Kwerfeldein
28. Oktober 2009 Lesezeit: ~ 5 Minuten

Was Robert Kneschke im Fotografenleben auf die Nerven geht

robert_kneschke_small_2008-12Dies ist ein Gastartikel von Robert Kneschke. Er arbeitet als freier Fotoproduzent in Köln für verschiedene Bildagenturen. Sein Schwerpunkt liegt auf Stockfotos in den Bereichen Beauty, Business und Emotionen. Er hat eine Webseite und betreibt den Blog “Alltag eines Fotoproduzenten“.

Martin fährt in den Urlaub und hat mich gefragt, ob ich mir nicht mal den Frust von der Seele schreiben will. Was nervt mich als Fotograf? Zugegebenermaßen versuche ich sonst, von der positiven Seite des Lebens zu berichten, aber heute wird mal gegrummelt.

Was mir auf die Nerven geht

1. “Du hast aber eine tolle Kamera”

Klar, da fühle ich mich geschmeichelt, aber was soll das für ein Kompliment sein? Übersetzt heißt der Satz doch nur: “Ich sehe, dass Du viel Geld hast, wenn Du dir diese Kamera leisten kannst”. Dabei ist das nicht der Grund, warum ich sie benutze. Ich will damit gute Fotos machen. Sie ist nur ein Werkzeug. Der Maler wird auch nicht für seine Pinsel gelobt.

2. Technische Fachsimpelei

Die gleichen Leute, die lieber meine Kamera als meine Bilder kommentieren, lieben es, mich nach technischen Details auszufragen. Wie ist denn die Schärfeleistung des Objektivs bei der Offenblende? Rauschen die Bilder mehr mit dem gleich großen Sensor, auf dem aber mehr Pixel als bei der anderen Kamera sind? Und so weiter. Versteht mich nicht falsch, ich achte ebenfalls darauf, technisch möglichst einwandfreie Fotos zu machen und muss dafür gewisse Rahmendaten beachten. Darüber tausche ich mich auch mit Kollegen aus, aber vor allem dann, wenn ich den Kauf einer neuen Kamera, eines Blitzes oder Objektivs plane. Ich nutze die technischen Diskussionen nicht als Ausrede, keine Fotos zu machen. Wer einen Testchart fotografiert, kann sich auch gleich ein richtiges Motiv suchen.

3. Hochzeitsfotos

Ich habe schon mehrere Hochzeiten fotografiert und mache es gerne. Aber leider führt mein beruf als Fotoproduzent dazu, dass viele Freunde, die heiraten wollen, automatisch annehmen, sie bräuchten sich nicht mehr um einen Fotografen zu kümmern, weil ich das ja machen könne. Ist im Prinzip richtig. Sie vergessen dabei nur ein wichtiges Detail: Wenn ich die Hochzeit fotografiere, kann ich mich nicht als Gast amüsieren, was ich als Freund schade fände.

4. “Kann man ja in Photoshop machen”

Man kann heute fast alles in Photoshop machen. Martin hatte vor vor kurzem einen Link zu Bert Monroy gepostet, der ein photorealistisches Gemälde nur mit Photoshop erstellt hat. Ohne Kamera. Aber wenn Models mir ihre Neurodermitis verschweigen, weil ich ja alles in Photoshop glätten könne oder denken, Fotografie sei gar nicht mehr schwer, weil es einen geheimen Knopf in Photoshop gäbe, der automatisch die Fotos gut aussehen lässt, dann frustriert mich das. Denn klar, man kann fast alles in Photoshop machen, aber genau das erfordert ein Können, welches ebenfalls erlernt und trainiert werden muss. Und auch die Arbeit mit Photoshop braucht (meistens sogar viel) Zeit, die berücksichtigt werden muss.

5. Einige Model-Bewerbungen

Als Fotograf bin ich darauf angewiesen, dass ich regelmäßig gute Models finde, mit denen ich zusammenarbeiten kann. Deswegen habe ich auf meiner Webseite und meinem Blog auch eine regelmäßige Ausschreibung für Models gepostet. Dadurch habe ich viele interessante Gesichter kennengelernt und fotografieren dürfen. Öfter bekomme ich aber auch Mails, die mich nur den Kopf schütteln lassen. Nach dem Motto: “Hi, coole Pics, will shooten! Bye”. Oder Bewerbungen ohne Foto. Ohne Telefonnummer, Alters- und Ortangabe. Wer sich nicht mal bei einer Bewerbung Mühe gibt, von dem glaube ich nicht, dass er sich vor der Kamera anstrengen würde.

6. Foto-Magazine
Ich habe einen guten Überblick über Fotozeitschriften und lese gerne welche. Würde gerne welche lesen, wenn es denn interessante gäbe. Mein letztes Abo (der Zeitschrift “Visuell” habe ich vor kurzem abbestellt, weil ich so gut wie alle Infos darin Wochen oder gar Monate vorher im Internet gelesen habe, meist sogar ausführlicher. Bei den anderen Zeitschriften nervt mich extrem die produktorientierte Ausrichtung. Ich habe meine Kamera und Objektive und will nicht über die ganzen neuen Modelle der anderen Firmen lesen, die ich mir eh nicht kaufen werde. Die verschiedenen Magazine unterscheiden sich hauptsächlich in der Preisklasse, in der die angepriesenen Produkte liegen. Ich will keine Photoshop-Tutorials, ich will Praxis-Tipps für Lichtaufbau, viele große Fotos von guten Fotografen, am besten mit Hintergrundinfos zur Entstehung und so weiter. Kann das so schwer sein?

Okay, jetzt seid ihr dran. Was stört Euch als Fotograf?

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65 Kommentare

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  1. Moin Robert, was is dein Lieblingsobjektiv?

    Ne, Spaß beiseite. Was mich am meisten stört ist einfach die Tatsache, dass alle Welt meint, das Fotografieren sei einfach und ginge schnell! Wie oft musste ich schon Freunden oder anderen erklären, dass die Idee die denen vorschwebt nicht umgesetzt werden kann ohne einen rießen Aufwand. Umso schlimmer wird es dann, wenn ein Unerfahrener meint einem bei der Arbeit Tipps geben zu wollen. Genervt bekommen sie dann oft meine Kamera in die Hand gedrückt mit dem Kommenta “ja, dann mach mal!”

    Immerhin merken dann manche, dass es doch nicht nur die Auto Funktion gibt!

    Umso lustiger finde ich aber noch ne andere Tatsache, was mich immer wieder verwundert. Ich bin jetzt bei Gott noch kein “Alleskönner” der unschlagbar ist und mach auch nicht gerade Werbung für mein Werk, da ich im Moment genug mit meinem Job um die Ohren hab. Aber im meinem Bekannten und Freundeskreis ist mein Tun und Handeln bekannt und wird auch des öfteren in Anspruch genommen. Aber manchmal kommen Leute zu mir – sie kommen wirklich an die Haustür ohne sich zuvor mal gemeldet zu haben – und wollen sofort mit dem Shoot anfangen. Eine der netten Damen wollte mir auch parout nicht glauben, dass ich sicherlich NIE Aktaufnahmen von ihr in meiner zwei Zimmer Wohnung machen würde.

