kwerfeldein
03. November 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Wenn der Fotograf besser ist als seine Kamera

Als ich zum ersten Mal die Canon EOS 350D sah, dachte ich: „Ich brauche nur diese Kamera, dann kann ich viel bessere Fotos machen.“ Keine 12 Monate später erfuhr ich, dass man mit Superweitwinkelobjektiven eine tolle Dramatik erzeugen konnte. „Nur dieses eine Objektiv, dann, ja dann….“. Zwei Jahre später entdeckte ich die Vorteile von Festbrennweiten: Gestochen Scharfe Fotos und Lichtstärke. „Ich brauche nur diese eine..“ Naja, ihr wisst schon…

Der Mythos des Nächst-Besseren begleitet mich nun schon eine Weile – und ich weiß, dass die Fotografie nur ein Bereich ist, in dem er sichtbar wird. Das nächst-bessere Auto, der nächst-bessere Rechner – Höher, weiter, schneller – es scheint kein Ende zu haben. Und wir ambitionierte Fotografen sind mittendrin. Ich fühle mich da manchmal etwas verloren, ganz ehrlich.

3 Mal im Jahr erscheinen neue Objektive, Stative, Kalibrierungstools und Canon spielt mit Nikon fangen oder „wer hat die bessere Kamera im Lager“. Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin absoluter Fan von Technik, Haptik und wie jeder weiß auch von Canon. Doch gerade als jemand, der täglich mit dem Thema Fotografie beschäftigt ist fällt mir auch auf, dass wir in einer Zeit leben, in der das eigentliche Fotografieren gerne mal zu kurz kommt.

Vor zwei Wochen habe ich mir die Canon EOS 5D Mk2 gekauft. Ich bin fasziniert von der Technik, die in dieser Kamera steckt und habe täglich meine Freude daran. Ich habe mich bewusst für diese Kamera entschieden und werde mir in der kommenden Zeit ein paar gute Objektive zulegen.  Trotzdem weiß ich auch, dass die 5DMkII nicht alle meine Probleme fotografischer Art lösen wird. Sie gibt mir einige Möglichkeiten mehr als meine alte 30D aber besser fotografieren werde ich damit nur bedingt.

Richtig gut wird es, wenn der Fotograf besser ist als seine Kamera.

Dieser Satz schwirrt mir nun seit mehreren Wochen im Kopf herum und je länger ich darüber nachdenke, umso mehr bin ich davon überzeugt. Natürlich ist es Quark einen Menschen mit einer Maschine zu vergleichen – denn ein Fotograf wird nie „besser sein“ als die Kamera. Doch dieses kleine Sätzchen gefällt mir und mit ein wenig Fanstasie enthält es eine Weisheit, die mein Fotografenleben bereichert:

Denn was nützt es mir, wenn ich die derbste Technik zur Hand habe, die aber nicht nutzen kann? Was bringt mir die schärfste Festbrennweite, wenn ich nicht weiß, wann ich sie einsetzen sollte und wann nicht?

Gar nichts.

Es wäre furchtbar, wenn ich in einer Kirche die Trauuung eines Paares fotografiere, mein Weitwinkel aufsetze und dann merke:

„Oh, das verzieht mir ja die Linien! Halla, die Waldfee!“

Spätestens dann wüsste ich, dass mein Werkzeug „besser ist“, als ich.

Aber richtig nach vorne geht es, wenn ich mein Werkzeug so gut kenne, dass ich auf den Punkt genau sagen kann, was passiert, wenn ich dies und das tue.

Wenn ich genau weiß, wie die Linien einer Architektur bei meinem 10-20mm verzogen werden. Wenn ich abschätzen kann, wie weit ich die ISO-Kapazitäten meiner Kamera ausreizen kann und ab wann es keinen Sinn mehr macht.  Wenn ich genau weiß, wann ich am besten welches meiner 2,3,4 Objektive einsetzen sollte, um damit die Situation am besten Abzulichten.

Dann kann ich ich meine fotografischen Ziele erreichen. Dann enstehen Fotos, die mich (und unter Umständen auch andere) begeistern werden.

Wir müssen unser Werkzeug kennen und auch nutzen können.

Es wird nie alleine „dieses eine Tool“ sein, dass uns zu besseren Fotografen macht. Wir sind es. Technik ein nicht wegzudenkender Teil der Fotografie- und ich heute bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass Festbrennweiten rocken, Superweitwinkelobjektive geil sind und die 5D MkII eine tolle Kamera ist.

Aber…

Was ist schlimmer: Ein schlechter Fotograf mit einer guten Kamera oder ein guter Fotograf mit einer schlechten Kamera? Ich glaube, wir alle wissen die Antwort ;)

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65 Kommentare

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  1. Allein schon wegen des Neidfaktors ist natürlich ein schlechter Fotograf mit derbem Equipment das Schlimmste. Das ist wie mit diesen Opas, die im neunelfer vor mir mit 70 (km/h, nicht Jahren) über die Landstraße zuckeln.

  2. Das ist aber mal schön philosohiert…und dabei fällt mir wiedermal einer meiner Sprüche ein, die ich bei Fotofachsimpeleien immer mal wieder gerne einstreue: „Ihr könnt gern in Größenordnungen gut ausgestatteter Kleinwagen investieren…bessere Fotos müssen dabei nicht rauskommen… die Maschine ist immer nur so gut wie ihr Bediener. ;)“

  3. Eine 5D macht also keinen Unterschied zu einer 1000D?? D.h. ich muss persönlich als Fotograf einfach nur besser werden und ich rocke Dich mit Deiner 5D einfach von der Fläche? Ich glaube eher nicht.

    Das Material spielt schon eine große Rolle…manche übertreiben es nur ein wenig und vergessen dabei das Wesentliche. Es muss Spaß machen und das Fotografieren sollte im Vordergrund stehen.

