Kwerfeldein
10. Dezember 2009 Lesezeit: ~ 5 Minuten

Digitale Panoramafotografie – Das Praxisbuch

Kleine Vorgeschichte: Heute wird Euch Tom Kreatschmer (@kraetschi) ein Buch über Panoramafotografie vorstellen. Warum gerade Tom? Nun, wenn Ihr Euch erinnert, ist Tom selbst Panoramafotograf und hat dazu auch hier schon den ein oder anderen Gastartikel veröffentlicht. Meiner Meinung nach ist er jemand, der qualifiziert dazu ist ein solches Buch fachkundig zu rezensieren und deshalb gebe ich nun das Wort ab an Tom.

Ich bleibe dabei: Panoramen rocken! Wie schön, dass es anderen Leuten mit einer Neigung zur Fotografie auch so geht. Einer von Ihnen ist Thomas Bredenfeld. Ein Praktiker wie er im Buche steht – im wahrsten Sinne des Wortes.

Wer den Autor von seinen anderen Publikationen kennt, weiß was ihn da erwartet. Und allen anderen möchte ich das Panoramabuch* hier ein wenig vorstellen.


Details

Titel: Das Praxisbuch – Digitale Panoramafotografie
Autor: Thomas Bredenfeld
Verlag: Galileo Design
Inhalt: 358 Seiten
1. Auflage: 2010
Preis: 39,90 EUR

Inhaltsverzeichnis im groben Überblick

1. Einführung: Geschichte, Kameratechnik, Panoramatypen
2. Aufnahme: Panoramen, Hardware, Probleme und Tipps
3. Produktion: Verwaltung, Vorbereitung, Stitching, Praxis, Konvertierung, Nachbearbeitung
4. Ausgabe: Web, Druck
5. HDR-Panoramen

Mein Eindruck vom Buch

“Das spannende an der Panoramafotografie ist die Mischung aus Fototechnik mit ihrer Hardware, den speziellen Aufnahmeverfahren und einer spezialisierten Form der Bildbearbeitung, die unterschiedlichste Software erfordert.”

Diesem Satz aus dem Vorwort wird Thomas Bredenfeld wirklich gerecht. Da es um ein komplexes Thema geht und viele detaillierte Arbeitsschritte erforderlich sind, kommt die feine Gliederung des Inhalts – sie nimmt immerhin 6 Seiten am Anfang des Buches ein (!) – gerade recht. Dabei geht Thomas durchaus fair ans Werk: Er zeigt nicht einen einzigen Workflow, sondern legt Wert darauf, “dass die Auswahl der Software möglichst demokratisch ist”. (Zitat)

Zu Beginn werden nach einem kurzen historischen Abriss die technischen Basics geklärt. Welche Kameras kamen und kommen zum Einsatz? Worauf ist prinzipiell zu achten? Welche Typen von Panoramen gibt es?

So ausgestattet geht es ans Eingemachte: Sehr ausführlich werden die einzelnen Bestandteile des Equipments vom Stativ über den Nodalpunktadapter bis zum Objektiv vorgestellt. Spätestens hier wird klar, dass der Autor auch viel Ahnung von Physik hat und sie durchaus gekonnt einarbeitet.

Den weitaus größten Teil des Buches nimmt der Abschnitt über die Software ein. Hier kommen zunächst für Verwaltung und Vorbereitung die üblichen Verdächtigen Adobe Photoshop und Lightroom zum Einsatz. Spannend dabei ist, dass diese Programme aus einer vielleicht ungewohnten Perspektive betrachtet werden: Es geht um optimierte Workflows für die stapelweise vorliegenden Einzelaufnahmen.

Für den weiteren Verlauf vom Stitching über die Konvertierung bis zur Nachbearbeitung und Ausgabe stellt der Autor eine Menge unterschiedlicher Werkzeuge vor. Es bleibt dennoch bei der eingeführten Detailtreue und einem gut nachvollziehbaren Workflow, der aufkommende Möglichkeiten und Probleme fair anspricht und Lösungen anbietet.

Speziell an dem Buch ist dreierlei:

1. Neben einem durchgängig lesbaren Text, einerseits 12 konkrete Workshops enthalten sind, die mithilfe der mitgelieferten DVD-ROM selbst nachgebaut werden können.

2. Auch speziellere Themen wie HDR-Panoramen oder 3D-Programme finden einen Platz, die vielleicht für einen puristischen Fotografen eigenartig anmuten, aber definitiv für so manches “Heureka!“sorgen.

3. Der Autor pflegt auch eine eigene Webseite zum Buch , auf der die webmäßige Darstellung der praktischen Beispele, aber auch aktualisierte Infos zu Software und zahlreiche Links online stehen.

