kwerfeldein
15. September 2009 Lesezeit: ~3 Minuten

Fehler gehören dazu: Eine kleine Anregung

Soft But Deep„Ein Experte ist jemand, der in einem bestimmtem Gebiet jeden möglichen Fehler gemacht hat.“ Autor unbekannt

Durch meine Tätigkeit bin ich regelmässig mit (Hobby-)Fotografen unterschiedlichster Art in Kontakt und stelle immer wieder fest, wie unzufrieden einige mit sich selbst sind. Manche gestehen mir, dass sie an ihrer Unfähigkeit, ein gutes Foto zu machen schier verzweifeln und häufig kurz davor sind, alles hinzuwerfen.

Andere meinen, sie würden nicht verstehen, warum einfach nicht schaffen würden, das, was sie sehen auch in einem Foto festzuhalten. „Es war so schön – nahezu perfekt. Dann hab ich ein Foto gemacht und das sah alles andere aus als schön.“

Ehrlich gesagt fällt es mir äusserst schwer, in solchen Situationen richtig zu reagieren. Ich habe jedes Mal, wenn es ich etwas drauf sage, den Eindruck alles zu vereinfachen, zu verharmlosen oder mit einer Tätschel-Botschaft das Problem noch größer zu machen.

Doch ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es häufig der eigene Perfektionismus und die Ungeduld mit uns selbst sind, die uns das bekannte Bein stellen. Denn gerade, wenn man mal „Feuer und Flamme“ für die Fotografie ist, kann es eigentlich gar nicht schnell genug gehen. Schließlich wollen wir mit unseren Fotos ja andere Leute begeistern oder zumindest unseren (meistens zu hoch geschraubten) Ansprüchen genügen.

Ausserdem sehen wir ständig die erfolgreichsten Fotografen, bei denen scheinbar alles glatt läuft. Sie hantieren mit den krassesten Kameras und machen mit Links die derbsten Fotos. Ihre Foto begeistern die Mengen und irgendwie scheint alles zu superfett auszusehen, was sie fotografieren. Und innerlich werden wir schon müde und gelangweilt, wenn wir die hunderste Erfolgsstory des nächsten Fotografen hören, denn irgendwann wirkt das alles verdammt glatt und alles andere als glaubwürdig.

Wenn wir dann unsere eigenen Fotos anschauen, dann wirken sie leer und trist. Dabei „könnten wir schon viel besser sein“ nicht wahr?

Aber das braucht Zeit. Wie viel Zeit?

So viel Zeit, wie wir brauchen um genügend Fehler zu machen.

Natürlich können wir von anderen Fotografen lernen, dafür ist ja dieses Blog auch gedacht. Natürlich können wir uns tonnenweise Videos reinziehen und Bücher lesen und versuchen, dadurch weiterzukommen.

Werden wir auch.

Aber nichts wird und so weit bringen wie die Praxis. Das eigene Versuchen, auf die Schnauze fallen und wieder loslegen.

Da kommen wir nicht drumrum. Und je früher wir das akzeptieren können, umso normaler wird es für uns auch, mal daneben zu greifen. Wenn wir uns von unseren Fehlversuchen nicht abhalten lassen, sondern sie als einen Teil des Weges sehen, dann wird es uns leichter fallen, damit umzugehen und mit dem zufrieden zu sein, was wir bisher erreicht haben.

Fehler gehören dazu: Eine kleine Anregung

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58 Kommentare

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  1. Und es ist noch etwas: Auch die grossen Profis kochen nur mit Wasser. Aber sie haben gelernt auszuwählen und keine „schlechten“ Fotos zu zeigen. Das ist auch der Trick – wenn man seine Bilder Verwandten zeigt, sind die von allem begeistert, auch Bildern, die nicht gut sind. Und das hilft dann nicht weiter.

  2. Mir hat selten jemand so tief aus dem Herzen gesprochen, wie du mit diesem Beitrag. Irgendwie fühle ich mich jetzt getröstet und ich werde versuchen, dass ich bei meinem nächsten verzweifelten Betrachten der Fotos, die mal wieder nicht so geworden sind, wie gewollt und erhofft, daran zurück denke.

  3. „Warum fallen wir?“ – „Damit wir lernen, wieder aufzustehen“ — Jaja, der gute Batman :-)

    Es ist wahr: Ohne Praxis keine Weiterentwicklung. Und richtig, manche Leute haben von Natur aus das richtige Händchen und kommen rascher voran – aber auch die brauchen Übung, und die weniger Glücklichen können ein gutes Stück durch Fleiß (sprich: Mehr Praxis) gutmachen.
    Und zu guter letzt, was die „erfolgreichsten Fotografen mit den krassesten Kameras“ angeht: Auch von denen sehen wir nicht, wie viele (Fehl)versuche vor dem Bild standen, das wir alle letztlich bestaunen. Vor allem das darf man imho nie vergessen.

