie-Community an sich sehr viel bedeutet. Sonst könnte ich genüsslich mit den Achseln zucken und über so manche Schwierigkeiten ein Auge zudrücken.

Dem ist aber nicht so – viel mehr berühren mich einige Misslichkeiten tief, sie regen mich zum Nachdenken an und bringen mich schließlich dazu, mir teilweise tagelang Gedanken zu machen, welche Position ich dazu einnehmen mag.

So habe ich mir angewöhnt, Situationen und Geschehen zu beobachten und nicht gleich zu bewerten bzw. darauf einzugehen – auch nicht mit einem Kommentar. Vielmehr halte ich mich gerne zurück, spare mir eine Affektreaktion und versuche mit einwenig Abstand das Gelesene einzuordnen. Anschließend versuche ich (wenn es passt) meine Gedanken in eine Art „Statement“ zu fassen – und voilà, wir sind schon mittendrin.

Weiterhin möchte ich anführen, dass meine Gedanken und Feststellungen nie „fest“ sind, sondern vielmehr Positionen, die in der Zukunft wieder revidiert oder angepasst werden können. Ausserdem sehe ich mein Schreiben hier auch als „lautes Denken“ und ihr, liebe Leser seid herzlich eingeladen, ebenso „laut mitzudenken“.

Was nun folgt, ist eine Beobachtung. Diese bezieht sich nicht auf Einzelpersonen, sondern auf eine Entwicklung, so subjektiv, wie ich sie wahrnehme. Dementsprechend gibt es sicher Menschen, die anderer Meinung sind – und das ist auch okay ;)

„Martin, jetzt komm aber mal zum Punkt. Was willst du eigentlich sagen?“

Veränderungen in der Fotografie

So, wie ich die Fotografie-Community (ich mag das Wort „Szene“ nicht) aktuell wahrnehme, haben wir in den letzten Jahren einiges verändert, dazugelernt und aufgebessert. Das hat nicht wenig damit zu tun, dass die komplette Medienlandschaft kräftig in Bewegung ist – und nicht zuletzt auch die Fotografie.

Jeder hat heute die Möglichkeit, sich irgendeinen Dienst herauszupicken und seine Fotos online zu stellen. Kostenlos. Wann und wie es passt. Und das sogar OHNE eine professio des Fotografen. Kameraliebhaber erfreuen sich der digitalen Möglichkeiten und wer Lust hat, kann sogar in 10 Minuten ein eigenes Blog aufziehen und wird somit zum Schreiber, Journalist, Autor, whatever.

Ausserdem, und jetzt kommen wir meinem Punkt wieder etwas näher, haben wir gelernt, dass Technik allein nicht das Nonplusultra ist und jeder, der eine Kamera hat, gute Fotos machen kann. „Der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera“ ist ein Leitsatz, der gerne gehört wird und unsere Erkenntnis auf dem Punkt bringt. Auch ich habe das hier auf kwerfeldein.de immer wieder zitiert, weil ich davon zutiefst überzeugt bin.

Technik ist nicht alles

Diese Erkenntnis ist aber nicht nur eine Erkenntnis an sich, sondern erst recht eine Antwort auf unser Zeitalter und das, was wir von Fotozeitschriften und anderen Magazinen übermittelt bekommen (haben). Wir haben zu viele Reviews über dicke Kameras und Werbung für teures Equipment gesehen und wir hatten irgendwann die Schnauze voll – denn ein gähnend leerer Geldbeutel erinnerte uns allzu oft daran, dass wir wohl in den nächsten 10 Jahren nicht mit Hasselblad fotografieren werden.

Eine neue Philosophie

Im Gegenzug haben wir eine eigene Arbeitsphilosophie entwickelt, die besagt, dass wir auch mit geringen finanziellen Mitteln eine Ausrüstung besitzen können, die was taugt.

Ja, wir können auch mit ganz normalen Kompaktkameras, DSLRS oder sogar Handykameras gut fotografieren. Es funktioniert. Wir brauchen nicht zwingend teures Equipment, und um es mit Chase Jarvis zu sagen: „Die beste Kamera ist die, die Du hast“.

Einwände

Aber. Ich habe manchmal (edit: nicht immer) den Eindruck, dass wir in unserer Rebellion gegen die Dominanz der Technik leicht übers Ziel hinaus schießen. Wie sich das bemerkbar macht? In Foren, Blogposts und in Gesprächen. Ein Beispiel?

Wir sprechen über gute Objektive und sofort meldet sich jemand, um uns daran zu erinnern: „Aber gell, nicht vergessen, der Fotograf das Foto, nicht die Kamera“. Fast krampfhaft hysterisch kommen solche Einwände dann daher, die wie das schlechte Gewissen darauf pochen, nicht verdrängt zu werden.

Ähnlich geht es zu, wenn wir jemanden sehen, der teures Equipment hat. Eilends wird quotiert, wie peinlich das doch sei und dass wir das ja gar nicht brauchen. Teilweise fallen wir wie Raben über diesen Status quo her, und es stellt sich die Frage, wer hier jetzt eigentlich das Problem hat.

Eine Stellungnahme

Leute, nehmts mir nicht krumm, aber ich kann diesen Satz „Der Fotograf macht das Foto …“ so langsam nicht mehr hören. Denn wir vergessen gerne, um was es eigentlich geht – und wir beten diesen Satz teilweise runter, egal wann, egal wo. Und werden zu dem, was wir nie wollten. Technikversessen, nur auf der anderen Seite der Medaille.

(Achtung übertriebene Bildsprache): Manchmal verhalten wir uns so, wie die „Alternativen“, die um keinen Preis so konform und spießig sein wollen, wie der Durchschnittsbürger und sich deshalb ganz anders anziehen – aber deren Style beim genauerem Blick dann doch wieder einheitlich ist. Die Katze beisst sich nicht in den Schwanz, sie beisst sich ins eigene Gesicht.

Denn das Problem ist meiner Meinung nach nie teures Equipment gewesen. Das Problem ist die Überbetonung dessen. Meiner Meinung nach wird es dann schwierig, wenn jemand in aller Öffentlichkeit über seine sagenhaften Objektive sinniert und anschließlich zeigen muss, wie schnell seine Kamera doch ist. Dann wird es prekär, dann tritt in den Hintergrund „wer das Foto eigentlich macht“.

Aber genauso schwierig ist es, wenn wir ständig darüber sprechen, dass wir das ja alles nicht brauchen und wie doof es ist, mit teurer Ausrüstung zu arbeiten. Es wird schwierig, wenn wir jedem Besitzer einer 1DMkIV oder einer Hasselblad unterstellen, dass er damit nur angeben will. Wir stecken ihn genauso in Schubladen, wie wir von niemand in Schubladen gesteckt werden wollen, weil wir mit „normalen Kameras“ fotografieren.

Ausblick

Wir fallen auf der anderen Seite des Pferdes herunter und merken es oft gar nicht. Vor lauter „wir brauchen das alles gar nicht“ vergessen wir, was eigentlich der Punkt war:

Jeder kann fotografieren. Jeder kann gute Fotos machen. Das schließt niemanden aus, das schließt alle ein.

Teures Equipment ist okay. Günstiges Equipment ist okay.

Wichtig ist, dass wir uns auf das konzentrieren, für was das Zeug gemacht wurde: Fotografieren.

Wir müssen aufhören, einander einzusortieren und zu bewerten. Lernen, freundlich miteinander umzugehen, völlig gleichgültig, wer mit was fotografiert. Respektvoll miteinander umgehen und uns gegenseitig anfeuern, ermutigen, richtig Gas zu geben mit der Kamera.

Scheißegal, mit welcher.

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81 Kommentare

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Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Ich finde dass du sehr recht hast mit diesem Problem. Ist natürlich auch wieder ein allgemeines Problem bei dem der Neid des Einzelnen oft hervor tritt.
    In Bezug auf das Equipment insbesondere auf die Kamera war bei mir ausschlaggebend wie sie in der Hand liegt und wie ich damit zur recht komme. Ich habe sowohl mit meiner 40D als auch mit einer 1000D fotografiert und die Bilder sind auf beiden Kameras hervorragend oder auch nicht. Jedoch fühle ich mich auf „meiner“ Kamera der 40D wohler, weil ich sie besser kennen gelernt habe.
    Ich glaube man sollte das Technikproblem etwas relativieren und das ganze auf das Ergebnis konzentrieren. Denn z.B. bei einem guten Essen fragen wir uns doch auch nicht welcher Herd nur dieses wunderbare Erlebnis zaubern konnte.

  2. Sehr cooler Artikel. Ich finde vor allem, dass jeder seinem Anspruch gerecht, heute die Möglichkeit hat ins Fotografieren einzusteigen. Und das ist gut so. Man kann sich die Kamera, die man braucht gönnen. Und ich denke auch, es ist nunmal so, dass für gewisse Shootings oder Abzüge, seien es Leinwände, Poster whatever auch mal eine Hasselblad gebraucht wird. Von daher. Wenn es benötigt wird, dann ist auch mal das Equipment wichtig. Damit hast du schon Recht.

