kwerfeldein
21. September 2009 Lesezeit: ~6 Minuten

Was mich an Lightroom nervt

Wer diesen Titel etwas irritierend findet: Keine Angst, ich habe keine Ambitionen, Lightroom in die Tonne zu werfen. Im Gegenteil. Ich bin immer noch der Meinung, dass Lightroom* das geilste Tool ist, dass es für die Ver-und-Bearbeitung von RAWDateien auf dem Markt gibt. Ich würde jedem, der ernsthaft mit einer digitalen Spiegelreflex fotografiert dazu raten, sich Lightroom anzuschauen.

Aber: Lightroom hat auch seine Tücken und Sachen, die mir im täglichen Umgang damit ordentlich auf die Nerven gehen. Und über die möchte ich heute einmal sprechen.

Die angezogene Handbremse

Von Anfang an war klar, dass Lightroom kein Fliegengewicht wird und sich das „Light“ auf „Licht“ und nicht auf „leicht“ bezieht. Nun, ich erwarte von einem anständigen RAW-Editor nicht, dass es das schnellste Programm auf meinem Rechner ist. Aber das Langsamste sollte es ebenfalls nicht sein. Bei Lightroom trifft das leider zu.

Die vielen Funktionen, Knöpfchen und Flexiblität ist einerseits etwas, was ich an Lightroom schätze und was es so besonders macht. Doch das geht zu Lasten der Schnelligkeit und verdirbt so ein bisschen den Spaß beim Arbeiten.

Und ich spreche hier nicht nur aus eigener Erfahrung: Ständig bekomme das Stöhnen von Fotofreunden zu hören, die sich darüber beklagen, dass die Schnecke Lightroom mal wieder einen Gang zurückgeschaltet hat.


Die Organisation der Bilder

Lightroom will auch ein Dateimanager für Fotos sein. Dafür gibt es eine Bibliothek, Tags und den Katalog. Kann gut sein, dass ich da einwenig grobmotorisch bin, aber ich habe bis heute keinen zufriedenstellenden Weg gefunden, meine Fotos einigermaßen übersichtlich zu organisieren. Und wer häufig fotografiert, der weiß, was ich meine.

Online treffe ich(vor allem in englischen Blogs) konstant auf seitenlange Abhandlungen darüber, wie man die Dateien in Lightroom halbwegs überschaubar organisieren kann. Manche Tipps sind ganz cool, mich hat davon aber noch nichts überzeugt, da es aus meiner Sicht am Programm liegt, welches die Möglichkeiten so sehr einschränkt.

Als ich damals gefragt habe, was ihr in Lightroom gerne lernen würdet, da wurde oft nach der Organisation von Dateien gefragt. Ich habe mich bis heute nicht ohne Grund zurückgehalten, darüber zu sprechen, da ich selbst damit nicht zufrieden bin und meine Ansätze eher für mich behalte.


Der Fenster Overkill

Nachdem ich mich zu Beginn wochenlang durch Lightroom gekämpft habe, wollte ich vor allem eines wissen: Wie kann ich dafür sorgen, dass die vielen Fensterchen und Seitenleisten mich nicht stören und das auch so bleibt. Wenn mir von allen erdenklichen Seiten Fenster in ein Programm flutschen, nur weil ich aus Versehen an mit der Maus wohin gekommen bin, dann nervt mich das.

Mittlerweile habe ich herausgefunden, wie ich mir die Störenfriede „von Leib halten“ kann, aber gerade am Anfang war Lightroom vor allem wegen der vielen Fensterchen der reinste Overkill.

Schärfen (OMG)

Am liebsten würde ich sagen: Reden wir nicht drüber. Aber hier passt es mal ganz gut. Vielleicht liegt es mal wieder an mir, aber bis heute ist das Schärfen in Lightroom für mich ein Albtraum. Denn in der Normalansicht meines Bilder ändert sich überhaupt nichts, wenn ich das Foto schärfe. Da kann ich drehen und machen was ich will, Lightroom scheint zu pennen. Erst wenn ich mir in der Seitenleiste die Lupe zur Hilfe hole oder in die 100%-Ansicht wechsle, bekomme ich eine Ahnung davon was da gerade passiert.

Doch gerade beim Schärfen will ich doch wissen, wie sich das auf das Gesamtbild auswirkt und nicht nur selektiv auf ein paar Details.

Dazukommt die Funktion, beim Abspeichern des Bildes über „Ausgabeschärfe“ das Foto nachzuschärfen. Kann mir mal jemand sagen, was da WIRKLICH passiert? Natürlich kann ich zwischen „Niedrig, Standart und Hoch“ auswählen, aber wie sich das auf mein Bild auswirkt, sehe ich erst, wenn ich es mir nach dem Exportieren anschaue. Als ich letztes Mal für einen Artikel hier ein Bild nachschärfen wollte, habe ich 5 Anläufe gebraucht, um das Ergebnis zu bekommen, das ich brauchte.

Das Modul Diashow

Zu guter letzt noch ein Punkt, der so offensichtlich ist, dass ich mir überlegt habe, ob ihn überhaupt ansprechen soll. Im Modul „Diashow“ kann man ja eine (wie das Wort schon sagt) Diashow erstellen. Als weiteres Feature gibt es die tolle Möglichkeit, auch Musik dazu laufen zu lassen.

Und jetzt?

Genau. Das Problem bei der Sache ist, dass man das Ganze nicht als Video abspeichern kann. Was dem Ganzen schon ein bisschen ins Bein schießt, weil so das Modul so nur ganz selten bis gar nicht zum Einsatz kommt (ausser man startet ein Screencapture-Programm und nimmt die Sache auf, was ich schon etwas umständlich finde).

Denn Einsatzmöglichkeiten sehe ich ohne Ende, wenn man seine eigenen Fotos mit unterlegter Musik dann in verschiedenen Formaten für Youtube, Vimeo und in HD als .mov oder .m4v speichern könnte. Und nur ein weiteres Beispiel: Gäbe es diese Funktion, könnte ich meinen Hochzeitspaaren noch ein Video mit dazu anbieten. Leider gibt es diese Funktion nicht und ich muss schon sagen, ja, das nervt.

*Das ist ein Affiliate Link. Wenn ihr darüber bei Amazon etwas bestellt, bekomme ich eine kleine Provision, ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.

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