kwerfeldein
18. August 2009 Lesezeit: ~5 Minuten

Wie ich begonnen habe, zu fotografieren


Der Hinterhof meiner WG in Durlach. Kamera: Canon Powershot A510.

Als ich 2005 zum ersten Mal eine digitale Kompaktkamera in der Hand hielt, veränderte sich mein Leben. Damals hätte ich im Traum nicht daran gedacht, aus der Leidenschaft einen Beruf zu machen. Das war damals auch noch viel zu weit weg und ich war mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Wie ich die Fotografie damals für mich entdeckte, davon möchte ich Euch heute erzählen.

Vorgeschichte
Berührungspunkte mit der Fotografie gibt es vor der ersten Digitalkamera 2005 nur sporadisch. Mein Vater fotografiert zu Lebzeiten streckenweise auf Ausflügen oder im Urlaub. Später in der Realschule machen wir im BIZ (BerufsInformationsZentrum) einen Test, um herauszufinden, welche Berufe für uns in Betracht kommen. Fotograf ist (damals un-) passender Weise neben Koch und Erzieher auch mit dabei.

In meiner Erzieherausbildung ist die analoge Fotografie ein behandeltes Thema – und dort mache ich mein erstes Foto von einem Mann, der in Bretten einen Mülltonne nach Brauchbarem durchsucht. Das „Fach“ Fotografie interessiert mich zwar, aber darüber hinaus fällt mir nicht ein, mich mehr damit zu beschäftigen.

November 2005: Die Reise beginnt
Mit dem Griff zur Digitalkamera – damals eine kleine Powershot A 510 geht es quasi los. Zufällig bekomme ich das technische Wunder bei Elena’s Eltern zwischen die Finger. Unglaubliches Teil. Ich hin-und-weg von der Möglichkeit ein Foto zu machen, gleich zu löschen oder später am Rechner zu verunstalten (letzteres kam häufiger vor). Ein wenig übermütig und voller Enthusiasmus fotografiere ich jede Rose, jedes Gesicht und alle anderen verdächtigen Szenen.


Mein erstes veröffentlichtes Foto. Klar ist zu erkennen, dass ich früh beginne, meine Fotos zu bearbeiten.
Kamera: Canon Powershot A510.

Dabei ist mir schon immer eine spezielle Athmosphäre wichtig, und was ich damals noch gar nicht bemerke: Meine Tendenz zu schwarz/weiss oder düster anmutenden Fotos.

Wenn Du mich in der Bahn zu Arbeit fahren siehst, ist die kleine Flitzekamera nicht weit. Bin ich mit meiner Freundin Elena auf einem Spaziergang läuft sie vorneweg und ich liege irgendwo im Nirgendwo, Kamera im Anschlag. Die Kamera wird zunehmend mein drittes Auge (obwohl ich doch mit Esoterik eigentlich gar nichts am Hut habe, hihi) Ich entdecke die Welt durch den Sucher die Rückseite der Kamera = LCD. Alles was nicht weglaufen kann wird aufgenommen.


Wir sind mit Freunden spazieren, als mir diese Frau auffäll. Ich frage sie, ob ich ich ein Foto von ihr machen darf. Kamera: Canon Powershot A510.

Battlefield und Bildbearbeitung
Da ich sowieso eine Internet-Affinität besitze, entdecke ich zeitgleich mit dem Fotografieren die Bild Bildbearbeitung mittels Software, die auf den Namen Picasa hört (damals noch in der ersten Version). Ab sofort wird an jedem potentiellen Bilderfolg rumgedreht, was das Zeug hält.

Für mich ist das eine wichtige Zeit, denn ich entdecke den Rechner als weiteres Element der Fotografie und bin davon restlos begeistert. Habe ich doch davor Jahre lang mit Egoshootern (wie z.B. Battlefield2 auch im Clan) verbracht und die ganze Zeit latent den Eindruck gehabt, damit die Zeit zu verschwenden. Doch mit der Bildbearbeitung kam mir das Ganze sinnvoll vor und es gab endlich einen „richtigen“ Grund, vor der Kiste zu sitzen.


Mein Freund Phillipp und ich hatten uns zum Fotografieren verabredet, da er ein paar Fotos von sich wollte. Dabei entstand dieses Bild, welches ihn als „harten Burschen“ darstellt. Im echten Leben ist er eher ein einfühlsamer, respektvoller Mensch. Kamera: Canon Powershot A510.

Ausserdem gründe ich das Blog querfeldein.blogspot.com (nichts mehr drauf) und kurz darauf kwerfeldein.de mit angebundenem Photoblog.

Mariah Carey im Karstadt

Die Canon Powershot kommt mir mittlerweile schon lange eher wie eine Canon Cute&Tiny vor, denn ich habe im Netz die „richtigen Kameras“ gesehen. Digi-ta-le Spie-gel-re-flex, yummie. Eines Tages stehe ich im Karstadt schmachtend vor diesem mit Glastüren verschlossenen Schrank und sehe eine Canon EOS 350D. Mächtiger Name, boa. Funkel. Glitzer (zumindest in meiner Fantasie). Oh mein Gott. Die Welt dreht sich um diese Kamera hinter der Glasscheibe. Herzrasen. Schmetterlinge (ja echt). Und Maria Carey singt im Karstadtradio: „We Belong Together“ (okay, das war nicht so).

So, das war’s fürs Erste. Wie ich ein Jahr später die 350D mit dem Staubsauger ruiniert habe und es dann weiterging, das erzähle ich Euch ein andermal ;)

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