kwerfeldein
16. September 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Bildvorstellung: „This is where we are“

This is where we are by you.

Heute möchte ich Euch einmal ausführlich zeigen, wie das Foto von Achara und Dominik, genannt This is where we are entstanden ist. Ursprünglich war geplant, ein Video Tutorial draus zu machen, aber die lieben Handwerker von meiner Haustüre haben mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das soll aber kein Hinderungsgrund für mich sein, schließlich geht das Ganze ja auch in Textform.

Übrigens: Wer die anderen Fotos von der Hochzeit noch nicht gesehen hat, hier entlang.

Vorgeschichte

Nachdem ich Dominik und Achara beim Schminken und Vorbereiten fotografiert hatte, machten wir uns für das Outdoorshooting auf die Socken. Es war von Beginn an klar, dass wir keine „nomalen“ Locations aufsuchen würden, da die beiden Lust auf etwas Aussergewöhnliches hatten. Und die erste Station hieß: Unterführung.

Nun, Unterführung, das klingt jetzt erst einmal spannend – ist aber fotografisch gar nicht so einfach zu meistern. Für mich war klar, dass ich hier experimentieren musste und deshalb zeige ich Euch jetzt nicht nur das Foto, welches es geschafft hat, sondern auch einmal diejenigen, die davor entstanden sind.


(Klick auf das Bild = größer)

Wenn ihr genau hinseht, dann werdet ihr erkennen, dass ich bei den ersten Versuchen mit einem externen Blitz gearbeitet habe. Nach dem ich auf dem LCD die ersten Ergebnisse geprüft hatte, war klar, dass das nicht so der Burner war. Dann fielen mir die Deckenfluter auf, welche ein schön warmes Licht auf die beiden warfen. Ich sagte Achara, dass sie einen Schritt nach hinten gehen und dem Dominik anschauen sollte. Dominik sagte ich, er solle sich breitbeinig hinstellen und nach oben schauen.

Klick.

Belichtung: 1/100 Sek. bei f/5.0
ISO: 250
Brennweite: 18mm
Objektiv: 18.0-50.0mm
Kamera: Canon EOS 30D
Stativ: Nein
Blitz: Nein

Natürlich stellt sich bei diesem Foto die Frage, warum ich die beiden in die Mitte gestellt habe und ich einwenig nach rechts oder Links. Ganz ehrlich: Darüber habe ich nicht eine Sekunde nachgedacht. Mir hat es hier am besten gefallen, die beiden in die Mitte zu positionieren. Die Linien im Foto zeigen allesamt auf die Beiden und unterstützen somit die Bildwirkung. Die beiden verdecken wunderbar die Lichtquelle, was sich ebenfalls positiv auf das Foto auswirkt.

Bildbearbeitung

Als ich mir zu Hause in Lightroom* das Bild angesehen und es für „gut“ empfunden habe, war die Entscheidung für Schwarzweiss recht schnell getroffen. Das warme Licht war zwar eines: warm. Aber sonst auch nichts. Und da ich sowieso vorzugsweise in Schwarzweiss arbeite, war mit der Taste „V“ das Thema Farbe erledigt. Tipp am Rande: Hier gibts weitere feine Lightroom Shortcuts.

Nächster Schritt: Bild begradigen (R).

Nun, in Schwarzweiss gefiel mir das Bild 10 Mal besser, doch es war leider ingesamt ganz schön unterbelichtet. Also nachträglich den Regler „Helligkeit“ bei den Grundeinstellungen nach oben gezogen. Zeitgleich habe ich noch einwenig die Kontraste angehoben, um dem Bild noch mehr Kick zu geben.

Aaaah, jetzt kommt endlich Licht in die Situation…

Mir fiel auf, dass Acharas Gesicht immer noch sehr dunkel war, also habe ich mit dem Korrekturpinsel selektiv ihr Gesicht etwas aufgehellt. Dazu habe ich zuerst etwas hineingezoomt, dann mit „K“ den Korrekturpinsel ausgewählt und den Helligkeitsregler etwas nach rechts gesetzt. Dann habe ich ganz vorsichtig über Achara’s Gesicht gezeichnet und es dadurch etwas heller gemacht.