  4. Ja, ich seh das genauso. Aber so gehts mit jedem Handwerk. Viele sind einfach der Überzeugung, dass ALLES leicht ist und man es sofort kann. Jede Handlung, jedes Können ist ein Lernprozess und das braucht Zeit. Klar, ich war auch enttäuscht als ich mit der neuen Kamera Bilder gemacht habe und sofort eine positive Verbesserung erwartet hab – aber so läufts halt nicht. Ich glaube, alleine der Weg, bis man alle Gundsätze der Fotografie kennt, ist sehr lange. Und der Weg, diese praktisch umzusetzen und anwenden zu können ist mindestens genauso lang.

    So, dann mal wieder ran an den Drücker und Geduld mit sich selber haben.

  5. Klasse Beitrag und vorallem ehrlich geschrieben, gefällt mir.

    Man kann ja nie wissen das Fotograf X, zb. 100 fotos gemacht hat, aber nur „DAS“ eine soooooo genial ausschaut. So hat irgendwie jeder mal angefangen. Es wird die Zeit kommen da gibt es dann vieleicht 50 gute Fotos.

    Wobei… ich stell mir das auch so vor… das es eigentlich immer ein „besseres“ foto gibt und man irgendwie nie zufrieden sein wird. Nein! „besser“ ist das falsche Wort… ich würd eher sagen… ein „anderes“ welches gleich gut wirkt!.

    wie war das nochmal mit Rom? :)

    lg

    markus

  6. Da hast du mir auch aus dem Herzen gesprochen, danke für den Motivationsschub. Ich denke mit dem Satz „…eigene Perfektionismus und die Ungeduld mit uns selbst… „, hast du den SargNagel auf den Kopf getroffen.

  7. Da kann ich ein Lied von singen.
    Ich hatte schon mehrfach das Gefühl, alles hinzuwerfen. Ich kann auch nur dazu raten, wenn man wirklich Interesse hat, am Ball zu bleiben.
    Auch ich muss noch viele Fehler machen. Und mitlerweile seh ich sowas anders. Jedesmal wenn mir ein Fehler auffällt, reg ich mich darüber nicht mehr auf, sonders denk mir lieber: Cool, wieder was dazu gelernt, wie man es NICHT machen sollte.

    Und ich hab nich n Tipp wie man sich bei so ner Krise, wo man am liebsten alles hinwerfen würde, helfen kann:
    Wenn man schon über einen gewissen Zeitraum fotografiert, einfach mal die Bilder die man so gemacht hat, und zum jeweiligen Zeitpunkt für gelungen gehalten hat, chronologisch angucken. Bei mir hab ich auf jeden Fall eine Verbesserung über die Zeit sehen können.

  8. Eigentlich banal, was du hier verbreitest, und nichts, was sich nicht jeder auch selbst denken kann.
    Trotzdem hast du damit verdammt recht – und bestätigst meine Philosophie, jedes Motiv noch und nöcher abzulichten. Irgendwann klappts – und dann weiss man auch, wie und vor allem, wie nicht.

  9. Auch ich sage Danke. Du sprichst mir aus der Seele, denn ich kenne das beschriebene Gefühl nur zu genau und weiß, das ‚Zeit‘ mit der wichtigste Faktor ist, wenn man/frau sich entwickeln will. :o) Grüße.

  10. Edison soll einmal gesagt haben dass er 1000 Versuche gebraucht hat, um die Glühbirne zu erfinden. Es hätte einer gereicht um es richtig zu machen. Aber dadurch wusste er 999 Arten wie man es NICHT machen sollte. ;)

    Bei jedem Shooting (gerade outdoor) mache ich neue Fehler über die ich mich dann zu Hause am Rechner ärgere. Aber nur dadurch lernt man…

  11. wenn solch ein Moment mich trifft, dann fotografier ich eine gewisse Zeit, ne Woche bis 2 und schaue mir die Bilder einfach nicht an.
    Schließlich, soll mir mein Hobby Spaß machen und ich versuche Spaß zu haben, über einen längeren Zeitraum, ohne mit den Tatsachen (schlechte Fotos), auf die Nase zu fallen bzw. meine Lust auf die Fotografie zu verlieren.

    Und nachdem man, nach 2 Wochen in die Bilder reinguckt, schmunzelt man eher über die Fotos und denkt sich nur „was hab ich da nur getan“, als enttäuscht zu sein.

