Kwerfeldein
08. Januar 2010 Lesezeit: ~ 7 Minuten

ICH, der Künstler

Liebe Leute, wir haben nun das Jahr 2010 begonnen und viele von uns setzen sich neue Ziele und neue Pfade, die sie mit der Kamera gehen wollen. Ich möchte heute etwas ansprechen, das ich seit ein paar Monaten beobachte und mir teilweise täglich Gedanken darüber mache. Vieles von dem, was ich nun sagen werde, hat damit zu tun, wie wir uns selbst als Fotografen wahrnehmen, respektive verhalten und in unserer Gesellschaft bewegen.

Es ist eine Kritik, bei der ich keine bestimmte Person vor Augen habe, die ich kritisieren möchte. Nein, es geht mir vielmehr um eine Haltung, die ich zunächst einmal bei mir selbst und eben auch häufig “zwischen den Zeilen” in der Fotografie-Szene (insofern es eine solche gibt) bemerke. Damit möchte ich auf keinen Fall alle über einen Kamm scheren, sondern eine Tendenz, eine Entwicklung beschreiben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf alle zutrifft (1).

Viele von Euch haben dem ironischen Titel schon entnommen, welche Richtung diese Kritik einschlagen wird. Und eigentlich lässt es sich auf diese 3 Worte in der Tat reduzieren: ICH, der Künstler. Aber ich möchte es nicht dabei belassen, sondern ausführen, was ich genau damit beabsichtige zu sagen.

Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir Fotografen häufig nur uns selbst sehen.

*Achtung, überspitzte Formulierungen folgen*.

Wir drehen uns um unsere Fotos, unser Portfolio, unseren Fotoblog, unseren Auftrag und um unser Recht am Bild. Wir schuften, lernen dazu und fotografieren, um unsere Fotos an unseren Wänden hängen zu sehen und stolz darauf zu sein. Selbstbeweihräucherung olè.

Wir laden Fotos ins Netz, um gesehen zu werden und uns auf die Schulter klatschen zu lassen. Werden wir gelobt, sind wir voll in unserem Element, werden wir kritisiert, ist der Tag gelaufen. Noch schlimmer: Wenn gar niemand auf unsere Großartigkeit reagiert, sind wir schlecht gelaunt und fragen uns, warum denn die Welt nicht versteht, wie einmalig unser Werk doch ist. Und alle so, yeah.

Wir fotografieren nicht um des Bildes wegen, sondern weil wir uns damit in Szene setzen können. ICH, der Künstler. Roten Teppich, bitte.

Und ich behaupte mal, dass wir selbst oft nur übernehmen, was uns von anderen vorgelebt wird. Wir sehen, wie einzelne Menschen Erfolg mit Ihren Fotos haben und damit eine Menge Aufmerksamkeit auf sich ziehen – was ja an sich noch gar nicht schlecht ist. Doch wir laufen Gefahr, das als ultimatives Ziel der Fotografie zu sehen und werden ein Teil des Problems. Wir beginnen, darauf hinzuleben und unsere Hoffnung dort hineinzusetzen, wofür die Fotografie nie gemacht wurde: Ich, der Rockstar.

Dabei hat die Fotografie schon immer den Fokus von uns weg auf andere Dinge oder Menschen gelenkt.

Selbst der Akt des Fotografierens ist einer, bei dem ich durch den Sucher auf andere (oder etwas anderes) schaue. Offensichtlicher geht es kaum. Das Ergebnis kann dann mehr oder weniger gut ausfallen und unsere Fähigkeit trägt natürlich einen gewissen Teil dazu bei.

Doch wir sind immer davon abhängig, was vor der Linse passiert – egal wie gut wir sind. Wäre da nichts Interessantes zu fotografieren, gäbe es auch keine Fotografen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir das vergessen.

“Ich habe mir meine Techniken und Fähigkeiten alle selbst beigebracht, ganz autodidaktisch”. Das stimmt leider nicht ganz.

Schon in dem Moment, in dem wir nur die Bedienungsanleitung unserer Kamera lesen, lernen wir von jemand anderem.

Wenn wir nur ein superschönes Foto einer eindrücklichen Landschaft sehen, beeinflusst uns das. Ob wir nun wollen oder nicht – wir sind keine autonome Individuen, die völlig alleine und nur durch sich selbst jeden Tag ein Stückchen besser werden. Tut mir leid, aber auf diesen Lorbeeren können wir uns nicht ausruhen.

Nein, jeder von uns ist in einem Beziehungsgeflecht und wir lernen ständig von anderen. Keiner von uns kann von sich behaupten, alles alleine geschafft und gelernt zu haben. Ein Beispiel?

Meine neue DVD. Sie ist nicht ausschließlich das Ergebnis meiner Erkenntnisse, sondern auch Eure Kommentare hier auf kwerfeldein.de haben mir einiges beigebracht, was ebenfalls in die DVD einfließt. Alles, was ich in den Videos sage ist von den vielen Blogartikeln, Büchern und Gesprächen mit Fotofreunden – und eben auch durch Eure Meinungsäußerung hier oder per Mail geprägt.

Natürlich habe ich auch eine eigene Position und kopiere nicht alles, was hier gesagt wird. Meine Meinung ist nicht immer konform mit der von anderen – das wäre nicht gesund. Ich brauche eigene Positionen und das ist auch gut so.

Doch zu behaupten, ich hätte alles, was ich hier oder auf der DVD erzähle – ganz alleine gelernt, wäre glatt gelogen.

Wenn eine Toni Frissell, nachdem sie an Alzheimer erkrankt ist, ihr Gesamtwerk von 300.000 Fotos an die Nationalbibliothek spendet – und somit alle Rechte auf ihre Fotos abgibt – dann weiß ich, dass sie etwas verstanden hatte. Nein – ich glaube nicht, dass wir alle jetzt unsere Fotos verschenken sollten. Hier geht es um ein Prinzip.

Wann habe ich das letzte Mal jemandem ein Foto geschenkt? Also ich meine nicht zu Weihnachten.. Einfach so, um der Person einen Gefallen zu tun und weil ich weiß, dass sie sich freuen würde?  Wann habe ich das letzte Mal einfach nur danke gesagt, weil ich von jemandem etwas lernen (oder ihn/sie fotografieren) durfte? Wann habe ich das letze Mal einer Einzelperson von meinem Kamera-Wissen weitergegeben – ohne auf die Uhr zu schauen oder gleich daran zu denken, was MIR das jetzt bringt?

Gerade weil ich mich selbst auch häufig egozentrisch und auf mich bezogen erlebe, stelle ich mir Frage wie diese. Denn ich glaube, dass es einen Ausweg gibt – sonst würde ich das hier nicht schreiben. Ich glaube, dass wir gute Fotografen sein können, ohne ständig über uns selbst zu reden. Sondern beispielsweise aktiv mit unseren Bildern & Erfahrungen anderen Leuten zu helfen und eine Freude zu machen.

Update: In der SZ gab es einen sehr guten Artikel zum Thema Ich-Falle, den ich als weiterführende Literatur empfehlen kann.


(1) Ich bin manchmal sehr angetan davon, wie respektvoll, freundlich und offen ihr hier kommentiert und Euch einbringt. Das sehe ich als ein positives Beispiel dafür, dass es nicht immer so laufen muss. Daumen hoch.

