kwerfeldein
09. Dezember 2009 Lesezeit: ~2 Minuten

Wie Hochzeitsfotografen ihre Zeit verbringen

Naja, das stimmt nicht ganz. Diese Grafik trifft es wesentlich besser:

Wie verbringen Hochzeitsfotografen ihre Zeit? Dieser Frage sind die Jungs der International Society Of Professional Wedding Photographers (oder auch ISPWP) einmal nachgegangen. Sie haben die öffentliche Meinung mit der Realität von 50 Hochzeitsfotografen verglichen, die befragt wurden. Dabei entstanden diese beiden Grafiken – für mich ein guter Grund, das hier mal vorzustellen.

Da ich selbst als Hochzeitsfotograf tätig bin, weiß ich aus eigener Erfahrung, dass es für Aussenstehende machmal gar nicht leicht ist, zu verstehen, was ein Mensch mit diesem Beruf den ganzen lieben Tag macht. Das ist auch gar kein Vorwurf – denn von aussen mag es manchmal tatsächlich so aussehen, wie es die obere Grafik darstellt.

Schließlich sieht man den Fotografen erst mal nur am Hochzeitstag arbeiten (fotografieren). Doch die Realität ist einwenig komplexer und die untere Grafik kommt meinem Alltag schon relativ nahe. Bis auf die Drucksachen und Album Design – das hab ich nicht im Angebot – und den wesentlich größeren Anteil fürs Bloggen könnte ich das so glatt unterschreiben.

Ich finde es wichtig, hier auch zu zeigen, wie der Beruf des Hochzeitsfotografen heutzutage ausfällt, denn die Berufsbezeichnung kann gerne in die Irre führen – ist es doch weit mehr als ausschließlich „Hochzeiten fotografieren“.

Denn gerade junge Leute, die davon träumen, einmal Hochzeitsfototgraf zu werden dürfen auch gerne sehen, wie das dann tatsächlich ist. Ich finde es sehr interessant, wie verhältnismässig wenig die Arbeit wirklich hinter der Kamera passiert – und wie viel man eigentlich vor dem Rechner sitzt. Aber das gehört nunmal dazu – und ist für mich auch kein Problem, schließlich liebe ich die Abwechslung.

Ist das oben gezeigt neu für Euch oder dachtet Ihr Euch das schon?
Macht Ihr manchmal ähnliche Beobachtungen?


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26 Kommentare

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  1. Blogartikel dazu: Tweets die Wie Hochzeitsfotografen ihre Zeit verbringen | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel erwähnt -- Topsy.com

  2. Oh ja!
    Ich denke es sind nicht nur Hochzeitsfotografen die davon betroffen sind. Jeder der mit Fotografie Geld verdient weiß das einfach die Kamera nehmen und abdrücken nur ein kleiner Prozentsatz von der Arbeit ist.
    Das meiste Arbeit sehen sehr viele nicht und einige wollen es noch nicht mal verstehen wen man es ihnen erklärt das da mehr dahinter steckt als nur mit einer Kamera zu Fotografieren.

  3. Na ja, im Grunde genommen sieht die Sache so aus: Wenn die Hochzeit (beispielsweise) 8 Stunden dauert, dann kann man noch mal min. 8–16 Stunden „Nachbearbeitung“ drauf rechnen. Daran sind dann sichten, aussortieren und noch mal aussortieren und finale Bearbeitung drin.

    Anreise, Vorsgespräche, evtl. Objektive/Blitze leihen und „Übergabe“ lasse ich jetzt mal aussen vor, aber hier läppert sich das auch alles schon!

    Von daher ist die eigentliche Hochzeit noch der „angenehme“ Teil… :-/

  4. Doch, aussagekräftige Grafiken (die obere ist wohl die einhellige Meinung der nicht fotografierenden Bevölkerung, oder?).
    Ich denke aber das sich diese auf sehr viele Geschäftsfelder der Fotografie übertragen lässt… Nicht nur auf den Hochzeitsfotografen.
    Dennoch sehen das sehr viele Leute einfach nicht wenn man über das fotografieren redet und sind ganz erstaunt wenn man diese Dinge dann zusätzlich aufzählt.

  5. Hi, guter Beitrag! Ich hab das selbe Erbnis auch erfahren müssen – nein dürfen! Deswegen habe ich den Weg ziemlich schnell wieder zu den Akten gelegt!

    Aber ich sag jetzt einfach mal, dass die Schaubilder nicht nur für Hochzeitsfotografen zutreffend sind – sondern für alle! Aber das relativiert den Beitrag in keinster Weise!

    Ich hab einen heiden Respekt vor allen Fotografen, die trotz aller Admin-Aufwände tolle Arbeiten abliefern und nach wie vor Spaß an der Sache haben!