  4. Ich bin auch Technikfreak und würde vieles dafür tun, endlich meine 350D an den Nagel hängen zu können. Ich stoße immer wieder meine Grenzen mit meinem Kamera-Body, auch mit meinen Objektiven. Ich vermisse die Schärfe, ich hasse das Rauschen schon bei ISO400 – nein, meine Bilder sind alles andere als perfekt.
    Ich habe das Gefühl, dass ich reif bin für was Neues und dass ich inzwischen besser geworden bin, als die Technik. Ich denke, dass es legitim ist, sich technisch verbessern zu wollen, obwohl ich von allen Seiten immer Prügel bekomme, weil man mir weiß machen will, dass die Technik egal ist. Ich empfinde nicht so. Sie macht sicherlich 40% von allem aus!

    • @Saschagrafie: Nope die Technik ist nicht egal – auch ein Grund, warum ich mir die 5D Mk II gekauft habe und Festbrennweiten hier gerne pushe. Denke jeder muß für sich entscheiden, wann / wie / wo er aufrüstet. Von mir wirst Du sicher keine Prügel bekommen, hihi ;)

  5. Da kann ich Dir (mal wieder) nur zustimmen. Man sieht ja wirklich viele Möchtegern- Fotografen, die sich eine DSLR zulegen..und dann? Dann fotografieren sie nur im Automatikmodus. Das bringt es doch absolut nicht. Das schlimmste was es gibt: Man hat ein neues „Spielzeug“ gekauft und kennt es nicht. Wenn ein Equipment super ist, der Fotograf davon aber absolut keine Ahnung hat, bringt die teuerste Kamera,..etc. überhaupt nichts.

  6. Das ist wie jedes andere Werkzeug auch,
    z.B. Lötkolben. Ein guter Elektroniker kann auch mit normalen Lötkolben gute Ergebnisse schaffen, aber mit einer HighTech-Lötstation ist er schneller und zuverlässiger. Gleiches mit Töpfen, Sägen, Schweißgeräten, oder oder oder

    Stellt sich nur die Frage, wie „wichtig“ ist das für ein Hobby-Bastler.

    Diese Prioritäten kann man nur selbst setzen.

  7. Blogartikel dazu: uberVU - social comments

  8. Da kann ich dir nur zustimmen. Ich rege mich immer wieder im Urlaub auf, wenn ich Leute seh, welche ein gute objektiv und eine herrliche Kamera haben und dann damit nur im Automatik Modus herum rennen.
    Ich bin seit ca. 3 Jahren mit meiner 350D unterwegs. Natürlich kommt sie schnell an ihre grenzen aber man muss immer den kosten nutzen Vergleich im Auge halten.

    Natürlich will man immer das Neuste haben. Aber mir würde etwas fehlen, wenn ich mich nicht auf etwas freuen kann, sondern es sofort besitzen würde.

    Viele grüße
    Florian

  9. Ich wissen!!! Ein schlechter Fotograf mit einer super Kamera ist genau so unnötig wie ein schlechter Gitarrist mit einer Gibson für 3.000 € – das wird genauso schlecht klingen wie 200 € Gitarre da er nicht spielen kann. Nur wer sein Gerät beherrscht ist Herr über das Produkt das am Ende entsteht! gruß cagi

  10. Sehr schöner Artikel und es trifft genau. Wir sind ja beide im Hochzeitsgeschäft und das Equipment ist für uns Hochzeitsfotografen schon ein wenig anders. Wir brauchen Lichtstarke Objektive und Kameras die auch bei hohen ISO Werten nicht rauschen wie verrückt. Dabei spielt das Equipment „leider“ auch eine große Rolle.

  11. Hi Martin, ich sehe das wie Du: Manche Situation oder manche Idee lässt sich einfach nur mit dem richtigen Equipment fotografieren/umsetzen. Grade Lichtstärke ist hier ein großer Faktor.

    Unterm Strich hängt es aber am Fotografen, was, in welchem Ausschnitt mit welcher Beleuchtung (und, und, und…) überhaupt auf dem Bild zu sehen ist. Und wenn das nicht rockt, dann reißt es auch das teuerste Objektiv nicht mehr raus.

    Und zum Thema „teuerstes Objektiv“ hätte ich noch eine Bitte. Nachdem mein Budget leider extrem knapp ist, schaue ich mich auch viel auf dem Gebrauchtmarkt um. Dabei weiß ich aber leider nicht, worauf ich bei einem gebrauchten Objektiv achten muss. Möchtest Du dazu vielleicht mal was schreiben? ich denke, das ist bestimmt für viele interessant.

    z.B. liest man immer mal wieder was mit Schimmel oder Pilzen. Wo bitte kann denn ein Objektiv schimmeln? (Und wie verhindere ich, dass das mit meinem passiert, wäre die nächste Frage)

    Würde mich freuen, wenn Du dazu mal einen Post machen würdest.

    Gruß,
    Annette

  12. Du bringst es größtenteils auf den Punkt. Sehr schön!

    Die Technik ist ein Mittel zum Zweck!
    Es bringt nichts eine tolle Cam zu haben wenn man nicht weiß wie man damit umzugehen hat. Ebenso kann jemand mit dem selben Equipment unter Umständen bessere Bilder machen, da er einfach weiß wie man die Möglichkeiten ausreizt und an ihre Grenzen treiben kann!

    Dennoch bin ich der Meinung, bessere Technik macht einem die „Arbeit“ unter Umständen einfacher. Daher denke auch ich,das Technik ganz und garnich egal ist. Im Gegenteil, bessere Technik macht auch gleich bessere Bilder, vorrausgesetzt, man weiß damit umzugehen und hat die „richtige bessere Technik“ für die jeweiligen Anforderungen.

    Aber ich glaube hier wird man nie eine Aussage finden, die allen passt, das ist wie so vieles einfach Ansichtssache.

    • @t0m: Kann das definitiv unterschreiben, was Du da sagst. Grade aus dem Grund spreche ich das Thema Festbrennweiten so oft zur Sprache.. Ist echt so ne vertrackste Kschichtn, aber ich glaub wir verstehn, was der andere meint.