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72 Kommentare

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  1. Blogartikel dazu: Tweets die ICH, der Künstler | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel erwähnt -- Topsy.com

  2. Das Internet gibt uns eben die möglichkeit, selbst darzustellen und das benutzen wir eben. Meist kommt ein Lob, vereinzelt Kritik, aber wieso sollte dadurch mein Tag gelaufen sein? Es geht doch eher darum diese Kritik anzunehmen und dabei vielleicht wieder etwas mehr zu lernen.

    Fotografie ist meiner Meinung nach ein ständiger Lernprozeß, deswegen darf man auch 2 Sachen nicht zu vergessen, den Fokus von sich selbst nicht zu verlieren um weitere Ideen zu verwirklich und sich in seinen Bildern selbst wiederzufinden.

    Das innerste nach aussen kehren. Und ja das ist möglich und ja genau das brauch ich um eine Art Ventil zu haben.

  3. Oh ja es macht echt Freude jemanden etwas zu schenken! Egal ob wissen oder ein Foto! (aber bitte kein (c) mit auf das Foto) Das habe ich schon oft erlebt, andere zu beschenken ohne was dafür zu erwarten ist das beste.

  4. Wahnsinn Beitrag Martin. Vielen Dank. Gerade ich als “Neueinsteiger” in die Fotografie muss leider sagen, daß auch ich mich leider in vielen Ansätzen finde. Ob das “leider” so stimmt, kann ich aktuell noch nicht beurteilen.

    Werde den Artikel bestimmt noch 1-2 mal lesen und wirken lassen. Ich finde Deine Aussage provokant aber gut. Denn wahrscheinlich sieht sich jeder in vielen oder in wenigen Teilen in diesem Text wieder und merkt (Ich bin wohl auch nicht alleine) …. Gerade der Druck von anderen eine positive (Oder zumindest irgendeine) nervt mich, ist aber auch aktuell die einzigste Möglichkeit meine Leistung bzw. meine Qualitätsteigerung zu sehen.

    Also .. Thumbs up! Macht nachdenklich!

  5. Als ich die Überschrift und die ersten Absätze las, dachte ich: “Was kommt jetzt?!” Ich fühlte mich persönlich angegriffen. Warum? Weil ich mich als Künstler bezeichne – weil ich allen Fotos, die mache, immer einen künstlerischen Aspekt rausarbeite. Ich bin kein Schnappschußfotograf, der ab und zu das Glück eines Volltreffers hat. Ich arbeite gezielt auf ein Ergebnis hin.
    Beim Weiteren Lesen merkte ich aber, worauf Du hinaus wolltest. Es ging um das Wort “ich” (war ja auch groß geschrieben *grins*). Wer sich als Fotograf als einmalig und als Einzelgänger bezeichnet, der scheint wirklich ein Problem mit seiner Wahrnehmung zu haben. Denn jeder lernt von einem anderen, muss sich immer auf jemand anderes (oder etwas anderes) konzentrieren. Ein Fotograf ist nicht alleine. Er hat ein Model, einen Architekten, alles Personen, die in Vorleistung gegangen sind. Auch der Hersteller der Kamera ist in Vorleistung gegangen. Oder die Entwickler von Photoshop und dergleichen. Glücklicherweise habe ich bisher noch keine Fotografen kennengelernt, die diese eingeschränkte Denkweise haben und nur sich selbst sehen, und aroganterweise alle anderen ausblenden.

    • @Saschagrafie: Super – find ich gut, dass Du so ehrlich geschrieben hast, wie der Artikel auf wirkt. Ich kann Dir bei Deinen anderen Bemerkungen zustimmen und habe nickend Deinen Kommentar gelesen.
      @Alle: Danke für Euer Feedback bis hierher!

  6. Ich liebe es Freunden die Fotografie zu erklären. Ganz ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen. Selbst wenn sie mit einer Kompaktkamera knipsen, hilft ihnen das Wissen um Blende, Verschlusszeit, ISO etc. Der Dank den ich dafür erhalte in verbaler Form ist auch sehr schön.

    Ich finde Wissen sollte weiter gegeben werden und es sollten auch sehr gute (wer beurteilt das eigentlich?) Profifotografen ihr Wissen und Können weitergeben. Man darf die Lernenden nicht als Konkurrenz ansehen, dass sie plötzlich vlt. genauso gute Bilder in deinem Bekanntenkreis machen. Und sagt mir mal jemand, was gibt es Schöneres als mit einem Kumpel und ein paar Bier an einem Sommerabend ne Fototour zu veranstalten?
    Aber das hat keinen Anspruch auf Richtigkeit. Das ist meine Meinung und ich kann ehrlich gesagt auch manche Einstellungen von Fotografen, die ihr täglich Brot damit verdienen müssen, verstehen.

  7. Ein Wort: TOP!

    Ich mag solche Positionierungen der Macher … egal ob ich in allem zustimme oder nicht. Sie zeigen mir, dass ein Charakter, eine Persönlichkeit dahinter steht. Und das gefällt mir an Autoren, Fotografen … Künstler aller Art! ;)

  8. da hast du recht – an manchen tagen photografiere ich nicht um der photo willen oder weil es mir spaß macht oder weil ich kreativ sein möchte – sondern weil ich photos haben “muss” ich möchte auf Flicker wieder etwas online stellen. wenn ich dann die photos online gestellt haben und sie schaut keiner oder nur wenige an dann fragt man sich schon warum – was habe ich “falsch” gemacht ? im grunde habe ich nur eins falsch gemacht ich habe photografiert weil ich “muss” und nicht weil ich möchte. für mich ist photografieren ein “ausgleich sport” für andere ist es das laufen für mich ist es das photografieren ( wenn ich nicht “muss”). es entspannt mich einfach extrem – nur wie mit vielen “genuss mitteln” kommt auch bald die “sucht” und man “muss” einfach photografieren. genauso ist es mit dem geld “es ist mein geld”/ “es ist mein photo” das hab ich gemacht – und so kommen auch die “ängste” was ist wenn jemand MEIN photo benutzt und nicht MEIN copyright angibt. oje oje .. ein “teufeldkreis”.

    Ist aber alles halb so schlimm solange man nicht die freude verliert … und ab und an daran denkt warum man eigentlich photografiert und auch mal nicht an sich denkt ;-)

  9. Du schreibst da wahre Worte! Besonders die letzten beiden Abschnitte halte ich für enorm wichtig. Diese Beispiele lassen sich nicht nur auf die Fotografie übertragen, sondern auf viele Bereiche der Gesellschaft. Dabei wäre es so einfach ein respektvolles Miteinander zu schaffen.