  12. Was wir aber nicht sehen sind die vielen Fotos die die machen die kein Mensch je zu Gesicht bekommt! Warum? Weil die einfach nicht gut geworden sind!
    Aber bei uns sehen wir die guten und die nicht so guten Fotos und lassen uns durch die nicht so guten sofort entmutigen.

    Wie wäre es mal seine besten Bilder auszusuchen und eine Mappe zu erstellen!

    Fotografie ist eine Befreiung und so sollte man auch Fotografieren!

  13. Viel Fotopraxis ist natürlich wichtig. Aber man macht sicher auch keinen Fehler, wenn man sich intensiv mit den Arbeiten bedeutender Fotografen auseinandersetzt und versucht, zu verstehen, worin das Besondere von deren Fotos liegt.

    Daß auch die „Großen“ eine Menge Unvorzeigbares produzieren, mag richtig sein — als Rechtfertigung oder Beschwichtigung für eigene Schwächen und Mängel würde ich es trotzdem nicht durchgehen lassen. Die eigenen Fotos werden ja dadurch keinen Deut besser. Im Gegenteil: man wird am Ende vielleicht sogar noch unkritischer gegen sich selbst.

  14. Man muss das ganze immer sprotlich sehen und nicht so vebissen an die Sache rangehen für mich ist das ein Hobby was mir sehr viel Spass macht ich muss kein Geld damit verdienen und wenn mir die Fotos nicht gefallen dann weg damit.

    Meiner Meinung nach ist das ein typisch deutsches Problem das man sich nicht gerne etwas von anderen sagen lässt (wir sind ja schlieslich „PERFECT“) und immer die neuste Technik macht keinen Profi. Viele Leute überlegen auch viel zu lange wenn ich das jetzt so mache dann…..oder…..

    Als bestes Beispiel ich gebe meinen Kindern (8 und 7 Jahre alt) immer eine Kamera in die Hand wenn sie wollen und schau dir mal teilweise die Bilder an (mit Autofocus) macht richtig Spass und du kannst jede Menge lernen weil sie eine ganz andere Perspektive haben.

  15. Ich versuche mich an ein paar einfache Regeln zu halten um die beschriebene Depression zu vermeiden:

    1) Wenn Menschen involviert sind: VIELE Bilder machen. Man hat es halt oft nicht unter Kontrolle was passiert.

    2) Lernen ein gehoben mittelmäßiges Motiv auch einfach einmal NICHT zu fotografieren. In 90% der Fälle stimmt das Bauchgefühl und das Bild wird nie den Cut in die oberen 5% der tollen Bilder schaffen – man spart sich viel Zeit und Enttäuschung.

    3) Die Welt ist nicht perfekt, und da kann auch die teuerste Kamera wenig dran ändern. Aber: Photoshop kann das.

    4) Wen man das Gefühl hat mit dem eigenen Stil nicht weiter zu kommen: Sujet wechseln. Etwa zwischen FarbeSW, PortraitAbstrakt, TagNacht, MacroUltraWW. Oft lernt man dabei ganz neue Sicht- und Kompositionsweisen, und wenn man in das alte Sujet zurückkommt tun sich neue Wege auf.

    5) Man braucht (mindestens) zwei gute Freunde als Fotograf: beide sollten einigermaßen Ahnung haben. Der eine feiert alles was man macht, der andere kritisiert auch noch das beste Bild. Je nach Stimmung kann man so die eigenen Emotionen etwas abfedern.

    6) Wichtigste Regel: veröffentliche/zeige immer nur das beste 1% deiner Arbeit :-)

  16. Das kann ich alles nur unterschreiben. Ich fotografiere digital nun bestimmt schon seit gut 7 Jahren (mit kleinen Kompaktkameras). Ich hatte den Vorteil, dass man damals noch angesagt war, wenn man auf Partys oder im Urlaub eine Digitalkamera hatte.

    Insofern habe ich tausende Fotos gemacht, die wir uns im Freundeskreis angeschaut und auch auf unserer alten Webseite veröffentlich haben. Hier konnte man dann recht gut sehen, was ein gutes oder ein schlechtes Foto ist (gefühlt, ohne Regeln) und man hat versucht, die Fehler wegzulassen und die guten Fotos zu „kopieren“ in anderen Szenen.
    Das war für mich sehr sehr wichtig.

    Wenn ich nun noch Bücher lese und die Regeln verstehe, sie auf Fotos anwende, auch gerne auf die alten, dann kann man schon eine Regelmäßigkeit erkennen. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regeln, aber grundsätzlich heißt es eben auch viel schauen, was ist ein schlechtes und ein gutes Foto. Warum ist das eine Foto nicht so gut, was mache ich nächstes Mal besser?