  3. Oh ja, du bringst es auf den Punkt. Volle Zustimmung.

    In leichter Abwandlung oft bezüglich ehrlich gemeinter konstruktiver Kritik an Fotos, die in der Präsentation einfach nur gelitten haben, gerne genommen: „das soll so sein, scharf/erkennbare Komposition/nachvollziebare Schärfeebene/wasauchimmer kann ja jeder“

    Diese Gründe passen auch nur bei geschätzt 20% solcher Bilder, werden aber gebetsmühlen- und reflexartig wiederholt. Andere Bilder hingegen, wo der Fotograf Mühe, Know How, angepasste Technik und bei tollen Landschaftsaufnahmen noch Beharrlichkeit und Glück investierte und klasse präsentiert, werden gerne verächtlich als sogenannte „Postkartenbilder“ tituliert.

    Was man selbst nicht kann bzw. aufwenden will – ob monetär oder durch Fleiss und Hingabe – wird in unserer Gesellschaft (nicht nur in der Fotografie-Community) halt gerne gedisst bzw. verdrängt.

  4. ui, eine art brandrede ;)

    mein equipment orientiert sich am geldbeutel und ich bin zufrieden. würde geld keine rolle spielen würde ich sicher ordentlich „upgraden“ an mancher stelle… aber es wurmt mich nicht. ich bin in der lage fotos zu machen und das reicht im prinzip…

    „Scheißegal, mit welcher.“

    word!

  5. Hach schön, dass das mal jemand mit Einfluss sagt.

    Wer sich eine teure, gute Ausrüstung leisten kann, kriegt zwar meinen Neid, aber nicht meine Missgunst. ;-)

    Elitäre Gruppen (bzw. solche die sich dafür halten), sind immer Quatsch. Ob es nun „Günstig-Fotografierer“ oder „Teuer-Fotografierer“ sind.

    „Ich finde, jemand, der links ist, nach Kreuzberg zieht, da verharrt und ausschließlich die taz liest, der ist für mich ein Spießer. Weil der es sich total kommod einrichtet in seiner linken Welt. Links gilt natürlich überhaupt nicht als spießig, weil Links-Sein das Um-die-Ecke-Denken, das alternative Leben ist.“ (Christian Ulmen, http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,483035,00.html)

  6. Dieser Artikel ist mal wieder einer der Gründe, warum ich hier kaum noch kommentiere.

    Ich würde viel lieber über Fotos reden. Wie ist ein Foto entstanden, was finde ich besonders daran und was bedeutet es für mich.

    So sehr ich dein Anliegen schätze, das fehlt mir hier schon länger.

    • @Christoph: Öh, hast Du den Artikel von gestern gesehen? Da hab ich ausführlich die Fotos von Nick Brandt beschrieben, was sie mir bedeuten und was ich daran besonders finde. Oder den vom Samstag, wo Saxi sein Foto vorgestellt hat?

      Zu Deinem zweiten Einwand: Kann ich nicht so sehen (finde Deine Verallgemeinerung auch etwas schwierig) – gerade bei meiner letzten Bildvorstellung haben einige gesagt, wie sie das Foto anders bearbeitet hätten. Natürlich ist es tendenziell einfacher, ein Lob auszusprechen, als auszuformulieren, was mir missfällt – siehe dieser Artikel. Aber Du darfst gerne kritisieren (und somit aktiv das ändern, was Dir missfällt) – konstruktive Kritik ist hier sehr willkommen!

  7. Achja noch zur Sache:

    Was mir wirklich richtig heftig auf den Sack geht in der Fotografen-Gemeinde ist: Alle finden die Fotos immer toll. Man weiß gar nicht, wo man wirklich steht. Ich will mich an Fotos reiben können, diskutieren und auch mal etwas schlecht finden dürfen. Dann erübrigt sich die Diskussion über Technik oder so von selbst.

    • @Christoph: Jop, hab erst letzte Woche ein Foto von mir vorgestellt und bearbeitet und die Freelensing-Fotos sind auch von mir. Kannst aber auch gerne auf meinem Flickr-Account kommentieren, da sind ganz viele ;)

  8. Das ist endlich mal ein Kommentar (also der Artikel von Martin), dem ich uneingeschränkt zustimmen kann.
    Es wird ja auch immer gern das Beispiel angeführt, dass ja auch niemand einen berühmten Maler gefragt hat, mit welchem Pinsel er das Bild gemalt hat.
    Ich bin mir sicher, dass Maler, egal ob vor 500 Jahren oder heute genauso über die Details von verschiedenen Pinselhaarsorten, Leinwänden, Farbenmischungen etc. unterhalten wie Fotografen heute über ISO Zahlen oder Megapixel.
    Es muss eben beides zusammenpassen, Fotograf und Technik. Auch ein Chase Jarvis macht seine Werbefotos nicht mit dem iPhone. Dazu ist nunmal eine gewisse Ausrüstung von Nöten, sonst gehts einfach nicht.
    Was im Umkehrschluss aber nicht heisst, dass er mit dem iPhone keine tollen Bilder machen kann. Und ich denke diesen Umkehrschluss vergessen die meisten, wenn sie den Satz „Der Fotograf macht das Bild und nicht die Technik“ in den Raum werfen.

  9. hi an alle!

    Ich war jetzt längere Zeit still bei den Kommentaren, weil ich meine Onlinezeit drastisch reduziert habe und einfach nur fotografiert habe.

    Ich finde deinen Beitrag echt interessant, weil doch die letzten Monate, welche ich den Blog verfolgt habe, genau die oben genannte Sätze „der Fotograf macht das Foto“ sehr sehr oft gefallen ist. Gleich ob von dir oder von anderen Kommentatoren. Mich hat der Satz sogar ziemlich schnell genervt. Es kam mir fast schon rüber wie der alt bekannte Nikon und Canon Krieg. Es wurde so oft gesagt, dass Technik unwichtig sein muss, dass ich als Einsteiger schon gar keine technischen Fragen mehr stellen wollte (also keine direkten Fragen an Martin, sondern vor allem an die anderen wie z. B. Im guten alten Skype-Chat!).

    Und genau das darf nicht sein. Gerade bei Martins Blog, der sich doch ein wenig an die Einsteiger richtet.

    Ich finde ein vernünftiger Mittelweg ist die Lösung (zumindest für mich). Was ist daran schlecht sich über Technik zu informieren und mit anderen zu diskutieren? Genauso gut will ich verschiedenste Blickwinkel und Szenen festhalten.

    Für mich gehört die Technik ganz klar dazu, und ich will darüber reden. Und wenn ich jemanden mit einer „fetten“ bzw. Teuren Ausrüstung sehe, komm ich mit ihm oder ihr gerne ins Gespräch.

    Also, immer locker sein und alle Seiten einer Medaille anschaun und auch aktzeptieren!

    • Fabian: Absolut – auch technische Fragen sind sehr wichtig und es wäre schade, wenn Leute sich nicht trauen, solche Fragen zu stellen. Ist doch gut, wenn Fragen da sind, so können wir sie klären (ich hab nur nicht immer ne Antwort) ;)

  10. >>Teures Equipment ist okay. Günstiges Equipment ist okay.<<

    So schaut 's aus und jedem sei gegönnt was "braucht". Auch mit mit einer Highend-Kamera, kann man fotografieren lernen, eventuell sogar besser als mit einem Einsteigermodell, weil einem die Motivprogramme nicht die Sicht auf die Basics verschleiern. Dennoch ertappt ich mich schon auch selbst bei dem neidvollen Gedanken, der die Notwendigkeit einer 6000 € Kamera im Besitze einer Person in Frage stellt, die eventuell einen winzigen Teil dieser Summe besser in einen VHS-Grundkurs investiert hätte. Aber so ist das nun mal mit dem Ego. Aber egal womit man fotografiert, "am Ende zählt was Hinten raus kommt" und ob man mit dem Ergebnis selbst zufrieden ist und/oder erkennt was man beim nächsten mal noch besser machen kann.

    Sven

  11. @Christoph: Ich verstehe gut, was Du meinst, aber ich kommentiere fremde Fotos, die mir nicht gefallen (bzw. die Teile, die ich anders machen würde) auch nicht, wenn ich nicht explizit darum gebeten werde.

    Es gibt aber bei Flickr eine Gruppe die explizit die Fotos bewerten möchte: http://www.flickr.com/groups/scoremeindetail/
    Mir gefallen da die Richtlinien, und dass man sich nicht die schönen Bilder raussucht um sie zu bewerten, sondern exakt die letzten drei bewerten muss.

    Ich habe es schon mal geschrieben, ich hätte sowas gerne auf deutsch, aber entweder gibt es dafür nicht genügend Interesse oder alle freuen sich über die ausschließlich guten Kommentare (ich gebs ja zu, ich finds ja meistens auch ganz nett, weiß aber, dass es mich technisch nicht weiterbringt)

  12. Martin, das ist in meinen Augen einer der besten Artikel, den du in den letzten Monaten geschrieben hast. Du sprichst offen und ohne Scheu an, worüber vermutlich viele nachdenken. Vielen Dank!
    Leider ist es für viele halt einfacher und bequemer, mit dem Strom zu schwimmen und sich der „Der Fotograf macht das Bild und nicht die teure Kamera“-Fraktion anzuschließen. Da eckt man weniger an und fühlt sich gut in einer pseudo-oppositionellen Gruppe. Doch diese Leute schränken sich letztendlich nur selbst ein.