  10. Wow, cooler Artikel. Meine 5 Cents dazu:
    Was das Lernen angeht, hast du jedenfalls absolut recht, alles was ich bis jetzt gelernt habe, hab ich auf jeden Fall von anderen (vieles oder das meiste auch von kwerfeldein.de). Und gerade für den Anfang find ichs auch gut, sich an anderen zu orientieren, denn nur so hat man meiner Ansicht nach erstmal die Möglichkeit, sich die erforderlichen Techniken anzeignen. Das ist wie bei den Schülern der großen Renaissance-Meister: Die haben oder mussten auch erst mal jede Menge Bilder kopiert.
    Hinsichtlich der Selbstbeweihräucherung kann ich bzgl. der Fotografie nichts sagen, mir ist aber direkt die Parallele zur Underground-Musik aufgefallen. Ich habe zehn Jahre in einer (Metal)Band gespielt und wenn man sich die Szene mittlerweile betrachtet, ist auch so, dass sich jede Band auf MySpace etc. als schnellste, härteste oder whatever Combo präsentiert und so versucht, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ein gewisser Enthusiasmus mag ja ganz gut sein, aber meine eigene Erfahrung ist, dass das auch schnell in einen ungesunden Ehrgeiz umschlagen kann, der der kreativen Entwicklung eher im Wege steht. Man sollte versuchen sein Ding durchzuziehen. Wenn das anderen gefällt ist das schön, wenn es nicht so ist, dann halt nicht :)

  11. @Martin Gommel ach wen wir schon dabei sind! Einen herzlichen DANK das du uns jeden Tag hier mit einem Blogbeitrag erfreust. Also mich zumindest! Einfach mal DANKE sagen für die große Abwechslung die man hier von dir bekommt. DANKE!!!

  12. Schöner Beitrag. Speziell das “der Tag ist gelaufen”, wenn keiner auf neue Uploads bei Flickr (oder sonstwo) reagiert – tja, so ist es irgendwie. :-D

    Als mir aufgefallen ist, dass ich mir zwar einen Sack voll Gedanken um Bildqualität und möglichst hochwertige EBV mache, die Bilder dann aber am Ende nur in klein bei zwei, drei Seiten ins Web stelle oder (ebenfalls in kleiner Auflösung) Freunden übers Internet zeige, musste ich mich erst mal selber auslachen und habe dann beschlossen, mir in Zukunft jeden Monat das beste entstandene Bild an die Wand zu hängen. Vielleicht verbessert das den Ansatz vom feedback-orientierten Gefälligkeitsknipser hin zu dem so wichtigen “ich weiß, was mir gefällt / ich fotografiere, was ich liebe” …
    Als großen Künstler nehme ich mich jedenfalls nicht wahr. Irgendein Kelch darf ja auch mal an mir vorbeigehen … ;-)

    Viele Grüße
    Jan

  13. Wahre Worte! Und das komische: obwohl ich jedem deiner Punkte zustimmen muss, erwische ich mich immer wieder, wie ich selbst ähnlich reagiere und mich hinterher dafür oft selbst in den Allerwertesten beißen könnte. Niemand ist unfehlbar – aber ab und an mal eigene Fehler einzugestehen und an scheinbare Kleinigkeiten den einen oder anderen Gedanken mehr zu verschwenden könnte nicht schaden.

    Danke für deinen Beitrag.

    Torsten

  14. Dein gelungener Beitrag ruft verschiedene Gedanken in mir hervor. Ich will versuchen, sie kurz anzureißen …

    Sehen und gesehen werden hängen eng beieinander. Wir sehen ein Motiv, das uns gefällt, von dem wir denken (hoffen), dass es auch anderen gefallen wird, fotografieren es, bearbeiten es, stellen es aus (z.B. im Web). Und dann möchten wir gesehen werden. Und wie Du schon sagst, ist es grundsätzlich nicht verkehrt, dann auch gesehen zu werden. Nur sollte das nicht der Grund unserer Fotografie sein – das unbedingte Erreichen von Aufmerksamkeit. Der Grund ein Foto zu machen sollte darin liegen, dass es einem Freude bereitet. Dass Ziel mit den Bildern eigene Emotionen, Sichtweisen, Empfindungen auszudrücken. Vielleicht rufen diese Bilder dann auch bei anderen Empfindungen hervor und werden gerne und viel betrachtet …

    Ist man allerdings in der misslichen Lage mit den Bildern seinen Lebensunterhalt bestreiten zu müssen, gehört Klappern zum Handwerk. Dann ist es die Kunst, bei aller “Großspurigkeit”, eventuell auch Erfolg, sich etwas Stille und Bescheidenheit zu bewahren (und auch Kritik anzunehmen).

    Auch ich bin Autodidakt. Wie man das halt so sagt, wenn man Fotografie nicht studiert oder sonstwie “erlernt” hat. Aber allein schon ohne meinen Vater, und sein Wissen, wäre ich erst gar nicht zur Fotografie gekommen. Von all den Zeitschriftenartikeln, Büchern, Internetbeträgen einmal ganz zu schweigen. Erst kürzlich schnappte ich im NaturFoto-Magazin einen Nebensatz auf, in dem ein Tipp versteckt war, der mir wieder weiterhelfen kann. Man lernt nie aus. Und es ist dann interessant, das Neue, das Gute, das Bessere, nicht einfach zu kopieren oder als Nonplusultra anzusehen, sondern in seinen eigenen Stil einzubauen, zu sehen, ob es überhaupt rein passt, oder der eigene Weg, die eigene Richtung, Position, für einen selbst die bessere ist.

    Ich bekomme häufiger Mails wildfremder Menschen, die mich um Rat fragen. Bezüglich der Fotografie oder auch meiner Reisen und Expeditionen. Gerne gebe ich dann Auskunft. Es ist schön, “helfen” zu können. Auch mit dem Wissen, dass mir das in dem Moment rein gar nichts bringt. Es ist ja noch nicht einmal öffentlich, in einem Blogbeitrag, der zumindest noch Leser bringen könnte …

    Zum Schluss brachte mich Dein Beitrag mal wieder auf einen anderen Gedanken: Wie sehr es uns in der Fotografie so oft “nur” um die Technik geht, die Ausrüstung, mit der ein Bild entstanden ist, ob die Schärfe korrekt ist, der Kontrast, die Belichtung … Ich denke mir, dass häufig der Bildinhalt, die Aussage, das wesentliche eines Fotos, zurücksteht …

    … aber das ist schon eine andere Geschichte …

  15. Was Du schreibst ist wieder so wahr. Ich habe bei manchen “Fotografen” auch des Öfteren das Gefühl, dass es ihnen eigentlich gar nicht um das Fotografieren selbst geht- wie Du eben schon schreibst. Jeder oder zumindest viele wollen einfach nur erfolgreich sein- und das dann eben mit dem Fotografieren. Im Grunde ist das ja nichts Schlechtes. Ein Ziel zu haben und das auch konsequent zu verfolgen ist toll. Aber wenn es nur darum geht ist es sehr schade.

    Der Begriff “Autodidaktisch” wird wohl von sehr vielen auch falsch verstanden. Ok, viele wie ich haben fast alles “alleine” gelernt, beigebracht. Aber nicht von selbst, nur durch Probieren. Sondern viel mehr durch viele Bücher. Ohne diese Bücher oder Blogs wie Kwerfeldein wäre mein Wissensstand heute sicherlich nicht der Selbe.

    Was soll ich sagen: Ich stimme Dir voll zu!