    Hut ab!

  6. Zunächst finde ich es interessant, dass es eine internationale Gesellschaft für Hochzeitsfotografen gibt – hätte ich nicht gedacht.
    Die erste Grafik finde ich etwas überspitzt, aber ich kann mir schon vorstellen, dass viele Außenstehende, die keine Ahnung von der Arbeit eines Fotografen haben, eine solche Meinung haben.
    Jeder einigermaßen ambitionierte Hobby-Knipser kann sich aber denken, indem er von seinem Workflow auf den von Berufsfotografen schließt, dass wohl die zweite Grafik die Realität ziemlich gut wiedergibt.

  7. Also ich habe bis jetzt 2 Hochzeiten fotografiert und bei mir fällt vieles von den Aufgaben weg. Eigentlich wars bei mir nur Besprechen, Fotos machen, Nacharbeiten am Computer.

    Hatte mir aber schon gedacht, dass es ungefähr so aussieht, wenn man das (Haupt)beruflich macht. Es ist halt Arbeit und nicht nur Spaß.
    Wenn es aber tatsächlich so wäre wie in der oberen Grafik würde ich mir ein wenig mehr „Partying like Rockstars“ wünschen!

  8. Das hätte ich mir mächtig anders vorgestellt!
    Aber andererseits ist das viel reizvoller als ich dachte. Weil es eben ein vielseitigerer Job ist, als es auf den ersten Blick scheint! Aber jetzt wird erst mal fertig studiert, dann erlaube ich mir, über andere Perspektiven nachzudenken. Oh mein Gott. Es sind noch 3 Jahre …

  9. Mir war schon klar, dass es bei Auftragsshootings nicht nur beim Fotografieren bleibt und man ebenso Vor- und Nacharbeit hat. Aber dass der Teil des Fotografierens am Ende doch so wenig vom ganzen Kuchen ausmacht, hätte ich nicht gedacht!

  10. oh ich hätte die grafik gerne mal ohne solche stichwörter wie hochzeit!!! das ist eine perfekte begründung für alle klienten, welche über konstenangebote meckern. „aber wir brauchen sie doch nur für drei stunden zum fotografieren!?“ *grml*

  11. Gedacht, dass mehr als nur Fotografieren dahinter steckt ja. Aber wie groß das Ausmaß sein kann, nein! Ich denke mir fast, dass bei dir social media & blogging noch einen größeren Part einnimmt, als auf der Grafik?!

  12. „Waaas? Das Fotografieren der Hochzeit soll 2000 EUR kosten? Sie sind ja nur 5-8 Stunden da. Das macht ja 300-400 pro Stunde?!“ Das da noch 3 Stunden Einführungsgespräch, 30 Stunden Postproduction und 3 Stunden Adminstratives dranhängen, sehen Kunden nicht und ist erklärungsbedürftig. Und dann liegt der Stundenlohn eben nur noch bei 40-50 EUR, was für einen Selbständigen wahrlich nicht viel ist. Krankenversicherung, Steuern und die Altersvorsorge kosten eben auch Geld. Viel Geld. Gerade die Altersvorsorge, wenn man denn wirklich vorsorgen und im Alter nicht auf Hartz4-Niveau leben will.

    Ich fotografiere selbst nicht kommerziell, aber genau nach dem Schema läuft das in vielen anderen Dienstleistungsbranchen auch. Unbeteiligte haben einen völlig falsche Vorstellung, welcher Aufwand hinter einer Dienstleistung steckt.

  13. Es wäre auch mal interessant zu sehen was sich verändert wenn man die Zeit die für Blogging draufgeht bspw. viertelt, und die dadurch gewonnene Zeit z.B. in Networking oder Marketing steckt. Und ob sich bilanzierbarer Gewinn dadurch ergibt?

  14. Genau so ist es. Das eigentliche Shooting ist meist noch der angenehmste Teil der Arbeit. Wobei das in den meisten Bereichen so ist, man denke nur an die Konzertfotografie. Reine Arbeit hinter der Kamera sind selten mehr als drei Songs, und (fast) jeder beneidet einen darum. Die endlosen Stunden, die man vorher an Telefon und Laptop verbracht hat, um überhaupt fotografieren zu dürfen sieht (fast) niemand.

  15. Guter Einblick … tief im Unterbewusstsein war zwar der Gedanke da, dass Fotograf sein nicht NUR fotografieren ist; aber im Praktischen war das bisher doch (irgendwie) immer meine Vorstellung :P

    @Matthias: o.O Was hat ein Pilot denn groß an anderen organisatorischen etc. Arbeiten zu tun (ich weiß, eine sehr naive Frage, aber mir fällt nicht wirklich viel ein …)