    Meine Ausrüstung orientiert sich an meinem Geldbeutel und an meinen technischen Ansprüchen. Wie ich bereits in dem Interview mit dir (http://drp.ly/kareE) erklärt habe, lege ich viel Wert auf ein solides, qualitativ hochwertiges Equipment. Das erlaubt es mir, mich voll und ganz auf das Fotografieren konzentrieren zu können ohne Gedanken im Hinterkopf wie „Krieg ich das mit meiner Kamera überhaupt hin?“ oder „Ach hätte ich doch nur dies oder jenes …“.

    Nochmal „Thumbs up“. Toller Artikel! Weiter so!

  13. Ich finde es berechtigt und wichtig, sich gegenseitig immer wieder (freundlich!) daran zu erinnern, dass der Kopf und nicht die Technik gute Bilder macht. Die ganzen Rausch-, High-ISO- und Festbrennweiten-Diskussionen und die grassierende Kamerawechselwut (viele machen inzwischen mit neuen Kameras nicht einmal 200 Bilder,bevor sie wieder umsteigen) zeigen, dass sich dieser Gedanke nicht nur nicht verinnerlicht, sondern sogar immer mehr in den Hintergrund tritt.

    In der fc listen nicht wenige Leute 3 Pro-Kameras samt 20 Festbrennweiten auf, die dann nur ein halbes Dutzend Knipsbildchen zeigen. Mit diesem „fotografischen Background“ werden dann Neueinsteiger (unsachgemäß) „beraten“.

    So kommt es dazu, dass ich bei jeder Kaufberatung von Einsteigern diesen erstmal den Zahn „die Technik macht das Bild“ ziehen muss. Übrigens immer seltener mit Erfolg.

  14. Hallo Martin,

    ich schätze deinen Blog und deine Artikel sehr. Heute hast du ein Highlight verfasst! ***LOB***

    Zu deinem heutige Posting möchte ich einen Vergleich heranziehen. Ich bin ja ein paar Tage älter und habe die ganze digitale Entwicklung miterlebt.

    Anfang/ Mitte der 80er Jahre ging es in der Musikszene so zu wie heute in der Fotographie. Synthys wurden bezahlbar, Heimstudios erstmalig auch für Normalverdiener erschwinglich. Ein Label war schnell gemacht. Und los ging es.

    Die Diskussion ob ein Instrument teuer sein muss ob der der Musiker sein Handwerk beherrschen sollte und dann erst ein teures Instrument anschaffen darf, war genauso diskutiert, ob man mehr als 3 Akkorde beherrschen muss um eine LP zu machen.

    Z.B. Ein FenderBass ist sicher was für Könner, aber gute Musik garantiert er nicht. Und damals war der Umbruch und es sind neue Stile entstanden: NewWave, SynthyPop, EBM, später Acid, Huuse, Techno.

    Ich sehe das in der Fotografie ähnlich.Die Technik demokratisiert und neue Stile werden entstehen (dank Software). wir sind da erst am Anfang! Im Moment entstehen viele SemiPro Fotostudios. Sehr viele! Mal sehen wieviel davon nach 5 Jahren noch stehen.

    Richtig:
    Der Fotograf macht das Foto. Aber wenn er gut ist, wird er irgendwann in besseres Equipment investieren (müssen).

    Toller Artikel!

  15. Mh, also in meinen Augen ist das vor allem eine Pseudo-Diskussion. Jedem ist klar, dass man mit einer fetten DSLR und L-Objektiven auf einem höheren technischen Niveau fotografieren kann. Und natürlich macht auch ein Chase Jarvis seine Jobs nicht mit dem iPhone, einfach, weil es TECHNISCH nicht ausreichend wäre für die Anforderungen, die an die Bilder gestellt werden, wie z.B. große Abzüge o.ä. Und das man auch mehr Möglichkeiten hat mit einer f1,4 als f5,6 stellt auch keiner in Frage. Ob man jetzt das Geld hat und bereit ist auszugeben für die L-Festbrennweite, usw. ist am Ende auch jedem selbst überlassen. Klar ist erstmal, eine hohe technische Qualität lässt sich mit einer besseren Ausrüstung herstellen.
    Und trotzdem, auch wenn jetzt jeder in die andere Richtung schreit, das Bild macht einfach der Fotograf, egal wie man es dreht und wendet. Keine Kamera der Welt macht ein geiles Bild, wenn der Fotograf nicht die Fähigkeiten hat. Und das weiß auch jeder, denke ich mal. Worum es vielmehr geht meiner Meinung, dass man den lernt zu SEHEN, Momente festzuhalten. Als kleines Beispiel: Als es irgendwann vor ein, zwei Jahren mal in London in der Subway brannte, war das Bild, was am meisten veröffentlicht wurde, eines was jemand von seiner Freundin, die gerade aus dem Rauch rauskommt, mit dem Handy aufgenommen hatte, einfach, weil es am besten darstellte, worum es ging. Insofern, wie David DuChemin zu sagen pflegt: Gear is good, vision is better.
    Was mich am meisten an der Fotografie stört, ist das ich ne Kamera zwischen dem was ich fotografiere und meinem Auge haben muss um es festzuhalten. Und trotzdem brauch ich sie und nutze deshalb auch gern gutes Equipment, um dem was ich sehe in meinem Foto am nächsten zu kommen.

    • @Simon Sticker: Jepp, ich denke wie Du, dass wir (die wir diese Gegenbewegung auch gestaltet haben) darüber im Klaren sind, dass der Fotograf das Foto macht, und grundsätzlich zieht ja kwerfeldein.de auch in diese Richtung. Ich finde es schwierig, wenn wir das dann dermassen überbewerten, dass wir nichts mehr tolerieren, was „teuer“ aussieht und uns in Schubladen stecken (und den zeitlich-geschichtlichen Backround dabei vergessen)… Aber ich denke, dass wir gemeinsam einen guten Weg finden können (deswegen auch mein Punkt mit „laut mitdenken“) ;)

  16. @Martin: genauso stelle ich mir das auch vor in einer Community, dass man sich gegenseitig behilflich ist und sich letzten endes auch gemeinsam pusht!

    Aber ich fand es fast schon irritierend im Skypechat immer wieder zu lesen, dass es auf den Fotografen ankommt, dass bald jede Technikdiskussion zum Teufel gejagt wurde…

    Ich kaufe mir gelegendlich auch gern mal eine (schlechte) Zeitschrift und lese mir die Werbung durch um zu sehen was am Markt so geht. Trotzdem hänge ich mich nicht an der Technik auf und habe gleich Vorurteile, wenn jemand einen roten Ring am Objektiv hat.

    Ich rede gerne mit Fotografen darüber, wie sie ihre Technik gezielt einsetzen. Und am Ende kommt auch rüber, wie man als Fotograf arbeiten kann…

  17. „Scheißegal, mit welcher“…

    Wow, starke Worte, geiler Artikel. Polarisierend, fair und direkt und immer auf dem Boden der Realität. Genau deswegen les ich deinen Blog so gern. Danke dafür….

    Grüße
    ivan

  18. Hey Martin, das war mal wieder gut laut gedacht. Ich stehe ja noch eher am Anfang meiner „Hobby-Fotografen-Karriere“ und habe mir gerade diese ganzen Technikthemen genau durchgelesen, um zu wissen, welche DSLR ich mir denn nun gönne.

    Grundsätzlich kann ich dieses ganze Moralgelaber auch nicht mehr hören. Es geht nicht darum, dass Hasselblad die besten Fotos macht, egal wer sie bedient und genau so wenig wird ein Starfotograf mit einer 3MP Digiknipse die beeindruckendsten Bilder machen.

    Um es mal plakativ anders darzustellen: Michael Schumacher wird im Fiat Punto kein Formel 1 WM Rennen gewinnen aber es wäre egal, ob einer von uns im Ferrari F1 Boliden sitzt oder im Mercedes, wir würden immer schlecht aussehen.

    Sprich ein Anfänger, der sich der Fotografie widmet, benötigt bestimmt keine 1DMk2, ein Profi, der damit sein Geld verdient, kann nichts mit einer EOS1000D anfangen. Es muss doch einfach nur –> adäquat <– zu dem sein, was ich machen möchte, welchen Stand ich aktuell habe und was ich mir vornehme, zu erreichen. So sehe ich das.