  13. Wow, ein ehrlicher Beitrag meiner Meinung nach. Ich hab mich erst neulich selber dabei erwischt, dass ich mich nur noch mit Technik beschäftigt habe und kaum zum Fotografieren gekommen bin. Auch von meiner Freundin wurde ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt! Und ich muss ehrlich sagen, dass ich nach diesem Zeitpunkt das Ganze neu entdeckt habe und mir jetzt noch viel mehr Spaß macht. Klar, man sollte sich mit der Technik auseinandersetzten und auch noch Träume haben…aber das hat sehr deutliche Grenzen.

  14. Die extremsten Technikfetischisten sind oft die mit den langweiligsten und banalsten Bildern. In der fc tummeln sich Leute, die 2 Mittelklassegehäuse, lichtstarke Zooms von SWW bis Paparazzitele und dutzende Festbrennweiten in ihren Profilen auflisten und dann knapp 10 Familienbildchen und Spontanschnappschüsse präsentieren. Technisch ohne gravierende Fehler, aber eben mit JEDER Minialdiknipse ebensogut machbar.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass WENIGER Equipment zu besseren Bildern führt! Weil Hightech-Optionen dann nicht das Hirn des Fotografen vernebeln.

    Vielleicht halte ich mich eines Tages selber mal daran. ;-)

  15. Das Bild, das Du machen willst und wie Du es machen willst, wie Du den Ausschnitt haben willst etc. das entsteht alles in Deinem Kopf, nachdem Du es durch Deine Augen gesehen hast.

    Wie scharf es wird, wie wenig es rauscht und sowas, DAS macht dann die Kamera. Es gibt genug Fotografen, die auch mit schlechtem Equipment Bilder zaubern, die einen vom Hocker hauen können. Und doch wird ein Sportfotograf niemals zu einer EOS 1000D greifen, sowie ein Formel 1 Fahrer nicht mit einem VW Golf zum Rennen antritt.

    Kann ich also vollkommen so unterschreiben, wie Du es geschrieben hast! Und diese Zwickmühle von wegen „Es gibt ja SCHON WIEDER was neues“ kann ich als Techniknerd auch absolut nachvollziehen :-D

  16. zu bedenken geben würde ich hier gerne noch, dass der Fotograf ja oft in sein Equipment herein- und manchmal auch darüber hinaus wächst.
    Problematisch wird es halt, wenn die Lernkurve mit dem Kamerakauf beendet ist und man sich anhand der Equipments für einen tollen Fotografen hält.

    Mich motiviert neue Hardware auch oft, einfach malwieder mehr fotografieren zu gehen.

  17. Meine Verlobte und ich haben ja auch seit kurzem eine 5D Mark II, und es ist leider einfach so, dass mit so einer Profi-Anschaffung auch Folgekosten auf einen zukommen. Die bisher genutzten Objektive zeigen (nicht unerwartet) ihre Schwächen was Randabdunklung oder Verzerrung angeht. Mit dem Tele-Zoomobjektiv sehen die Fotos teilweise aus, als hätte sich ein 200kg-Mann in die Bildmitte gelegt, weil die kissenförmige Verzerrung auf unser 350D einfach nie so rauskam wie jetzt.
    Was das Rauschen angeht, halte ich eher die Bildkomposition für das wichtigste bei der Fotografie. Da stört Rauschen nicht sooo sehr. Besonders den Kunden oft nicht. Dem ist eher wichtig, dass alle „schön“ lächeln :-)

    Nächste Traumanschaffung:
    – EF 17-40mm
    – EF 100mm f/2

    @Martin: schnallst Du Dir dann bei Hochzeiten zukünftig drei Bodies um die Hüften? :-)

  18. Also ich muss ganz ehrlich was erzählen.
    Aus reinem Technikwahn habe ich mir eine 450D gekauft.
    Dazu habe ich mir vom Verkäufer das Prxishandbuch aufschwatzen lassen.
    Zu Hause wurde es dann lustig, ich habe nocht ein Wort aus dme Buch verstanden. Woher sollte ich den wissen was eine Blende oder die Verschlusszeit oder gar was ISO ist wissen.
    Null Plan.
    Dann habe ich angefangen mich mit Grundlagen zu befassen.
    Ich glaube die ersten Dinge habe ich langsam begriffen.

    Was ich sagen will, man sollte aufpassen das einen der Höher-Schneller-Weiter Wahn der Werbeindustrie nicht vollerfässt und man am Ende teures Gerät in der Hand hält was man im Leben nicht sauber bedienen kann.

    Ich kenne Leute die ebenfalls eine nette Canon haben und ausschließlich im Vollautomatik-Modus fotografieren.
    Da sage ich: Schade ums Geld!

  19. Sehr guter Beitrag.

    Ich habe die ganze Geschichte auf die Spitzte getrieben.
    Innerhalb eines Jahres bin ich von der 400D-zur 450D zur 40D zur 5D. Samt einigen L Optiken. Getrieben von einigen Technik Foren levelte ich wie ein Irrer meine Ausrüstung auf.
    Stänig wurde geraten: du brauchst dies und jenes Objektiv, diesen Body, etc… Ich will sagen das mir diese Foren nicht gut getan haben.
    Ich denke diesen Fehler den ich gemacht habe , machen einige User in diesen Foren.

    Dieses Jahr im März hatte ich dann einen ordentliche Ausrüstung. Ich dachte auch jetzt bist du bereit für alles. Aber was habe ich gemacht: Nicht mehr fotografiert, da mir das rumschleppen des ganzen Equipm. doch zuviel wurde.
    Ich habe mich auch ganz bewusst gefragt:

    Brauchst du das ganze Zeug! Was will ich eigentlich und was kann ich?

    Das Ende vom Lied war das ich alles Verkauft habe und mir ne
    Canon G10 geholt habe. Von nun an habe ich mich erstmal richtig mit dem Thema Fotografie auseinander gesetzt.

    Ich lese viele Bücher und entwickele mich Schritt für Schritt nach vorne.

    Vielleicht kaufe ich mir zu Weihnachten eine gebrauchte 400D :)

  20. Es ist jedem klar, dass ein Anfänger die 5DMk2 nicht richtig nutzen kann und dass ein Profi auch mit ner Anfängercam gut Bilder schießt. Aber die meisten von uns stehen doch irgendwo dazwischen und da spielt die Technik schon eine entscheidende Rolle….

