kwerfeldein
21. November 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Wie ich das 50mm entdeckt habe

Das ist ein Gastartikel von Mario Jung. Er twittert und ihr dürft gerne auf seinem Blog signal77.de vorbeischauen.

Ich bin kein Fotograf. Wahrlich nicht. Auch wenn ich vor zig Jahren mal mit nem Stapel Schnappschüssen ein paar Euro verdient habe und eben diese Bilder nun auch im Landes- und im Staatsarchiv liegen. Nein. Ein Fotograf sieht ein Motiv, entwickelt das Bild im Kopf und kennt sein Arbeitsgerät genau um es dann auch so auf Papier oder eben digital umzusetzen.

Ich bin ein Knipser, halte drauf und hoffe, dass eins der vielen Bilder mit der sackteuren DSLR was wird. Und ab und zu kommen tatsächlich tolle Bilder zustande.

Postprocessing? Klar, in Picasa oder iPhoto. Photoshop oder Lightroom kann sich unsereins nicht wirklich leisten, wenn schon Body und ein/zwei Gläser das Vierteljahreseinkommen eines ProSieben-Praktikanten verschlingt. Und dann die Zeit das zu lernen? Und üben? Und die Zeit überhaupt?

Knipsen kann ich ja nebenbei, die Kinder, die Hunde, den Baum beim Spaziergang. Sich dann aber in Ruhe zwei/drei oder vier Stunden hin setzen, an den Computer? Wer Kinder hat und Fotos als EIN Hobby betreibt, der weiß, wie groß der Mangel an Zeit ist.

Also Picasa. Mal hier ne Linie ausrichten, hier das Bild etwas beschneiden. Dann noch ein bisserl mit diesen lustigen Schiebereglern rumspielen. So genau, was ich da mache, weiß ich eigentlich nicht, aber mir gefällt das Ergebnis. Das Problem: Ein zweites Bild wird nie so aussehen; es ist halt ein Zufallsprodukt. Wenngleich nicht übel.

Nun will ich mich nicht all zu sehr weiter entwickeln, ja ehrlich, man muss mit den Füßen auf den Boden bleiben, Zeit ist hier, wie oben schon geschrieben das limitierende Element. Aber ich möchte Ergebnisse  erzielen, die sich dann doch ein zwei Stufen von den alten RitschRatsch Bildern aus meinem Kindheitsalbum abheben. Und ich möchte Spass haben, beim Bilder machen, beim Bilder anschauen und beim Bilder zeigen.

Womit ich bisher fotografiert habe

Das Standard-Objektiv, das im Bundle meiner EOS 400D damals dabei war, genau, das EFS 18-55mm hat mir nie wirklich Freude bereitet. Das zweite Objektiv ist das EF 75-300mm III USM. Damit hatte ich dann schon wesentlich mehr schöne Bilder. Vor allem, weil ich oft mit den Kindern im Kinderwagen morgens unterwegs bin und so gerne Rehe, Hasen und  Eichhörnchen zu sehen bekomme. Und somit ein Tele doch ganz gut ankommt.

Nur, es ist knipsen! Und die Faktoren sind so groß, was ich wie und wo einstellen kann, dass ich später nicht mehr nachvollziehen kann, warum was so war und wieso diesmal nicht.

Beim Lesen auf Blogs bin ich dann immer wieder auf Festbrennweiten gestossen. Die seien so toll und so Klasse und überhaupt, man sieht ganz andere Dinge.

Das 50mm 1.8 musste ich haben.

Immer, wenn ich über irgendwelche Objektive, also die mit Festbrennweite gelesen habe, bin ich hin und habe geschaut, was die so kosten. 300€, wenn sie günstig waren. 1000€ wenn sie richtig gut waren, nach oben kein Limit. Und dann, es war hier im Gastbeitrag von Christian Bardenhorst, über das EF 50mm f1.8/II gestolpert. Ein Objektiv, dass fast nur gelobt wird und vor allem einen Preis von rund 100€ mit sich rumschleppt… Das musste ich haben. Sofort. Auf der Stelle…

Blenden und deren Auswirkung auf den Schärfebereich kannte ich so leidlich. Was 1.8 aber nun genau bedeutet und wie viel ich darüber und damit in nur einem Tag an Verständnis in meinen Kopf bringen würde, unglaublich. Die Kamera auf Av gestellt, somit ist die Blende fix und die Belichtungszeit wird angepasst, und ausprobiert. Erst im Haus, dann im Garten, erst das Playmobil meiner Tochter, dann meine Tochter, dann die Hunde und so weiter.

Bild machen, anschauen, ein bisschen was verändern, noch ein Bild machen, Unterschied sehen, nochmals etwas verändern, mit dem Wunsch, dass es nun so bzw. so aussieht und HA! Wieder ein Groschen gefallen.

Daher, meine Empfehlung. Nein, mein Befehl: Jeder der sich eine DSLR leistet und ein wenig mehr als die Chickas mit ihren Handy-Cams leisten mag, sollte sich sofort das EF 50mm f1.8/II zulegen.

Kostet nicht viel, erklärt viel, kann einiges.

Oder was ist euer Lieblingsobjektiv, das kein Vermögen kostet, aber doch brauchbar ist?

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