  19. Martin, Danke für den unterhaltsamen Aufreger, den Du uns da zum Lesen gegeben hast. Aber was bleibt?

    Die Vielfalt der Meinungen – auch in fotocommunities – ist für wahr sehr groß. Nun zeichnen sich kluge Menschen u.a. dadurch aus, daß sie hinzulernen und ihre Meinung verändern können. Das braucht halt Zeit.
    So tummeln sich dann in einer Comunity diejenigen, die manche Irrtümer erkannt haben und andere, deren Lernkurve diesen Punkt noch nicht überschritten hat. Oder nach reiflichem überlegen trotzdem zu einer anderen Meinung kommen.
    Manch einer bezieht aus solch einem Lernprozeß / einer Wandlung auch reichlich Stoff für interessante Blogposts und reichlich Kommentare ;-)

    Das Ziel einer Community ist es (vielleicht) nicht zu einer übereinstimmenden Meinung zu kommen, sondern einen Pool für unterschiedlichste Ansichten und Denkweisen zu bieten.

    Warum juckt es Dich in welche Schublade Dich jemand reinstecken will? Hör einfach mal zu, versuche zu verstehen, lerne was draus wenn Du glaubst es könnte Dich weiterbringen, andernfalls ziehe mit einem „Nein Danke“ Deiner Wege.
    Also weshalb die Aufregung?

    • @Uwe: Zu Deiner letzten Fragen: Das ist ganz einfach. Weil das ein Blog ist (dessen Merkmal u.A. ist, dass ich – wie oben beschrieben – das ausdrücke, kritisiere, beschreibe was mir auffällt und ich den Diskurs darüber sehr wichtig finde ;) )

  20. die Sache ist im Prinzip ganz einfach: Entscheidend ist, was am Ende als Ergebnis rauskommt.

    Wer sich an Technik berauschen möchte, darf das auch gerne tuen, für mich sind die Bilder wichtiger.

    Stefan

  21. Am liebsten sind mir die Selbstdarsteller in den Communitys, welche ihre gesamte Ausrüstung – von Body, Objektivpark, allen Stativen mit kompletter Bezeichnung und die Seriennummer der Speicherkarten – in ihre Signaturen und Profile schreiben. Okay, das mit der Seriennummer war ein wenig übertrieben, aber der Grundgedanke bleibt.

    Communitys sind gut, das stimmt – oftmals stört mich aber diese ewige Technikdudelei, und das täglich die selben Themen durchgekaut werden; nichts gegen Anfängerfragen, jeder hat klein angefangen, es darf aber auch die Suchfunktion genutzt werden…

    Kurzum: jeder sollte sich für eine Kamera entscheiden, welche zu einem passt. Ich habe schon oft beobachtet, dass in den großen Elektronikmärkten Dinge angeboten werden, zu Preisen welche unschlagbar sind, die Leute diese kaufen und sich dann in den Communitys darüber beschweren das Zubehör XYZ viel teurer ist als z.B. bei Marke ABC. Dann zweifel ich immer an den Leuten ob sie denn VORHER über diese Investition nachgedacht haben? Marktführende Produkte mögen auf den ersten Blick etwas teurer sein, bieten aber auch einen dementsprechenden Gebrauchtmarkt wo die Möglichkeit auf eine Vielzahl von Produkten wartet.

    Diese Einstellung der Leute wird sich sicherlich nie ändern, hauptsache Geiz ist Geil. ;)

  22. … bin ja immer wieder erstaunt über die Kommentarflut die auf Deine Artikel folgt. Gute Verbreitung, die Du da erreichst, Martin.

    „Wir müssen aufhören, einander einzusortieren und zu bewerten“

    Ohne einen langen Vortrag über die Funktion von Vorurteilen halten zu wollen:
    Die Kategorisierung von Umweltwahrnehmungen und damit auch von sozialen Umwelten, vulgo: der anderen, dient der Vereinfachung und Beschleunigung von Orientierung und Reaktion. Daher ist es immer ein bewusster Akt, diese Urteilsgruppierung aufzuheben.
    Die Abgrenzung sozialer Untergruppen hat funktional den gleichen Hintergrund, ist aber keine kognitive Funktion des Subjektes, sondern eine soziale. Kommunikation kann ohne Kategorisierungen und Abgrenzungen nicht oder nur viel aufwendiger betrieben werden. Soweit die Theorie.

    Gleichzeitig gebe ich Dir recht: In den Kommentaren zeigt sich schon die Krux, zwar findet jeder: die Bilder sind wichtiger als die Technik etc. aber wie substanziell ist diese Aussage denn? Wo findet denn ein Austausch über die Entwicklung der Bildsprache statt? Allein schon der grundlegende Abgleich, was wollte die Urheberin sagen, was kommt beim Betrachter an, findet doch kaum statt, am allerwenigsten in der Blogsphere oder bei Fotocommunities.
    Wenn Du dagegen einen Technikartikel draufsetzt kommt sofort inhaltlich Schwung in die Sache. Klar, da werden die alten Rennauto-Quartet Archetypen aktiviert. 8300PS Supertrumpf und gib ihm!

    Von dem her könnten wir um eine gegenseitige Einsortierung und Bewertung angesichts gewünschter Kriterien (Bildsprache, Ausführung etc.) froh sein!

  23. Was soll ich mit einem Weitwinkel im Tierpark? Und da find ich muss man sagen (hmmm… schreiben) das es nur wichtig ist was man fotografieren will! Dementsprechend such ich mir die Ausstattung aus. Ob es nun das Markenobjektiv sein muss oder ob ein Dritthersteller reicht? Nun ich denke das muss jeder für sich entscheiden. Natürlich bin ich auch mal neidisch wenn da einer mein Wunschobjektiv drauf hat, aber ich versuch dann lieber mit dem zu arbeiten was ich habe und das macht die Sache auch sehr interessant und lehrreich.
    Schöner ist es über das Foto zu diskutieren als über das Equipment zu streiten!

  24. Ein schöner Artikel und das Problem ist wohl bekannt… ist wohl jedem schon passiert, wobei ich denke – dort spricht dann immer Neid o.ä.

    Zumindest ist das irgendwie meist eine Aktion im Affekt… kaum oder nicht bedacht.

    Das offene Ansprechen dieser Problematik ist wirklich sehr vorbildlich =)

  25. Blogartikel dazu: uberVU - social comments

  26. Prima Artikel. Danke. Seh ich ähnlich.

    Ich mach mir keinen Kopp um meine Ausrüstung. Ich hab das was ich hab, und damit lerne ich soviel ich kann. Und wer mehr hat oder was teureres, ist doch super. Warum nicht? Wenn ich lieb bin, kann ich vielleicht davon partizipieren ;) *scherz*

    Ich finde jeder soll fotografieren womit immer er mag und zurecht kommt. Ist mir völlig egal ob das teuer ist oder nicht.

    Wünsch Euch was!

  27. Dem kann ich mich nur anschliessen!
    Ich denke es müssen halt beide Puzzleteile (Ausrüstung und eigenes Können/Interesse) zusammenpassen. U
    Ein Artikel, der mir aus der Seeel spricht. Danke!

  28. “Martin, jetzt komm aber mal zum Punkt. Was willst du eigentlich sagen?”

    genau das dacht ich mir. du brauchst dich ehrlich nicht zu rechtfertigen für das, was du zu sagen hast. schon gar nicht, wenn ich dem nur voll und ganz zustimmen kann. habe das bei dir jetzt schon öfter bebachtet, dass du fast schon versuchst dich für deine meinung zu entschuldigen. lass das in zukunft bitte weg. erstens ist es selbstverständlich, dass deine gedanken nie „fest“ sind (wessen sind das schon…) und dass es menschen gibt, die eine andere meinung vertreten und zweitens sparst du dir dann ne menge tipp-arbeit ;)

  29. Sehr guter Artikel!
    Man muss halt wie eigentlich immer die goldene Mitte finde. Und um bei deinem Bild zu bleiben: Immer schön im Sattel sitzen, und schauen wo die Reise hingeht.

    Ich denke es kommt hauptsächlich darauf an, wie die Leute mit ihrer Ausrüstung umgehen. Es macht genausowenig Sinn ständig sich mit dem Einsteigermodell zu brüsten, was man damit doch für tolle Fotos macht, wie mit der 5DMKII rumzuposen. Mich nerven beide Gruppen.

    Letztlich zählt das Foto! Womit und wie das gemacht ist, ist doch vollkommen egal…

  30. Zitat: „Wir müssen aufhören, einander einzusortieren und zu bewerten. Lernen, freundlich miteinander umzugehen, völlig gleichgültig, wer mit was fotografiert. Respektvoll miteinander umgehen und uns gegenseitig anfeuern, ermutigen, richtig Gas zu geben mit der Kamera.“

    Gab es irgendeinen Anlass, irgendeinen Kommentar, der Dich zu diesem Post veranlasst hat? Ist Dir jemand krumm gekommen?

    Ich stimme Dir in dem Punkt zu, dass manche es mit dem „Ich habe den Dicksten“ manchmal völlig übertreiben und darüber das Fotografieren vergessen. Ich hasse Webseiten, auf denen die Betreiber mir mitteilen, mit welchen ach so tollen Kameras sie ihre ganzen Bilder gemacht haben. Wen es interessiert, der kann ja auch nachfragen. Ebenso finde ich es in einigen Foren unmöglich, wenn die komplette Kamera- und Objektivliste in der Signatur erscheint, möglichst noch mit einem extra rot gekennzeichneten „L“. (Darüber freuen sich höchstens Langfinger, denn die Adresse rauszufinden ist oft gar nicht so schwer.)