    Das Sichten, das Probieren und die später eintretende Routine sind sicherlich ein typischer Prozess.

  17. Fehler machen ist grandios. Nicht nur in der Fotografie, eigentlich immer. Man sollte sich freuen, wenn man einen Fehler gemacht hat, so doof das auch klingt.

    Was ich auch festgestellt habe ist, dass man manchmal zu viel mit dem Kopf fotografiert. Man will ein bestimmtes Foto machen, geht raus, sucht das Motiv, denkt nach: aus welcher Perspektive, welche Blende, Verschlusszeit, welches Objektiv und und und…
    Die besten Fotos sind bei mir oft die, die aus dem Bauch heraus, aus einer spontanen Idee heraus entstanden sind. Man muß manchmal einfach seiner Intuition und seinen Gefühlen folgen, dass hat echt einen erheblichen Eindruck auf das Bild. Ich hoffe ihr versteht was ich meine.
    Dazu kommt noch, dass ganz oft die Fotos genial sind, die nicht technisch perfekt sind, sondern die ein Gefühl oder eine Stimmung vermitteln. Und ich glaube, eben solche Fotos entstehen immer ganz plötzlich, ohne dass man sich groß Gedanken gemacht hat.
    In diesem Sinne, viel Spass beim „kopflosen“ Fotografieren!

  18. „Photoshop kann das.“ (Ralf Stockmann, Kommentar No. 21)

    Mein Vorschlag: vier Wochen lang fotografieren, ohne Photoshop zu benutzen. Höchstens Lightroom, aber ohne Presets und Retuschierpinsel. Das diszipliniert und erhöht die Konzentration beim Fotografieren deutlich.

    Es ist beim Fotografieren wie beim Fußball: schön spielen ist nicht alles, man muß auch Ideen haben. Bestes Beispiel dafür ist Robert Frank: technisch alles andere als perfekt, aber ein untrüglicher Blick für das Thema.

  19. Hachja, da hast du wahre Worte geschrieben. Ich bin auch so ein Perfektionist und komme wohl nie dort hin, wo ich gerne hin möchte mit meinen Fotos. Dazu kommt, dass mir schlichtweg die Zeit dafür fehlt, gerade, wenn es um Landschaftsfotografie geht. Ich kann nicht eben mal um 5 Uhr aufstehen, in der Gegend herumfahren, um genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Also muss ich damit vorlieb nehmen, was ich dann vorfinde, wenn ich Zeit habe. Das macht es nicht einfacher! Und ich habe auch nicht die Zeit mich stundenlang vor den PC zu setzen, um dem Foto noch das allerletzte herauszukitzeln. Mal abgesehen davon, dass ich das eh nicht hinbekommen würde mit meinen bescheidenen Bearbeitungskenntnissen. :-)LG Frau Zausel

  20. Ich kann dir auch vollkommen zustimmen! Die eigenen Ansprüche sind meist höher, als die denen ein Hobbyfotograf die Fotos zeigt.
    Wichtig ist es, am Ball zu bleiben und auch zu lernen mit dem Equipment, dass man zur Verfügung hat, klarzukommen. Und wer glaubt, er brauche eine wer weiß wie gute Kamera, um ein ordentliches Foto hinzubekommen, ist in meinen Augen schon am falschen Punkt.
    Üben, üben, üben ist hier die Maxime. Und wenn man sich mal Fotos von vor 2 Jahre, Fotos von vor einem Jahr und aktuelle Fotos von sich selbst ansieht, so wird man vermutlich feststellen, dass die aktuelleren an Qualität zugenommen haben, oder aber man insgesamt einfach weniger total unbrauchbare Ergebnisse hat. Egal, wie es ist, am Ende steht die Erkenntnis, dass man an Erfahrung gewonnen hat und dem perfekten Bild ein Stück näher gekommen ist.
    Was dem ganzen natürlich wieder die Laune verdirbt, ist, dass man intrinsisch die eigenen Ansprüche mit steigendem Erfolg eh immer weiter hochschraubt und seinem aktuellen Ziel somit nicht wirklich näher kommt.
    Ich für mich hatte ab und zu das Gefühl einen kleinen Schritt auf einer Leiter geschafft zu haben. Dieses Glücksgefühl hält nicht zwingend lange an, aber es ist da und für mich immer wieder der Grund weiter zu üben!

