kwerfeldein
23. September 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

Über die Angst vor dem (ersten) Hochzeits-Shooting

Headshot by you.

Diese Tage habe ich mit jemand über Skype gechattet, den ich über den Netzwerktag kennengelernt hatte. Irgendwann kam die Frage auf:


„Wie war das erste Mal…also das erste Mal Hochzeit fotografieren!? Hattest nicht trotz aller Übung Bedenken oder Schiss, dass vielleicht keine guten Fotos raus kommen, und das Paar am Ende von dem schönsten Tag keine Bilder haben?“


Ich habe ihm erklärt, wie ich das sehe und wie das bei mir so war. Doch im Nachhinein dachte ich mir, dass sich diese Frage vielleicht auch andere stellen, die mich so kennen. Und deshalb werde ich hier mal ausführlich darauf eingehen. Wer mag, kann gerne mitlesen.

Natürlich hatte ich Schiss. Und was für einen.

Ich hatte das Glück, nicht komplett alleine zu fotografieren, denn eine Freundin der Braut hatte ihre Spiegelreflex dabei. So konnte ich quasi „mitfotografieren“. Aber ganz im Ernst: Das hat bei mir damals den Leistungsdruck nur noch erhöht. Da ist jemand, der mit so einer großen Kamera fotografiert. Puuh.

Locker, das war ich vielleicht vor und nach der Hochzeit, aber beim Fotografieren war ich alles andere als entspannt. Ich wusste, dass ich einwenig fotografieren konnte, aber eine Hochzeit war mir nur selten vor die Linse gekommen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie meine Beine zitterten (es war auch noch kalt dazu).

In der Frage (oben) steht auch: „Hattest Du nicht trotz aller Übung Schiss…“

Ich hatte gar keine Übung.

Zwar hatte ich hier und da schon fotografiert und ich wusste, dass ich das Fotografieren über alles liebte aber Hochzeiten? Maximal aus der dritten Reihe bei einer Hochzeit davor. Aber Erfahrung ist das nicht.

Doch jetzt möchte ich etwas ansprechen, was evtl. nicht sehr offensichtlich ist: Ich habe heute noch Schiss vor JEDER Hochzeit, die ich fotografiere. Schiss ist vielleicht das falsche Wort, Angst eigentlich auch, aber es geht in diese Richtung.

Ich befürchte immer noch, den richtigen Moment zu verpassen…

– oder den richtigen Moment zu erwischen, aber dann einen dummen technischen Fehler zu machen, der alles versaut.

Einen Leichtsinnsfehler, wie ihn man in der Schule nennt (die waren für mich immer die Schlimmsten, da bin ich immer rot angelaufen).

Vor jeder Hochzeit bin ich aufgeregt. Und soll ich Euch was sagen?

Das ist gut so.

Warum? Weil mich das auf mein höchstes Leistungsniveau bringt und den Adrenalinspiegel pusht. Ich bin aufmerksam, will nichts verpassen und vor allem hochkonzentriert. Die Aufregung ist also gut. Sie hilft mir. Auch wenn ich mich jedesmal darüber aufrege, dass ich immer noch aufgeregt bin (hihi).

Natürlich klappern mir heute nicht mehr die Zähne wie damals. Ich habe jetzt mehr Erfahrung als vorher, kenne meine Kamera gut und kann ungefähr abschätzen, wann ich was machen muss (was mich nicht davor schützt, Fehler zu machen). Aber Aufregung und großer Respekt vor dieser Aufgabe, das ist immer noch da. Mal mehr, mal weniger.

Das Gute an Hochzeiten (egal ob die erste oder die tausendste) ist: Wenn man einmal ja gesagt hat, gibt’s kein Zurück mehr. Mit oder ohne Schiss. Dann wird fotografiert.

Und das ist das Wichtigste.

Über die Angst vor dem (ersten) Shooting

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