    Und wenn mir ein Bild nicht gefällt, dann muss ich das auch sagen können, ohne gleich angemacht zu werden. Das ist mir in der fc häufiger passiert. Das ging sogar so weit, dass ein „Fotograf“ das Bild gelöscht hat (und damit die Kommentare) anschliessend das Bild neu eingestellt hat und darum bat, dass alle ihre Kommentare („toll“ – „gut gesehen“ – „Herrliche Farben!“) erneut schreiben sollten. Mich hat er wohlweisslich für seine Kommetare gesperrt. Den schiefen Horizont, den ich bemängelt hatte, hat er aber auch im zweiten Versuch nicht korrigiert. Seit dem schreibe ich dort auch keine Kommentare mehr.

    Und egal, ob es einem gefällt: Das Bild macht nun mal eben der Fotograf. Diesen Satz wirst Du dennoch immer wieder zu hören bekommen. – Aber OK: man muss es nun nicht gleich bei jeder Gelegenheit wiederholen.

  31. So ganz verstehe ich die Aufregung nicht. Das Thema ist nicht gerade neu und keineswegs auf Fotografen beschränkt.
    Gutes Werkzeug erleichtert die Arbeit (und — mal ehrlich — es macht auch einfach Spaß, wenn man es beherrschen lernt). Gutes Werkzeug kostet aber auch gutes Geld.
    Die logischen Konsequenzen: es wird immer Leute geben, die ihr Handwerk beherrschen, jedoch nicht das Geld für bessere Werkzeuge haben. Diese Leute machen auch mit dem Werkzeug, das sie besitzen, gute Arbeit. Teilweise machen sie aus ihrer Not eine Kunst. Andererseits wird es auch immer die Leute geben, die sich die teuersten Werkzeuge leisten können, aber die das nötige Handwerk nicht annähernd beherrschen und so den Neid der anderen auf sich ziehen. Diese Leute werden entweder mit den besseren Werkzeugen das Handwerk erlernen oder irgendwann den Spaß an der Sache verlieren und sich andere, ebensoteure Dinge kaufen und den Neid anderer Leute auf sich ziehen …
    Immer wieder beobachten kann man dabei eine gewisse nostalgische Tendenz derer, die mit geringen Mitteln angefangen haben. Auch immer wieder beobachten lassen sich Retro-Tendenzen; der bewußte Verzicht und die selbstauferlegte Beschränkung. (Teilweise ist das sicherlich ganz gesund, solange man daraus kein Dogma macht; aber das ist nur meine Meinung.)

  32. super „artikel“.
    finde ich sehr spannend „beide seiten“ zu betrachten, die zwanghafte „links-alternative“ ist als beispiel sehr passend!
    würde mich freuen wenn, bspw durch blogbeiträge wie den letzten lightroom screencast, vermehrt wieder diskussionen über bilder und ihre entstehung, nicht ihrer hardware aufkommen !

  33. Komisch – im Grunde mag ich diesen Blog und lese auch jeden Artikel. Dieser hier hat mich nicht angesprochen.
    Ist das wirklich so, dass sich vielen ständig Gedanken um das hab und gut der anderen machen? Zum teil finde ich den Technikwahn auch übertrieben. Aber in erster Linie den der Industrie. Mal ehrlich in zwei Jahren haben wir Kameras in der Zahnbürste. :-)
    Martin: Kann dein Fotoapparat filmen? Warum?
    Ich sage: Zurück zum Anfang. Augenmerk auf das wesentliche. Erst kaufen was wirklich gebraucht wird! In meinem Job ist das keine Kamera. Sondern das Zeug mit dem ich das Geld verdiene. Wer Geld mit Foto´s macht soll auch das Zeug was er braucht dazu kaufen. Ich freue mich für die Leute, die eine geile Kamera haben. Ich freue mich nicht für Leute die ihr Geld mit Bildern machen müssen. Ist nicht mein Traumjob, ich hab meinen Traumjob. OK. Viele Worte wenig Sinn. Soll doch jeder machen wie er will, ich gönne jedem das seine so lange ich das nötige habe. Klingt egoistisch – ja ist es auch.
    In diesem Sinne wünsche ich jedem das nötig dicke Fell damit das „GELABER“ der Neider abprallt.

  34. und da du das hier ehh moderierst kann ich wohl auch eben schreiben das sich das wohl als so ein podcast anbietet wie du vorhin beim skypen erwähnt hast. (ich bin der robin der wohl fotograph wird und der dir grad zeit gestohlen hat ;))

  35. Blogartikel dazu: Eine Stellungnahme vom Martin | MonoStep

  36. „entspannt draufschauen“, das ist wohl die wichtige sache.
    freude am kreativen tun haben, das ist der motor. und der trieb nach perfektionismus ist die bremse an der freude!

  37. Hallo zusammen,Hey Martin,

    bitte Verstehe dies als Konstruktive Kritik.

    Zum Artikel:
    Der Gedanke ist sicher richtig, jedoch jedem der hier regelmäßig mitließt klar. Dir als Autor des Blogs steht es doch aber frei die Richtung der Diskusion zu steuern. Wenn du Artikel schreibst in denen du Technik vergleichst, empfliehst und dabei rausstellst was das sinnvolle Minimum für einen kleinen Preis, und was das ’nice to have‘ ist, wird dass immer die oben kritisierte Diskusion anfachen.
    Du könntest aber auch viel mehr über die verschiedenen Technischen möglichkeiten aufklären und damit eine Diskusion über die Funktionsweise und den Einsatz der Technik starten. Das würde mir selbst mehr bringen.
    Wenn du, wie in letzter Zeit öfter, deinen Artikel mit einer Frage beantwortest frage nicht welches Objektiv wir benutzen, sondern WIE wir es benutzen.

    Zum Thema:
    Ich denke die Kamera mit der man am meisten selbst einstellt ohne die Automatik zu nutzen, ist zum erlernen des Fotografierens die beste Wahl. Jede Entscheidung die wir selbst treffen(Blende, Belichtung,… und natürlich Komposition) bringt und einen Schritt weiter zum Verständnis.

    Zu vorherigen Kommentaren:
    Was Christoph gesagt finde ich ganz in Ordnung. Auch ich wünsche mir hier mehr Arbeit und Diskussion direkt am Bild. Ich würde mich freuen wenn du die Gewichtung da einwenig verschieben kannst.
    Hier ein paar Anregungen:
    Nehm doch mal ein Bild aus dem Diskussionsforum und analysiere es. Idee/Gestaltung/Vergleich mit den formalern ‚Regeln’/Beschnitt/Bearbeitung. Meist wird ja schon vieles richtig gemacht und trotzdem sind wir hier keine Profifotografen( und wollen es auch nicht sein) die alles richtig machen. Also ist es doch OK wenn aufgezeigt wird wo es noch besser sein könnte.
    Oder zeig mehrere Bilder aus einer Bilderreihe und begründe warum du eines davon ausgewählt hast. Nach dem Motto: ‚So wird es oft gemacht — So könnte man es besser machen‘.

    Martin, du machst hier einen tollen Job mach weiter so, nicht ohne Grund lese ich mir hier so gut wie jeden Artikel durch. Ich würde mich freuen wenn du dir die Anmerkungen zuherzen nimmst.

    Gruß Arne

  38. Ich gehe oft in Kunst- und Photoausstellung. Da hängen nur zum Teil nur Bilder, auf denen mit Kompaktdigitalkameras frontal draufgeblitzt wurde. Und die sind trotzdem super. Woran liegt das? Es gibt imho zwei Arten von Photographen (und tausende Mischungen der beiden Arten): Den Handwerker/Technikfreak und den Künstler/Bildgestalter. Ersterer will möglichst geile Technik und glaubt, man könne das alles durch viel Übung erlernen mit den guten Bildern, zweiterer hält sich für inspiriert und interessiert sich nicht für Technik. In jedem von uns stecken Teile von beiden Figuren.