    Ich hab einfach schon viele Erfahrungen gemacht, dass das Ganze von vielen unterschätz wird! Sehr schade eigentlich, weil genau diese Leute machen unsere Arbeit nieder!

    Genug geschrieben…weiter Arbeiten!

  2. Für mich sind auch die Punkte 3. und 4. am nervigsten.
    Aber 3. gilt glaub ich für jede Berufsgruppe, die irgendwie einen direkten praktischen Nutzen hat. Gas/Wasser Installateure im Bekanntenkreis können einem mal schnell den kaputten Syphon unterm Waschbecken richten… mein Kumpel der Elektriker kann mir mal den Herd anschließen… XY kennt sich super mit PCs aus, weil mein Internet geht ja nicht.
    Kann man ewig weiterführen ;)
    Dass aber sowas im Normalfall nicht grad wenig kosten würde, darüber denkt dann keiner nach. Aber nunja, ich bin kein Berufsfotograf und muss meine Brötchen nicht damit verdienen, dann sieht das ganze nämlich nochmal ganz anders aus.

    Und den geheimen Knopf bei Photoshop würd ich mir manchmal echt wünschen :-D

  3. Das mit den Fotomagazinen nervt mich auch sehr. Man findet meist nur Technik Schnick-Schnack und sogenannte “Mega-Tests” welche niemals mit der Aktualität des Internets mithalten können. Ein Magazin für Leute die ihr Equipment beisamen haben wäre interessant.

  4. Ich bin zwar nur Hobbyknipserin, habe aber eine digitale Spiegelreflexkamera und mein Hobby dadurch sichtbar um den Hals, aber da auch mich ein paar Sachen nerven gebe ich hier auch meinen Senf dazu:

    Fragen wie:
    – Wieviele Fotos hast du denn gemacht? (zielt in die Richtung: Wie grenzdebil/verrückt bist du schon)

    – Wozu braucht man so eine Kamera? Handykameras, kleine Digitalknipsen machen doch auch so super Fotos.
    Ja tun sie manchmal auch und sind toll, da man sie leichter mitnehmen kann, aber muss sich jemand für seine “Supermarke”Laufschuhe rechtfertigen und warum er lieber mit denen läuft?

    – Einerseits etwas “Nase rümpfen”, wenn man bei einer Feier o.ä. mehr unterwegs ist und mehr fotografiert als andere, aber dann sehrwohl die Fotos haben wollen.

    – Automatisch davon ausgehen, dass ich fotografiere auch wenn ich nicht darum gebeten wurde und dann wundern, wenn ich nur eine kleine Knipse mithabe für 1-2 Erinnerungsfotos.

    – Wenn man schöne Fotos macht, Kommentare wie “Ja kein Wunder bei der (teuren) Kamera.

    – Fragen nach technischen Details von Kameras, “Welches ist die beste Kamera?”, ein fachlich qualifiziertes Urteil zu einem Foto erwarten. He ich fotografiere bloß gern, was mich aber nicht mehr qualifiziert als jeden anderen mit Handykamera/Miniknipse.

    Ich fotografiere einfach gerne, aber es wird einem nicht leicht gemacht, wenn man sich für sein Hobby und die Anzahl der gemachten Aufnahmen “schämen” muss.

  5. Hehe! ich wette das du gerade sehr vielen Leuten aus der Seele geredet hast!

    Und ein Punkt der tatsächlich so traurig ist, wie du ihn darstellst ist der Umstand mit den zeitschriften.
    Was ich schon zeitschriften durchprobiert habe…
    … anstatt das die einfach mal einsehen das eine zeitschrift in der heutigen Zeit garantiert nicht schneller als das Internet in Sachen News sein kann, sollten die Redaktionen sich mal darauf konzentrieren Fotografen vorzustellen, Bilder zu zeigen und vor allem den Entstehungsprozess der solchen aufzuzeigen.

  6. 1,2,4,6 : _vollste_ Zustimmung
    3: habe erst eine Hochzeit fotografiert, also kann ich verstehen was du meinst

    Hast du zu den Fotozeitschriften(6) eigentlich schon eine gefunden die deine Ansprüche erfüllt? Eine weitere Tatsache ist, das die meisten noch eine DVD/CD mitliefern mit Irgendwelchen sinnfreien Share/Freewares und dann die Zeitschrift um XEur verteuern. Was man heute eh nicht mehr brauch, das Internet liefert doch eh alles. (Tutorials,Software,Datenblätter von Equipment)

  7. Du sprichst mir aus der Seele …

    Ich wurde mal gefragt, ob ich einen Event fotografieren könne. “Du hast ja einen tolle Kamera”. Ich war echt sauer und habe abgelehnt mit der Bemerkung “tolle Kameras könne man auch mieten”. Wenn er sich nur für die Kamera und nicht für meine Art von Bildern interessiert, könne ich es nicht machen.

    Was mich auch etwas stört ist die Selbstverständlichkeit mit der manche Leute Bilder wollen, das aber als eine reine Bringschuld betrachten und daher nicht bereit sind etwas dafür zu tun, sie z.B. selber von meiner Webseite laden.

    Es gibt aber auch das andere. Wenn Leute echt dankbar sind für Bilder und wahrnehmen dass es halt doch mehr ist als nur draufdrücken. Wenn Sie erkennen, dass es Arbeit ist, die sich lohnt, dass Athmosphäre eingefangen wurde, Menschen in ihrer eigenen Art gezeigt werden, dass persönliche Beziehung sich im Bild ausdrückt. Wenn das nicht wäre, würde ich nur für mich fotografieren. Eine Anfrage hat mit gefreut: “Könntest du für uns Bilder machen. Ich sehe wie du dauernd auf der Lauer liegst, die Momente und Standpunkte suchst.” Das entschädigt dann auch …

    Also einfach fröhlich weitermachen!

  8. Blogartikel dazu: Tweets die Was Robert Kneschke im Fotografenleben auf die Nerven geht | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel erwähnt -- Topsy.com

  9. Recht habt ihr alle.
    Viel mehr Nervereien kann ich gar nicht hinzufügen…

    Ich selbst bin auch nur ein Hobbyknipser, noch fast grün hinter den Ohren…
    Mir ist da ein Erlebnis mit meinem Vater wieder eingefallen, wovon ich kurz berichten möchte…

    Als ich vor einiger Zeit mit meinem Hobby einen Schritt weiter ging und mir neues Equipment zulegte (DSLR, Objektive etc.) und draußen in unserem tollen bunten Garten stand, brachte mein Vater einen Spruch, der mich ganz schön wütend gemacht hat.
    Ich stand wie gesagt draußen und fotografierte…ich machte Nahaufnahmen und das mit viel Geduld.
    Mein Vater stand im Haus und beobachtete mein Tun und meinte doch tatsächlich, dass er sich ja lieber eine vernünftige Kamera kaufen würde, bei der es reicht, auf den Knopf zu drücken und es kommt ein tolles Bild bei raus, als mit so einem Aufwand zu fotografieren!

