kwerfeldein
13. August 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

Alleinstehende Bäume größer & mächtiger wirken lassen

Da wir ja seit gestern hier auf kwerfeldein.de einen S1NGLE TREE Fotowettbewerb am Start haben, möchte ich Euch gleich heute einen Tipp mit auf den Weg geben. Auf die Idee gebracht hat mich Julia Stern und ich möchte jetzt darauf eingehen, wie Ihr so manche Bäume größer und mächtiger wirken lassen könnt. Eigentlich ist der Trick ganz einfach, doch gerade die Umsetzung ist es dann, die uns meistens ein Bein stellt. Aber auch dafür habe ich ein paar Anregungen für Euch.

Perspektive

In meinem Kopf ist so ein Satz, der beim Fotografieren immer wieder hochkommt. Die Faustregel, die sich mir eingebrannt hat: „Perspektive ist die halbe Miete“. Denn ein Baum oder jedes andere Objekt kann aus einer Blickrichtung völlig langweilig – aus einer leicht anderen überaus interessant aussehen. Wir Fotografen sind herausgefordert, die spannendste Kameraposition zu finden. Und eine möchte ich Euch jet einmal vorstellen.

Und jetzt kommt’s

Bei vielen alleinstehenden Bäumen bietet es sich an, die extremste Perspektive zu suchen und so den Baum zu fotografieren. Wenn Ihr einen Baum mächtig und groß wirken lassen wollt, dann bietet es sich an, ihn von einer möglichst tiefen Position zu fotografieren. Dadurch macht Ihr Euch selbst klein und den Baum automatisch groß (ähnlich wie bei Portraits von Menschen).

Hemmungen verlieren
Um eine tiefe Position einzunehmen, werdet ihr in vielen Fällen nicht drumrumkommen, Euch dreckig zu machen. Denn manchmal reicht es nicht, mal kurz in die Hocke zu gehen und dann wieder aufzustehen. Da muss man sich hinlegen und vielleicht auch einwenig nach links oder nach rechts robben (ja genau, robben). Also: Alte Kleider anziehen (Wanderstiefel sehen zwar unstylisch aus, aber beim Fotografieren auf freiem Feld machen sie sich wunderbar).

Ich bin mir schon so manchmal komisch vorgekommen, wenn ich in freier Wildbahn am Boden liegend von 2 Wanderern bemustert wurde. „Nein, das ist kein Bundeswehr Training.“ Aber so manche Position findet sich nicht von alleine sondern nur am Boden. Das kann unbequem und anstrengend werden. Ein gutes Foto hat manchmal seinen Preis.


Objektiv
Mit einem Weitwinkelobjektiv (und das muß nicht einmal ein Superweitwinkel sein) könnt Ihr Proportionen und Verästelungen des Baumes stärker herausstellen. Das ermöglicht zusätzlich, dem Baum so richtig auf die Pelle rücken. Spielt also nicht nur mit niedriger und hoher Fotografier-Position sondern auch mit NÄHE und DISTANZ. Häufig macht auch das einen riesigen Unterschied.

Kontext
Wenn Ihr den Baum von nächster Nähe fotografiert dann vergesst dabei nicht, auch noch ein bisschen von der Umgebung mit ins Bild einzubeziehen. Alleinstehende Bäume bauen manchmal in Zusammenwirkung mit ihrer Umgebung eine besondere Spannung auf.

Achtet auch darauf, dass unter Umständen der Vordergrund Eure Bildwirkung verstärken kann. Das oberste Foto ist dafür ein gutes Beispiel, denn die Linien des Feldes führen den Betrachter ins Bild hinein. Hätte ich ich den Boden abgeschnitten, wäre mir dieser Bonus verloren gegangen.

Zusatztipp
Nicht jeder Baum ist dafür geeignet, aus der Froschperspektive fotografiert zu werden. Und nicht jeder Baum muß groß und mächtig aussehen. Achtet darauf, wie der Baum auf Euch wirkt, was ihr daran attraktiv findet und herausstellen wollt (mehr zu diesem Prinzip im Interview mit Michael Jordan). Dennoch habt Ihr jetzt eine weitere Option in Eurem „Bilder-komponier-Werkzeugkoffer“. Probiert’s einfach mal aus!

Alleinstehende Bäume größer & mächtiger wirken lassen

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