  16. Natürlich sind wir durch alles beeinflusst, was uns umgibt. Nicht nur bei beim Lesen der Bedienungsanleitung. Im Endeffekt sind wir als Photographen es doch, die nur am Ende in möglichst ansprechender Art und Weise es versuchen festzuhalten. Schon ob wir ein Bild machen oder nicht, hängt doch vor allem mit der Beeinflussung des Äußeren von unserem Inneren zusammen. Aber vielleicht hat es viel damit zu tun, wie Du schon sagtest, wie man sich selbst als Photograph sieht. Ich persönlich finde es immer etwas hochtrabend sich direkt als Künstler zu bezeichnen, wobei man darüber bestimmt eine eigene Diskussion entfachen könnte – was ein Künstler ist.
    An dieser Stelle auch Danke für den Blog, mal im Bezug auf ‘giving back’. Vielleicht sollte man sich viel öfters die Frage stellen, für wenn man das macht, was man mit seinen Bildern erreichen will. Was man erzählen will. Und dann nochmal drüber nachdenken, um wen es eigentlich geht. Meine Motivation ist es immer Geschichten zu erzählen. Mein Vehikel dafür ist die Photographie. Gleichzeitig ist es wunderbar zu sehen, wie die Begeisterung dafür auf andere überschlägt, wie erst kürzlich bei meinem Projekt ‘With our own eyes’ in Rwanda (http://www.withourowneyes.org).

    Danke für den Artikel, Martin. Hat viel Wahres…

  17. Ich glaube Martin und ich hatten da schon einmal eine ähnliche Diskussion.

    Die Selbstdarstellung im Internet (gerade was Fotografen anbelangt) wird immer als etwas sehr negatives wahrgenommen. Sicherlich hat es einen faden Beigeschmack, wenn jemand immer im Mittelpunkt stehen möchte.

    Allerdings sehe ich das mittlerweile von einer anderen Warte aus. Zum einen wird man im Web nicht dazu gezwungen auf solche Leute zu achten; d.h. wenn man das wirklich als so störend empfindet muss man diesen Leuten nicht auf Twitter followen oder sie in seinen Flickr Kontakten haben. Zum anderen, und das ist der weitaus wichtigere Teil, setze ich diese Form der Selbstdarstellung mittlerweile mit Eigenwerbung, bzw. eigener PR-Arbeit gleich. Als Fotograf will man mit seinen Werken wahrgenommen werden. Man geht nicht raus, fotografiert stundenlang und bearbeitet die Bilder dann endlos um sie im stillen Kämmerlein ungesehen “verrotten” zu lassen. Ein anderer Aspekt ist sicherlich auch, dass Leute wie Lara Jade, Nirrimi und Linsay Adler bewiesen haben, dass diese Eigen-PR viele Türen öffnen kann; Türen die weit, weit über das Schmeicheln des eigenen Egos hinausgehen und für manche vielleicht ernsthafte Karrierechancen bieten. Klar ist, dass jeder klein anfängt und viele sich schwer tun sich selbst richtig einzuschätzen und ungerechtfertigt auf dicke Hose machen.

    Auch hier macht immer noch der Ton die Musik.

  18. danke für den Blog hier. Habe mir jetzt einige Artikel hier durchgelesen und es macht wirklich spaß das zu lesen. Die ganze Woche warte ich schon darauf den Schnee zu nutzen und Fotos machen zu gehen. Gleich gehts los und durch den blog noch motivierter als ich vorher schon war.

    Denke das geht nicht nur mir so.

    Also Ziel erreicht würde ich mal sagen ;)

    und werde natürlich weiterhin hier dran bleiben.

  19. @Kosmow: Danke für Deine Rückmeldung, Malte. Finde ich gut, dass Du hier Deine Position mit einbringst!

    Klar ist, dass ich das aus einer etwas anderen Richtung sehe… Für mich stellt sich hier die Frage, wie weit die Selbstdarstellung geht. Wenn ich zeige, was ich kann, heißt das noch lange nicht, dass ich nur auf mich fixiert bin. Grade weil wir übers Internet (und offline!) die Möglichkeit haben, unsere Fotos zu zeigen, sollten wir das auch tun – und wie Du sagst, der Ton macht die Musik.

    Erfolgreich zu sein ist keine schlechte Eigenschaft! Doch wenn wir sonst nichts mehr sehen ausser unser Ding, dann werden wir egozentrisch (und auch so wahrgenommen) – und ich finde, dass kein Erfolg dieser Welt es rechtfertigt, sich so zu verhalten.

    Egal wie weit hinaus man will – wenn man dabei Rücksichtnahme, Respekt und Freundlichkeit (oder wie oben beschrieben einfach mal “Danke” sagen) verliert ist das eine Sache, die ich nicht für gut heißen kann. Auch nicht aus Marketinggründen.

    Da ist mir ein freundlicher, offener, und evtl. zurückhaltender Fotograf lieber, der nur halb so viel erreicht hat, wie ein egozentriker, der doppelt so weit gekommen ist (die Kunden können darüber sicher ein Lied singen).

    Weisst Du, wie ich meine?

    @Robert: Go for it!

  20. Und alle so, yeah! YEAH.
    Martin, der Nagel ist versenkt. Aber was sollen wir denn machen wenn DIE GANZE Welt unsere GENIALITÄT verkennt, unsere Fotos mit Nichbeachtung straft, keine Faves reingehen.
    Im Ernst, das Bedürfnis nach Anerkennung ist ein menschliches Grundbedürfnis. Es liegt vielem von dem was wir tun zugrunde und ist eines der stärksten sozialen Motive.
    Aus sozialwissenschaftlicher Sicht ist dieses Motiv auch unerlässlich um überhaupt soziale Kohäsion zu erzeugen. Wir sind auf andere angewiesen um unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen, als Kinder im strengen Sinn von den Eltern, als Erwachsene im strukturellen Sinn durch wirtschaftliche und soziale Ligaturen. Nur so mäßigen wir uns im Umgang und unterdrücken egoistische Bestrebungen.
    Künstler (als Habitus gemeint) sehen sich oft ausserhalb bestimmter gesellschaftlicher Ligaturen, teils weil dies definierender Bestandteil des Habitus ist, zum anderen weil künstlerische Lebenszusammenhänge und Wirtschaftszusammenhänge anders funktionieren. Purifiziert haben diesen Habitus die Existenzialisten in der Mitte des letzten Jahrhunderts, wobei es hier große Unterschiede in den Gesellschaftsanalysen etwa eines Sartre oder eines Camus gibt. Lesenswert: Der Mythos von Sysiphos.
    Und als Kontrastprogramm vielleicht etwas Laotse?

  21. Ich weiß was du meinst Martin und ich sehe das genauso. Ich denke das ist für mich in erster Linie eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Sofern die Eigenwerbung gerechtfertigt ist, weil durch Können untermauert, habe ich da selten Probleme. Auch wenn es da sicherlich wieder Unterschiede gibt.
    Leute wie Zack Arias, Melissa Rodwell und Chase Jarvis schaffen es dabei noch authentisch und sympathisch zu bleiben. Meiner Beobachtung nach schießen da gerade “die jungen Wilden” gerne mal über’s Ziel hinaus. Vielleicht oder wahrscheinlich sogar auch eine Frage des Alters.

  22. Das ist nicht nur ein Ding von Fotografen…In allen kreativen Bereichen- also Bereichen, die etwas Vorzeigbares hervorbringen- sucht und labt man sich gerne an positiven Reaktionen.