  21. Also bitte nicht den Automatik (Nicht Vollauto) Modus verteufeln .. es ist auch ein Werkzeug … ich mache immer gerne Testbilder im Automodus oder kennt jemand on euch die Belichtungswerte bei nem Gesyr der alle x Minuten ausbricht ? Bei einem Autorennen etc .. lieber erstmal die Sicherheitsbilder im automodus und dann „Künstlern“ ;) Aber selbst eim Malen sehe ich es das manche Anfänger denken mit nem teuren Echthaarpinsel würden sie besser malen … tja und wieder Geld verbrannt ..

  22. Technik spielt dann eine entscheidende Roll, wenn das Motiv oder Umgebung sie verlangt.

    Als Hochzeitsfotograf ist klar, dass man extrem von einer rauscharmen Vollformatkamera mit Festbrennweiten profitieren kann. Genausogut braucht der Sport-/Tierfotograf lange, gute Brennweiten und eventuell einen sehr guten Autofokus. Auch hier kann die Technik entscheidend sein und damit eventuell auch die Wahl des Kamerasystems (..nicht jede Marke ist in jeden Brennweitenbereichen oder Kamerafeatures wie AF gleich stark..).

    Das war es dann für meinen Geschmack auch. Oft ist man sich selbst im Weg und nicht die Kamera. Es bleibt dabei, wenn man sich manche Fotos (auch ältere) mal ansieht, und dann erfährt, welches Equipment das war… dagegen ist jede Canon EOS1000D und Konsorten heute fast die Überrakete.

    Aber „Technikgeilheit“ und „Fotografen“ gehörten schon immer zusammen. Nicht erst seit dem Digitalzeitalter. Und hin und wieder möchte man ja auch mal was neues, da nehme ich mich auch nicht aus.

    Ich persönlich habe beschlossen, dass ich meine Zeit/mein Geld eher in meine Fortbildung stecke (Bücher, einmal im Jahr auch ein Seminar) als in die Kamera (Body) selber.. lieber mal noch die eine oder andere gebrachte Festbrennweite dazu, nicht als Ersatz für die Zooms, aber als Ergänzung.

  23. @martin:
    Wo dus gerade wieder anschneidest…
    … ich hoffe ja das du ne gute Verpackung findest wie du vielleicht mal den einen oder anderen Artikel zu bestimmten Festbrennweiten rausbringen kannst…
    Leider habe ich selber keine so genaue Vorstellung davon, aber das Thema würd mich jucken/interessieren.

    @Ben:
    Krasse geschichte mit dem „hochleveln“
    Ich habe auch mehrere SPrünge die letzten Jahre gemacht…
    Allerdings hätte ich nicht zurück auf die G10 gewechselt, sondern, wenn du schonmal die 5D hattest, warum hast du dich dann nciht einfach mit dieser auseinander gesetzt?
    Ob nun 5D 40D oder 400D, mit allen kann man sich in das Thema fotografie einarbeiten.

  24. ersteinmal sehr guter Artikel. Habe mich in den ersten paar Sätzen direkt selbst entdeckt ^^
    Zu dem Thema „schlechter Fotograf + Top Equipment“ habe ich vor geraumer Zeit ein interessantes Gespräch geführt:

    Ich begab mich mit einem Kollegen in ein Fotohaus, da er auch auf die Droge Fotografieren gestoßen war und wollte sich eine 1000D kaufen. Im Gespräch mit dem Geschäftsführer eines kleinen Fotoladens, meinte dieser, dass die neuen Kameras erstmal nur schwarz-weiß fotografieren sollten und sich der farbige Modus erst „freischaltet“, wenn man gut genug ist.
    Da musste ich schmunzeln und hielt es für eine super Idee.

  25. @ucki
    Ich habe nix gegen die Automatikprogramme.
    Ich nutzt sie so wie du es beschrieben hast.
    Jetzt ja auch ein guter Belichtungsmesser der immer dabei ist. :-)
    Aber halt nicht ausschließlich.
    Den Manuellen benutzte ich recht selten, soweit bin ich einfach auch noch nicht.
    Für erste kreative – künstleriche Gehversuche eignen sich TV- und AV-Modus ja schon ganz gut.
    Ich hatte vorher eine Canon Powershot. Ganz ehrlich wenn ich das horizontale Einstellrad links oben nicht benutze (grünes Viereck) dann tuts eine gute aber günstige Kompakte.

  26. Ich bin selber erst seit zwei drei Monaten aktiv am Fotografieren und fleißig am Blog lesen. Ein Mantra, das in der Art immer und immer wieder zitiert wird ist: „Der Fotograf macht das Bild und nicht die Kamera“.

    Das mag ja alles sein. Ich weiß auch, dass nach dem Umstieg von der 100€-Kompakten zur (D)SLR die Sprünge eher Hüpfer werden bis sie nur noch homöopathischer Art sind. Was man bei aller Konsumkritik nicht vergessen sollte ist, mit neuem Gerät kommt auch die Lust, es auszuprobieren. D.h. abends durch die Stadt huschen und mit der Festbrennweite zu hantieren oder mit der wasser- und staubdichten Kombi durch Wald und Flur zu streifen.

    Kurz: „Besseres Gerät macht keinen besseren Fotografen, aber es macht Lust, einer zu werden“.

    yo

  27. Für mich gibt es nur zwei Gründe, wegen denen es sich wirklich lohnt eine bessere Kamera (oder sonst irgendein Ausrüstungsteil) zu kaufen:

    1. Die Möglichkeiten.
    Ein guter Fotograf kann sowohl mit einer schlechteren als auch mit einer besseren Kamera gute Bilder machen. Es gibt aber Situationen in denen die bessere Kamera der schlechteren technisch überlegen ist, sei es durch höhere Lichtempfindlichkeit mit weniger Rauschen, eine höhere Serienbildgeschwindigkeit oder ein wasserdichtes Gehäuse. Wenn ein Fotograf häufig in so eine Situation kommt, dann kann es sich rentieren die bessere Kamera zu kaufen, ansonsten reicht die schlechtere völlig aus.