Nun muss man zugeben, dass es sich hier nicht um ein “Bilderbuch für Große” handelt. Vielmehr ist es ein Buch von einem Praktiker für Praktiker geschrieben. Praktiker, die nach dem Hintergrund fragen und in die Details vordringen wollen, werden gut versorgt. Die illustrierten Fotos und Screenshots werden zu essentiellen Begleiter für ein tieferes Verständnis. Allerdings hat es sich der Fotograf und Künstler nicht nehmen lassen, im Buch auch ein paar ausklappbare Panoramen von bis zu 80cm Breite unterzubringen – und das ist als Motivation auch gut so.

Außerdem kann man das Buch auch noch auf eine ganz andere Form erleben: Anders als bei manch nüchterner Anleitung ist der Fließtext hier ganz lebendig und immer wieder durch Bilder am äußeren Rand (oder über die ganze Seitenbreite) unterbrochen. Dadurch erleichertert sich das freie Blättern und Hängenbleiben bei spannenden Themen, die man dann am besten gleich selbst am Computer ausprobiert. Die Informationshappen sind dabei oft nicht länger als eine bis eineinhalb Seiten, womit das zu einem kurzweiligen Vergnügen wird.

Fazit

Er hat es wieder getan. Bredenfeld hat ein Buch geschrieben. Besonders beeindruckend dabei ist, dass er die menschliche Größe hat, seine Erfahrung und sein Wissen wirklich zu teilen.

“Logisch, wenn er ein Buch schreibt”, werdet ihr vielleicht sagen. Aber ich habe leider schon zu viele Menschen erlebt, die ihre Hand wie in der Grundschule schützend vor das Schularbeitenheft halten, um den Banknachbarn nicht abschreiben zu lassen. Erstaunlicherweise auch in Büchern. Und das ist mit Verlaub wohl kindisch (im negativen Sinn), oder?

Damit hat Thomas Bredenfeld es also verstanden, dass technisches Know-How wirklich für alle da ist. Panoramafotografie ist keine Alchemie, sondern es kommt auf das persönliche Engagement an, beeindruckende Panos zu “zaubern”. Daher kann ich das Praxisbuch Digitale Panoramafotografie* sowohl Einsteigern als auch Fortgeschrittenen empfehlen – da kann jeder, den das Thema fasziniert, noch etwas lernen.

*Dies ist ein Affiliate Link. Martin bekommt eine kleine Provision, wenn Ihr darüber etwas bestellt – wobei Ihr selbst keinen Cent mehr bezahlt.

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11 Kommentare

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  1. Blogartikel dazu: Tweets die Digitale Panoramafotografie – Das Praxisbuch | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel erwähnt -- Topsy.com

  2. Panoramafotografie. Auch interessant :D Wenn ich wieder in Deutschland bin, muss ich glaube erst mal entscheiden in welche Richtung ich weiter will. Danke @Martin, dass du auch andere Bereiche der Fotografie anschneidest. Hilft mir mehr als nur aus deinem Landschafts-Hochzeits-Bereich zu schöpfen.

  3. @Niels die DVD ist schon ein wenig älter (2006) wird aber wahrscheinlich bald komplett neu produziert. Welches für dich besser ist, kommt wahrscheinlich hauptsächlich auf deinen persönlichen Lerngeschmack an. Sollte sich aber trotz Überschneidungen auch gut ergänzen.

  4. Schöne Buchvorstellung!
    Man merkt auch gleich das die Rezension von jemandem kommt, der schon etwas tiefer in der Materie steckt. Zeigt somit das das Buch wohl auch für nicht mehr so blutige Anfänger geeignet ist und weiterführende Tipps beinhaltet.
    Hört sich aber recht “technisch” an, das Buch. Oder kommt das nur so rüber?

  5. @t0m “Technisch” finde ich es schon, aber durchaus fair bei diesem Thema. Denn es geht um die praktische Durchführung der Aufnahme und Fertigstellung der Bilder. Und da finde ich es einfach super, wenn einer beschreibt, was einzelne Regler bedeuten und wie man Herausforderungen in Angriff nimmt. Das ist mir immer zehnmal lieber als die Typen von Autoren, die quasi sagen: ‘Nehmt meine Parameter und die Welt ist in Ordnung, alles andere kann nicht funktionieren.’ Und insofern finde ich es einfach für Praktiker geschrieben. Hope that helps.

  6. Ich kann Galileo-Design nur empfehlen – ich habe das Buch “Makrofotografie” von Björn K. Langlotz. Wenn das Panorama-Buch genauso schick und inhaltlich gut geschrieben ist: lasst es euch unter den Weihnachtsbaum legen. :-)

  7. Blogartikel dazu: voxs photography » Digitale Panoramafotografie – Das Praxisbuch