    La Rochefoucauld: “Der Eigennutz spricht jede Sprache und spielt jede Rolle, selbst die der Uneigennützigkeit.”

  23. Ich finde, dass so etwas jeder anderst sieht….und man darüber endlos diskutieren könnte…

    …und würde mir in zukunft mehr Künster Vorstellungen wünschen (welche, die nicht verstorben sind), ich weiss dass du eigentlich immer die Browser fruits machst und ab und zu sich auch mal jemand im interview vorstellen darf (Siebe) – andere Fotografen, Joey Lawrence, Dave Hill, etc wären aber auch interessant. Und die geben wahrscheinlich keine Interviews wegen Zeitmangels… trotzdem wären ein paar Künstlervorstellungen sehr interessant.

    Ausserdem würde ich mir mehr Photoshop tutorials wünschen… Lightroom ist gut und schön, aber im Endeffekt auch nur eine abgespeckte Version von Photoshop und die aufgemotzte Version von PS Elements….

    grüße

  24. fotografieren ist etwas zu nehmen, aber auch etwas zu geben. Das waren die Gründe, warum ich in einen Fotoclub eingetreten bin. Gemeinsam mit anderen was schaffen, von Erfahrungen anderer zu profitieren, aber auch mein eigenes Wissen mit einfließen zu lassen, damit auch andere was davon haben. Freundschaften pflegen und neue gewinnen.
    Das ist auch für mich ein Kriterium, was den Spaß an der Fotografie vergrößert.
    VG Carsten

  25. Ich denke man muss hier ein gesundes Mittelmaß finden. Wie so oft.

    Ich weiß noch all zu gut, wie viel meines heutigen Wissens ich aufgrund der mitteilungsfreudigkeit anderer erlangt habe.
    Klar, mir hat nicht eine Person alles beigebracht, aber duch lesen von Blogs, allgemein im Internet, schauen von Videos, ausprobieren und vor allem reden mit Gleichgesinnten bin ich auf dem Wissensstand, den ich heute habe.

    Wann immer ich sehe das ich jemandem, der daran interessiert ist, Wissen vermitteln kann, mache ich dies auch. Denn ich weiß wie dankbar ich dafür war und bin.

    Ebenso gibt es aber auch Personen, bei denen man ganz schnell merkt das es entweder keinen Sinn macht oder man ausgenutzt wird. Hier kann und sollte man sich seine Worte sparen um nicht frustriert davon ziehen zu müssen. (Meine Erfahrungen)

    Aber allgemein zum Thema:
    Ich glaube bei vielen kommt es darauf an wie verbissen sie es sehen udn was sie erreichen wollen.
    Fotografiert man um damit möglichst viel Geld zu verdienen und Berühmt zu werden, dann ist die Fotografie nur ein Werkzeug und Mittel zum Zweck. Und diese Leute kommen wohl auch mit der ICH Einstellung weiter!

    Fotografiert man aus Liebe zum Fotografieren selbst und zu den Bildern, und versucht dafür Liebhaber und Fans zu finden (die eventuell auch etwas dafür bezahlen) dann ist die ICH Einstellung wohl eher kontraproduktiv.

    Ich denke es kommt hier immer auf den Blickwinkel und die eigene Intension an.

  26. Siehste! Und das ist das Schöne daran, wenn man die Fotografie als Hobby betreiben kann oder muss. Mittlerweile habe ich mich sogar dran gewöhnt, dass ich in der FC nur eine handvoll Anmerkungen bekomme. Kritisiert wird man dort ja eh nur selten. :-) Und meine Fotos verschenke ich sooo gerne, natürlich ohne Signatur. LG Frau Zausel

  27. Ich will mal provokativ entgegen fragen: In welchem anderen Job oder Lebensbereich ist das nicht so? Will ich beim Fußball nicht auch der Beste sein, das Siegtor schießen, in der Elf des Tages stehen?
    Will ich im Beruf (keinBerufsfotograf) nicht auch das beste Ergebnis erzielen und dafür Lob erhalten, Anerkennung, passende Entlohnung etc.?
    Ich glaube, das ich völlig normal, dass der Mensch wettbewerbsgetrieben ist, nach dem Besten sucht und der Beste sein will.
    Leider gibt es viele, die den Sinn für die Realität verlieren (das ist bei DSDS wieder eindrucksvoll zu beobachten).
    Daher sollte man Lob ruhig annehmen und Stolz drauf sein, aber sich eben auch nicht zu sehr aufdrängen und weiterhin sich damit beschäftigen, sich zu verbessern. Das ist für mich ein ganz normaler Kreislauf, nichts egozentrisches, solange man eben seiner Umgebung zuhört und Ihnen genauso viel Respekt, Lob, Kritik etc. zukommen lässt, wie man es für sich selbst erwartet oder erhofft.

  28. In der vor-Web 2.0-Ära gab es eine sehr aktive Newsgroup, die de.rec.fotografie (news:de.rec.fotografie). Diese Newsgroup gibt es heute noch, sie ist auch noch aktiv, aber vieles hat sich inzwischen in diverse Foren verlagert.

    Vor über 10 Jahren haben wir mit einigen Leuten ein Usertreffen organisiert. Dort kam die Frage auf, ob denn auch Amateure zum Treffen kommen können. Die einhellige Meinung war, dass das unbedingt erwünscht war. Nicht nur Amateure können von den Profis lernen, sondern auch umgekehrt. Und natürlich sind auch blutjunge Amateure dort sehr gerne gesehen.

    Viele Profis haben auf diesen Treffen kostenlos Workshops angeboten, sind vor Ort fotografieren gegangen und haben ihr Wissen einfach aus Freude an der Fotografie an die Wissbegierigen weiter gegeben.

    Damit sich auch User aus Deutschland (und Österreich / der Schweiz / den Niederlanden) die Fahrt zum Treffen leisten können, wurde ein freiwilliger Spzialtopf eingerichtet, in den diejenigen, die etwas mehr Geld zur Verfügung haben, einen frei wählbaren Betrag einzahlen können. Daraus kann dann jeder bei einem Gremium einen Zuschuss beantragen – natürlich komplett geheim.

    Sowohl die Tatsache, dass jeder von jedem lernen kann, als auch die Solidarität unter den Usern der Newsgroup ist auch heute noch ein Qualitätsmerkmal dieser Treffen, die jetzt inzwischen ins 13. Jahr gehen. Und ich freue mich jedesmal, alte Bekannte, nette Kollegen und auch neue Gesichter zu treffen.

    Es ist heute enorm wichtig, sich ein Netzwerk aus Freunden, Bekannten, Kollegen und auch aus Konkurrenten aufzubauen. Solche Treffen, Foren und auch kwerfeldein.de mit seinen tausenden von Lesern, tragen enorm dazu bei, dass man immer wieder neue Facetten der Fotografie und neue Kollegen kennenlernt.

    Ich kann für mich nur sagen, dass ich bei diesen Treffen enorm viel gelernt habe. Ich habe inzwischen viele Fotografenfreunde weltweit. Viele kommen auch – wenn sie mal in Hamburg sind – nur mal eben auf einen Kaffee vorbei. Ebenso natürlich auch umgekehrt.