    2. Die Haptik, also das Griffgefühl, und die Bedienung.
    Es gibt Kameras, die einem Fotografen einfach besser „liegen“ als andere. Hier gibt es auch keine direkte Rangfolge oder so, da für jeden Fotografen eine andere Kamera „die bessere“ ist. Jemand mit großen Händen wird mit einer Canon 1000D vielleicht nicht glücklich, ebenso wie ein nicht so kräftig gebauter kaum eine 1D ständig mit sich rumschleppen würde. Selbiges gilt für die Verteilung und Art der Bedienelemente, sowie das Kameramenü.

    Bei mir waren es genau diese beiden Punkte, die mich zum Kauf einer DSLR bewegt haben. Natürlich hat das „haben will“-Gefühl auch seinen Teil dazu beigetragen. ;) Ich kann behaupten, dass ich „besser“ war als meine damalige Kamera, bzw. die Kamera mich in meiner Fotografie (/meinen Versuchen) behindert hat. Andererseits könnte ich mit dieser Kamera und mit meinem heutigen Wissen deutlich bessere Bilder machen als damals (Stichwort: guter Fotograf, schlechte Kamera).

  28. „Richtig gut wird es, wenn der Fotograf besser ist als seine Kamera.“

    wie wahr, wie wahr. da fällt mir auch ein kleines erlebnis ein. vor einigen jahren, als ich noch blutiger anfänger war, hab ich mich mal einem fc-fototreffen angeschlossen. alles in allem ein sehr netter abend. doch war dort eine person, die selbst damals beim treffen ihr komplettes equipment dabei hatte (damals ne 20d glaub ich). er redete von technik, objektiven und sonst welchen stativen. ich mochte ihn nicht. er war der alleswisser schlechthin. ich (mit meiner kleinen 350d, die ich auch heute noch benutze; und ab und an ne 40d)fühlte mich unterlegen.
    nach dem treffen habe ich mir zum ersten mal seine bilder in der fc angeschaut. und ich weiß noch, wie sehr ich lachen musste, als ich seine urlaubsfotos gesehen habe. nichts als urlaubsfotos im automatikmodus. keinerlei richtiges „benutzen“ der spiegelreflex. diese fotos hätte er auch mit ner kleinen digiknipse machen können… von unterlegenheit war danach keine spur mehr bei mir ;)

  29. @alifofreedom: Ganz meine Meinung de gute Ken Rockwell hat mir auch nen entschiedenen Kick gegeben mit dieser Philosophie!

    Ich glaube von ihm war sinngemäß der Satz:
    „Die Kamera hat vor allem die Aufgabe nicht im Weg zu sein, wenn man gute Bilder machen will!“

    In dem sinne werd ich mich noch eine ganze Weile mit meiner Nikon D80 auseinandersetzen bevor ich noch weiter aufrüste ;)
    (Übrigens an dieser Stelle ein Hoch auf die Handbuchautoren, die in der Regel schon 2/3 dessen zum Besten geben, was teure Fotoratgeber weissagen XD)

  30. erstmal klasse beitrag!

    ich muss sagen, dass dieser technikwahn auch bei mir vorhanden ist, dieser sich jedoch, auch aufgrund von nicht so hohem budget als schüler, ein wenig einschränkt.
    ich habe mir im mai diesen jahres die Eos 1000D geholt. Zu diesem zeitpunkt hatte ich mich aber schon ca 2 monate lang über blende, verschlusszeit und sonstiges belesen und informiert.
    als ich die kamera mit kitobjektiv und telezoom im pack endlich mein eigen nennen durfte, wurden die ersten bilder mit der vollautomatik geschossen. was für den anfang im vergleich zu einer herrkömmlichen kompakten richtig tolle ergebnisse erzielt. nach ner zeit nervte dann der interne blitz, der einfach immer rausklappt und das bild total versaut. auf der ersten feier wo ich fotos gemacht hab kam dann die kitlinse in modus programmautomatik mit einem diffusor für ne internen blitz zum einsatz. es sind gute fotos daraus geworden, aber ich wollte mehr und dass ich bessseres equipment brauche merkte ich dann bei meinen ersten aufnahmen auf einem konzert. zunächst kam dann ein blitz und es wurde an den aufnahmetechniken gefeilt. mit externem blitz und im modus tv konnte ich schon einige tolle effekte und bilder hervorbringen. aber irgendwie sind die farben komisch und die verzeichnungen im ww-bereich sah ich dann irgendwann auch immer deutlicher. also alternative suchen. ahh 50mm f1,8 =). das war dann die nächste anschaffung…. so und zu weihnachten wirds dann wohl noch nen zoom objektiv 17-50mm tamron um die kitlinse durch ein zoom auszutauschen

    dazu kommen dann noch so sachen wie sttiv fototasche &&& man brauch einfach alles weil es hilft ja auch und grade bei den objektiven machen sich hochwertigere richtig bezahlt.

    was ich aber im moment nicht austauschen würde wäre mein body. ich merke immer wieder dass ich das potential meiner kleinen eos kaum ausgeschöpft habe, und es mit dieser kamera noch viel zu entdecken gibt. erst wenn ich irgendwann mal wirklich sehe dass es an der kamera liegt, dass meine bilder nicht mehr besser werden und nicht an meiner fähigkeit oder den objektiven, werde ich mir wohl eine neue kamera zulegen. zum jetzigen zeitpunkt wäre die anschaffung einer neuen kamera eh ohne bedeutung da ich mit sicherheit erstmal eine ganze weile wie auch jetzt bei der 1000D brauche um mich richtig einzuarbeiten und in der zeit könnte ich mit meiner 1000D bestimmt viel bessere fotos machen.
    lg Fabi

    P.S. sorry ist nen bisschen lang geworden :P

  31. du sprichst mir sowas von der seele… ih habe 2 jahre lang wirklich schöne sachen mit der Lumix FZ50 gemacht, ich war damit richtig sicher und konnte die motive die ich sah auch so unsetzen.
    dann stieg ich um auf die 500d von canon, tolles ding, 3 tolle objektive und ich mach auf einmal nicht mehr so gute bilder weil ich mich mit der technik etwas schwer tue… :(
    ja, du hast recht. es zählt immer noch der hinter der kamera, und es ist meine aufgabe diese technik auf ihre und meine grenzen auszuloten, erst dann kann ich sagen : es muß was neues her!