Das hat natürlich sofort fürchterlich angefangen zu rauschen, aber hier ging ich einfach mal davon aus, dass das Bild eher selten in voller Auflösung bei 100% angeschaut wird und habe versucht, so vorsichtig, wie möglich zu agieren. Sicherlich wäre es besser gewesen, gleich richtig zu belichten – war aber nunmal nicht und so war ich gezwungen, mit dem zu Arbeiten, was da war. Am Schluß noch nen Ticken nachgeschärft –

Fertig.

This is where we are by you.

Habt Ihr Fragen zu diesem Foto?
Helfen Euch solche Bildvorstellungen?
Was hättet ihr gerne ausführlicher gehabt?

7D - die neue Canon EOS ist da

*Das ist ein Affiliate Link. Wenn ihr darüber bei Amazon etwas bestellt, bekomme ich eine kleine Provision, ihr bezahlt aber keinen Cent mehr.

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60 Kommentare

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  1. Hast Du wieder super geschrieben. Ich habe zwar meinen eigenen Workflow aber es ist immer wieder interessant, wie das die „Kollegen“ machen. Ich mach gar nicht so viel mit den Tastaturkürzeln bei Lightroom, muss ich mir mal angewöhnen, zumal ich in anderen Anwendungen ja auch damit arbeite. Aber bei Lightroom sind sie mir (noch) nicht so geläufig.

  2. ich hab mir erst heute morgen wieder die fotos voller bewunderung angeschaut.
    deine anleitung (und auch generell die lightroom anleitungen hier) gefallen mir sehr gut *daumenhoch*
    gerne mehr davon

    • @Ulli: Irgendwo in Offenburg – würde das glaub gar nicht mehr finden so alleine ;)
      @Ungr: Ja, Helligkeit und Belichtung wirken sich unterschiedlich auf das Foto aus, merkt man aber nicht immer, kannst ja mal vergleichen. „Helligkeit“ macht macht meine Erfahrung nach nicht gleich so harte Übergänge zwischen Weiß und Grau wobei „Belichtung“ da wesentlich unsanfter ist…

  3. Vor allem die Bearbeitungstipps helfen super weiter. Gerne mehr davon. Wieso hast du den Regler Helligkeit anstelle von Belichtung gewählt? Übrigens ein sehr originelles Foto.

  4. Sowas will ich öfters sehen.:) Ich finds immer klasse zu sehen, wie die Bilder aus der Kamera kommen, und was hinterher daraus wird.
    Eine Sache hätte ich persönlich anders gemacht:
    Den Deckenstrahler hinter den beiden, hätte ich weg retuschiert. Der stört mich irgendwie…aber das sind ja nur Kleinigkeiten.

    Das Bild ist rundum sehr gelungen, gerade wegen der etwas anderen Location.

  5. Auf alle Fälle gefallen mir die textlichen Beschreibungen viel besser. So kann man wenigstens schnell mal kurz zurückschauen, um zu sehen, was Du gemacht hast. Bei den Filmchen ist mir das zu umständlich.

    Hast Du recht gut erklärt, fnde ich.

    • @Manne: Wenn Du „R“ zum Beschneiden gedrückt hast, kannst Du mit „o“ verschiedene Einteilungen des Bildes zeigen lassen. Da ich mal was anderes ausprobieren wollte als die normalen Drittel hab ich mal das Dreieck versucht. Finde ich durchaus interessant und bin grad dabei mich da bissken einzulesen, was Alternativen betrifft. Einfach mal ausprobieren ;)

  6. Auch mit Bauarbeiterhindernissen hast du es in Worten und Screenshots mal wieder auf den Punkt gebracht und man kann sehr gut nachvollziehen, welche Einstellungen du bei der Bearbeitung deiner Bilder verwendest. Vielen Dank dafür!

  7. Das Endprodukt ist toll geworden, und ich bin immer sehr erleichtert, wenn ich sehe, daß auch Profis nicht immer alles perfekt hinkriegen – also, das Ausgangsfoto ist da gemeint.

  8. Blogartikel dazu: Tweets die X erwähnen Bildvorstellung: “This is where we are” | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel -- Topsy.com

  9. Hey Martin,

    das ist eins der Bilder, die mir von dieser Hochzeit am besten gefallen haben und bei dem ich mich auch gefragt habe, wie es aufgenommen und bearbeitet wurde!
    Erstaunlich, dass doch vergleichsweise wenig Bearbeitung dahintersteckt.
    Finde ich super, dass Du hier einfach mal so Deine Tips preisgibst ;)

    Gruß
    Marc

  10. Sehr schönes Tutorial!

    Eine Frage: Wie kommt das Bild in 20×30 (oder größer) gedruckt rüber. Passt das Rauschen/Digitalkorn noch?

