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10. September 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

In der Schärfe liegt die Kraft

In der Schärfe liegt die Kraft

Da ich momentan viele Hochzeiten und Portraits fotografiere, habe ich teilweise täglich mit mehreren tausend Fotos zu tun. Dabei fällt mir immer wieder ein Ausschlußkriterium auf, welches mir persönlich immer wichtiger wird: Schärfe.

Alles kann daneben gehen: Schlecht komponiert? Schiefer Horizont? Kann man begradigen. Unterbelichtet? Dank Raw auch auszubügeln (bis zu einem gewissen Grad). Unscharf? Nicht zu reparieren. Wenn das Foto mal verwackelt ist oder der Fokus an der falschen Stelle – z.B. auf den Ohren und nicht auf den Augen – ist, kann man nichts mehr retten. Da kann man noch so gut in Photoshop sein, ein unscharfes Bild scharf machen, das geht einfach nicht.

Gerade in den letzten Monaten habe ich Fotos bewusst unter diesem Kriterium betrachtet. Ist das Foto scharf? Wo ist es scharf? Und in vielen Fällen hängt die Qualität eines Fotos auch direkt mit dieser Komponente zusammen. Gerade wenn wir uns die Fotos von Siebe Warmoeskerken anschauen und diesen vorher/nachher Vergleich betrachten, dann wird es schnell klar. Das Foto besticht zwar schon durch die Komposition und die Farben. Doch Siebe hat auch eines getan: Auf die wichtigste Stelle fokussiert und hinterher nachgeschärft.

Schärfe trägt also zur Qualität eines Bildes in hohem Maße bei. Schärfe macht ein Bild plastisch und zum Greifen nahe. Schärfe bedeutet Klarheit.

Und häufig sind Objektive genau aus diesem Grund preislich etwas teuerer. Je schärfer ein Objektiv abbildet, umso besser wird die Wirkung des Fotos sein. Wenn ein Objektiv milchig oder schwammig wird, dann fehlt dem Ganzen etwas essentielles und wichtiges. Aber es gibt auch Dinge, die wir schon beim Fotografieren beachten können, um ein scharfes Foto zu bekommen.

Lichtempfindlichkeit
Hohe ISO-Werte bringen nicht nur Rauschen mit sich sondern auch eine leichte Unschärfe. Vergleicht einmal ein ISO100 Fotos mit einem ISO1600 Foto vom selben Objekt- die Unterschiede sind teilweise gewaltig. Deshalb macht es auch Sinn, in der Landschaft ab einer gewissen Dunkelheit, ein Stativ zu nehmen und dann länger zu belichten. Dadurch kann man die Lichtempfindlichkeit reduzieren und bekommt dadurch u.A. eines zurück: Schärfe.

Belichtungszeit
Beispiel Portraitfotografie. Je kürzer ein Bild belichtet wird, umso geringer ist die Warscheinlichkeit, dass es a) verwackelt oder b) die Person durch eine Bewegung unscharf wird. Meine Faustregel, um die richtige Belichtungszeit bei einer Crop-Kamera ist: Brennweite x 2 + Spielraum. Fotografiere ich als mit dem 50mm eine Person, dann wirst Du mich selten unter einem 1/125s fotografieren sehen.

Mir ist es schon häufig passiert, dass ein Foto, dass nachweislich richtig fokussiert wurde und bei 1/160 trotzdem verwackelt aussah. Warum? Weil die Person sich schnell bewegt hat. Deswegen Fotografiere ich manchmal mit meinem 50mm mit 1/200 Sekunde = Brennweite mal 4.

Blende
Und zu guter letzt kommt der dritte im Bunde, die allseits bekannte Blende. Mit einer weit geöffneten Blende von 1.4 wird mein Foto bei exakt einem Punkt scharf sein. Alles was nicht in der Schärfe-ebene des Punktes liegt wird sehr sicher nicht mehr zu erkennen sein. Möchte ich auch andere Bereiche scharf darstellen, sollte ich die Blende soweit schließen, bis es ausreicht. Hierbei kann die Abbendtaste zum Überprüfen hilfreich sein.

Ich hoffe, dieser Artikel hat Euch etwas weitergebracht. Habt Ihr Fragen dazu? Gibt es etwas, was Ihr gerne näher erläutert haben möchtet? Oder würdet Ihr dem Gesagten noch etwas hinzufügen?