    Schade finde ich, dass man so etwas sagt, obwohl man seine eigene Bridgecamera, die man schon 8 Jahre besitzt, nicht kennt.
    Beispiel: 6 Jahre nach Kauf, zeigte ich ihm mal den süßen kleinen Knopf für Makroaufnahmen ;-) (“Toll, sowas kann die?!”)

    Also schließe ich mich euch an, denn mich nervts auch!

  10. Wirklich anstrengend ist tatsächlich der Spruch à l “wow, mit der Kamera KANN man ja nur gute Bilder machen”. :-)

    Interessant wäre auch mal die Frage: was nervt uns oder die Menschheit an Fotografen? :-)

    – im Weg stehen
    – der Glaube an einen Freifahrtschein für alles dank 70-200er-L-Objektiv
    – fotografiert werden, wenn man wirklich nicht will
    – Veröffentlichung von Bildern mit Personen, die ihr Einverständnis nicht gegeben haben
    – gleichzeitig und hochschaukelnd: das viele Gelobtwerden für street photography-Bilder, wo heimlich Personen ihres Bildes beraubt und im Internet veröffentlicht werden
    – ….

    Keine Angst, ich bin selbst Fotograf und möchte keine Fotografen dissen! Finde ich nur durchaus auch spannend, um als Fotograf dazuzulernen im Umgang mit den Fotografierten. :-)

  11. Also ich muss bei “Photoshop kanns ja richten” in letzter Zeit immer wieder betonen, dass es Aufgabe eines Fotografen ist, dass die Bilder aus der Kamera so rauskommen wie sie sein sollen und nicht erst aus Photoshop. Diese Einstellung lässt die Menschen einfach ein anderes Verhältnis zu den Bildern haben, die sie machen und die von ihnen gemacht werden. Und es kommt bei mir auch am meisten von den 6 Faktoren vor.

    Vielleicht klingt da im Hintergrund noch mit, dass digital ja nicht ganz so “wertvoll” wie analog ist, sowohl von den Kosten für jedes Bild, als auch vom “In Stein gemeißelt sein”-Faktor eines Analogen Bildes.

    Ich mach auch gern in PS abgefahrene Sachen mit manchen Bildern. Aber nur bei denen, die schon gut sind und die mich inspirieren, sie zu verändern. Als Pflichtveranstaltung ist das leider ganz schön lästig.

  12. “Deine Kamera macht schon tolle Bilder”, diesen Spruch liebe ich ja :-(
    Was mich auch extrem nervt, sind Models, die keine realistische Selbsteinschätzung haben. Wenn sie selbst angeben, keinerlei Erfahrung zu haben, aber nur Pay-Shootings machen wollen, dann stimmt da irgendwas nicht.

  13. Was ich noch vergessen habe: Viele Leute kapieren nicht, dass es auch mit Photoshop nicht möglich ist, aus einem grotten schlechten Bild ein Meisterwerk zu machen. Das Ausgangsmaterial muss stimmen…

  14. Du hast vollkommen Recht. Man erwartet von einem Fotografen einfach, dass er gutes Equipment hat, dennoch schauen die Meisten dann doch mehr neidisch drauf (Kommentar:”Kann ich auch mit meiner XYZ-6-08/15).

    Ich war Samstag in Hamburg, Mönckebergstraße. Meine Canon hing so an der Seite über dem Arm, dass man nur die Rückseite sah. Es war schon lustig zu sehen, wie viele an mir vorbeigingen, sich umdrehten um zu schauen, welche Kamera da wohl hängt. Wahrscheinlich, um zu denken “Meine ist aber besser!” – “OK, seine ist besser – muss ein Profi sein – der kann sich das leisten!”

    Aber egal, was die Blicke auch sagten, sie drückten nur eines aus: Neid.

    Hochzeiten für Freunde mache ich auch nicht mehr. Erstens mag man dann nicht wirklich seine Preise angeben (mach ich aber dennoch, damit sie mich *nicht* buchen). Zweitens kann man, wie Du schon schreibst, dann selber nicht mitfeiern.

    Ich habe es allerdings auch schon mal erlebt, dass das Paar sich bei mir entschuldigt hat, einen anderen Fotografen gebucht zu haben: “Wir wollen, dass Du mitfeierst – nicht arbeitest.” Fand ich klasse und man sah dem Paar auch die Erleichterung an, als ich das erwähnte. ;)

    Vor allem: macht Du da einen Fehler – kann die Freundschaft zu Ende sein. Und das ist es mir nicht wert.

  15. @Marc: Da ich viel am Rechner sitze, bekomme ich natürlich auch von vielen Freunden Anfragen, ob ich ihnen bei deren Computerproblemen helfen kann. Das mache ich gerne, denn der Unterschied zur Hochzeit ist doch, dass ich da nichts Einmaliges verpasse. :-)

    @Tom und fotogurafa:
    Eine für mich ansprechende Fotozeitschrift habe ich leider noch nicht gefunden. Die PhotoNews kenne ich auch, finde sie aber zu “künstlerisch”, da ich ja eher in Richtung “Werbung” und “Hochglanzfotos” arbeite.

  16. Hehe – passend zum Thema “Photoshoppen”:

    Komme gerade von einer Gruppenbildaufnahme. Das Laub störte mich und so musste eben einer der Herren noch den Besen schwingen.

    Die Frage nach dem Photoshop, mit dem man das ja auch wegmachen könnte, entgegnete ich mit dem Hinweis, dass “weg-Shoppen” länger dauert, als “weg-fegen”.

  17. Mich nervt auch die “Selbstverständlichkeit”, mit der Leute meinen, ich könne für sie immer und überall (umsonst) Fotos schiessen. Egal wo ich hingehe -Hochzeit, Ausflug, Party, Vereinsfest etc.- sehr oft fällt der Satz “Bring aber Deinen Foto mit”. Selten ein Danke oder Bitte. Auch dass ich für eine Vielzahl an Menschen aus meinem persönlichen Umfeld einen nur privar zugänglichen Flickraccount führe, von dem man sich dann die Fotos jener Events runterladen oder einfach nur ansehen kann; niemand scheint zu wissen, dass das alles mit Arbeit verbunden ist.