    Ohne die Erfahrung von anderen kommt niemand mehr aus. Und wer von den jüngeren Fotografen kann denn heute noch selber im Fotolabor einen Film entwickeln oder einen Barytabzug anfertigen? ;)

    (Uff – ich habe fertig.) :D

  29. schöner artikel martin!

    und ich stimme t0m da in soweit zu das man ggf versuchen soltle ein mittelmaß zu finden. aber ich würde nicht gleich behaupten das der, der versucht damit geld zu versienen und berühmt zu werden absolut keine “künstlerischen” oder kreativen ambitionen hat. es kommt halt auch immer drauf an. ich halte auch nichts von den sich sehr wichtig vorkommenden selbstdarstellern die die fotografie als mittel zum zweck sehen, aber das mittelmaß sollte mir schon gestatten ein geschäft um meine leidenschaft aufzubauen. eigentlich genau so wie gary vaynerchuk es auch so schön immer sagt. (und t0m ich wollte jetzt nicht sagen, das du es genauso gemeint hast :-) hab nur einen kleinen schritt weitergedacht).

    aber martin, ich persönlich glaube das die tendenz eher dahin geht das die leute durch die vernetzung und das ganze social media gebilde sensibler für das alles werden.
    grade hier in deutschland sind wir ja noch recht am anfang des ganzen und das muss sich erst einspielen, aber alleine schon der fakt das ich soviele tolle fotografen über das internet (twitter, flickr, deine seite, etc…) kennengelernt habe und das soviele nette und offene menschen dabei sind und es irgendwie auch immer mehr werden ist für mich eher ein zeichen für eine positive entwicklung. grade weil es in der fotografie soviele snobs gibt/gab und die “neue” generation (alterunabhängig) durch das internet anders sozialisiert wird.

    lg
    teymur

  30. am meisten an dieser ich-bezogenheit nerven mich diese ganzen selbstportraitierer auf flickr.

    als würde es nichts anderes auf der welt geben als sich selbst ins szene zu setzen und abzulichten.

    passt irgendwie auch in diesen kontext, wie ich finde.

  31. @yashin kann ich auch nicht 100% zustimmen… da gibts halt auch wieder solche und solche… und das sage ich jetzt nicht nur weil ich ein seit dieser woche ein eigenes selbstportät projekt angefangen habe… Sps sind eine spezielle form der fotografie und man damit sachen aussagen die durch ein “normales” porträt ggf nciht so rüberkommen, aber auch (wie in meinem fall) hilft es sich kreativ und technisch zu entwickeln. aber sicherlich gibt es auch die reinen selbstdarsteller unter denen… auch recht viele :-)

  32. Blogartikel dazu: Lesestoff 08/01/2010 | ich:AG

  33. Toller Artikel. Dem ein oder anderen steht es sicherlich ganz gut sich darüber einmal Gedanken zu machen.

    Mich selber hat allerdings besonders ein Abschnitt angesprochen:

    “Wann habe ich das letzte Mal jemandem ein Foto geschenkt? Also ich meine nicht zu Weihnachten.. Einfach so, um der Person einen Gefallen zu tun und weil ich weiß, dass sie sich freuen würde?”

    Ich finde die Idee total schön. Vielleicht werde ich mir angewöhnen einfach mal ein paar Fotos mehr auszubelichten. So habe ich Zweifel ein Abzüge, die ich auch spontan verschenken kann!

  34. Klar stelle ich mich in den Mittelpunkt. Als begeisterter Hobbyknipser möchte ich etwas schaffen, auf das ich stolz sein kann. Das heißt aber nicht, dass ich kritiklose Bewunderung verlange. Im Gegenteil: Das Wissen um die eigenen Unzulänglichkeiten und der Wunsch nach Perfektion wecken in mir den Wunsch nach konstruktiver, gerne auch harter Kritik, die mich reflektieren und dadurch weiterkommen lässt. Auf Lobhudelei in den fotocommunity(s) reagiere ich nicht mal mehr – bin aber traurig, dass da kein ernstzunehmendes Feedback kommt. Meine Kritik an anderen Bildern habe ich eingestellt, nachdem ich ignored und beschimpft wurde – obwohl ich immer sehr sachte und wohlwollend kritisiere.

    LG, Oli

  35. a) Komm jetzt Gommel. Du hast ein riiiiesen Publikum und mit dem kannst Dich messen, zudem
    b) bekommst Du von 90% des Publikums Bauchpinseleien und das tut gut.

    Steh dazu, blogge weiter und lass die Kritik weiterhin so zu.

    • @Der Bebilderer: Du, das kommt ganz drauf an. Wenn ich Zeit dazu habe, dann beispielsweise bei Depone, Tautoko, Stylespion, Spreeblick, mal bei Visuelle Gedanken oder direkt auf Flickr bei meinen Kontakten…

  36. @Oliver: PS: Die Selbstdarsteller erkennt man z.B. an den Equipment-Auflistungen in der Signatur

    Einspruch euer Ehren.. (aber ich nehme an, das war eh halb im Scherz gemeint, Smiley olé!)

    Ich hab auch in Foren dementsprechende Signaturen, aber nur, weil es manchmal bei technischen Sachen Nachfragen erspart. Mal abgesehen davon dass bei mir eh nix exklusives drinsteht.

    Auch hier gilt: Nicht alle über einen Kamm scheren bitte!

  37. Aus meiner Sicht bietet das Internet eine super Plattform um sich mit Gleichgesinnten abzustimmen und sich gegenseitig Tipps und Ideen zu geben. Wenn der Fotograph nun versucht die Ideen auf sich wirken zu lassen und versucht auf seine Art und Weiße zu verarbeiten können alle profitieren:

    Die Fotographen und die Betrachter der Fotos und damit gewinnt auch das Foto an Qualität…

    Galdo

  38. Sehr, sehr schöner und vorallem meiner Meinung nach vollkommen richtiger Artikel. Solche Sachen machen kwerfeldein.de zu dem was es jetzt ist!

    Mir sind all diese Erkenntnisse in letzer Zeit, nach und nach immmer wichtiger geworden! Und jetzt noch viel mehr!

    Danke für diese tollen Worte!

    Grüße
    Flo

  39. Martin, ich glaube du hast ein bisschen ein ungutes Gefühl, weil du im Internet so präsent bist. Aber das ist halt die heutige Zeit. Man muss mit der Zeit gehen, sonst ist man nicht mehr am Ball …

    Ich finde es auch toll, wie respektvoll hier miteinander geschrieben wird. Deswegen schaue ich täglich rein und lese mir auch gerne die Kommentare durch … langsam komme ich nicht mehr mit ;o) aber ich freue mich jeden Tag über deinen Beitrag.

    Irgendwie sind wir alle Künstler. Wir streben der Fotografie nach. Wir philosophieren über sie… wir möchten die Menschen berühren. Ich glaube, das ist das was man sich davon erhofft, wenn man Fotos online stellt.

    Ich schaue mir immer wieder gerne Interviews mit Fotografen an. Wie sie über die Fotografie und ihr Leben philosophieren. Sie erzählen von SICH! Und ich finde es toll, weil sie so authentisch sind :)

    Die Technik gehört dazu. Und es ist nicht schlecht, wenn wir uns dafür interessieren. Aber wie du sagst, man darf die Leidenschaft und Liebe für den entscheidenden MOMENT nicht verlieren.