  39. Eigentlich ist das Ganze doch ganz einfach: Was immer ich mir für eine Ausrüstung leiste – sie muß zu mir passen. Für reine Schnappschüsse ist ’ne Profikamera mit 400er Tele rausgeschmissenes Geld, wenn ich mein Ego aufpolieren muß indem ich zeige dass wenigstens mein Geldbeutel nicht ganz leer ist könnte sie genau richtig sein. Andererseits für professionelle Sportfotografie könnte es sein, dass ich mich über ’ne Handykamera oder kompakte schnell ärgere weil das Geschehen dummerweise immer auf der anderen Seite vom Spielfeld ist. Für jemanden der noch nicht genau weiß wohin sein Weg führen wird und ob es das überhaupt ist könnte die Kompakte eher was sein als die DSLR.
    Natürlich gildet irgendwo „der Fotograf macht das Bild“ ab einem gewissen Grad aber auch „die Kamera kann über einen gewissen Grad an Qualität entscheiden“ – ich schätze mal, wenn ich meine Bilder auf Tapetengröße bringen wollte wäre ich mit ’ner Handykamera genauso falsch wie wenn ich eine Vollformat-Riesenkamera für 9×13 Abzüge einsetzen will.
    Letztendlich muß jeder selbst seine Prioritäten setzen – wenn ich sehe was ich so pro Vierteljahr an Geld für mein Training (Sport) raushaue, das wird auch den einen oder anderen schlicht umhauen und ihm nicht wert sein – aber a) ich hab das Geld dafür übrig und b) der Spaß den ich dabei habe ist, gerade im Moment, unbezahlbar. Wenn ich das Geld ersatzweise in meine Fotoausrüstung gesteckt hätte, hätte ich jetzt meinen Externen Blitz und ein paar Objektive mehr (und wer weiß was noch alles) aber bei allem Spaß den mir die Fotografie bringt, dafür würde ich mein Training nicht im Leben opfern wollen.
    Ich mein es gibt von Ferrari ein Auto (äh ja, die haben mehr als eins, ich weiß), das man kaufen kann aber dann nicht in die eigene Garage stellen darf und bei dem man dann ab und zu mal auf eine Rennbahn eingeladen wird um da dann das eigene Auto mal wieder zu bewegen… Kann mir jemand plausibel erklären warum man das braucht? Ich begreife es nicht, aber anscheinend wird das ja verkauft… Und ich würde mich nicht wundern wenn die die es kaufen absolut nicht verstehen können wieso ich nicht begreife dass man genau dieses Auto braucht.
    Ist vom Prinzip her dasselbe in grün und ich wette es gibt irgendwo Auto-Foren wo es von Leuten nur so wimmelt die meinen nur genau dieses eine Auto wäre das richtige und ähnlich wie hier ggf. der ein oder andere mit Profikamera über die mit Handykamera herzieht da über die herziehen die „nur“ ’nen Twingo fahren.

  40. Super Artikel, Martin. Danke vielmals.

    Ich finde man kann sich damit passend auf die Frage der Objektivität einlassen. Großes Wort, oft gefordert, hohes Ideal, und doch so schwierig umzusetzen. Wieso? Eine schlaue Definition auf Wikipedia: »Objektivität ist die Unabhängigkeit der Beschreibung eines Sachverhalts vom Beobachter.« Hmm, aber jeder der seine Meinung zu etwas äußert, ist ja in gewisser Weise Beobachter. Das nennt sich dann auch »Standpunkt beziehen«, und das finde ich persönlich wiederum schwer in Ordnung.

  41. Ohne jetzt in die Diskussion mit einsteigen zu wollen:

    Gelungener Artikel, Martin. Finde ich toll, dass du den Mut hast die Dinge beim Namen zu nennen. Kann deine Worte nur ausnahmslos unterstreichen.

    Gruß
    Malte

  42. Das Schlüsselwort ist „TOLERANZ“ … ich habe schon zu viele vermeintliche Communitys kommen und gehen sehen, eins ist immer geblieben – ein paar gute Freundschaften und die gewissheit das man nicht jeden vermeintlichen Trend, jede Diskussion so ernstnehmen sollte.

    Keine aktuelle Fotocommunity – egal wo hat wirklich die Macht etwas zu bewegen, Trends werden wenn überhaupt nur in kleinenren Gruppen gesetzt … wem scheren die paar Leute (was sind tausend im Forum gegenüber den Millionen Weltweit? 0,1%) die nur auf L stehen oder bei FlickR, FC usw. Ihre Bokehs präsentieren.

    Das Problem ist glaube ich das man schnell mal in so eine Gruppe reinkommt und glaubt das daß was dort abgeht absolut relevant für alle sein soll obwohl es doch im verhältniss nur wenige tangiert. Von daher sollte man sich selbst, seine äusseren & inneren Einflüsse auf die Probe stellen und einfach tolerant und weltoffen auch das Netz nutzen, dann merkt man ganz schnell das daß was in „Buxtehude“ heiss diskutiert wird in „Honolulu“ niemanden interessiert und es wahrscheinlich auch verschenkte Zeit ist darüber in Blogs zu refferieren. Es wird immer die eingeenkten mit den Scheuklappen geben … ich finds gut so – hat man wenigstens immer mal wieder was zum schmunzeln im Netz wenn sie sich die Köpfe um nichtigkeiten einkloppen.

    Ciao Kai

  43. Der Satz hier:
    „Jeder kann fotografieren. Jeder kann gute Fotos machen. Das schließt niemanden aus, das schließt alle ein.“ läßt mich nicht los.

    Nein er stimmt nicht, denn jeder kann zwar fotografieren, aber es kommen beileibe nicht immer gute Fotos dabei raus, egal ob mit einer teuren oder preiswerten Ausrüstung.
    Wie denn auch, wenn jeder gute Fotos machen könnte, wären so interssante Lehr DVD’s wie du sie selber produzierst, ja für die Katz oder ? ;-)
    Vielmehr lernen wir alle (ohne Ausnahme) jeden Tag wieder aufs neue was dazu, egal ob Amateur oder Profi.
    Und wer da behauptet er würde immer gute Fotos machen, neee Sorry das ist genau wie der Fotografenmeister der von sich behauptet er wäre ein Meisterfotograf.
    Auch wenn du den Satz nicht mehr hören kannst, es ist und bleibt ein Tatsache und keine Entschuldigung ……oder, wäre doch mal was, wenn ein Bild für den Kunden in die Hose gegangen ist, sagt der Fotograf “ Das Bild hat die Kamera gemacht ….“
    In diesem Sinne, egal mit was ihr fotografiert IHR macht das Foto, es entsteht in eurem Kopf mit euren Augen und nicht im CPU der Kamera.
    Die Kamera ist immer nur ein Hilfsmittel um eure Ideen festzuhalten.

  44. Vielen Dank für den schönen Beitrag – endlich schreibts mal einer. :) Spaß zur Seite, kommen wir zum Ernst: Es is echt grauenerregend, was zZ in der Medien- und Fotografie-Landschaft abgeht. Lange Zeit habe ich Fotografiezeitschriften gelesen, aber auch das hab ich mir langsam abgewöhnt; überall wird man mit sinnlosen Testberichten und Werbung für teuren Scheiß zu geschüttet. Wie wärs denn mal mit nem Workshop mehr, anstatt zwei Seiten Hochglanz Hasselblad-Werbung.
    Das schlimmste daran (für mich Hobbyfotografen) ist, dass man sich wirklich oftmals selbst ertappt und dem Equipment hinterhertrauert, dass man sich nich leisten kann. Ist doch grauenhaft…

    Meines Ermessens nach ändert sich die ganze Sache erst dann, wenn es einen großen Bruch in der Werbeästhetik geben sollte. Der wird irgendwann kommen, sei es durch gesellschaftliche Entwicklungen oder unvorhersehbare Ereignisse; dann heißt es nicht mehr Hochglanz sondern Rauschschranz. (Schöne Fiktion :D, weiß ich selber)

  45. Vielen Dank für diese weisen Worte, Martin.
    Ich finde eh, jeder solltees so machen, wie es ihm gefällt. Ich komm mit Technikgelabere nicht klar, fotografiere viel mehr nach Gefühl. Das mag für andere dumm klingen, aber mir geht es damit gut. Und so habe ich Spaß daran.
    Und darum geht es doch. Der Spaß an der Fotografie. Egal ob mit technisch einwandfreiem Wissen, oder ohne.

  46. … führen Sonntagsmaler eigentlich auch solche Diskussionen?
    Von Hobbymusikern weiss ich, dass es eine Menge Technobabble gibt, aber nachdem Musik sowieso gemeinsam stattfindet (meistens) balanciert sich das von selbst aus.

  47. Wenn es eine Fotografie als eine Religion betrachten könnte, und wenn es dann auch eine Fotografie-Kirche :-) gäbe, dann wärst du, Martin, eindeutig der Pfarrer wenn nicht der Bischof :-)

    Sehr gute „Predigt“ mit vielen Pro und Kontra! Am besten hat mir aber der selbstkritische Ton deines Artikels gefallen. Und ich hab mich natürlich wiedererkannt…

  48. Hi Martin,
    sehr befriedende Worte. Mir gefällt das Sinnieren auf Deinem Blog sehr. Es regt zum Nachdenken an.

    Zum Artikel:
    Ich halte Missgunst – oder drastischer: Neid und Hass – für eine sehr selbstverzehrende Eigenschaft gegen die man manchmal leider nicht gewappnet ist. Dennoch muss Diskussion und konstruktive Auseinandersetzung stattfinden.
    Es hat viel mit Empathie zu tun zu verstehen warum ein anderer eine fette Ausrüstung hat: aus Notwendigkeit für seine Art der Fotografie? Aus Angeberei? Aus dem dicken Geldbeutel der Eltern?

    Im Grunde ist es egal, uns beschäftigt die selbe Leidenschaft für gute Fotos!