    @all: .. und shift+o wechselt dir Ausrichtung der Freistellungsüberlagerung.

  11. Aufgrund des Artikels über das Buch von McNally würde mich mal interessieren, warum Du nicht beim Blitzen geblieben bist und auf AL gewechselt hast? Gefiel Dir bei dem gezeigten Bild einfach die Pose am besten und deshalb wurde es ausgewählt oder sprach bei den geblitzen Bildern irgendwas gegen eine Auswahl? Deine Bilder im Lightroomscreenshot sind leider ein bisschen klein, um sie dahingehend bewerten zu können.

    Die geblitzen Bidler würden Bildqualitätsmäßig ja sicherlich besser zu bearbeiten sein, da hier ja höchstens abgedunkelt werden müsste – wodurch Rauschen nicht verstärkt werden würd.

  12. Super Beschreibung, Martin. Gerne mehr von den Bildvorstellungen und Tutorials.

    Zwecks Belichtung und Helligkeit.
    Ich glaube Belichtung geht mehr auf die hellen Töne und Helligkeit mehr auf die Mitteltöne.

    • @Marian: Technisch gesehen geb ich Dir recht – die Blitzbilder hätten sich da Besser geeignet. Aber da kam einiges zusammen: Mir hat das indirekte Licht von Oben wesentlich besser gefallen, als das direkte und eher unnatürliche von Links. Dazu kam, dass letztendlich bei diesem Bild auch die Pose 100% gepasst hat und somit wars cool für mich ;) Ich hätte einfach nur kscheit belichten müssen, dann hätts 100% gepasst ;)

  13. Hi Martin!

    Sehr interessanter und offener Beitrag, *daumenhoch* für Deine Ehrlichkeit. Jetzt bin ich auch mal ehrlich und sage, was mir dazu durch den Kopf ging…

    Die Bildidee finde ich erstmal echt klasse! Der Kontrast zwischen vergammelter Unterführung und herausgeputztem Brautpaar passt perfekt. Man könnte auch die Aussage interpretieren, dass die Eheleute auch durch schlechte Zeiten gehen werden.

    Die Fotos selber finde ich aber leider ziemlich misslungen. Obwohl Du schon in die richtige Richtung gegangen bist (Blitz), hast Du auf halber Strecke umgedreht und ein stark unterbelichtetes Fotos produziert. Was das für das SNR (Signal to Noise Ratio) heißt, ist uns wohl allen klar.

    Soweit ich erkennen kann, clipped die Stiege im Hintergrund und das Paar säuft regelrecht ab. Im Anzug dürfte keinerlei Zeichnung mehr vorhanden sein, ebenso in den Haaren und in Teilen der Gesichter. Ergo ein denkbar schlechtes Ausgangsmaterial für ein gutes Foto!

    Du musstest folglich bei der Nachbearbeitung an allen Ecken und Enden schrauben, um das Bild noch zu retten. S/W und „…eher selten in voller Auflösung angeschaut…“ sind da eher als Anker in der Not verstehen, gell?

    Das Endergebnis ist aber wiederum vollkommen in Ordnung weil das Motiv einfach stimmt! Die zwei werden davon sicher vollauf begeistert sein!

    Aber in Ordnung ist halt nicht ideal – zumindest nicht für uns Fotografen (wie in Deinem letzten Artikel verdeutlicht).

    Ich hätte es so gemacht:

    Das Brautpaar platzieren und als erstes versuchen, den Hintergrund OHNE Blitz richtig zu belichten. Wenn möglich mit niedrigster (nativer) ISO. Dann einen Blitz am Stativ so hoch wie möglich platzieren, mit orangem Gel versehen und einen Lichtformer dran – entweder eine Snoot mit ovaler Öffnung oder einen Durchlicht-Schirm, der in der unteren Hälfte abgedeckt ist um nur die Gesichter zu belichten. Dies würde die Deckenleuchte imitieren.
    Zu guter Letzt noch einen weiteren Blitz mit Softbox o.ä. als Aufheller für die Körper in Körpermitte positioniert. Am besten mit einem etwas schwächerem Orange als der andere Blitz, sonst wird das Kleid zu kalt. WB auf Tungsten oder Clouds, ein paar Testbilder, und fertig sollte ein perfekt belichtetes Bild sein. Sogar in Farbe!