    Ein anderer Punkt, der nicht so nervt, aber zu Lasten der “Motivqualität” geht, ist das Ablichten von Menschen. Knipst man mit einer Handykamera oder einer kompakten / kleinen Digicam Leute, verhalten diese sich i.d.R. natürlich vor dem Objektiv. Aber wehe ich habe meine dicke Nikon dabei – dann werden Grimassen geschnitten, Gesichter verzogen, Posen gemacht oder man dreht sich weg – kaum eine Chance Fotos zu machen, die die Personen so zeigen, wie sie sind. (Wobei ich hiergegen ein Patentrezept habe, indem ich jeden so oft fotografiere oder nur so tue, bis man sich an die Kamera “gewöhnt” hat…)

  18. Gerade der letzte Punkt finde ich bei vielen Magazinen auch störend. Ich bin zufrieden mit dem was ich habe. Keine Vollformatkamera, doch ich kann Fotos damit machen und die Ergebnisse gefallen mir und anderen.
    Doch manchmal würde ich auch gerne mehr lernen wie gewisse Bilder entstanden sind, wie der Fotograf vorgegangen ist, Vorbereitung? (gezielt gesucht, Leute gezielt angesprochen/positioniert, zufällig beobachtet) Welche Kamera Einstellungen verwendet wurden, etc.

    Besonders Spannend sind dann immer die Nacharbeiten am PC. Vorher/Nachherbilder bekommt man leider sehr selten zu sehen.

  19. @bernhard: “Was mich auch etwas stört ist die Selbstverständlichkeit mit der manche Leute Bilder wollen, das aber als eine reine Bringschuld betrachten und daher nicht bereit sind etwas dafür zu tun, sie z.B. selber von meiner Webseite laden”

    Ja das ist toll, keine Arbeit, alles haben wollen und das kostenlos. War v.a. zu analogen Zeiten meinerseits lustig. Kostet Schweinegeld das entwickeln und digitalisieren zu lassen, aber mit dem Argument “Du machst das ja sowieso” will dann auch Keiner was für die digitalen Bilder zahlen.

    @tobias: – Veröffentlichung von Bildern mit Personen, die ihr Einverständnis nicht gegeben haben
    Das betrifft meiner Meinung aber alle und viell. sogar “Nichtfotografen” mehr, da die keine Ahnung haben, dass es sowas wie ein Recht am Bild überhaupt gibt und einfach alles online stellen. Selbst Bilder, die für die abgebildete Person negative Folgen haben können werden online gestellt, weil das Bild “gehört” einem ja und damit kann man machen was man will.

    [Interessant wäre auch mal die Frage: was nervt uns oder die Menschheit an Fotografen?]
    – Dass ihre Kamera größer/neuer/besser ist.
    – Dass sie die besseren Fotos machen. (Neidfaktor)

    @Teatime: “Aber egal, was die Blicke auch sagten, sie drückten nur eines aus: Neid.”

    Neid ist ohnehin ein großes Thema finde ich. Neid, weil der andere das schönere Bild derselben Szene hat. Neid, weil der andere das neuere Kameramodell hat. Neid, weil der andere sich besser mit der eigenen Kamera auskennt als man selbst.

    Die Liste ließe sich lange fortsetzen.

  20. mich ärgert am meisten, dass ich mich auch über diese geschichten ärgere und mich auch noch damit beschäftige indem ich diesen beitrag und die kommentare gelesen habe, anstatt mich mit fotografieren zu beschäftigen :-)
    aber recht habt ihr natürlich …. leider

  21. Hatte erst dieses Wochenende so ein Erlebnis:
    Kommentar #1: Wow, die Kamera macht bei dem schlechten Licht hier echt tolle Fotos – so eine brauche ich auch…

    Kommentar #2: Schaut mal alle her, ein FOTO (während ich gerade Abseits und ungestellt fotografieren wollte :)

  22. …wenn ich vor der Semperoper stehe und Bilder schieße und dann die Touristen Fragen warum ich denn die Radeberger Brauerei fotografiere. Ich hab es mir immer lange angehört aber seit letzter Zeit sage ich immer was dazu.

    Oder wenn ich Nachts Bilder mache bekomme ich immer Ratschläge das ich doch zum Beispiel mal mit Blitzlicht fotografieren soll da es dann besser geht…

  23. Ich kann euch allen nur beipflichten.

    Aber besonders hart sind die aussagen, dass man mit eine DSLR ja gar keine schlechten Fotos machen könne.

    Und was auch nervt ist, wenn bekannte sich schämen, ein Foto mit der Handykamera oder Kompaktknipse zu machen, nur weil eine meiner größeren Kameras auf dem Tisch liegt.

    Grüße von der warmen Adriaküste

  24. Mein grösster Aufreger bisher war als ich gebeten wurde im Kindergarten Gruppenfotos zu machen, weil der letzte prof. Fotograf zwar Gruppenfotos gemacht hat, sie aber nur im Set zu kaufen waren, wobei das Set wirklich grottenschlecht war.
    Da das für mich auch das erste Mal war, wollte ich dann später für die Fotos eigentlich nur einen kleinen Unkostenbeitrag. Auf jeden Fall wurde ich von einer Mutter angemacht, warum die Fotos so teuer (1 Euro) wären, man könne doch schliesslich bei Aldi und Co. billiger ausdrucken lassen. Ich habe der netten Dame dann mal erklärt, wie lange ich für die Bearbeitung am PC saß und dass es einen Unterschied zwischen Billiganbietern und dem Labor gibt, wo ich die Fotos ausbelichten lasse. Sie wollte dann eine CD mit allen Fotos haben und so musste ich sie wieder hinweisen, dass sie rein rechtlich eh nur die Fotos bekommen kann, auf denen auch ihr Kind ist! Sie behauptete dann noch, dass es ja gar nicht ihre Meinung wäre, sondern sie hätte das von anderen Eltern gehört. Ich bat sie dann, sie einfach zu mir zu schicken, damit ich das persönlich klären kann.
    Übrigens haben sie dann alle wie die Wilden Fotos bestellt, teilweise alle 8 Varianten, die ich pro Gruppe angeboten habe und auf denen ja nur minimale Unterschiede waren. Kann also nicht wirklich zu teuer gewesen sein. ;-)
    Und mich nervt der süffisante Blick meines einen Nachbars, wenn er mich mit der Kamera durch das Feld tingeln sieht. “Na, fotografierst du wieder?”, so als ob er mich für total bekloppt hält. Aber er hat nicht einmal gefragt, ob er sich mal ein Foto anschauen darf, sondern er geht mal gleich davon aus, dass das eh nur Zeitverschwendung ist. LG Frau Zausel

  25. die kommentare von “ausserhalb” wurden ja bereits angesrochen ;) … nervig ist auch das “von oben herab” mancher hobby-fotografen mit grösserem geldbeutel… was am ende rauskommt zählt, nicht das ding um den hals.