In der Schärfe liegt die Kraft

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49 Kommentare

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  1. Jupp. Alles richtig. Bei mir ist auch die Schärfe das wichtigste Qualitätskriterium bzw. K.O.-Kriterium. Beim ersten Sortieren von Fotos eines Shootings fliegt zuerst alles raus, was nicht 100% knackscharf ist (da, wo es scharf sein soll). Den „Rest“ kann man – wie du schon sagst – bearbeiten.

  2. Zweiter :-)

    Bei mir auch. Das war auch der grund warum ich mich für das 50mm f/1.8 entschieden habe. Alles was nicht scharf ist kommt weg. Wenn aber nur in den Deteils etwas schärfe feht, der Gesamteindruck aber passt, ist´s auch gut ;-)

    Grüße
    Flo

  3. Es wird gerne unterschätzt, wieviel ein sicherer, ruhiger Stand ausmachen kann. Wer das nicht glaubt, sollte einmal seine dSLR mit weit ausgestreckten Armen halten und ein Foto machen und anschließend das gleiche Bild nochmal, sich dabei aber anlehnen, die Kamera nah am Kopf und fest über dem Körperschwerpunkt.

    Es überrascht mich immer wieder, wieviel das ausmacht. Ich habe neulich ein Feuerwerk fotografiert, freihand, 1/4 Sekunde Belichtungszeit und weit offen. Durch das Anlehnen an eine Mauer, Einatmen-Luftanhalten-Klick-Ausatmen, und einen sicheren, etwas breitbeiningen Stand konnte ich viele scharfe Aufnahmen ergattern.

  4. Schärfe ist echt der Killer.. wobei natürlich mal wieder zu definieren wäre, was für den einen oder anderen „scharf“ ist und was nicht. Die eine Fraktion macht extremes Pixelpeeping, tauscht x-Mal ihre Kameras und Objektive.. macht (mehr oder minder sinnvolle) Tests mit irgendwelchen Meßgeräten, funktioniert Dachziegel und Mauern und hast-du-nicht gesehen… die andere Fraktion ist zufrieden wenn es „scharf genug“ ist bei normalen Betrachtungsabstand und fertig.

    Wie dem auch sei.. Wenn die Schärfe nicht da ist oder nicht da wo sie hingehört, ist das Bild in der Regel nicht mehr zu retten, seh ich auch so. Bei Portraits fällt es immer besonders auf… Auge(n) nicht scharf? In der Regel für die Tonne (… irgendwelchen „Alternativen Ansätze“ mit bewusster Unschärfe in diesen Regionen lassen wir jetzt mal aussen vor..)

  5. Der Grund für die Unschärfe bei hohen Iso-Werten liegt häufig daran, das die Kameras intern Routinen ausführen, um das Rauschen nicht zu stark werden zu lassen (nennt sich dann Bildoptimierung o.ä.). Und denen fallen dann auch feine Strukturen zum Opfer.

  6. Gerade bei Landschaftsbildern fehlt mir bei meinem kürzlich ergatterten Weitwinkel die Schärfe. Leider ist es manchmal wirklich so, daß man alles beachtet hat, oder zumindest versucht hat, auf alles zu achten, und trotzdem kommt kein unscharfes, aber so ein bißchen verwaschenes Bild dabei raus.

    http://www.flickr.com/photos/pixel_boogie/3903647770/

    Das Bild ist nicht wirklich unscharf, aber mir fehlt der letzte Biss!

    Das Nachschärfen in Lightroom ist ein Witz!
    Kennt Jemand in Photoshop einen Kniff wie man sowas nachträglich ausbügeln kann?

  7. Deshalb fotografiere ich meistens mit einer Festbrennweite, die sind einfach schärfer. Das Kit-Dings 18-55 ist kaum zu Schärfe zu überreden, und abblenden ist bei der kleinen Blende auch schon kaum mehr zu machen.

    Äh, was wollte der Artikel eigentlich sagen? Ich dachte, unscharfe Bilder aussortieren sei das erste, das man mit einer digitalen Kamera lernt?

  8. Schärfe an der gewünschten Stelle war und ist für mich auch immer eines der wichtigsten Kriterien.
    Das geht aber nicht jedem so. Ich habe gelernt, dass jemand ein Bild auch hervorragend finden kann, weil das Abgebildete einen besonderen Wert für ihn/sie hat.
    Da ist es dann egal, ob das Bild wirklich knackscharf ist, oder ob es eine leichte(!) Unschärfe hat.