    Hoffe Du nimmst mir das besserwisserische Feedback nicht krumm und ich würde mich auf eine Antwort von Dir freuen.

    LG,
    Stefan

    • @Stefan: Keine Sorge, das ist eine fachlich sehr gute Kritik, da gibts nix krumm zu nehmen. Technisch gesehen hast Du sicherlich recht – allerdings war die Decke ja schon knapp über Kopfhöhe, ein Blitz hätte also schon sehr frontal draufgeblitzt und das wollte ich ja vermeiden. Dass im Anzug alle Details verloren gehen stimmt – da wäre noch was rauszuholen gewesen mit einer – richtigen Belichtung, da liegt meiner Meinung auch der Hund bei dieser Aufnahme begraben….Aber auch so gefällt mir das Foto sehr gut und in erster Linie ist mir (auch im Nachhinein) nicht wirklich wichtig, alles perfekt auszuleuchten und überall Details zu haben… Ich hätte da ja schon noch was drehen können, aber ich denke es passt, dass Dominik recht dunkel ausfällt und Achara dafür eher hell. Scheint mir ein guter Kontrast zu sein. Hm… Und klar, das mit dem „niemand schaut in 100% an“ ist eher eine Ausrede und kein Argument, da geb ich Dir recht… (obwohl tatsächlich die wenigsten Paare die Fotos in 100% bei voller Auflösung angucken)..

  14. @Stefan: In der Theorie klingt das natürlich toll und auch vollkommen richtig. Wenn jetzt extra nur ein Shooting für dieses Bild stattgefunden hätte, könnte man das machen.

    Aber da das am Hochzeittag ein Foto aus 1000 ist, denke ich nicht, dass dieser Zeit-, Planungs- und Materialaufwand gerechtfertigt ist.

  15. Hi!

    Ich finde solche Bildvorstellungen super, so bekommt man mal nen schönen Blick hinter die Kulissen.
    Ich bin zwar Gimp-User und kann mit Lightroom recht wenig anfangen, aber im Prinzip bieten die Tools ja alle ähnliche Möglichkeiten.
    Danke, gerne mehr.. :)

    Gruß
    Sven

  16. Hi Martin

    Danke für deine ausführliche Erklärung, in Textform empfinde ich sie als hilfreicher, weil wie vorher schon geschrieben übersichtlicher und besser nachzulesen.
    Mich interessieren immer Wege vom Original zum fertigen Bild, also gerne mehr davon.
    Für mich DER Tipp ist im Link zum DSLR-Forum versteckt (http://www.dslr-forum.de/showpost.php?p=3593772&postcount=10), also nochmal Danke.

    Gruss Alex

    PS: Da ich keine Ahnung vom HP-bauen habe, ist es sehr aufwändig, Links in einem neuen Fenster öffnen zu lassen? Nachdem ich im Forum nachgelesen hatte und die Seite schloss, war somit auch deine Seite hier wech… ;-)

  17. Sehr gut – von so etwas bitte gerne mehr.
    Natürlich weiß der begeisterte Fotograf, dass es nur wenige Bilder in die letzte Auswahl schaffen – aber es ist mehr als interessant auch die ge-x-ten (also die schlechten Bilder in Lightroom) Bilder von anderen zu sehen.

  18. Hallo Martin,

    danke für die tolle Anleitung. Davon hätte ich auch seeeeehr gerne mehr.

    Naja und zum Bild braucht man nicht mehr viel zu sagen. Für mich war es von anfang an DAS Favoriten Bild. Ich finds toll!