  26. Spontan fällt mir dazu eine kleine Geschichte ein, die mich zwar nicht direkt betroffen hat, doch die ich live erleben durfte / musste:

    Hochzeit im Bekanntenkreis, ich selbst habe das Angebot, dort zu fotografieren aus oben genannten Gründen abgelehnt und den Job stattdessen an einen befreundeten Fotografen aus der Profi-Liga vermittelt.
    Während der Feier stehe ich also mit dem befreundeten Profi rum, mal eben eine rauchen, als einer der Gäste (!), seine Einsteiger-DSLR touristenmäßig um den Hals gehängt, zu uns ankommt und zu meinem Freund meinte: “Hey, ich hab mich mal eben aus Deiner Fototasche bedient, da sind ein paar Objektive drin, die ich immer schon mal ausprobieren wollte. Du hast da ja bestimmt nichts dagegen, so unter Kollegen…!?”

    Den Gesichtsausdruck des Profis werde ich nie vergessen. Den des Gastes aber auch nicht, als mein Freund ihm freundlich aber bestimmt zeigte, wohin er sich seine kleine Einsteiger-Knipse stecken solle :-))

  27. Zu den Fotozeitschriften noch mal was:

    Die Tatsache, dass die meisten Fotozeitschriften eher testorientiert sind, hat einen ganz einfachen Grund: Sie werden nach wie vor ausreichend gekauft.. auch wenn man es nicht annehmen sollte. Und was nachgefragt wird, wird halt eben auch produziert oder in diesem Falle verlegt.

    Eine Fotozeitschrift mit solchen “speziellen” Themen wie Lichtaufbau und Interviews mit Fotografen… wäre vermutlich von der Auflagenzahl so hoch bzw. niedrig wie vergleichbare andere “Speziallektüre”, bekommst du also nur bei Shops in der Bahnhofsbuchhandlung oder dergleichen. Das will sich kaum ein Verleger antun. Und wenn man doch sowas publiziert, dann ist der Preis pro Heft ordentlich gesalzen, um überhaupt kostendeckend zu arbeiten. Das schränkt das Publikum weiter ein.

    Die “Photographie” bietet meiner Meinung nach noch manchmal einen brauchbaren Mix zwischen Technik, Interviews und Reportagen und auch schon mal “How-Tos” die schon mal zum Thema Beleuchtung und dergleichen sind, und ist für mich noch eine der besseren Publikationen am Markt.

    Wer doch mal was technisches haben will, aber irgendwie nicht den Sinn in den ganzen Punktebewertungen und Graphen erkennen will (was nützen Vergleiche wo die Redaktionen zugeben, dass sie die Kameras in JPG und Defaulteinstellungen testen, weil sie irgendwie eine Vergleichbarkeit herstellen müssen) kann sich auch mal die “d-pixx” anschauen.. das macht ein wirklich kleiner Verlag, der sich wohl auch keine ausufernden Testlabore leisten kann.. deswegen sind alle Tests mehr so ein “Hands-on” Bericht. Wohl eher nicht für Hardcore-Profis, aber ich finde die Zeitschrift gerade wegen ihrer doch eher offensichtlich kleinen Belegschaft und einer gewissen Lockerheit in den Tests fernab von übertriebenen Punktespielchen recht erfrischend.

  28. Eines möchte ich hier unbedingt noch loswerden:

    Mich nervt es *sehr*, wenn ich eine kleine oder größere Gruppe für ein Foto zurechtgerückt habe und dann alle dahinter stehenden ihre Digis zücken und drauflosknipsen.

    Insbesondere bei Hochzeiten … Aber hier weiß ich mir inzwischen – wenigstens etwas – zu helfen. Meine Partnerin hilft mir gerne: Nicht nur beim zurechtzupfen des Brautkleides und all der anderen Kleinigkeiten, sondern auch damit, ganz hervorragend im Weg zu stehen (nicht mir, sondern den anderen …) und auch ich bewege mich manchmal bewusst ein wenig nach links und rechts … In letzter Zeit sage ich solchen Leuten aber direkt ins Gesicht, daß sich eine solche Verhaltensweise gegenüber einem professionellen Fotografen einfach nicht gehört … und oh Wunder – das wirkt sogar!

    Alles andere wurde hier schon gut diskutiert!

  29. Zu 1+2:
    Verdammt. Eben wusste ich noch genau, was ich dazu schreiben wollte. Ich finde es einfach nur schade, dass man oft nur auf sein Kameraequipment reduziert wird. Da fallen dann auch oft Fragen wie “Wie teuer war die denn?”, “Ist die besser als meine $EinstiegsDSLR_eines_beliebigen_Herstellers?”, “Was kann die alles?”. Meist reagier ich auf solche Fragen relativ unfreundlich. Grundsätzlich sage ich aber nichts zu Kosten und Qualität.

    Noch erschreckender finde ich Rufe bzw. Aussagen wie zB. “ey, mach mal Foto!”. Ja, klasse. Oft interessiert es die Leute, die solche Forderungen stellen überhaupt gar nicht, warum ich an dem Ort bin, was ich fotografiere und was mit dem Bild passiert. Solche, meist jungen Menschen, findet man auch wohl mal mitten in der Innenstadt. Bei Gruppen (2-8 Personen) auf Konzerten sind solche Aussagen auch immer sehr beliebt. Wenn man im Bühnengraben steht und ein 70-200 aufgeschnallt hat, während man 3 Lieder Zeit hat einige Fotos zu machen, möchte man eher nicht von hinten herumgerissen werden mit der Forderung nach einem Foto.

    @Phil:

    Genau das mit dem Verhalten vor der Kamera stört mich auch enorm. Ich wünsche mir im Grunde eine bezahlbare (!) Kamera von der Größe der Leica M9 mit Wechselobjektiven und dem Autofokussystem und Rauschverhalten meiner D700.

  30. Ich bin erst seit kurzem als Hobby-Foto-Futzy unterwegs. :-)
    Zu diesem Thema möchte ich daher nur eine listige Veralgemeinerung vornehmen: zu 3.

    Mach dich selbständig. Egal womit! Und alle deine Bekannten (Familie+Freunde+sonstiges) denke du kannst deine Arbeit kostenlos anbieten. Ich glaube das ist besonders ausgeprägt wenn Material nicht massiv eingebracht werden muss.

    Eigentlich schade. Ich habe zu so machen “sonstigen” keinen Kontakt mehr. Nachdem ich erklärte das ich eine Familie ernähren muss.

    Familie und die wenigen echten Freunde stellen da ausnahmen da.

  31. Ich muss noch einen Kommentar abgeben:
    Es stimmt schon, dass es viele Blöde Sprüche von Noobs, genauso auch viele Poser und Möchte-Gerns gibt.