    In den letzten Monaten habe ich eines gelernt: Strebe nicht nach Perfektionismus, sondern genieße den Moment und berühre die Menschen.

    Es gibt nichts Schöneres als wenn ich meiner Familie, meinen Freunden oder Kollegen eine Erinnerung (Foto) schenke und sehe, dass sie sich darüber freuen. Genauso ist es mit anderen Betrachtern. Das ist der Grund warum ich fotografiere. Außerdem ist es eine Möglichkeit, das auszudrücken, was man nicht mit Worten erklären kann.

    Da muss ich gleich schreiben: Danke für deine Beiträge, die mich täglich erfreuen und inspirieren!

    Was ist nur etwas schade finde, dass Berufsfotografen so negativ auf Hobbyfotografen reagieren. Nur weil man keine Ausbildung hat, bedeutet es nicht, dass man es nicht machen darf. Sie haben ja einen Vorteil – die Ausbildung. Nicht jeder hatte die Möglichkeit den Berufsweg zu wählen. Muss man deswegen auf etwas verzichten, dass einen glücklich macht? Muss man deswegen weniger wertvolle Arbeiten haben?

    Liebe Grüße

  40. @dogwatcher: bzgl. Signaturenprofilierungsneurose: Ein Bild in der Signatur würde mehr aussagen, ist aber nicht Messbar – die Ausrüstung hingegen schon …

    @Martin:
    Den Stylespion, den kenn ich – alle anderen Links werde ich nun mal Googlen …

    @ Monika: Zu Deinem letzten Abschnitt. Fotograf sein ist ein Beruf. Berufsfotografen mögen nicht, wenn deren Beruf strittg gemacht wird – Strittig, indem eben Billigst resp. Gratisfotografen den Job wegnehmen. Eine Hochzeitreportage von einem Hobbisten geschossen kann durchaus die *erforderlichen* Resultate bringen. z.B. muss der Hobbist die Kamera nicht rechnen. Ergo ist dieser Günstiger und der Konkurrenz schon mal Meilen voraus. Ein Profi muss aber seine Ausrüstung rechnen. Da beginnt der Zwist. Wie soll ich meine xx’xxx Euro Ausrüstung je amortisieren können, trage ich von einem Auftrag einige hundert Euro davon?

    In einem Satz erwähnst Du eine Thematik, die hier durchaus mal aufgearbeitet werden soll. Sie ist Facettenreicher als mein Beispiel obenan, aber beim Geld beginnen viele Probleme.

  41. Vielen Dank für diese Worte!

    angenehme Weise der falschen Demut zu zeigen wie wenig sie doch rockt!

    Es motiviert mich dazu mein schaffen und denken kritisch zu durchleuchten (Dazu gehört auch mal die ehrlich frage an jemanden:”Wie findest du, gebe ICH mich als “Künstler”?!”

    Ich weiß die Antwort wir nicht gefallen!

    So selbstkritisch macht es dieses Genre Unvollkommener, Kühler und damit auch Menschlicher!

    Was nicht bedeutet das alles selbstsüchtig und schlecht ist!

    Zu diesem Beitrag als Teil des gesamten Blogs:

    Ich finde es wirklich einzigartig (und damit will ich dir – Martin – nichts auf den Bauch pinseln!) wie gekonnt hier in Beträgen und Kommentaren nahezu jede Facette des Fotografierens angesprochen wird! Und ich persönlich sehe in der Fotografie einen nahezu vollkommenen Bogen der sich über Emotionen und Technik spannt!

    In diesem Sinne!

    Danke und Gut Nacht!

  42. Ja, auch ich bekenne: Ich bin ein Ego-Mädel :-D
    Mir gehts nicht um künstlerisch perfekte Bilder, mir gehts darum, wie oft meine Pics angeklickt und kommentiert werden und das sich die Leute drum reißen, von mir fotografiert zu werden.
    Wenn man mit Presse-Paß “ganz nach vorn” oder sich neben dem DJ in Position begeben darf, das pusht das Selbstbewußtsein schon enorm, vor allem wenn man erst fünf Monate “Berufserfahrung” mitbringt. Wenn man als einzige Frau unter männlichen Kollegen voll anerkannt und “eingeweiht” wird, ja das macht riesen Spaß. Dennoch bin ich auf dem Teppich geblieben, daß spüren Kollegen und meine “Models”, denn es herrscht bekannterweise das universelle Gesetz von Ursache und Wirkung. Dh bin ich lieb zu meinen Nächsten, sind die auch lieb zu mir.
    Funktioniert bestens!

  43. Blogartikel dazu: Philosophisch gesehen | cgPhotography

  44. @derBebilderer
    Comeon Yves, geiler Komentar. Aber ja, der Fanclub hier ist nicht ohne. Von dem her kann sich der Künstler Martin Gommel eigentlich garnicht beklagen! Aber ich lese hier schon länger mit und die ganzen Selbstzweifel und Fragen sind hier echt wenigstens ehrlich dokumentiert. Haben wir die nicht alle? Die Frage Bin ich ein großer Künstler (und wenn ja wie viele) und ist das auch so in Ordnung? Gehe ich den Leuten mit meinen Fotos eher auf den Zeiger oder sind sie wirklich begeistert? Hey wer stellt sich diese Fragren nicht auch?

  45. super erkannt und noch besser geschrieben :)
    am anfang habe ich schwer geschluckt, blos um dann doch festzustellen das ich zum glück auf dem richtigen weg bin (meistens jedenfalls) ;-) also, der richtig weg, für mich.

  46. Ich schließe mich “Der Bebilderer” aus Post#40 an.

    Zum Thema “Einzelperson helfen”: durch das entfesselte Blitzen und die Dokumentation von Setups hilft man den Leuten, welche in dieses Thema einsteigen oder sich verbessern wollen, enorm. Viele Fotografen hüten ihre Erfahrungen wie einen Goldschatz – ohne Offenheit würde es auch keine Fotoportale wie FotoTV geben. Von Profis lernen, so muss das sein – dafür gebe ich auch gerne ein paar Euros aus.

    Ich finde auch, dass man einen gewissen Egoismus haben, diesen aber nicht als Arroganz wiederspiegeln sollte. Wenn man etwas besonders gut kann, darf man darauf auch stolz sein, und es nach außen hin auch zeigen, das finde ich nur legitim. (Bei Beachtung von o.g. (-; )

    Bilder verschenken ist eine nette Idee, ich beschenke immer meine Modelle mit deren Portraits, da freuen die sich. :-) Sonst wüsste ich keinen – wenn natürlich einer fragt, bekommt er auch das jeweilige Bild – umsonst versteht sich.

  47. Drei Gedanken dazu:

    Blickwinkel: Es ist immer wieder interessant zu lesen aus welcher Warte die verschiedenen Positionen geäuert werden. Als Berufsfotograf oder jemand der mit Fotografie teilweise sein Geld verdient steht man ja unter einem ganz anderem Erfolgsdruck. Ich wundere mich nur immer über die Hobbyfotografen, die so wahnsinnig viel von sich verlangen und das noch nebenbei.