  9. Ist ein wirklicher Aha-Effekt, wenn man das erste Bild mit einer Spiegelreflexkamera macht, dann beim richtigen Objektiv, dann die Bearbeitung…

    Das sind klasse Tipps, die Du zusammengetragen hast. In einem 2. Artikel könnte man noch ein paar Sätze zum Thema Autofokusmesspunkt und Schärfen in PS (zumindest die Basics) ergänzen.

    LG Katja

  10. die schärfe (oder guter AF ) ist heute zusätzlich davon abhängig wie die cam mit dem objektiv chip kommuniziert bzw. wie gut die blendenanwahl ist -fremdhersteller sind da etwas benachteiligt.. also bin da etwas enttäuscht von sigmas die in punkto Schärfe nicht besonders sind!

  11. Es ist wichtig, die Grundlagen zu kennen, die Du hervorragend dargestellt hast. Aber Deine Einleitung würde ich gerne um einen Punkt ergänzen – nein, vielleicht sogar teilweise widersprechen: Schärfe ist nicht alles!

    Unschärfe als Ausschusskriterium ohne den genauen Kontext, in dem ein Bild entstanden ist, stellt die äußere Form in ihrer Priorität vor den Inhalt. Und das gerade bei einem so emotional subjektiven Thema wie Hochzeitsfotografie.

    Meiner Meinung nach entscheidet die Emotion, die Bewegung, die visualisierte Beziehung der abgebildeten Personen über den Wert einer Aufnahme. Ich habe dafür ein Lieblingsbeispiel von Robert Doisneau – es hing in den 80ern gefühlt an jeder zweiten Wand: http://iconicphotos.wordpress.com/2009/05/08/le-baiser-de-lhotel-de-ville/
    Ist das Bild scharf? Nein. Gar nicht. Obwohl es sogar gestellt ist. Aber trotzdem ist dieses Bild nicht ganz zu unrecht eine Ikone der Fotografie.

    Und übrigens gerade als „Portraitobjektiv“ bezeichnete Objektive stellen oft die Bildschärfe zurück hinter andere Kriterien – so ist das 50mm/1.2L als das teuerste auch gleichzeitig das „weichste“ Objektiv der 3 50mm-Vertreter von Canon. Das war auch schon früher so: typische manuelle Portraitobjektive aus dem Osten (z. B. das Helios 40 oder das heute noch viel verwendete Jupiter 9) sind so weich, dass Fotografen aus anderen Genres immer fragten, ob die denn wirklich in Ordnung wären.

    Wie gesagt, die Grundlagen müssen vorhanden sein. Und „Emotion“ kann keine Entschuldigung für fehlende fotografische Fähigkeiten darstellen. Aber entscheidend ist der Inhalt – und manchmal liegt die Entscheidung zwischen „ein wunderbares unscharfes Bild“ oder „kein Bild“. Und ich würde mich da für das Erstere entscheiden ;-)

    • @Michael und Ivonne: Absolut richtig. Stimme Euch da voll zu. Es gibt Ausnahmen, da kann die Schärfe hinten „anstehen“, weil andere Dinge wichtiger sind. Denke, das ist ein schmaler Grad. Am besten beides: Schärfe + Emotion ;)
      @Pano: Ich hab einfach auf Siebe’s Flickrstream gestöbert und bei diesem Bild hat er die Vorher/Nachher-Sicht verlinkt.
      @Pixelboogie: Welche Linse ist das?

  12. Ich bin auch so ein Pixelpeeper – man, wie toll finde ich es bei 15MP auf 100% hineinzuzoomen und Details zu entdecken, die ich mit bloßem Auge nie gesehen hätte.
    Die Frage ist aber, ob es immer wirklich absolut scharf sein muss. Am PC neigen wir dazu, uns die Bilder wirklich gaaaaanz genau anzuschauen. Alles was ausbelichtet wird, landet aber doch meistens auf kleineren Abzügen, wo man leichte Unschärfen durchaus verkraften kann – oder ein partielles Nachschärfen gar nicht bemerkt.
    Trotzdem, das gebe ich zu, ist die Schärfe auch mein Qualitätskriterium Nr. 1 :-(

  13. Guter Artikel – Schärfe ist sicher eines der wichtigsten Dinge – aber wie immer halt gibt es Ausnahmen.

    Sonst schließe ich mich Pixelboogie’s Anfrage an (hatte selbst letzte Woche bereits die Frage gestellt – sollte ich wohl mal im Forum posten): Gibt es irgendwo eine Übersicht welche Blende bei welchem Objektiv die knackigsten Bilder macht?