    Zur Diskussion:
    Das Bild muss wirken. Am besten so, dass die Technik dahinter nicht aufdringlich zum Vorschein tritt. Ich denke eine teure Ausrüstung ermöglicht einem guten Fotografen ungewöhnliche Bilder aufzunehmen (krasse Weitwinkel-Aufnahmen, available light Bilder bei extrem wenig Licht, ideale Beleuchtung, usw.) und ERHÖHT somit seine Chancen, dass sein Bild als gelungen eingestuft wird.

    Gruß aus Zürich,
    Martin

  49. Sorry, wenns hart klingt, muss aber mal raus:

    Ein Beitrag der sich auf „Teueres Equipment kann man haben – muss man aber nicht“ eindampfen lässt, wird keinen (der das nicht schon vorher begriffen hat) von der anderen Seite der Medaille hervor locken.
    Diese Art von Meta-Diskussionen nervt mich mittlerweile mehr, als der im Post erwähnte Spruch.

    Und
    „Jeder kann gute Fotos machen.“
    ist in etwa gleich bedeutend mit
    „Jeder kann gute Blogeinträge verfassen“.

    • @Thomas: Hm, also dieses Blog ist freiwillig – heißt, wenn Dich auf Dauer Sachen nerven, dann kannst Du sehr gerne konstruktive Kritik üben, oder einfach andere Seiten aufrufen. Und wen hier was vor welcher Medaille hervorlockt, das ist bisweilen offen, ich würde da nicht vorschnell von Dir auf andere schließen ;)

  50. Technik ist toll, man braucht halt nur das nötige Kleingeld um damit zu spielen. Wohl jeder kennt die Menschen die viel Geld, aber wenig Talent haben, schlechtes Equipment bedeutet aber nicht das daraus Talent entspringt. Wäre ja auch ein teuflischer Umkehrschluss. Dann müsste jeder Profi der eine teure Kamera hat kein Talent mehr haben :twisted:

    Einfach mal den Neid abschalten und mit der Kamera Leben die der Geldbeutel zulässt, dass können aber nur die wenigstens. So eine Coolness muss man erstmal erlernen. Kameras sind auch nur Autos, Häuser oder Lebenspartner… ständig nem Vergleich unterworfen und je unsicherer der „Besitzer“ desto mehr Zweifel und runtermachen der anderen.

    Wenn die Fotos gut sind, vielleicht hat man ja zügig das Geld zusammen sich eine neue zu kaufen oder kann sich für Aufträge einfach eine bessere leihen. Denn welches Portfolio wird schon auf A1 gedruckt, da werden manche Unterschiede ja erst sichtbar.

  51. Artikel wie diese fühlen sich für mich immer an, als sei ich in irgendein Paralleluniversum gestolpert. Oder auch „häh“?

    „Michael

    Führen Sonntagsmaler eigentlich auch solche Diskussionen?

    eee-xakt. Da bitte mal drüber nachdenken.
    „Welches ist euer Lieblingsspachtel?“
    „Im Test: Der neue ac1/30 Rotmarderhaar Größe 2“
    „Welchen Mischtopf benutzt ihr?“

    Klingt unsinnig, albern gar? Hm…

  52. waren es zu Beginn meines öffentlich gemachten Fotografiehobbies (sprich, dem Beitritt in diversen Foren und Communities) noch die „Hardcorefotografen“, die mir Angst gemacht haben („du bist, was du dir vorn an die Kamera schraubst“), so wurde nach und nach deutlich, dass die „Gegenbewegung“, was den Tunnelblick und die Verbohrtheit angeht, keinen Scheißdreck besser ist. Konstruktive Kritik konnte nun auf einmal mit Kommentaren wie „die Unschärfe ist gewollt“, oder gar „das Verwackelte ist egal, ich habe das Bild GEFÜHLT“, weggewischt werden. Nicht selten auch die Mutter aller Rechtfertigungen: „du hast doch keine Ahnung“. Bei beiden „Fraktionen“ frage ich mich: was hat DAS mit Fotografie zu tun? Sicher ist eins: Meinungen, was Bilder angeht, können mitunter weit auseinander gehen, aber genau darum nutzt man doch solche Plattformen. Eigene Bilder für alle Welt zugänglich machen. Darüber diskutieren, Kritik austeilen und hinnehmen. Gerade für Neulinge wie mich war das unausweichlich, konnte ich doch dieses und jenes besser machen, verändern, wurde zu dem und dem angeregt. Worauf will ich also hinaus? Jetzt hab ich den roten Faden durch die viele Schwafelei derart überdehnt, dass ich erstmal wieder die Kurve kriegen muss: Fotografie ist mehr als nur das Anhäufen teuren Zubehörs und, auf der Gegenseite, das sture Abdrücken und Knipsen, Bild hochladen und fertig. Die Energie, die durch das Niedertippen oben genannter Kommentare (und noch vieler mehr) sinnlos verschwendet wird, sollte doch eigentlich dafür aufgebracht werden, die Sache zu betreiben, um die es eigentlich geht: die Fotografie. In diesem Sinne: Danke, Martin, du hast den Frust und Ärger vieler voll auf den Punkt gebracht! :)

  53. … recht hast du mit deinen Worten. Viele denken
    so, aber keiner traut sich auch so zu leben.
    Schade eigentlich. In den Ergebnissen zeigt
    sich das Können. Wenn wir anfangen auch auf
    Ausstellungen daneben zu schreiben mit was
    für einer Knipse / Objektiv-Kombi wir das Bild
    gemacht haben… dann ist es zu Spät für alles.
    Dann ist das Equipment die Trophäe und nicht
    das Foto!

  54. Komischer Beitrag, vor allem das Schlussplädoyer.

    Anfeuern kann man Fotografen einzig über Kritik. Ehrlicher und überlegter Kritik. Auf einem anderen kommerziellen Blog nerve ich mich ab den Kritikern die einfach keinen Mumm haben ein Bild als schön zu bezeichnen. Oder aalglatt oder sonst wie zu vernichten.

    In den Jahren die ich die Welt bebildere habe ich einzig aus der Kritik gelernt. Kritikresistenz ist der kleine Tod des Fotografen, dies ein Credo von mir.

    Abschliessend. Die MKIV liegt perfekt in der Hand. Die MKIII Ds mit dem Zeiss 21mm sind eine Traumkombination und die Leica M9 ist der materialisierte Traum. Und wenn ich keine der solchen dabei habe, dann ist die Kamera die ich dabei habe die Zweit-, oder Dritt, oder Viertbeste. Material spiel eine Rolle – bedient wird es aber durch den Fotografen. (Neutrum: fotografierende Person)

    • @Der Bebilderer: Danke für Deine Kritik, finde ich gut, dass Du diesmal etwas konstruktiver geschrieben hast. Mir ist klar, dass jeder diesen Artikel anders wahrnimmt, somit für mich auch okay, wie Du das empfindest. Ich sehe allerdingst nicht, dass man Fotografen (Zitat) „EINZIG“ über Kritik anfeuern kann, dafür sind wir Menschen in unseren Charaktären zu unterschiedlich. Kritik ist sicher eine der Schlüsselpositionen für eine positive Entwicklung, aber sicher nicht die Einzige. Deshalb würde ich an diese Verallgemeinerung mal ein Fragezeichen machen.

      Positiv finde ich, wie Du über MkIV und MkIII berichtest – hört sich gut an ;)

  55. In manchen Beiträgen wurde hier kritisiert, dass in der Beschreibung von Fotos die eingesetzte Technik angegeben wird. Ich sehe da nicht, dass die Technik dadurch zum ‚Trophäe’wird. Eher sehe ich soetwas als nützliche Zusatzinformation, die grade dem Anfänger hilft besser einschätzen zu können welche Auswirkung die Wahl einer bestimmten Blende/Belichtungszeit/Brennweite hat.

  56. Hallo Martin,

    also ich finde es gut, dass du ab und zu auch Themen ansprichst, die nicht jedem gefallen. Das Leben ist halt nicht immer rosig.

    Die Foto-Community bekommt immer mehr Anhänger. Ob das gut ist? Sicher nicht für jeden. Jeder Fotograf hat eine eigene Einstellung zu seiner Arbeit, der eine konzentriert sich mehr auf ein aussagekräftiges Bild, der andere wiederrum auf die Technik, usw. Ich sag nur: JEDEM DAS SEINE!

    Ich schaue mir unheimlich gerne Interviews mit bekannten, meist schon älteren Fotografen an. Im Gespräch erkennt man die Liebe und Leidenschaft für das Leben in den Fotos. Keiner spricht lange von der Technik, aber manchmal wird auch ein gutes Gerät gebraucht.

    Ich glaube ein wirklich guter Fotograf weiß wie er seine Kreativität im zusammenspiel mit der Technik einzusetzen hat.

  57. Glücklicherweise erlebe ich solch eine automatische Abwertung von gutem Equipment nur sehr selten. Vielleicht auch, weil ich selbst nicht mir den Spitzenmodellen arbeite, sondern mir einfachere Ausrüstung vollkommen genügt.

