Kwerfeldein
30. September 2009 Lesezeit: ~ 4 Minuten

Üben für das erste Hochzeits-Shooting

Seit dem Launch von martingommel.de kommen immer wieder Leute auf mich zu, die sich fragen, wie sie ein/e besserer/e Hochzeitsfotograf/in werden soll, wenn sie noch nie eine Hochzeit fotografiert haben. Ich kann diese Frage gut verstehen, denn irgendwie beißt sich die Katze da in den Schwanz.

Heute möchte ich der Frage auf den Grund gehen und versuchen, aus meiner Sicht ein paar Anregungen zu geben.

Es beginnt mit Menschen

Niemand hat jemals eine “Hochzeit” fotografiert. Wir fotografieren keine Hochzeit, sondern Menschen, die eine Hochzeit feiern. Das klingt jetzt vielleicht etwas doof, kommt dem Ganzen aber ein ganzes Stück näher. Denn es geht immer um Menschen. Die sind im Mittelpunkt, auch (oder ganz besonders) auf einer Hochzeit.

Deshalb ist die Grundlage, um ein guter Hochzeitsfotograf zu sein, gerne Menschen zu fotografieren. Und das kann man auch ohne Hochzeiten üben.

Mit Freunden treffen, auf Parties fotografieren (was auch auf Hochzeiten dann wieder kommt), die eigenen Eltern ablichten und und und. Die Möglichkeiten sind zahlreich und wenn man mal drauf achtet – überall. Wir sind ständig von Menschen umgeben und diese gut abzulichten (mal mit Blitz, mal ohne), das ist die Herausforderung, vor der wir auch bei einer Hochzeit stehen.

Deshalb können wir uns einfach mit Freunden treffen, und sie fotografieren – die freun sich auch über ein paar Abzüge. Unterschiedliche Örtlichkeiten, bei gutem/schlechtem Licht – alles ausprobieren.

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann sich mit Paaren verabreden und fotografieren. Vielleicht u.a. sogar beide auf dem Rücksitz im Auto, aber nicht zu sehr übertreiben, das Paar soll ja auch was von den Fotos haben und nicht die ganze Zeit über das Gefühl haben, als Versuchskaninchen zu dienen, hihi. Am Schluß sollen primär Fotos herauskommen, die den Personen auch etwas bringen, nicht nur uns – was ja auch das Ziel ist.

Das Schöne dabei ist, das man sich schon vorher zielgerichtet vorbeiten kann und damit einen Großteil von wichtigen Dingen einfach “drauf hat”. Welche ISO in einem dunklen Raum? Welche Belichtungszeit mit dem Teleobjektiv? Bei welcher Blende wieviel Unschärfe? All das sind Sachen, die man teilweise auch so üben kann und dann (wenns mal soweit ist) nicht erstmal stundenlang an der Kamera herumfummeln muss.

Natürlich gibt es Dinge, die man nur auf einer Hochzeit lernen kann (z.B. dass es gut ist, sich vorher mit dem Pfarrer abzusprechen oder oder oder). Doch die sind meiner Meinung nach schnell zu lernen und einiges (nicht alles) kann man auch im Vorhinein lernen durch lesen von Blogs oder Büchern*. Und manche Fehler muss man einmal machen, da kommt man nicht drumrum. Die passieren dann aber auch kein zweites Mal.

Wenn wir uns angewöhnen, regelmässig Menschen zu fotografieren, dann werden wir besser werden – und das auch von den fotografierten Leuten zu hören bekommen. Weiter sind wir so viel schneller im Gespräch, mal auf einer Hochzeit “mitzufotografieren” oder sogar den Job ganz alleine zu machen. Das ist keine Garantie, aber wer sowieso gute Fotos von Leuten macht, der wird auch eher gebeten, eine Hochzeit zu fotografieren.

Natürlich gibt es noch viele andere Wege, die zum Ziel führen – wie zum Beispiel das “Mitfotografieren bei einem anderen Fotografen”. Da hat man nicht den Druck, die besten Fotos abliefern zu müssen und kann trotzdem das Paar ablichten.

Und ihr wisst ja: Ein bisschen Aufgeregtsein ist normal.

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Üben für das erste Hochzeits-Shooting

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17 Kommentare

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  1. So würde ich auch vorgehen.
    Es ist insgesamt “wichtig”, dass man die Kamera quasi immer dabei hat, um immer üben zu können.. Dann kann das auch mit der Hochzeit nicht mehr so ein Drama werden.. :)

    Die Idee, auf Parties zu fotografieren ist gut und sehr sinnvoll (mache ich auch gern).

    M.