  14. Eigentlich geb ich dir recht, Schärfe ist schon ein wichtiger Teil. Die Emotionen, die Geschichte und Situationen die uns Bilder erzählen sind meiner Meinung nach aber viel wichtiger.

    Ich seh mir viel lieber Stimmige Bilder von zb einem Gitarrenspieler am Lagerfeuer an. Bei dem der Fokus leicht daneben sitzt. ( Der bekannte Fokus auf der Nasenspitze ;) )

    Ein absolut sauberes rasiermesserscharfes Produktfoto hingegen löst bei mir gar nichts aus, auch wenn der Fokus noch so gut sitzt.

    Ist sicher Geschmacksache welche Fotos wem besser gefallen. Ich frage mich aber immer ob diese ganz kleinen Mängel wie zb. ein ganz leicher Frontfokus einem Nichtfotografierenden auffallen würden? Die Meisten sehen das sicher erst auf den x-ten Blick. Emotionen und Situationen hingegen kommen sofort rüber.

    Das Thema Schärfe ist aber sicher sehr interessant. Gerade da versuche ich mich noch zu verbessern. Könntest du nicht mal beschreiben wie du bei schwierigeren Situationen fokusierst?
    Manchmal sind die von dir oben beschriebenen Massnahmen für schärfere Bilder einfach nicht möglich, ausser vielleicht man hat eine 10000€ Ausrüstung.
    lg Akis

  15. @pixelboogie: Mit welcher Blende hast du das denn fotografiert?

    Meistens sind Objektive etwa bei Blende 8 bis 11 am schärfsten. Ansonsten einfach mal selbst ausprobieren: Kamera auf’s Stativ, möglichst gerade auf eine gemusterte Fläche ausrichten, manueller Fokus, Kabel-/Selbstauslöser, evtl. Spiegelvorauslösung und dann alle Blenden durchfotografieren (ganze Blendenstufen reicht) und anschließend in der 100%-Ansicht vergleichen.

  16. Ich möchte das von Martin geschriebene noch ein wenig ergänzen, denn es ist wichtig die verschiedenen Arten der „Unschärfe“ zu unterscheiden. Es wurden ja bereits die „Bewegungsunschärfe“ und die „Schärfentiefe“ angesprochen. Normalerweise ist es üblich, die Schärfe über den sogenannten Zerstreuungskreisdurchmesser zu definieren.

    Ein Objektiv hat grundsätzlich weit geöffnet (also mit kleinster Blendenzahl) den kleinstmöglichen Zerstreungskreisdurchmesser. Leider auch die geringste Schärfentiefe, und die größte Abberationsunschärfe, welche durch optische Fehler/Randstrahlen verursacht werden. Durch abblenden kann die Schärfentiefe & Aberrationsunschärfe verringert werden. Einen Kompromiss aus diesen beiden Schärfefehlern findet sich mit der sogenannten „kritischen Blende“. Diese Blende wird von Objektivherstellern oft als die Blende angegeben, bei der das Objektiv das höchste Auflösungsvermögen besitzt.

    Blendet man jetzt das Objektiv noch weiter ab, vergrößert man zwar die Schärfentiefe weiter und randnahe Bildbereiche erscheinen schärfer. Aber leider vergrößert sich auch gleichzeitig die Unschärfe welche durch Beugung randnaher Strahlen entsteht. Die Zerstreuungskreisdurchmesser werden also immer größer, solange bis sich durch abblenden kein Gewinn in der Bildschärfe mehr herstellen läßt, das Bild wird durch weiteres abblenden nur immer unschärfer. Der Kompromiss aus Schärfentiefe und Beugungsunschärfe (also die ideale Belndenkombination aus beiden) nennt sich dann „förderliche Blende“. Bei Crop-Kameras und der heutigen Sensortechnik liegt diese meistens bei ungefähr f/10-f/11.

    Gruß,
    Daniel

  17. Oh-upps…richtig muss es heißen: Einen Kompromiss aus kleinstem Zerstreuungskreisdurchmesser und Aberrationsunschärfe findet sich mit der sogenannten “kritischen Blende”.
    Entschuldigung, mein Fehler…ist schon spät.

