15. Dezember 2009 Lesezeit: ~5 Minuten

Bildvorstellung von Martin Wolf: Another World

Hallo liebe Leser von Kwerfeldein.de! Heute möchte ich euch gerne mein Foto „Another World“ vorstellen.  Ich werde etwas zur Entstehungsgeschichte, den Kameraeinstellungen und zur Postproduction erzählen.

Entstehungsgeschichte

Das Foto ist Ende September 2008 im Schlosspark Wilhelmsthal, in der Nähe von Kassel, entstanden. Eigentlich waren ganz andere Fotos an diesem Morgen vorgesehen. Ich hatte eigentlich geplant den Sonnenaufgang mit hoffentlich vorhandenem Nebel in diesem Park zu fotografieren und eher fröhliche, lebensbejahende, helle Fotos zu machen.

Am Abend vorher habe ich also die Akkus geladen, den Rucksack gepackt, mir warme Kleidung rausgelegt und natürlich den Wecker gestellt.  Ich habe festgestellt, dass diese Planung durchaus wichtig ist, wenn man zu Sonnenaufgang schon am richtigen Ort sein will, da man sonst die Hälfte im Halbschlaf vergisst und sich nachher in der Kälte ohne Handschuhe oder lange Unterhose wirklich ärgert.

Am nächsten Morgen also früh aus dem Bett, ins Auto und los zum Schlosspark. Dort angekommen war ich noch guter Dinge. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die Sonne sich an diesem Morgen nicht zeigen würde und selbst wenn, die Bäume rings herum viel zu hoch sind um die aufgehende Sonne zu sehen.

Aber wenn man schon mal da ist, packt man die Sachen ja auch nicht wieder ein und fährt nach Hause. Also bin ich den ganzen Park abgelaufen und habe versucht das Beste draus zu machen. Und ich hatte Spaß dabei, was ja bekanntlich das Wichtigste ist.

Und dann auf den letzten Metern sozusagen, als ich schon fast die Kamera wieder in den Rucksack gepackt hatte, habe ich mir die Szenerie noch mal angeschaut und dann ist das Foto entstanden, welches ich euch hier vorstelle.

Ich mochte die Linien, die den Blick durch das Bild leiten und ins Zentrum führen. Außerdem tauchte der Nebel alles in ein etwas mystisches Licht, was das Motiv gleich noch viel interessanter machte.
Ich hatte schon hier eine vage Vorstellung davon, was ich aus dem Bild nachher in der Postproduction machen wollte.

Kameraeinstellungen

Fotografiert habe ich mit meiner damaligen Canon 350D auf einem Stativ und dem Kit Objektiv mit einer Brennweite von 18mm bei ISO 100 und einer Belichtungszeit von 1/160 Sek. bei Blende f/3,5.

Wenn ihr schon ein bisschen länger fotografiert und mitgedacht habt, werdet ihr euch sicher fragen, warum ich eine Blende von 3,5 wählte, wenn ich doch ein Stativ benutzt habe und somit vor Verwacklern geschützt war.

Und die Antwort ist, ich weiß es nicht. Möglicherweise war es mein damaliges Unwissen oder ich habe einfach nicht aufgepasst. Mir ist es jedenfalls im Nachhinein schleierhaft. Eine 7er oder 9er Blende hätte dem Foto sicher auch gut gestanden.

Allerdings bin ich auch so mit dem Foto sehr zufrieden und ärgere mich deshalb nicht wirklich über diesen Fehler.

Postproduction

Die Bearbeitung des Fotos hat komplett in Lightroom 2 stattgefunden. Vom Import aus der Kamera bis zum Export für diesen Gastartikel. Mein Ziel war es, ein mystisches, fantasyartiges Foto zu erschaffen, das vom Look and Feel her an einen Fantasyfilm wie „Der Herr der Ringe“ erinnert und den Betrachter mitnimmt in eine andere Welt.

Das war auch der Grund für das 16:9 Format des Fotos. Ohne weiter darüber nachzudenken ordnet unser Gehirn allein durch das Format ein Foto leichter in diese Ecke ein.


Links:
Ich habe das Bild stark entsättigt, die Belichtung etwas nach unten geregelt, die Lichter allerdings noch etwas weiter aufgehellt. Um zu verhindern, dass die Lichter ausbrechen und keine Zeichnungen mehr vorhanden ist, habe ich mit dem Wiederherstellungsregler etwas entgegengewirkt.

Weiterhin habe ich die Klarheit des Foto stark erhöht, was die Konturen und Strukturen besser hervorbringt. Hier wäre möglicherweise mit einer größeren Blendenzahl bei der Aufnahme, etwas weniger Anpassung nötig gewesen.
Außerdem noch ein paar kleine Anpassungen des Kontrasts, des Schwarzpunkts, etc.


Mitte:
Was dem Bild aber den besonderen Look verleiht ist die Teiltonung.
Hierbei hat man die Möglichkeit die Lichter und Schatten eines Bildes in unterschiedlicher Farbe und Sättigung zu tönen.
Meine Wahl fiel hierbei auf einen etwas dreckigen Gelbton für die Lichter und einen Blauton für die Schatten. Beides in relativ geringer Sättigung.

Um den dunklen, dramatischen und geheimnisvollen Look noch weiter zu unterstreichen, habe ich noch jeweils von oben und von unten einen Verlauf ins Bild gezogen, der abdunkelnd wirkt. Das hilft außerdem den Blick ins Zentrum des Fotos zu führen und unterstützt somit die ohnehin schon vorhandenen Linien.

Rechts:
Zusätzlich dazu hat das Foto noch eine starke Vignette bekommen. Dann noch ein bisschen nachgeschärft et voilà, fertig ist das Foto!

Wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt, vielen Dank für’s Lesen! Ich hoffe ihr hattet Spaß dran.

Sollten noch Fragen offen geblieben sein, zögert nicht sie zu stellen!

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