  32. Hehe,… ja ja… schön philosophiert. Es ist echt immer erstaunenswert welche Begeisterung die Technik in uns auslöst und der „Haben-Will“-Faktor um ein vielfaches wächst. Mich stört das gar nicht (mehr), da ich denke, das ist völlig normal. Wie du schon schön Einstiegs erwähnt hast: Dieser Mythos macht sich nicht nur in der Fotografier breit. Ob ich mir jetzt neue Kochgerätschaften zulege, mich für Mac und gegen PC entscheiden, oder ob ich die D40 verkaufe um mir die (technisch) bessere D300 zulege, überall spielt der „Haben-Will“-Faktor eine große Rolle. Ich habe bestimmt auch schon in Vergangenheit über solche Leute geurteilt, würde es aber nie wieder tun. Ich denke, dass diese Urteile ggü. anderen ziemlich arrogant und vorschnell ist – ganz besonders wenn eine 18-jährige Hobby-Fotografin dann von Möchte-Gern-Fotografen spricht… tztztztz…

  33. Ich haderte auch sehr lange mit der Anschaffung einer neuen Kamera. Meine Nikon D40 war mir immer genug von der Bildqualität und ich sah mich da auch immer von den Ergebnissen und anderen Meinungen (-> mal wieder Ken Rockwell ;)) bestätigt. Immer überlegte ich, ob nicht die D90 eine gute Anschaffung wäre, aber ich kam immer wieder zu dem Schluss, dass ein 30/1,4 und dann ein 17-50/2,8 und dann ein SB600 und dann ein 50-150/2,8 wichtiger sind. Wenn überhaupt…
    Die Entscheidung wurde mir dann abgenommen, als ich die D40 fallen ließ und ich mich so wie so nach einer Neuen umschauen musste. Ich dachte nicht lange nach und nun bin ich auch sehr zufrieden, dass ich eine neue Cam hab. Ich bin seit dem viel sicherer mit der Kamera, weil ich nicht das Gefühl habe, dass etwas fehlt.
    Aber in den meisten Situationen weiß ich, dass es gerade auch mit der alten D40 genug wäre. Und so viel leichter… und weniger Knöpfe… und weniger Daten auf der Platte…
    In einen besseren Body zu investieren ist für mich immer das Letzte und ich kann auch nur raten, sich hier immer zurück zu halten!

    @Ben: Find ich ganz schön mutig, dass Du Dir diesen „Größenwahn“ eingestanden hast und dann auch konsequent den Irrtum rückgängig gemacht hast. Und dann auch noch so offen darüber redest… Respekt.
    Ich (und viele andere hier) würde mich da schwerer tun, mein Dasein als Technikjunkie zuzugeben (Bin ich ja auch gar nicht! Bestimmt! Glaub ich…).

  34. Mir spricht dieser Beitrag auch (weitgehend) aus dem Herzen. Wenn man sich die Bilder der berühmten Fotografen aus den letzten 150 Jahren anschaut und sich dabei vor Augen führt, welche Technik denen zur Verfügung stand… dann könnte man denken, dass gute Bilder überhaupt nichts mit guter Technik zu tun haben.
    Oder anders ausgedrückt: ein sehr gutes Foto ist immer ein sehr gutes Foto, egal mit welcher Kamera es aufgenommen wurde. Ein schlechtes Foto aber wird so gut wie nie ein sehr gutes, nur weil eine Spitzentechnik zum Einsatz kam (von einigen sehr wenigen Ausnahmen, z.B. bestimmten High-Speed-Aufnahmen, mal abgesehen).
    Zugegeben allerdings: ein sehr gutes Foto kann noch besser werden, wenn es mit einer sehr guten Kamera/Objektiv aufgenommen wurde.

    Aber erst einmal muss ein Foto eben sehr gut sein. Mir geht der Beitrag darum auch noch nicht weit genug. Die Frage, welches Objektiv man in welcher Situation einsetzt, wie stark sind die Verzeichnungen oder wo ist die ISO-Grenze meiner Kamera – das sind immer noch technisch-handwerkliche Themen. Die eigentliche Aufgabe ist doch, Bilder zu machen, die beim Betrachter hängenbleiben, die ihn beeindrucken, die Gefühle wecken, die anders sind.
    Ich selbst bin kein Hochzeitsfotograf, aber wenn ich mir Hochzeitsfotos anschaue – auch das ein oder andere von Martin – dann finde ich hin und wieder welche darunter, wo ich spontan sage: „wow“. Darum geht es. Und ob dabei irgendwelche Linien im Hintergrund stürzen, ist mir ziemlich egal.

  35. Bin gerade in Mittelformat eingestiegen. Der erste Film ist grade am entwickeln. Und schon diese Kamera (Uralt Rolleicord) bringt mich durch ihre Einfachheit an die Grenzen.

    Von wegen hier mal locker ISO hochstelle, oder so. Die Bilder werden bestimmt nicht gut, aber ich freu mich bestimmt irrsinnig, wenn 2 oder 3 richtig belichtete dabei sind.

    Von daher muss ich dir absolut recht geben. Und je mehr Knöpfchen und Rädchen an einer Kamera dran sind, je mehr muss man das Ding ja auch im Detail bedienen können.

    Was mir immer mehr auffällt, speziell an eigenen Fotos, nicht die Technik dahinter ist wichtig, sondern letztendlich nur das Bild an sich. Weil meine Kameras (analog, digital) sind so technisch ausgereift, dass nur ICH schuld sein kann, wenn das Bild doof ist!