    Gruß,
    Daniel

  18. Danke Martin, ich bin noch so sehr am Lernen, das ich diese Informationen immer noch aufsauge *lach*, wenn ich auch eben aber so ganz persönlich ein gutes Spiel mit Schärfe oder Unschärfe besonders gerne sehe, aber das würde ich eben unter Schärfe am richtigen Platz sehen und was habe ich noch gelernt, das es eine Abblendtaste gibt und wo diese zu finden ist :-) Danke und viele Grüße Frau Doktor

  19. Ein kleiner Fehlfokus wurde mich nicht nicht unbedingt dazu bringen, nur deswegen ein Foto zu entsorgen. Wenn man das Bild ein wenig verkleinert und nachschärft kann man durchaus einiges retten.

    Gruß Mihau

  20. Um mal etwas klugzuscheißen: Wenn du mit Brennweitex2+Sichertheit bei 50mm fotografierst kommst du auf etwa 125 SEKUNDEN richtig ist natürlich davon dann das Reziproke zu Bilden. Meine Meinung ist eher es kommt auf die Bildwirkung an ich hab Bilder an der Wand die eig. unscharf aber trotzdem umwerfend sind und ich könnte mir die auch nicht scharf vorstellen. Ein s/w Bob Marley Konzertfoto MUSS imo Korn haben und leicht unscharf dafür muss der Ausdruck und der Kontrast stimmen. Zum Thema nachschärfen: Das wurde mir jetzt öfter nahgelegt woran erkenne ich denn ein (leicht) Überschärftes Bild?

  21. @Kenny: Überschärfung? Ich würde sagen, an Halos und Lichtkanten-Bildung an den Übergängen der Kontraste.. ist so ein bißchen eine Gefühlssache, es sind dann dort harte Kontraste vorhanden, wo eigentlich nicht unbedingt welche sein müssten.

    Ist natürlich auch mal wieder eine Frage des Aufwandes.. wenn ich optimal nachschärfen will, dann endet das oft mit mehreren Schärfungsebenen die bestimme Bereiche schärfen, durchaus mit unterschiedlichen Methoden und unterschiedlichen Parametern. Aber den Aufwand mache ich nur wirklich selten.

    Es sind zum Thema Nachschärfen schon komplette Bücher (!) geschrieben worden.. ich weiß leider nicht mehr, wie das eine heisst… ist von diesem einen mittlerweile verstorbenen Photoshop-Pabst (..und auch früheren Mitentwickler, wenn ich mich recht entsinne). Ging wohl nur um Schärfe, um nichts (!) anderes in dem Buch.

    Kann auch irgendwie manchmal Selbstzweck werden, vermute ich.

  22. Weil einige hier nachgefragt haben wie man herraus finden kann, wo das Objektiv seine beste Schärfeleistung besitzt …
    Dazu kann man hier etwas nachlesen.
    Genau das habe ich letztes Wochenende auch für mein altes (manuelles) Pentacon 50/1.8 durchgeführt (siehe hier).
    Zum Thema: Für mich ist Schärfe nicht alles an einem Bild. Allerdings kommt es dabei auch immer auf das Genre und das Motiv an.

  23. Schärfe war in meinen fotografischen Anfängen immer ein grunlegender Faktor, dabei habe ich es zeitweise in der Nachbearbeitung echt übertrieben.
    Heute gehe ich meist einen Schritt zurück und versuche meinen Fotos doch etwas mehr „Randwärme“ (neues Wort für weiche Kanten*lach) zu spendieren, was gerade in der Porträit Fotografie wichtig ist.
    Nun wirken die Bilder m.E. etwas harmonischer, obwohl man immer zuerst das Motiv bestmöglich einfangen sollte, ein weicher machen ist dann im Nachgang allemal möglich.
    Gruß Chriss (Spandauer63)

  24. Dieser Aussage würde ich wiedersprechen:

    > Schärfe macht ein Bild plastisch…
    Nein, (übermässige) Schärfe macht ein Bild flach. Plastizität geht dabei verloren. Als Gegenmaßnahme kann man beispielsweise nur besondere Bereiche nachschärfen.

    Generell beobachte ich folgenden „Schärfetrend“ bei der Enwicklung eines Fotografen. Insbesondere Anfänger verwechseln Bildqualität – und hier meine ich einen rein technischen Aspekt – mit Schärfe. Nach einer gewissen Zeit geht der Schärfewahn ;-) zurück.