    Subjektivität: Was zeichnet denn ein gutes Bild aus und was entscheidet wie oft es im Internet betrachtet wird? Der Name des Fotografen? Das Motiv? Tags? Technik? Schönheit?… Im Grunde muss das Bild ja auch erstmal gefunden werden. Wer sagt Dir außerdem wie differenziert die Meinung des Kommentierenden ist. Das könnte ja auch irgendein Anfänger sein oder ein Pro, der Dich demotivieren will. Ich denke die Anonymität im internet tut da sein übriges.

    Bescheidenheit: Wahre Worte, man hat sich alles “Selbstbeigebrachte” irgendwo angelesen oder sich inspirieren lassen. Es schadet also sicher nicht sich nicht wie der King aufzuführen und auch mal die eigene Egozentrik beiseite zu lassen und nicht nach guten Kritiken für die eigenen Bilder zu gieren.

    gruß Martin

  48. Martin,
    mal wieder DANKE für einen weiteren tollen Artikel. Ich erwische mich immer häufiger dabei, wie ich deine Blogbeiträge mit Begeisterung aufnehme. Respekt für die offenen Worte!

    Jeder, der sich mit Fotografie beschäftigt, kann sich sicherlich (zumindest teilweise) mit diesem Artikel identifizieren. Auch ich werde ihn noch ein paar Mal lesen und wirken lassen.

    Schöne Grüße aus Karlsruhe :-)

  49. Ich habe etwas sehr Wichtiges vergessen: Von der respektvollen Art, in der hier auch in den Kommentaren miteinander umgegangen wird, können einige Fotoforen noch viel lernen. Lasst uns dieses angenehme Klima beibehalten!

  50. Es scheint hier eh eine etwas andere Art der Kommunikation unter den (Fan-) Lesern zu sein. Man könnte fast sagen, welche es im 98%tigen Rest des Internets so kaum gibt. Meinetr Meinung nach etwas ausergewöhnlich, doch auch wieder bedingt bekannt, wenn es sich sehr um fachbezogene Informations-Publisher dreht (Beispiel der alte Robert Basic Blog oder stefan niggemeier).

  51. Blogartikel dazu: Wochenrückblick KW01/2010 | lens-flare.de - Blog über Fotografie

  52. Seh ich im Prinzip alles ähnlich…wenn Du aber das Wort autodidaktisch benutzt, dann ist es schon autodidaktisch, wenn man die Bedienungsanleitung liest, daraus lernt, sich blogartikel wie diese durchliest, daraus lernt…etc. Auch, wenn man sich von anderen Fotos inspirieren lässt, und dadurch vielleicht besser wird, ist das autodidaktisch.
    Solange mir kein “Lehrer” im eigentlich Sinn persönlich etwas beibringt, ist es autodidaktisch.
    Zumindest versteh’ ich das Wort so. Is aber auch vielleicht Haarspalterei.
    Was das “Rockstar-Getue” angeht, seh ich es auch ähnlich. Aber so ein bißchen Anerkennung schadet ja auch keinem, und auch das bringt einen letztlich weiter, denn es motiviert einen ja, wenn anderen Leuten die eigenen Bilder gefallen…
    Blöd wirds dann erst, wenn jemand als Motivation angibt: “Ich will berühmt, bekannt werden”

    Achso, ich BIN Künstler, weil ich fotografiere, weil ich meine Fotografie als kreativen Ausdruck meiner Emotionen, Gedanken, Meinung sehe. Deswegen seh ich mich aber nicht als Rockstar.

  53. @dogwatcher:

    Einspruch stattgegeben. ;-)
    Es gibt aber ein paar Kandidaten, von denen ich es definitiv weiß.

    Thema Perfektionismus: Mein Thema sind nicht People, sondern Landschaft. Da ist Perfektionismus in Bezug auf Bildwinkel, Ausschnitt, Licht etc. durchaus berechtigt. Ich bin weit davon entfernt perfekt zu sein, aber nur wenn ich mir hohe Ziele setze, kann ich mich in diese Richtung weiterentwickeln.

  54. Interessanter Artikel… der mich sehr nachdenklich gemacht hat.

    Von Natur aus bin ich (ICH ;) ) ein ziemlich gutmütiger Mensch. Ich bin dankbar für alles, und (da es hier um Fotografie geht) auch für alles, was mich darin unterstützt hat meinen Weg der Fotografie gehen zu können. Zum Beispiel meinem damaligen Lehrer In Fotodesign – ich habe von ihm alles über Blende etc. gelernt. Meinen Freunden, die mir die 350D geschenkt haben, weil ich kein Geld hatte. Den vielen Communities im Internet, auf denen ich so unglaublich viele Inspirationen gefunden habe, die mein kreatives Denken erweitert haben – und das immer noch tun. Wie du schon sagtest wäre es sehr naiv und undankbar zu behaupten, alles käme aus meiner eigenen Hand und meinem Kopf.

    Wenn nun aber ein Laie mir die Frage stellt, woher ich das alles kann, dann sage ich meistens wirklich “habe ich mir selbst beigebracht” oder “habe ich alles so mit der Zeit gelernt..” etc. Und wieso sage ich das? Ich denke, weil ich einfach keine Ausbildung in Fotografie habe. Ich hatte ja immerhin den Willen dazu, das alles zu lesen, lernen, auszuführen. Und weiterlernen, ausprobieren, löschen, und noch einmal von vorn zu beginnen :) Natürlich würde ich das zu einem Fotografen nicht sagen, denn der weiß meistens, welche Einflüsse da mitspielen. Ein Laie nicht.

    Ich habe bemerkt, dass ich etwas zu abhängig davon bin, wie viele Kommentare ich auf ein Foto bekomme und wenn eine gewisse Anzahl (oder Favoriten bei DevArt) an Kommentaren nicht vorhanden ist, muss das Foto schlicht und einfach schlecht sein und ich nehme es manchmal wieder raus, weil ich mich plötzlich dafür schäme – mit dem Gedanken “wie konnte ich nur glauben, dass das gut ist”. Ob das nun totaler Schwachsinn und Egoismus ist (im Sinne von: meine Fotos MÜSSEN gut sein, dann bekomme ich auch Anerkennung und Bestätigung) oder ebenfalls ein Lernprozess – für mich als Mensch und für mich als “Künstler” – weiß ich noch nicht.

    Ich bin der Meinung, dass in Zukunft viele Menschen grausam egoistisch, undankbar und viel ich-bezogener werden, als heute. Und das fing schon vor langer Zeit an, schlich sich ein und inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem man es offensichtlich bemerkt, es bekämpfen und rückgängig machen möchte. ..

  55. Blogartikel dazu: An alle Fotografen. Kann mir jemand helfen? »Informationen rund um Ebay

  56. Blogartikel dazu: Ich, der KÜNSTLER! « Saschagrafie

  57. Blogartikel dazu: Ich, der Künstler | Webregard - Watch the Web

  58. Blogartikel dazu: Ressentiments in der Fotografie-Community: Eine Stellungnahme mit Ausblick | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel

  59. Man kann Kunst auch sehr wertschätzen, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Ich bin absoluter Kunstfanatiker, empfinde die meisten Künstler aber als ziemlich schreckliche Menschen. Weiß nicht, wie es da bei Dir steht ;), aber meine Kunst ist mir absolut heilig, ich als Person muss mich aber deswegen nicht in irgendeinen Mittelpunkt drängen. Im Gegenteil.