  21. Neulich hattest Du eine Umfrage „Wieso lest ihr Kwerfeldein?“
    ==> DESWEGEN!!!

    Neben den ganzen Tipps und Tricks immer wieder mal auch ein paar motivierende Worte ;)

    Danke!

    Gruß
    Ralf

  22. Danke für diesen Text. Ich könnte ihn meinen Kursteilnehmern zur Lektüre empfehlen…
    Er gibt genau das wieder, was ich ab und an erlebe. Auch wenn ich in einem ganz anderen Bereich wirke, den Satz: „Aber nichts wird uns so weit bringen wie die Praxis.“ kann ich direkt übertragen auf mein Handwerk. Ich bin Schneiderin und die Leute lernen bei mir nähen- auch dort kommt schnell mal Ungeduld auf, wenn etwas nicht gleich so klappt.
    Jeder sollte sich einfach klar machen, dass man um eins nicht herumkommt, wenn man „richtig gut“ sein möchte: Man muss Zeit investieren. Gut Ding will eben Weile haben.
    Ich weiß, dass ich beim Fotografieren noch viel Zeit investieren muss. Bis dahin aber, versuche ich mich (trotz aller Selbstkritik) an meinen kleinen Schritten zu erfreuen.

    An dieser Stelle möchte ich auch nochmal Danke sagen für dieses Weblog. Immer wieder lesens- und sehenswert.

  23. Danke. Ich kämpfe seit 2 3/4 Jahren mit meiner DSLR – manchmal will auch ich wieder aufhören.

    Dein Artikel spricht mir aus dem Herzen.

    Für niemanden ist es wohl schwieriger die Aussage „Noch ist kein Meister vom Himmel gefallen“ zu akzeptieren, als für einen selbst.

    Vielen Dank.

  24. Fehler :-)
    Da muss ich euch kurz was erzählen.
    Ich bin gerade total frustriert von meine Radtour nach Hause gekommen.
    Wenn ich mit dem Rad unterwegs bin nehme ich meine Kamera und mein Stativ mit. Heute fuhr ich am Wasserstraßenkreuz und fand eine super Aussicht auf Magdeburg. Die Sonne war fast weg und die Lichter der Stadt spigelten sich in einem kleinen See, ich stand oberhalb auf dem Deich. Geil dachte ich und baute das Stativ auf. Und dann: der Schnellverschluss war nicht da!!??!! Ich Idiot habe das Teil auf dem Tisch liegen lassen. Los fahren ohne das Equipment zu kontrolieren. SCHEISSE!!

  25. Wahre Worte im Sinne „es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“. Danke.

    @Ronny D.: Aus diesem Grund hab ich diese Schnellverschlussplatte inzwischen immer an der Kamera dran, damit ich die nie mehr vergessen kann!

  26. Digikamera und Automatikfubktionen verleiten schon zu „tausenden“ Aufnahmen ohne die Grundwahrheiten zu beachten: wird schon was Passendes dabei sein, so aber nicht nach meiner Erfahrung. Der unmittelbare kritische Austausch mit Gleichgesinnten bringt m.E. sehr viel. Und Andreas Weidner, der auf den Spuren von Adams wandelt, sagte (etwas frei): die Fotoarbeit bedeutet zuerst ein übergrosses Maß an Leidens-
    fähigkeit (das galt zwar zunächst für die Dunkelkammer – ist aber vorm PC nicht viel anders…) In diesem Sinne Mitch

  27. Bis dato bin ich nur ein stiller Mitleser, aber nun muss ich mal was dazu schreiben :) : zuerst einmal muss ich sagen, dass dein Artikel mir aus der Seele spricht. Jedem Fotografen gings wohl so, dass er einen tollen Ort gesehen hat, abgedrückt hat und dann dachte : wo ist die Schönheit hin? Mit dieser Frage habe ich versucht mich eingehender zu beschäftigen und bin über einen National Geographics Fotobüchlein gestolpert, in dem ein anerkannter NG Fotograf das Problem mit folgendem Tipp aus der Welt zu räumen versucht hat: zwischen Sehen und Klick sollte man sich die Frage stellen: Warum ist das schön was ist sehe? Der Weg zur Antwort auf diese Frage kann sich durchaus über einige Zeit erstrecken und eröffnet dem Fotografen das Motiv aus einer ganz anderen Sicht. Auch der Weg bedarf viel Übung, aber es ist auf jeden Wert dieses auszuprobieren :). Ich möchte mich hier nicht als Foto-Großmeister aufspielen, weil ich es nicht bin. Fand den Tipp nur so toll, dass ich dachte, dass dieser hierzu sehr gut passen würde.
    lg und Gute Nacht aus Thailand!