kwerfeldein
03. Dezember 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Portraitpanoramen mit Offenblende

Dies ist ein Gastartikel von Katja Kleinert. Sie studiert Jura im 6. Semester in Berlin, fotografiert seit etwa 2 Jahren und beschäftigt sich momentan intensiv mit dem Thema ‚Panoramen‘. Wer mag, kann sich gerne Katjas Homepage oder den Flickrstream ansehen.

Hallo liebe Kwerfeldein Leser_innen, heute möchte ich euch das Thema „Portraitpanoramen mit Offenblende“ einmal näher vorstellen. Sicherlich habe ich jetzt ein wenig Verwirrung gestiftet. Offenblende bei Panoramen? Portraitpanoramen?

Vielen mag die Problematik schon bekannt sein:

Man möchte einen Menschen und die ihn umgebende Umwelt fotografieren – eventuell auch portraitieren- , aber gleichzeitig ein nettes Bokeh nicht missen.

Speziell beim 50mm/1.8 Objektiv spielt diese Problematik eine Rolle – denn um die Person plus Umgebung aufm Bild zu haben, müssten wir uns schon ein kleines Stück entfernen, womit wir aber wiederum Bokeh einbüßen.

Soll heißen: Person und Umgebung auf dem Foto etwa gleichscharf. Bokeh und Portraiteffekt leiden. Denn gerade bei Portraits möchte man die Aufmerksamkeit ja eher auf dem zu fotografierenden Menschen legen, als auf dem Hintergrund.

Nun, wie kann man dieses Problem adäquat lösen?

Ganz einfach: Mit einem Portraitpanorama.
Es besteht aus mindestens zwei aneinander gefügte Portraits, welche mit einer großen Blendenöffnung aufgenommen wurden.


Hier habe ich meinen guten Freund Sascha fotografiert, wollte aber etwas mehr Umgebung – die ihn quasi einschließt.

Nun eine kleine Anleitung, wie man vorgehen kann:

  • Den Modus entweder auf AV (Blendenpriorität) oder auf Manuell M stellen
  • Blende so weit wie möglich öffnen
  • Den gewünschten Fixpunkt fokussieren, also den Teil eures späteren Panoramas, welcher die Aufmerksamkeit auf sich ziehen soll.

Nun ist es empfehlenswert, die Belichtungsdaten zu speichern. Sonst ist es wahrscheinlich, dass euer späteres Portrait aus mehreren, unterschiedlich belichteten (sprich helleren/dunkleren) Bildern besteht.

Die Belichtungsdaten könnt ihr im AV-Modus bei den meisten Kameras mit der Sternchen-Taste speichern, dann erscheint auf dem Display ein Sternchensymbol *. Nun sind die Belichtungsdaten für den anvisierten Bereich für die folgenden Fotos gespeichert.

Eine andere Variante ist den Manuellen Modus (M) zu nutzen. Die Blende weit öffnen, anschließend die Belichtungszeit so einstellen, dass an der Skala +-0 angezeigt wird.

ABDRÜCKEN.

  • Nun ist es aber wichtig, dass ihr auf keinen Fall die Fokussierung ändern dürft! Also schnell am Objektiv vom Autofokus (AF) auf Manuellen Fokus (MF) umstellen.
  • Jetzt könnt ihr frei wählen, in welche Richtung ihr euer Panorama weiterbauen wollt und aus wie vielen Bildern das gesamte Panorama bestehen soll.

Ich habe mich dafür entschieden, jeweils links und rechts noch ein weiteres Foto ranzuhängen.

Dabei ist zu beachten, dass auf die folgenden Fotos zur Sicherheit sich ein wenig überlappen sollten, da die Software mit der ihr am Ende alles zusammenfügt eventuelle Lücken nicht ausfüllen kann und somit euer „PanoramaPortrait“ mit einem ERROR endet.

Zur Sicherheit könnt ihr auch ein Stativ verwenden. Es ist aber nicht unbedingt notwendig, da man die meisten Aufnahmen von der Belichtungszeit her auch aus der Hand aufnehmen kann. Beschnitten wird das schlussendliche Foto sowieso noch, da es von der Software gekrümmt werden muss. Also solltet ihr in Kauf nehmen, dass nicht alle Details an den oberen und unteren Bildrändern auf dem fertigen Portraitpanorama enthalten sind.

Hier jeweils die linke und rechte Seite neben dem Anfangsfoto:

Nachdem ihr die Fotos auf euren Rechner gezogen habt, könnt ihr sie mit beispielsweise mit Photostitch (für Canon/Win) zusammenfügen.

Einfach die benötigten Fotos ins Programm ziehen, auf Verknüpfen klicken, eure Brennweite angeben (mit der die Fotos aufgenommen wurden) und speichern. Photostitch beschneidet eure Fotos am Ende auf ein passendes Format.

Danke für eure Aufmerksamkeit, liebe LeserInnen !

Jetzt legt mal fleißig los, ich will jede Menge „Portraitpanoramen“ sehen.

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