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01. August 2009 Lesezeit: ~4 Minuten

5 praktische Einsteiger-Tipps für die Stockfotografie

stockfotografieDies ist ein Gastartikel von Robert Kneschke. Er arbeitet als freier Fotoproduzent in Köln für verschiedene Bildagenturen. Sein Schwerpunkt liegt auf Stockfotos in den Bereichen Beauty, Business und Emotionen. Er hat eine Webseite und betreibt den Blog “Alltag eines Fotoproduzenten“.

Nachdem Martin und ich unser Interview zum Thema Stockfotografie gemacht haben, gab es sicher einige, die sich bei den Bildagenturen angemeldet haben. Deswegen gibt es heute fünf Einsteiger-Tipps, um mehr Erfolg mit Stockfotografie zu haben.

1. Stockfotografie ist anders

Seien wir ehrlich: Mit Stockfotografie richtig reich zu werden, schaffen nur ganz wenige. Aber wenn Du gut bist und hart arbeitest, kannst Du davon leben. Der Punkt ist, dass Du Stockfotos machst. Wenn Du einfach Deine vorhandenen Fotos durchblätterst und nachträglich überlegst, welche sich davon verkaufen würden, ist das die falsche Herangehensweise. Die erfolgreichen Stockfotografen fotografieren schon mit den Bedürfnissen der Bildagenturen im Kopf.

2. Augen offen halten

Oft bekomme ich Emails von anderen Fotografen, die mich fragen, welche Bilder sich denn am besten verkaufen würden. Dabei ist es ganz einfach, gut verkäufliche Bilder zu erkennen! In vielen Zeitungen und Zeitschriften sind unzählige Fotos zu sehen, von denen viele über Bildagenturen verkauft wurden. Es gibt kein besseres Argument, als ein gekauftes Foto in Aktion zu sehen.

Deshalb sind erfolgreiche Stockfotografen auch viel mit dem Studieren aller möglicher Medien beschäftigt, um zu sehen, warum welche Fotos benutzt werden. In meinem Blog habe ich auch eine Zeitschriftenanalyse, bei der ich zähle, welche Zeitschriften wie oft bei welchen Bildagenturen einkaufen. Je öfter ich das mache, desto besser wird mein Gespür für die Bildsprache der Zeitschrift und der Bildagenturen.

3. Jura studieren

Nein, die Überschrift ist nur ein Scherz. Aber sie enthält einen wahren Kern. Es ist langfristig gefährlich, Fotos zu verkaufen, ohne sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen auszukennen. Was muss ich tun, um Fotos mit Menschen verkaufen zu können? Wie erkenne ich ein geschütztes Design? Wie gilt die Panoramafreiheit?

Im Zweifel lieber mit dem Verkaufen eines Fotos warten, bis die rechtlichen Fragen geklärt sind. Gute Anfangspunkte sind z.B. die Webseite www.fotorecht.de oder das Buch „Fotografie und Recht„.

4. Platz lassen

Designer, die Fotos kaufen, lieben es, wenn die Fotografen Platz lassen, damit sie dort ihre Werbebotschaften, ihre Produkte oder einfach Text platzieren können. Deswegen immer etwas „Textfreiraum“ (oder englisch „Copyspace“) um das Hauptmotiv lassen, damit dort später etwas eingefügt werden kann.

Ähnliches gilt für Anschnitte. Ein Bildkäufer kann leicht aus einem Portrait ein halbes machen, aber aus einem halben Gesicht ein ganzes zu zaubern (ohne es einfach zu spiegeln), ist viel schwerer. Deswegen im Zweifel lieber weniger Anschnitt und den Kunden das Bild selbst beschneiden lassen.

5. Weniger ist mehr

Uhren am Handgelenk, bunte Ringe an den Fingern, große Ohrringe, auffällige Ketten, wild bedruckte T-Shirts und so weiter lenken die Blicke immer von dem ab, was am besten den Ausdruck eines Fotos transportiert: Dem Gesicht des Models. Deshalb lieber etwas Accessories und Requisiten weglassen, wenn sie für die Stimmung des Bildes nicht gebraucht werden.

Das gilt auch für Aufnahmen ohne Menschen: Bei Landschaftsaufnahmen die Strommasten im Bild vermeiden oder retuschieren, lieber einen Baum markant in Szene setzen als wild in den Wald zu fotografieren und so weiter.

Wie sind Eure ersten Erfahrungen mit der Stockfotografie gewesen? Was bereitet Euch am meisten Probleme?

5 praktische Einsteiger-Tipps für die Stockfotografie

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