    Andererseits, ich habe mir gerade alle Kommentare durchgelesen und stelle fest, dass viele Kollegen hier (bin selbst nur Hobbyknipser) sehr empfindlich reagieren. :)

    Bei einem neuen Auto fragt doch auch jeder erstmal, A) Was es gekostet hat, B) Wie viel PS? & C) Spritverbrauch

    Im Grunde ist es doch ganz normal. Die meisten Leute schauen halt, wenn einer mit ner teuren Kamera + SuperTele am Marktplatz steht. Würde einer mit nem 911er auftauchen, würden sie ja auch gucken. Nur würde sich der Fahrer selten darüber aufregen.

    Seien wir doch mal ehrlich: Ein wenig sind wir doch schon stolz drauf, ein Equipement für >1.000€ zu besitzen und vielleicht Dinge zu sehen (und zu zeigen), die andere nicht wahrnehmen, oder?

    Und ganz Unrecht haben sie auch teilweise auch nicht, denn mit einer guten/teuren Kamera/Linse kann man nun mal bessere Bilder machen als mit nem Handy! (Steinigt mich jetzt)

    Nur sehen sich eben viele Fotografen als “Künstler” und reagieren wohl auch dementsprechend…

    Ich versuch das ganze nicht so persönlich zu nehmen :)
    (Mein weiß ja nie, wem man selbst mit blöden Sprüchen auf die Nerven geht)

  32. Stimme dit in allen Punkten zu. Ich mache vor allen Fotojournalismus auf Demos und Veranstaltungen und dort stört es mich noch, von allen als Feind angesehen zu werden. Von Polizei, Demonstranten und meistens auch noch von den Anwohnern.

  33. Also wenn ich ehrlich bin, lese ich die ersten beiden Kritikpunkte regelmäßig. Natürlich hast du nicht unrecht, aber dass sich ständig darüber aufgeregt wird, ist doch total sinnlos. Freu dich, dass du zu denjenigen gehörst, die wirklich wissen worauf es ankommt ;)

  34. Mich stört es, dass alle Welt meint mich beraten zu müssen: Kaum hab ich eine DSLR weiß jeder was ich brauch, der eine meint ich brauch auf jedenfall ein Markoobjektiv, der andere will mir ein WW andrehen, der nächste eine Festbrennweite, der nächste einen UV Filter weil der ja “geile” Farben macht.
    Wo wir beim zweiten Problem wären: Klar ich weiß auch nicht alles, aber ich hasse es wenn Leute die mit Fotografie so garnix am Hut haben mich bloßstellen wollen, sich aber selbst in die Pfanne hauen.
    Was (nur manchmal!) nervt, ist dieses: Schnell, mach mal ein Foto. Oder kannste mal da, oder hier.
    Klar, ich liebe Fotografie, aber ich hab nicht immer Lust den Knipser für die Familie zu spielen, und auch nicht immer Zeit irgendwen zu fotografieren. Schule und andere Hobbies gibts ja auch noch !

    Liebe Grüße :)

  35. Zeitschriften und Zeitungen wegen ihrer mangelnden Aktualität abzulehnen, ist reichlich unsachlich. Selbstverständlich sind Informationen schneller via Internet verbreitet. Oder via Radio. Oder Fernsehen.
    Eine Zeitschrift erscheint einmal im Monat (o. ä.) und hat entsprechenden Vorlauf was die Inhalte angeht. Ziel einer solchen Publikation ist es daher nicht, tagesaktuell zu sein, sondern das Wesentliche und Wichtige für das Thema zu sammeln.
    Ob eine Zeitschrift “interessant” ist, ist wieder eine andere und sehr subjektive Frage. Weil die Redakteure eine möglichst breite Leserschaft ansprechen möchten/ müssen, um eine ausreichend hohe Auflage zu verkaufen, ist immer etwas dabei, was einen nicht interessiert, oder man vermisst etwas.

    Mich langweilen die meisten Fotozeitschriften vor allem deshalb, weil ich das Gefühl habe, dass sie nicht besonders kritisch sind. Insbesondere bei Produkttest. Zuviel Einfluss der Hersteller?

  36. Ja manchmal kann es nervig sein. Sei es dass man auf das Equipment reduziert wird, oder dass die Leute es als selbstverständlich anschauen, dass man fotografiert.
    Ich muss aber auch Michi.G85 recht geben. Viele wollen auch einfach kommunizieren und wenn man eine 3kg schwere Kamera um den Hals hat, so ist es naheliegend das als einstieg in ein Gespräch zu nehmen. Zumal heute ja jeder eine Kamera hat. Ich erlebe es oft, dass die Leute interessiert sind und mir ernsthaft Fragen über mein Hobby stellen.

  37. Leute, ist Euch die Knippserei schon so zu Kopf gestiegen das Fragen anderer nur noch nach Katalog und Wunschliste möglich sind? Ich würde vielen hier raten, sich mal ans eigene Verhalten zu erinnern, als Ihr noch nicht im Zenit Eures kreativen Schaffens befunden habt. Was man hier in den Kommentaren zu lesen bekommt ist durchsetzt von Arroganz und Hochmut, wie z.B. folgende Formulierung schön zeigt:”kleine Einsteiger-Knipse”. Also dieses Rumgejammere empfinde ich als wesentlich nerviger als mal 1-2 Fragen – denn: ich helfe gern! Aber das muss natürlich jeder selbst wissen.
    Zu den Punkten:

    1. -> Ist das Dein Ernst? Was hast Du nur für ein Problem damit! Mangelndes Selbstbewusstsein? Jemand hier hat sogar geschrieben, dieser Satz sei ja schon eine Beleidigung..ähm…sorry, aber das geht mir echt zu weit!

    2. -> Natürlich werden Dich andere nach Deinen Erfahrungen als Profi mit bestimmten Linsen fragen… so what? Wie Du selber schreibst, machst Du das in bestimmten Phasen ja auch!?

    3. -> Man, wie groß ist Dein Freundeskreis das Du dauernd mit solchen Fragen genervt wirst? Ich bin tatsächlich auch mal gefragt worden – und fand das ein tolles Kompliment…hat viel Spaß gemacht! Aber naja…

    4. -> Diese Annahme kommt nicht von ungefähr. Ich mein, schau Dir doch die Bilder an, die man in den Browserfruits größtenteils zu sehen bekommt! Das Problem ist hausgemacht und natürlich färbt das auf alle, die sich mit Knippsen beschäftigen ab. Das ist bedauerlich, aber man lebt angenehmer, wenn man das emotionslos hinnimmt.

    5. -> Ja, kann ich mir gut vorstellen. In diesem Punkt kann ich Dich gut verstehen, Martin würde Dir beipflichten. Ich habe das Gefühl, dass allgemein das Niveau einfach den Bach runter geht, und das zeigt sich auch in solchen Anfragen.