  36. „Was ist schlimmer: Ein schlechter Fotograf mit einer guten Kamera oder ein guter Fotograf mit einer schlechten Kamera? Ich glaube, wir alle wissen die Antwort“

    Schlimm für die Allgemeinheit finde ich weder das Eine, noch das Andere.

    Der „schlechte“ Fotograf weiß aber gegenüber dem „guten“ Fotografen, dass seine Technik toll ist, und wird mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit zufrieden mit seinen Ergebnissen sein. Und damit ist ihm Spaß an seinem Hobby garantiert. Und nur darauf sollte es meiner Meinung nach ankommen :)

    Grüße, Micha

  37. Es sollte doch jeder entscheiden dürfen mit was er fotografiert. Für mich ist es im Grunde nicht entscheidend – bzw die Frage nicht relevant – was nun schlimmer sein soll.
    Es ist natürlich klar, dass „gute“ Fotografen im Schnitt bessere Bilder machen als „schlechte“ Fotografen, wenn die Begriffe „gut“ bzw. „schlecht“ auf den eigenen Geschmack gemünzt sind.
    Aber schön ist noch immer was gefällt und wenn dem Renter mit seiner 1Ds sein Bild gefällt und sei es auch nur, weil er während des fotografierens Blicke auf sich gezogen hat, dann soll es doch so sein.
    Da gibts kein schlimm oder schlimmer :)

  38. Die Frage ist nur, ob man den Punkt, an dem man besser ist als seine Kamera, selbst bestimmen kann oder nicht.

    Vielleicht könnte man viel mehr mit der „alten“ Kamera anfangen, strebt aber ständig danach, etwas besseres zu besitzen, wenn man die tollen Fotografien sieht, die zum Beispiel mit der 5dMarkII geschossen sind. Ja, und ich bin da ebenso schuldig in dem Punkt… Sie wartet aber noch brav auf mich, bis ich „bereit“ bin ^^

  39. Naja, es spricht ja nichts dagegen, sich beim Kauf die beste Kamera, die sich im jeweiligen finanziellen Rahmen bewegt zu kaufen. Ich habe das auch mit der Nikon D90 gemacht, obwohl es da Einsteigerkameras gibt, die billiger, einfacher und vielleicht zumindest fast genauso gut sind.
    Trotzdem habe ich es getan und bin sehr, sehr zufrieden, auch wenn ich natürlich noch lange kein guter Fotograf, sondern Anfänger bin und auch wenn am Schluss doch die Objektive entscheiden.

    Auf jeden Fall toller Beitrag. Und ich werde ein weiteres Mal bestätigt in der These: „Man muss vorallem am Anfang erstens manuell fotografieren und zweitens auch wissen, wie die Kamera reagiert!“ Nur wenn ich meine Kamera kenne und weiß, wie sie auf welche Einstellung reagiert habe ich die Chance überhaupt ein guter Fotograf zu werden!

  40. Natürlich macht einen die Technik nicht zum besseren Fotografen!

    Aber ich bin dennoch folgender Ansicht: Wenn sich jemand eine Profikamera kauft, weil er es sich leisten kann und er eben Spaß daran hat diese Kamera zu besitzen, dann ist das völlig okay. Selbst dann, wenn derjenige „nur“ Bilder im Urlaub im Automatikmodus damit macht und damit natürlich nicht das, ausschöpft, was diese Kamera kann. Das ist sein gutes Recht.
    Das Wichtigste ist nicht, was andere über denjenigen denken, der grottige Fotos mit der teuersten Kamera am Markt macht. Das Wichtigste ist, dass derjenige damit glücklich ist.
    Wer will sich erlauben zu diesem Menschen zu sagen: „Ach, du nutzt deine Kamera eh nur im Automatikmodus, kauf dir lieber eine Kompaktkamera.“ Finde ich sehr überheblich, wenn sich das jemand anmaßt.

    Ich würde eher unterscheiden zwischen denjenigen, die mit ihrer Ausrüstung angeben (egal, ob sie gute Fotos machen oder schlechte) und nerven und denjenigen, die ihre Ausrüstung für sich selber anschaffen, um damit Spaß zu haben und glücklich zu sein. Erstere sind schlimm. Zweitere habe meine volle Zustimmung zu dem, was sie tun.
    Gruß
    Yvonne

  41. Hi Martin, danke für den Beitrag und die Mühe.

    m.E. wäre es doch eine Verschwendung, wenn man sich, durch sein Werkzeug die Grenzen stellt und nicht das eingen Können.

    gruß
    Mithat

  42. Blogartikel dazu: reflexbox von jürg fraefel » Post Topic » Hilferuf auf Twitter: Translation please?

  43. Immer wieder wahr, dass der Fotograf die Bilder macht und die Kamera nur zweitrangig ist. Aber manchmal sind es eben bestimmte Dinge, die einen nach ner Weile am Equipment stören und man sich überlegt um- oder aufzurüsten. Da muss dann jeder für sich abwägen, was es ihm Wert ist teure(re)s Equipment zu nutzen oder nicht.

    Ich war jetzt mehr als 2 Jahre sehr zufrieden mit meiner 400D. Inzwischen merke ich jedoch, dass ein lichtstarkes Objektiv dennoch nicht immer ausreicht und ich das Rauschen ab ISO 400 in manchen Momenten gar nicht mag. So stellt sich die Frage, ob ich eine Klasse höher gehe, in der Hoffnung dass die 50D ein besseres Rauschverhalten zeigt und mich in den Momenten, in denen ich die Lichtsituation bisher verflucht habe, dann „ruhig“ bleiben lässt. Als Außenstehender würde man dann wohl als erstes fragen, ob mir das die 800 Euro Wert sind ..