    Ich denke jeder muss sich mit seinen Ansprüchen im riesigen Markt der Fotografie einordnen. Mit würde ein Handy oder eine Kompaktkamera für meine Fotografie zu wenig bieten. Eine D80 oder vielleicht auch MFT hingegen passen. Auch mit einer Leica S2 würde ich gerne arbeiten, aber das ist mir den hohen Preis nicht wert. Und so hat jeder eine andere Position und ich finde jede ist ok. Wenn jemand seine Leica kaufen mag, dann soll er das machen. Schön, dass es solche Geräte, dass es diese Auswahl gibt.

    Der Kern des Problems ist vermutlich oftmals die alte Todsünde „Neid“. Wer neidisch ist auf die Kamera eines anderen, der versucht dessen Wert runterzuspielen. Und da kommt der an sich sinnvolle Spruch „Nicht die Kamera macht das Bild sondern der Fotograf“ gerade richtig. Wer nicht neidisch ist, der bleibt locker und sagt: ich habe schon alles, was ich brauche – lass uns doch mal ein paar Fotos angucken.

  58. @Bebilderer: ich finde auch nicht, dass Kritik jeden Menschen weiterbringt. Auch Lob zur Stärkung des Selbstbewusstseins und der Motivation ist sehr wichtig. Aber es muss dann natürlich ehrlich sein.

    Außerdem sollte man die Betonung nicht auf das Wort „Kritik“ legen. Manche User glauben alles zu wissen und spielen große Kritiker. Sinnvoller ist ein konstruktives, ehrliches und hilfreiches FEEDBACK! Wichtig ist, den Fotografen nicht PERSÖNLICH anzugreifen sondern eher Tipps geben, wie er es besser machen kann.

  59. @Martin Gommel: Ja, manchmal kann ich vernichtend sein. Um ehrlich zu sein, ich habe meinen persönlichen Kritiker, ein Negativretoucheur der alten Garde – und wenn der mich mal zerteilt, ja dann bin ich meistens da wo man nach dem HDR – Tief steht. Und dann, ja dann hat man einen frischen Blick. Und das dient dem Bild.

    @Monika: Bauchpinseleien sind immer willkommen. Dennoch. Kritik = Feedback. Empfindest meine Kritik am Bild der Stallungen http://kwerfeldein.de/index.php/2010/01/04/bildvorstellung-sheds/ als persönlicher Angriff?

  60. Blogartikel dazu: zzipp's blog – Fotografie und mehr | Alle guten Dinge sind 3

  61. Unser Hobby hat nun mal 2 Seiten.
    1. eine künstlerische
    2. eine technische

    Es sind nicht wenige, die einfach nur das Gefühl haben wollen, das beste zu besitzen, was es (im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten) zu besitzen gibt. Ich schließe mich hier nicht aus.

    Nur manchmal merkt man halt, dass dieses Streben nach dem besten Equipment wie ein Hase-Igel-Rennen ist. Es gibt immer Leute, die mit weniger Equipment besser fotografieren können wie ich, weil sie einfach künstlerisch mehr drauf haben.

    Dieses „Haben wollen“ gibt’s ja nicht nur unter den (Hobby-)Fotografen, sondern auch in vielen anderen Hobbies, z. B.:
    Autos (Wer braucht wirklich einen PS-Boliden?),
    HiFi (Wer hört wirklich den Unterschied zwischen einem no Name und einem High-End CD-Spieler)
    Hobby-Gitarristen…
    usw…
    Es geht vielen nur darum, das Beste zu besitzen. Und wenn man diesen Mechanismus bei sich selbst mal durchschaut, verurteilt man das eigene Verhalten gerne zuerst an den anderen.
    Andererseit: Was ist so schlimm daran, wenn man sich an der Qualität und Perfektion eines technischen Gerätes erfreut?

  62. Ich denke wie hier ja einige Andere auch das es auf den Einsatzzweck ankommt und man sich ja im Besten Fall auch weiter entwickelt und gegebenenfalls auch seinen Stil und damit auch sein Equipment mit der Zeit verändert, oder anpasst.
    Ich möchte aber mal aus meiner eigenen Erfahrung heraus in den Raum stellen, dass es sehr wohl darauf ankommt mit welcher Kamera ich unterwegs bin und das die entsprechende Kamera, bzw. Objektiv, auch mit darüber entscheiden was für ein Motiv ich wähle und was für eine Art von Bild ich mache.
    Ich selber, bis vor einiger Zeit, technisch hervorragend ausgerüstet, durfte die Erfahrung und Veränderung (zum Glück) machen.
    Vor einigen Wochen war ich gezwungen fast meine komplette Foto- und Studioausrüstung abzugeben. Eigentlich hatte ich ja vor mich „semi-professionell“ mit der Fotografie zu beschäftigen, besuchte Workshops usw. und war schon fast auf der Suche nach einem Studio. Auf einmal Schluss damit ! Jetzt könnte man meinen das das ja eigentlich der Supergau für jeden Fotobegeisterten bedeuten müsste. Das gesamte Equipment weg, ein gelebter Wunschtraum – einfach weg.
    Zurückblickend kann ich für mich sagen das mir gar nichts Besseres hätte passieren können.
    Ich habe mir vor ca. 3 Wochen eine kleine Kompaktkamera gekauft. Die Art was und wie ich fotografiere hat sich seitdem komplett geändert. War ich vorher mit meinem 4000-Euro-Equipment unterwegs, wollte ich natürlich keine Schnappschüsse machen, sondern möglichst anspruchsvolle, technisch gute und ich nenne das mal entsprechend der Ausrüstung „teure“ Fotos machen. Jetzt, mit meiner kleinen Kompakten fotografiere ich einfach alles. Auch mal völlig vermeintlich uninteressantes, einfach Schnappschüsse, ohne tiefen, technischen Hintergund …. sozusagen „billige“ Fotos. Der selbst auferlegte Druck auf einem bestimmten Niveau fotografieren zu wollen ist einfach weg. Ich fühle mich frei und es ist eine für mich sehr schöne Erfahrung.
    Natürlich macht immer noch der Mensch hinter der Kamera das Bild, aber ich glaube für mich erkannt zu haben das einen die Technik doch ganz schön vereinnahmen, ja hier und da auch behindern kann. Teure Ausrüstung, vor allem wenn man sie eigentlich gar nicht benötigt, kann auch ganz schön belastend sein und somit doch irgendwie Einfluss auf das Bild nehmen.
    Ich hoffe ich konnte meinen etwas anderen Blickwinkel einigermassen verständlich rüber bringen. Natürlich könnte ich dazu noch viel mehr schreiben und bitte, ich möchte bloß nicht als Verfechter der Low-Budget-Fotografie verstanden werden. Irgendwann werde ich mir sicherlich wieder eine DSLR zulegegen und wieder „teure“ Fotos schiessen. Alles zu seiner Zeit und für den entpsprechenden Zweck.

  63. Zitat: „(Achtung übertriebene Bildsprache): Manchmal verhalten wir uns so, wie die “Alternativen”, die um keinen Preis so konform und spießig sein wollen, wie der Durchschnittsbürger und sich deshalb ganz anders anziehen – aber deren Style beim genauerem Blick dann doch wieder einheitlich ist.“
    schade, versaut mir den artikel. ich les hier noch nicht lange, deswegen isses mir vllt. noch nicht aufgefallen.
    das is für mich echt doof.
    deine resentiments als verallgemeinertes beispiel zu benutzen – is schon grenzwertig, und leider gehen mir gerade diese ressentiments gehörig gegen den strich. was ich meine ist: vllt solltest du deine meinung nicht als meinungsmache mal so nebenbei einstreuen, weil eine differentierte betrachtungsweise da leider nicht möglich ist (und ich hoffe du betrachtest dieses thema differentierter)

  64. Hallo Martin,

    viel Wahres in deiner Stellungnahme.

    Aber ich bleibe dabei:
    Der Mensch hinter der Kamera ist alles, die Technik nichts.

    Mein damaliger „Fotografenmeister“ hat mich seinerzeit mal dermaßen zusammengefaltet, dass ich mich nicht ewig mit der blöden Technik -und das zu Analogzeiten…- beschäftigen, sondern aufmerksam durch die Welt gehen und Sehen lernen sollte.
    Seitdem bin ich weitestgehend kuriert vom Technikwahn.

    Sehen ist und bleibt für mich die Essenz der Fotografie.

  65. Hi Martin,

    dies ist wohl mein erster Kommentar, weil ich sonst nie ein Mitteilungsbedürfniss mit deinem sehr informativen Blog hatte.

    Mich hat vor allem damals fasziniert, dass du mit deiner 30D und mit 3-4 Linsen die -insgesammt- irgendwo um 1000 € gekostet haben ein meiner Meinung nach sehr guter Fotograph warst. Das habe ich bewundert.

    und jetzt hast du nicht mehr ein 55-250 für 200€ sondern ein 70-200 L 2.8 IS für 2000€. Und keine alte 30D sondern eine 5DmII

    und „auf ein mal“ geht dir das gehörig auf die Nerven wenn einer darüber redet, dass man auch ohne das alles gute Bilder machen kann.

    Ich weiß warum,

    Trotz allem lese ich gerne im Blog/Archiv und hoffe du machst das weiter!

    Grüße,

    Alex