    6. -> Dann lese doch einfach keine mehr. Stell Dir vor: für manche Leute bringen die Hefte genau das, was sie lesen wollen und brauchen!

    Mein Kompliment an Michi, der einzige bisher (von mir abgesehen), der mal nach der Richtung “Kirche im Dorf lassen Jungs” kommt! Interessanter als “Was stört mich an allem anderen” wäre vielleicht mal “Was stört mich eigentlich an mir selbst?” – sprich: was mache ich immer noch nicht gut genug, wo mache ich immer wieder Fehler etc. Daraus könnte man sogar was lernen. Aus den 6. Punkten da oben kann ich null lernen! Und ich lese diesen Blog eigentlich deswegen so gerne, weil ich da so oft was dazu lernen kann!

    Soweit! Grüße Blue

  38. @Stefan und @Blue:
    Klar kann ich auf weiterhin ruhig schlafen, ohne mir über diese nervenden Punkte den Kopf zu zerbrechen. Und ja, auch ich finde Annis Beitrag mit dem Tenor “Was andere an Fotografen nervt” interessant.

    Aber komm: Wenn Martin in seinen Browser-Fruits lustige Links postet, was lernst Du dann? Bißchen Abwechslung zwischendurch muss auch mal sein… :-)

  39. @Blue: Danke für deinen Beitrag, ich stimme dir zwar nicht in allem zu, aber du hast mich zum Nachdenken gebracht.
    Als Ergänzung: Manchmal muss man auch nichts lernen, sondern sich nur den Frust von der Seele reden/schreiben und sehen, dass man nicht alleine ist.

    @Der Andreas!
    [“…sage ich solchen Leuten aber direkt ins Gesicht, daß sich eine solche Verhaltensweise gegenüber einem professionellen Fotografen einfach nicht gehört … und oh Wunder – das wirkt sogar!”]
    Wieso stört dich das so? Natürlich hast du die Arbeit und arrangierst alles so gut als möglich, aber so lange dich niemand bei deiner Arbeit stört, verstehe ich die Aufregung nicht ganz.
    Deine Arbeit und deine Bezahlung wird dir niemand streitig machen und die Gäste möchten nur ein Erinnerungsfoto, das an dein Bild ohnehin nicht heranreichen wird, allein schon aufgrund der Position hinter dir. Und für jeden Gast wird sich nunmal nicht die gesamte Familie zusammenstellen und sich ablichten lassen. Da ist das Fotografenfoto die einzige Möglichkeit alle auf ein Bild zu bekommen.
    Und wieso gehört sich das ausgerechnet (nur) beim professionellen Fotografen nicht? Hat nur der Profi ein Recht auf ein einzigartiges Bild und der Amateur darf kopiert werden?
    Es ist nunmal oft so, wenn Einer (egal ob Profi oder Amateur) ein Bild sieht/macht, dass er damit oft andere auf eine Idee bringt und die das gleiche Bild machen wollen. Und jmd. anderem das Bild verbieten zu wollen find ich schon etwas befremdlich, es wird ohnehin nicht exakt dasselbe sein.
    Wie gesagt so lange dich niemand bei deiner Arbeit stört oder dich um deine Bezahlung bringt damit, verstehe ich deinen Zorn auf die Leute nicht ganz.

    Ich glaube Fotografen und Nichtfotografen sollten viell. ein bisschen mehr Verständnis für einander aufbringen und egal wie nervig es manchmal sein mag, dass viele glauben besser fotografieren zu können als ein Profi, so nehmen sie guten Fotografen doch keine Arbeit weg und zeigen eher noch wie wichtig ein guter Fotograf ist um wirklich spezielle/gute Bilder zu bekommen.

  40. Blogartikel dazu: Linseneintopf » Blog Archive » Linksammlung 2009-10-29 - Fotografie | Design | Bildbearbeitung

  41. was mich auch nervt: leute wollen von sich fotos haben, nehmen sich dann aber nicht den bruchteil der zeit, den die sache einfach braucht. einfach schnell schnell. damit man fertig ist.

    oder: manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass andere leute beim fotografieren drumherumstehen. wenn andere leute drumherum stehen und den “models” anweisungen geben, die den meinigen völlig entgegenstehen, dann könnt ich denn ins gesicht springen.

    oder: beim anblick meiner kamera: “oh, das ist aber eine professionelle kamera, da machst du bestimmt supertolle bilder!” hallo? sorry, dass ich da auf werkzeug hingespart hab, um es mir und meinem bild-anspruch etwas leichter zu machen….

    schlimm auch: die selbstverständlichkeit, wenn man mal ein bild gemacht hat, dass einem anderen gefällt “ui tol, das sieht gut aus, schickst du mir das bitte ?!”

  42. “Mensch, die Kamera macht aber tolle Bilder!” —- ein Satz, den ich immer wieder höre, obwohl es ja nicht in erster Linie die Kamera ist, die dafür sorgt, dass die Bilder gut sind sondern Faktoren wie: Bildausschnitt, Perspektive, Belichtung, Brennweite und den ganzen Krams…..und das bestimmt ja (zumindest im manuellen Modus) der Fotograf!

  43. ich finde auch, dass viele Leute denken, wenn man eine professionell aussehende Kamera hätte, man sich um nichts anderes mehr kümmern müsste.
    Dabei wird die Arbeit des Fotografen enorm unterschätzt…

  44. Ich teile deine Sicht durchgehend. Da Hochzeiten meine Haupttätigkeit sind, habe ich hier inzwischen ganz konsequent eingeführt, entweder voll Gast oder voll Fotograf zu sein. Halb-halb geht nicht und hat Nachteile für alle. Tu ich nicht mehr und es verstehen’s nach einigen Erklärungen eigentlich alle.

  45. Was mich bisher am meisten aufregte, war der Spruch meiner Schwester, nachdem ich als Szenefotografin eine Menge neuer Freunde kennengelernt hatte:
    “Die wollen nicht Dich, die wollen nur Deine fette Kamera!”

  46. Mich stört es ein bisschen, dass Leute immer annehmen, dass die dickste Kamera mit dem größten Objektiv gleich einem Profi gehören muss und die Bilder damit automatisch toll werden…
    Das fällt extrem auf, wenn man erst mit einem 50 1:1.8 II unterwegs war und nie angesprochen wurde, einem die Leute mit 70-200 1:4 L USM direkt Platz machen und einen Fragen, für welche Zeitung man denn fotografiere…

  47. Was auch nervt, wenn Gelegenheitsknipser sich wirklich gut gemachte Fotos ansehen und dann sagen, “ja, so fotografiere ich auch!” Sieht man sich dann die Bilder der Knipser an, sind es meistens schlecht umgesetzte Fotos von Familienfeiern, Urlaubsbilder mit kleinen Menschen am Horizont (übertrieben)oder Fotos, bei denen nicht die einfachsten Fotoregeln beachtet wurden. Fantasie fehlt außerdem.
    Macht man dann kein begeistertes Gesicht oder schweigt, dann heißt es gleich “ja Du mir Deiner Kamera…!” Grrrrrr.