  44. Also ganz ehrlich: ich arbeite derzeit noch mit ein Canon 5D (erste Version) und komme dauern an deren Grenzen – Rauschen, Speichergeschwindigkeit, Autofokus, etc. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich wieder mit einer richtigen Kamera arbeiten kann, die mich nicht ständig limitiert – und das wird sicherlich keine Canon mehr sein.
    Insofern kann ich ohne Probleme sagen, dass ich besser bin als meine Technik, was bei der Kamera auch nicht schwer ist. :)

  45. Hallo @All,

    gut und schlecht liegen oft im Auge des Betrachters. Aus meiner Sicht gibt es zwei Arten von Fotografen. Die erste
    ist perfekt im Umgang mit der Kamara, sie kennen jeden Dreh
    um das Letzte aus den Bildern heraus zu holen. Und dann gibt
    es noch jehne die einfach Spaß an der Sache selbst haben, aber oft nicht einmal sagen können was ihre Kamara eigentlich
    alles kann. Ich Fotografiere seit über 30 Jahren und habe viele Bilder gesehen die ich gut finde und noch viel mehr die
    ich schlecht finde. Oft wahren aber richtig gute Motive von
    leuten dabei die einfach zur richtigen Zeit bei richtigen Licht vor einen guten Motiv standen und den Knopf gedrückt haben.

    Nikon F65, Nikon D90

  46. Hallo Ihr Lieben,
    ich will es mal auf den Punkt bringen.Ich hatte einen Kollegen,der fuhr Autorennen.

    Groppe A und Bergrennen.Obwohl er wenig als Rennfahrer geeignet war – er hatte einfach nicht das Talent – investierte er sehr viel Geld in ein bestens geeignetes Auto und sonstige Ausrüstung.

    Eines Tages war ich mal wieder bei einer Veranstaltung und er war bester Dinge.Er nutzte damals einen alten Ford Granada als Zugfahrzeug für sein teures
    Rennfahrzeug.

    Bei diesem Rennen war ein Ex Profi der schon lange nicht mehr fuhr anwesend.Alle Teilnehmer waren begeistert und wollten das er auch teilnimmt.Nach langem Bitten und Aufforderung hunderter Zuschauer willigte er ein.

    Er nahm den alten Ford meines Kollegen.Ein ausgedientes Auto mit einem Bruchteil an Leistung der Konkurenz.Vom Fahrwerk und was sonst noch wichtig ist ganz zu schweigen.

    Er gewann dieses Rennen.

  47. So wie es aussieht grassiert der Technik Wahn.Den grundsätzlich könnte man 70% aller Fotos mit einer kompakten Kamera im Auto Modus erstellen.Wissen muss man halt wie.
    Mal ganz abgesehen davon das ambitionierte Fotografen sowie berufliche Fotografen ein anderes Material bevorzugen.Um bestimmte Fotosituation zu meistern, ist der DSLR Wahn ein „Must have“. Was fotografieren 80% der Kamera Eigentümer? Braucht das eine DSLR?Ich weis das es das nicht braucht.Und doch ist die „Baby DSLR“ eines der am meisten verkauften Produkte.Sieht man genauer hin fristen viele davon, nach 6 Monaten ein da sein im Schrank.Den viele kaufen eine sogenannte immerdabei nach.Die DSLR ist plötzlich zu schwer,das Objektiv wird plötzlich gegen ein immerdrauf getauscht,oder das wechseln stört.
    Ich denke jeder sollte sein Anspruchsdenken prüfen.Was manch einer aus einer Canon Power Shot G11 zaubert zeigt das die kompakte wenig ans Limit gebracht wird.Ich empfehle mal die Bilder von evarockt bei flickr anzusehen http://www.flickr.com/photos/evarockt/sets/72157600291100122/ besonders die aus Irland aus einer Ixus 55IS (im verpönten Herzchen Modus).Hand aufs Herz, wäre eine DSLR dabei so viel besser weg gekommen?
    In diesem Sinne Ken Rockwell weis schon was er sagt.Your Camera doesn’t matter.
    Gutes Werkzeug hilft guten Mechanikern.Und wenn der Bauer eben nicht schwimmen kann wird es die Badehose nicht richten ;)

  48. Wer – wie ich – keinen blassen Schimmer vom Fotografieren hat kann hier einiges lernen und Anregungen holen. Generell halte ich mich aber von Internet-Fotocommunities und Endlosdiskussionen über Brennweiten, Objektive etc lieber fern.
    Warum: als Jurist werde ich die technische Seite des Fotografierens eh nie verstehen; die in meinem Zimmer befindliche Lochkamera vom Flohmarkt ist das Maximale was ich nachvollziehen kann.
    Ich laufe gerne durch die Gegend; kletter auch mal in ein Abrisshaus rein, laufe querfeldeinn über Weinberge oder geh durch eine Tür die offenkundig nicht für die Öffentlichkeit gedacht ist – und wenn ich was sehe – dann fotografiere ich es nicht, sondern mache halt irgendein Bild davon. Aus irgendeinem – laienhaft ausgedrückt – Blickwinkel (wenn mal als Komparse den Kameraleuten vom Film zuschaut bekommt man Ideen für Blickwinkel). Ich bin happy, dass es Leute gibt denen das Resultat meiner Rumlauferei gefällt und sie sich dieses in ihre Wohnung, oder ihr Büro hängen. Dass technisch vieles im Argen liegt und ich den allermeisten Fotografen (egal ob Hobby- oder Berufsfotografen) niemals das Wasser reichen kann, ist mir vollends bewusst – ich strebe es auch nich an.
    Was ich schon seit sehr vielen Jahren mache: ich gehe auf Ausstellungen, Vernissagen oder quatsche sonstwo mit (Berufs-) Fotografen, Bidhauern, Malern, Theater oder Filmleuten; fast nie über Technik ( von der ich eh nichts verstehe) sondern viel mehr über die Orte an denen die Aufnahmen gemacht wurden, die Wahl Ihrer Motive und auf welchen Wegen sie dahin gekommen, oder auch was sie über meine Bilder denken. Dem ein oder andren Genrefotograf (z.B. Architektur) konnte ich im Gegenzug auch schon nützliche Tipps für Locations geben. Derweil mache ich einfach weiter mit großer Freude irgendwelche Bilder und freue mich noch mehr wenn sich andere über diese Bilder freuen. Bei manchen Bild das ich mache habe ich sogar mein eigenes Film-Bild-Drehbuch im Kopf