  25. Plastizität und Schärfe… bei bestimmten Festbrennweiten und großen Blenden (50mm, 2.0 betrieben bei um die f4-5.6) gibt es in manchen Situationen eine Art 3D Effekt. Das liegt m.E. am Übergang der Schärfe in die Unschärfe und an der dreidimensionalen Anordnung, die durch den Schärfenübergang unterstützt wird. Das Objekt scheint dann im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Foto heraus zu ragen…
    Hat nix mit dem Thema zu tun, ist aber eine tolle Sache.
    Hab noch kein Zoomobejktiv erlebt das das könnte.
    Offensichtlich muss die Schärfe des Objektivs hier im scharfen Bereich hart an der Auflösungsgrenze des Sensors liegen….

  26. @Spandauer63: Ging mir früher ähnlich. Ich habe eigentlich jedes Foto so stark wie möglich nachgeschärft, ohne es zu überschärfen. Das Problem: Man sieht diese Schärfe erst dann richtig, wenn das Bild die selbe Auflösung hat wie der Monitor.

    Heutzutage schärfe ich fast gar nicht mehr nach bzw. nur minimal um die Verluste der digitalen Bildbearbeitung (Anti-Aliasing-Filter in der Kamera, Verkleinern fürs Web, …) auszugleichen.

    Außerdem verwende ich in der Regel auch die Blende, die ich gerade brauche um die Schärfentiefe oder die Belichtungszeit zu erreichen, die ich will. Dabei nehme ich in Kauf, dass manche Objektive bei Offenblende nicht 100% scharf sind und bei kleinen Blenden die Beugungsunschärfe zunimmt. Wenn es aber keinen speziellen Grund dazu gibt, versuche ich die Randbereiche (also etwa >f/2.8 und <f/16) zu vermeiden.

  27. Naja, wenn ich Fotos aussortieren würde die meines Erachtens „unscharf“ sind, dann hätte ich keine mehr. Vor 1 Jahr hatte ich mir ein 50mm f1,4 usm von Canon für meine 40D gekauft. Bei iso100 Blende 8 + RAW und ein wenig nachschärfen im Prozessor war für mich die Suche nach einem Scharfen Objektiv vorbei.Ich habs wieder verkauft weil es trotz der Schärfe nicht weit genug war, da kein FF vorhanden. Es gibt halt nur ein halbes Dutzend wirklich „scharfer“ Canon Objektive, und das 50mm ist noch das günstigste. Mein Sigma 30mm f 1,4 ist in sachen Schärfe eher… meh!

  28. @pixelboogie Ich hab auch das Sigma 17-70 und wenn ich mich nicht täusche ist meins bei f/5.6 am schärfsten. (Photozone.de kommt zum gleichen Ergebnis.)

    Der Artikel ist ziemlich interessant, Martin, ich sortiere auch immer zunächst nach Schärfe aus. Dass bei hohen ISO Werten Rauschen entsteht war mir klar, aber über die damit einhergehende Unschärfe wusste ich bisher nichts! Wieder was gelernt! :)

    Schöne Grüße
    Michael

  29. Bei allem Respekt Martin…so pauschal zu sagen, dass mit der Erhöhung des ISO-Wertes die Schärfe abfällt, halte ich für falsch. Das muss andere Ursachen haben. Der ISO Wert ist eigentlich nichts anderes als die Verstärkung des Signals am Ausleseverstärker des Chips. Daher wäre ein Beispiel in dieser Hinsicht zur Klärung der Ursache ganz hilfreich? Nur so kann man sehen, woran es tatsächlich gelegen hat.

    Welche Bilder wurden hier verglichen? Gleiche Blende+ Verringerung der Belichtungszeit? Oder Gleiche Belichtungszeit+Verringerng der Blende? (Beides auf steigende ISO bezogen.) Welche Bilddetails meinst Du? Dunkle oder helle? Wurden Jpgs verglichen, oder Raws? Wäre schön wenn Du dazu noch etwas schreiben könntest.

  30. Dazu habe ich eine Frage:
    Nach der Durchsicht der Urlaubsfotos ist uns aufgestoßen, dass wir ungewöhnlich viele unscharfe Bilder gemacht haben, oft mit einem Fokuspunkt am Rand des Ausschnitts. Da wir einen neuen Polfilter für den Urlaub gekauft haben (und das Supertele nur fokussiert, wenn man den Filter abnimmt), ist uns der Verdacht gekommen, dass der Filter die Schärfe ruiniert hat. Kann das sein?

  31. Blogartikel dazu: Einsteiger-Tipp: Schärfe am Display überprüfen | Digitale Fotografie Lernen - KWERFELDEIN - Martin Gommel