  48. Du meine Güte… 60 Kommentare in 5 Tagen. Hast Du da “einen Nerv getroffen”?

    Das wäre übrigens schon das erste, was mich nervt. (So ein kleines bißchen.) Daß so viele, die sich mit Fotografie beschäftigen, immer so genervt sind.

    Was MICH nervt? Nicht so sehr der Preisverfall auf dem Gebiet der Fotohonorare, sondern die sich darin ausdrückende Geringschätzung guter fotografischer Arbeit.

    Zeitungsredakteure, die ein Foto nicht von einem Blatt Klopapier unterscheiden können. Oder schlimmer noch: gar nicht wollen.

    Über die Technikbesessenheit von Fotoamateuren lächle ich – die war schon vor 30 Jahren nicht anders. (Der Eindruck täuscht.) Schade ist nur, daß man dadurch teilweise gar nicht mehr zur Auseinandersetzung mit den Bildern kommt.

    Was mich nervt? Der mit dem Einzug der Digitalfotografie über uns hereingebrochene “glatte” Stil. Kein richtiges available light mehr, keine Blow-up-Ausschnittsvergrößerungen mehr, die mit ihrer Grobkörnigkeit einen wohlverstandenen Voyeurismus anklingen lassen.

    Daß man heutzutage kaum noch irgendwo richtig gute Konzertfotografie machen kann – weil Horden von Vollidioten glauben, Musiker-Künstlern einen Gefallen damit zu tun, Fotografen-Künstlern die Arbeit unmöglich zu machen. Ein Bild wie das der völlig erschöpften Janis Joplin in Woodstock – heute unmöglich, würden die PR-Manager sofort gerichtlich untersagen lassen. Was geht da an visueller Dokumentation von Musik verloren, heutzutage? (Sogar Dieter Bohlen und Daniel Küblböck würden richtig spannend werden, wenn sie bloß mal richtig spannend fotografiert würden…)

    Hochzeiten fotografie ich privat übrigens sehr gerne.

    Erstens freuen sich die Leute immer ganz ehrlich, wenn sie richtig spannende Fotos von ihrer Hochzeit bekommen, das ist das schönste Hochzeitsgeschenk, das man machen kann. (Und es kostet “nur” Zeit.) Zweitens weiß ich dann wenigstens, womit ich mich die ganze Zeit auf der Hochzeit beschäftigen soll…

  49. Also ich finde viele Fragen vollkommen normal – hätte ich als Laie auch gefragt – was ist daran so schlimm ?- ich denke einige überschätzen Ihr fotografisches Können und fühlen sich deshalb gleich beleidigt weil sie ansonsten realisieren müssten das fast jeder dahergelaufene auch ein tolles Bild machen könnte mit einer SLR – wenn ich mit meiner SLR rumlaufe mache ich oft automatisch “technisch” bessere Bilder – von der Komposition ist das aber fast egal- aber beleidigt sein bei solchen Fragen – puh – ne das verstehe ich nicht

  50. Wenn wir alle ein Stück mehr Mensch wären, würde es eben diese Probleme nicht geben. Wer ein Mal an den Punkt gelangt ist, zu verstehen das Menschen einfach nur Kommunikationsdefizite haben, würde anders reagieren. Einer der Kommentatoren erwähnte dies bereits. Menschen möchten gar nicht nerven, blöde Fragen stellen etc., es geht ihnen einfach nur darum einen Opener/Einstieg zu finden, ins Gespräch zu kommen. Von diesem Phänomen ist jeder betroffen der irgendwie in der Öffentlichkeit steht, Barkeeper, Friseure, Menschen die durch Tattoos, Piercings, ihren Stil auffallen. Alles ein bisschen lockerer zu sehen, vielleicht selbst ab und an darüber nachdenken wenn man selbst schon vollgequatscht hat, würde die Welt ein ganzes Stück besser machen. Niemand kann sich davon freisprechen, niemand verfolgt böse Absichten damit, jeder handelt im Rahmen seiner Möglichkeiten bestmöglich. Dies ist ein gesammtgesellschaftliches Phänomen. Wenn man das berücksichtigt, nerven diese Fragen nicht mehr wirklich und man beantwortet sie mit einem Grinsen oder erklärt in einem Satz das man gerade leider keine Zeit hat und alles ist gut. In deisem Sinne, viel Spaß beim Knipsen.

  51. Was mich wirklich nervt sind anstands- und rücksichtslose Fotografen. Egal mit welcher Kamera sie unterwegs sind. So wurde mir schon einige Male ein Foto vermasselt weil sich ein anderer Fotograf direkt vor mir positionierte oder sich eine Hand mit Kompaktkamera vor meine Linse schob. Sehr ausgereifte Methoden scheinen da vor allem die Asiaten entwickelt zu haben. Allerdings ist ja das Recht des Dreisteren zwangsläufig in der modernen asiatischen Kultur veankert.

    Etwas was mich eher belustigt als zu nerven sind Blitzlichtgewitter von in der Nacht fotografierten Gebäuden usw. Viele Kamerabesitzer sind sich vermutlich einfacht nicht der Tatsache bewusst dass ein integrierter Blitz nicht Subjekt in 30 und mehr Metern Entfernung ausleuchten kann. Oder sie wissen ganz einfach nicht wie man den integrierten Blitz der Kamera ausschaltet.

    Schade finde ich dass heutzutage die Arbeit nicht mehr wahrgenommen wird, die ein Fotograf in ein wirklich gutes Foto investiert hat. Man kann immer und überall mal eben ein Foto schiessen, dieses manipulieren und verschönern. Über die Qualität des Resultates lässt sich dann streiten. Dass hinter einem qualitativ hochwertigen und aussagekräftigen Foto oftmals lange Planung und ein langer Lernprozess des Fotografen (trial and error), sprich Erfahrung, steckt wird häufig vergessen.

    In diesem Sinne stimme ich zu dass gewisse Verhaltensweisen der Mitmenschen manchmal nerven können. Aber ich apelliere hiermit zur präventativen Aufklärung. Erklärt den Leuten ruhig warum ihr ein teure Ausrüstung mit euch schleppt und das es bei aller Ausrüstung immer noch einen erfahrenen Fotografen braucht um ansprechende Bilder zu zaubern.

    Ach ja, und wenn mich die Leute fragen für welche Zeitung ich arbeite, dann freue ich mich über das Kompliment und drück ihnen eine Visitenkarte mit meiner Webseitenadresse in die Hand. :-)