  2. Danke. Das hilft einen weiter. Vieleicht gibt es ja auf Kwerfeldein.de bald die Möglichkeit , dass alle Amateur Hochzeitsfotografen ihre Ersten Bilder veröffentlichen können. Leser könnten dann kommentieren und kritisieren. Oder vieleicht lässt sich da auch was mit über die Flickr Gruppe machen…
    Lg Phil

  3. Also ich möchte auch mal ein paar Worte dazu verlieren!
    Ich habe auch schon 4 Hochzeiten (3 dieses Jahr) Fotografiert. Wie ich dazu gekommen bin?
    Auf (fast) jedem Familienfeste, Gemeindefeste, etc. hatte ich meine Kamera dabei gehabt und hier und da Fotos gemacht. Die Bilder habe ich dann ein wenig bearbeitet, um meinen eigen Still einzubringen, auf Papier ausgedruckt und den Leuten einfach in die Hand gedrückt.
    Mit der Zeit hat sich das herumgesprochen und es kamen die ersten anfragen ob ich nicht ein paar Bilder von den zwei machen könnte und weil es denen gefallen hat durfte ich direkt auch die Hochzeit fotografieren.
    Wie schon Martin sagte. Fotografiere Menschen und habe deine Freude daran.

  4. Hast Du sehr schön geschrieben!

    Aber wenn ich mir so Deine Fotos von den Hochzeiten anschaue, hast Du denn nicht etwas Hemmungen so ganz öffentlich in der Bahn, bei McDonalds oder so das Brautpaar abzulichten?

    Ich komme mir bei sowas meist unglaublich blöd vor und das mindert natürlich auch den Spaß an der Sache.

  5. @Marc: bin zwar nicht angesprochen, kenne aber das “Problem”. Ich habe festgestellt, dass das sehr stark Gewöhnungssache ist. Mit dem großen Reflektor am sonnigen Wochenende durch den Park zu laufen – da schauen natürlich erstmal alle. Und da wird man viell. auch von dem einen oder anderen belächelt oder verarscht. Aber man gewöhnt sich dran. Ich selber schau ja auch immer, wenn ich jemanden mit Brautpaar treffe – erst recht jetzt, wo ich selbst schon einige Male solche Fotos gemacht habe. Zum anderen ist das so, dass ich mir hier eine Einstellung angewöhnt habe die lautet: Ich mache alles für ein gutes Foto! Ich mach mich auch gerne dafür zum Deppen, wenn ich weiß, dass es am Ende gute Bilder sind! Das es die Sache wert ist! Ob jetzt mit großem Stativ durch den Wald spazieren (“Sind Sie Jäger?”) oder mit Ausrüstung und Brautpaar durch die Innenstadt – leg Dein Fokus darauf, top Fotos zu machen! Und ich habe auch gemerkt, dass ich relativ schnell in so einen..FLow komme, dass ich beim Knippsen eh nichts mehr links und rechts wahrnehme sondern darauf fixiert bin, was ich gerade mache und was noch besser werden könnte…

    Bin auf Martins Antwort gespannt…

    Grüße

  6. Danke Martin!
    Das mit dem Mitfotografieren auf einer Hochzeit ist garnicht so schlecht! Man ist nicht unter Druck wie der eigentliche Hochzeitfotograf und darf trotzdem abknippsen was das Zeug hält! Das haben unsere Freunde auf unserer Hochzeit gemacht! Ich hatte zum Schluß über 5.000 Fotos aber davür verschiede Ansichten und auch ein paar richtig schöne Fotos worüber wir uns sehr freuen!
    Also ich ermütige alle Fotografen: einfach mal mitknipsen (vorher vieleicht mit dem Paar absprechen – die freuen sich sicherlich!)

  7. Blogartikel dazu: Die Webperlen für den | Fotoholiker

  8. @cagi

    das Mitfotografieren bei der Hochzeit kommt bestimmt gut an. Gerade beim Hauptfotografen, der das sicherlich nicht gratis macht.

    Ich fotografiere selber Hochzeiten und mir schwillt immer der Kamm, wenn da ein paar Leute mitknipsen. Das stört und nervt total. Viel schlimmer ist es aber, das dir immer die Ideen und Motive geklaut werden.

    LG Oliver

  9. @Oliver: so sehe ich das auch.
    Ich hab vor einem Monat bei einer Freundin auf der Hochziet fotografiert, konnte aber kaum gute Gruppenfotos schießen, weil imme ralle anderen drauflos mitgeknipst haben, Ideen geklaut haben und die Gäste lieber in dei Kamera des Freundes geschaut haben als in meine.
    Sehr ärgerlich!

  10. Schöner Artikel :)
    @ Blue: Mit dem großen Reflektor im Park – ich bin mir noch nie belächelt oder verarscht vorgekommen. Eher anders rum.
    Meistens ist es so, dass Leute her kommen und ganz interessiert sind. Vor allem mit einem Hübschem Model wird man dann auch oft gefragt ob man das Model kennt. Ich habe da auch schon einen netten Kontakt mit einem Hausmeister von einem Schloss knüpfen können, bei dem ich jetzt auch in abgesperrte Bereiche darf :)