    LG
    Katja

  19. Blogartikel dazu: Mehr zu dem Hochzeitsfoto von neulich - Portfolio

  20. Hallo Martin,
    ich habe noch ein paar Fragen zu deinem Artikel.

    Ich versuche mir gerade ein Arbeitsablauf auf zu bauen und bin bei einem deiner letzten Sätze hellhörig geworden.
    Du setzt das Schärfen immer an das Ende der Bearbeitungskette, richtig?
    Das heißt aber auch daß du eine vorgegebene Ausgabegröße schon im Kopf hast? Legst du dir dann für, zB. deine Internetpräsentationen, für eine Ausbelichtung ect. unterschiedliche virtuelle Kopien an, oder schärfst du immer auf die volle Ausgabegröße die dir die Kamera gibt, egal ob in 10x15cm oder in 30x45cm ausbelichtet wird?
    Bekommt das Brautpaar immer Bilder in voller (Kamera)Auflösung?

    @Alex
    Mit rechtem Mausklick auf den Link und dann „in neuem Tab öffnen“ (Firefox) ist auch ähnlich im Internet Explorer.

  21. Das Bild gefällt mir außerordentlich gut. Einziger Kritikpunkt wäre die fehlende Struktur des Anzugs, denn da er (zumindest in den hier gezeigten kleinen Versionen) rein schwarz ist, ohne Falten etc, wirkt er doch extrem flach. Aber evtl bin ich auch zu d&b verwöhnt :)

  22. Sehr cooler Beitrag. Gerade am Anfang denkt man ja imnmer, dass ein tolles Bild entweder schon toll aus der Kamera kam oder durch ein massives Postprocessing in Photoshop gelaufen ist.
    Das aus einem na ja-Bild mit einigen behutsamen Korrekturen ein richtig geiles Foto werden kann, ist immer wieder beeindruckend.
    So was gerne wieder !

  23. @Stefan
    Deine Kritik ist zwar nett verpackt, aber trotzdem wird sie der Sache und den Umständen nicht gerecht (unabhängig davon, ob uns das Bild gefällt).

    Hier geht es nicht um Aufnahmen für den nächsten Katalog, sondern um die Begleitung von Menschen an einem der besonderen Tage in ihrem Leben. Portraits – egal, ob klassisch oder an ungewöhnlichen Orten – sind meist ein Teil dieser Begleitung. Und dieser Teil sollte nicht so dominant werden, dass er das eigentliche Ereignis, nämlich die Hochzeitsfeier, dominiert. Es ist in der Regel nur wenig Zeit, man besucht mehrere Locations – gleichzeitig soll das Brautpaar (völlig normale Menschen) entspannt sein, während im Hintergrund schon die Verwandtschaft ungeduldig wartet.

    So ein Tag verlangt möglichst geringe Eingriffe und spontanes Handeln. Lichtaufbau und die dadurch vielleicht auch noch erforderlichen Assistenten bedeuten genau das Gegenteil. So entsteht wahrscheinlich eine Situation, in der von Spontanität und Entspannung keine Rede mehr ist. Hier die richtige Balance zu finden, ist die Kunst dabei. Wunderbare Bilder aus den vorhandenen Gegebenheiten zu schaffen. Gefühle und Gesten des Tages in Bilder zu verpacken und gleichzeitig unauffällig sein.
    Insofern ist dieses Bild trotz seiner Schwächen als Beispiel eben nicht mißlungen.

    LG
    Michael und Yvonne

  24. @Martin: „Es war von Beginn an klar, dass wir keine ’nomalen‘ Locations aufsuchen würden, da die beiden Lust auf etwas Aussergewöhnliches hatten. Und die erste Station hieß: Unterführung.“

    Und das, obwohl diese Szenerie so gut wie ausschließlich negative Assoziationen hervorruft; also Flashbacks zu „The Warriors“ oder „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“? Gab es da eurerseits noch weitere Hintergedanken außer ‚Das ist ungewöhnlich‘?

  25. Von dem professionellen Geschwafel verstehe ich leider noch nicht soviel, aber muß man das auch??? Die Bilderreihe ist für mich sowas von authentisch-wunderschön, als wär man dabeigewesen…
    Wenn ich in Diskotheken fotografiere, dann nicht nur die typischen Poserfotos, sondern auch, wenns die Leute nicht direkt merken. Das macht sie einzigartig!! Und mit Bildbearbeitung hab ich nicht viel am Hut, meine D90 macht auch so schon geile Bilder!!
    Sicher, als Berufsfotograf sollte alles schon perfekt sein. Aber, das sind diese Bilder in meinen Augen, auf jeden Fall…
    Schließe mich der Meinung von Yvonne&Michael an!